Hypereosinophiles Syndrom

Vollständige Überprüfung: Jan. 2026 VonJane Liesveld, MD, James P. Wilmot Cancer Institute, University of Rochester Medical Center | Peer-Review durchAshkan Emadi, MD, PhD, West Virginia University School of Medicine, Robert C. Byrd Health Sciences Center
Letzte Aktualisierung: März 2026
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Das hypereosinophile Syndrom ist ein Zustand, der durch periphere Bluteosinophilie mit Manifestationen der Beteiligung des Organsystems oder einer Dysfunktion gekennzeichnet ist, die direkt mit der Eosinophilie zusammenhängt, wenn keine parasitären, allergischen oder anderen sekundären Ursachen von Eosinophilie vorliegen. Die Symptome können vielfältig sein, je nachdem, welche Organe in ihrer Funktion gestört sind. Die Diagnose beinhaltet den Ausschluss anderer Ursachen einer Eosinophilie plus Knochenmark- und zytogenetische Tests. Die Behandlung kann Glukokortikoide und gelegentlich Imatinib (oder andere Tyrosinkinase-Inhibitoren) umfassen, richtet sich jedoch nach dem spezifischen Subtyp des hypereosinophilen Syndroms.

Das hypereosinophile Syndrom wird traditionell definiert als periphere Bluteosinophilie > 1500/mcl (> 1,5 × 109/l), die 6 Monate anhält und Anzeichen einer Organfunktionsstörung aufweist. (Siehe auch Bildung und Funktion der Eosinophien.) Eine alternative Definition ist eine Eosinophilenzahl > 1500/Mikroliter (> 1,5 × 109/l) bei mindestens zwei Messungen im Abstand von mindestens zwei Wochen.

Das hypereosinophile Syndrom wurde früher als idiopathisch angesehen; molekulare Studien haben jedoch gezeigt, dass viele Fälle durch spezifische klonale Erkrankungen bedingt sind (1). Eine wesentliche Einschränkung der traditionellen Definition besteht darin, dass sie Patientinnen und Patienten mit bekannten krankheitsassoziierten Anomalien (z. B. Chromosomenaberrationen) ausschließt, die die strengen Grenzwerte hinsichtlich Ausmaß oder Dauer der Eosinophilie nicht erfüllen. Eine weitere Einschränkung besteht darin, dass einige Patienten mit Eosinophilie und Organschäden, die für ein hypereosinophiles Syndrom charakteristisch sind, bereits innerhalb der ersten 6 Monate, die für die Bestätigung der Diagnose nach den gängigen Kriterien nötig sind, eine Behandlung benötigen.

Eosinophilie jeglicher Ätiologie kann die gleichen Arten von Gewebeschäden verursachen. Zudem können einige Patienten sehr hohe Eosinophilenzahlen aufweisen, ohne dass eine Gewebebeteiligung vorliegt, während umgekehrt bei manchen Patienten mit Gewebeschädigung geringere Eosinophilenerhöhungen bestehen können; daher ist die Abklärung einer Gewebeschädigung stets wichtig.

Klonale hypereosinophile Syndrome

Es gibt zwei große Subtypen des klonalen hypereosinophilen Syndroms (siehe Tabelle ):

  • Myeloproliferative Variante

  • Lymphoproliferative Variante

Die myeloproliferative Variante ist oft begleitet von einer kleinen interstitiellen Deletion in Chromosom 4 an der Lokalisation CHIC2, die das FIP1L1::PDGFRA Fusionsgen (das für die Tyrosinkinaseaktivität und damit die Transformation hämatopoetischer Zellen steht) verursacht. Patienten weisen häufig einige der folgenden Symptome auf:

  • Anämie

  • Erhöhte Tryptase-Spiegel im Serum

  • Erhöhte Vitamin-B12-Serumspiegel

  • Hypogranuläre oder vakuolisierte Eosinophilen

  • Myelofibrose

  • Splenomegalie

  • Thrombozytopenie

Patienten mit diesem myeloproliferativen Subtypus bekommen oft eine endomyokardiale Fibrose oder können selten eine akute myeloische Leukämie oder eine akute lymphatische Leukämie entwickeln. Patienten mit FIP1L1::PDGFRA-assoziiertem Fusionsgen sind häufig männlichen Geschlechts und sprechen auf Behandlung mit niedrig dosiertem Imatinib an (ein Tyrosinkinase-Hemmer).

Ein kleiner Teil der Patienten mit der myeloproliferativen Variante des hypereosinophilen Syndroms weist zytogenetische Veränderungen auf, die den Plättchen-abgeleiteten Wachstumsfaktor-Rezeptor beta (PDGFRB) betreffen und auch auf Tyrosinkinase-Inhibitoren wie Imatinib reagieren (2). Andere zytogenetische Anomalien umfassen das Rearrangement des Gens für Fibroblasten-Wachstumsfaktor-Rezeptor 1 (FGFR1) oder Janus-Kinase 2 (PCM1-JAK2). ETV6-ABL1 und verschiedene FLT3-Fusionen sind ebenfalls Genumlagerungen, die mit einer Hypereosinophilie assoziiert sind.

Einige Patienten haben eine chronische eosinophile Leukämie, bei der die Zahl der Blastenzellen bei der Untersuchung des Knochenmarks erhöht ist, aber nicht mehr als 20% beträgt.

Die lymphoproliferative Variante zeigt sich durch eine klonale T-Zell-Population mit aberrantem Phänotyp aus. Polymerase-Kettenreaktion zeigt eine klonale T-Zell-Rezeptor-Umstellung. Patienten haben häufiger:

  • Angioödem, Hautveränderungen oder beides

  • Zirkulierende Immunkomplexe (gelegentlich mit Serumkrankheit)

  • Hypergammaglobulinämie (insbesondere hoch IgE)

Patienten mit der lymphoproliferativen Variante sprechen auch häufiger günstig auf Glukokortikoide an und entwickeln gelegentlich ein T-Zell-Lymphom.

Varianten des hypereosinophilen Syndroms umfassen das Gleich-Syndrom (episodisches Angioödem mit Eosinophilie), das familiäre hypereosinophile Syndrom (lokalisiert auf 5q 31–33) sowie andere organspezifische Syndrome. Bei organspezifischen eosinophilen Syndromen ist die eosinophile Infiltration auf ein einziges Organ beschränkt (z. B. eosinophile gastrointestinale Krankheit, chronische eosinophile Pneumonie (3).

Hyperleukozytose kann bei Patienten mit eosinophiler Leukämie und sehr hohen Eosinophilenwerten (z. B. > 100.000/mcl [> 100 × 109/l]) auftreten. Eosinophile können Aggregate bilden, die kleine Blutgefäße verstopfen, wodurch es zu Gewebeischämie und Mikroinfarkten kommt. Häufig tritt eine Hypoxie des Gehirns oder der Lunge auf (z. B. Enzephalopathie, Dyspnoe oder respiratorische Insuffizienz) (4). Andere thrombotische Manifestationen (z. B. Herzwandthromben) können ebenfalls auftreten.

Das idiopathische hypereosinophile Syndrom (auch als Hypereosinophilie unklarer Signifikanz [HE-US] bezeichnet) ist selten; seine Prävalenz ist unbekannt, und es betrifft am häufigsten Personen im Alter von 20 bis 50 Jahren. Nur einige Patienten mit prolongierter Eosinophilie entwickeln Organschäden, die ein hypereosinophiles Syndrom charakterisieren. Obwohl jedes Organ involviert sein kann, sind typischerweise Herz, Lunge, Milz, Haut und Nervensystem betroffen. Eine kardiale Beteiligung kann beträchtliche Morbidität und Mortalität verursachen.

Tabelle
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Allgemeine Literatur

  1. 1. Wang SA, Orazi A, Gotlib J, et al. The international consensus classification of eosinophilic disorders and systemic mastocytosis. Am J Hematol. 2023;98(8):1286-1306. doi:10.1002/ajh.26966

  2. 2. Apperley JF, Gardembas M, Melo JV, et al. Response to imatinib mesylate in patients with chronic myeloproliferative diseases with rearrangements of the platelet-derived growth factor receptor beta. N Engl J Med. 2002;347:481-487. doi:10.1056/NEJMoa020150

  3. 3. Shomali W, Gotlib J . World Health Organization-defined eosinophilic disorders: 2022 update on diagnosis, risk stratification, and management. Am J Hematol. 2022;97:129-148. doi:10.1002/ajh.26352

  4. 4. Taurisano G, Ruffi MC, Canalis S, Costanzo GAML. Hypereosinophilia: clinical and therapeutic approach in 2025. Curr Opin Allergy Clin Immunol. 2025;25(4):258-268, 2025. doi:10.1097/ACI.0000000000001078

Symptome und Beschwerden des hypereosinophilen Syndroms

Die Symptomatik ist vielseitig und hängt davon ab, welche Organe beeinträchtigt sind (siehe Tabelle ).

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Diagnose des hypereosinophilen Syndroms

  • Ausschluss einer sekundären Eosinophilie

  • Untersuchungen auf Organschäden

  • Knochenmarkuntersuchung mit zytogenetischer Analyse, wenn keine sekundären Ursachen der Eosinophilie identifiziert werden

Abklärung auf ein hypereosinophiles Syndrom sollte in Betracht gezogen werden, wenn die Eosinophilenwerte im periphere Blut mehrmals aus unerklärlichen Gründen bei > 1500/mcl (> 1,5 × 109/l) liegen, insbesondere wenn sich Organschäden zeigen.

Die Bewertung von Organschäden sollte chemische Blutuntersuchungen (einschließlich Leberenzyme, Kreatinkinase, Nierenfunktion und Troponin), EKG, Echokardiographie, Lungenfunktionstests und hochauflösende CT von Brust, Bauch und Becken umfassen. Eine Knochenmarkaspiration und -biopsie mit Durchflusszytometrie, zytogenetischer Untersuchung sowie Reverse-Transkriptase-Polymerase-Kettenreaktion (rtPCR) oder Fluoreszenz-in-situ-Hybridisierung (FISH) werden durchgeführt, um das FIP1L1::PDGFRA-assoziierte Fusionsgen oder andere häufige Fusionstranskripte nachzuweisen und die Klonalität des T-Zell-Rezeptors zu beurteilen, um die lymphozytäre Variante des hypereosinophilen Syndroms sowie andere mögliche Immundefektzustände oder syndromale Ursachen der Eosinophilie auszuschließen (1).

Diagnosehinweis

  1. 1. Taurisano G, Ruffi MC, Canalis S, Costanzo GAML. Hypereosinophilia: clinical and therapeutic approach in 2025. Curr Opin Allergy Clin Immunol. 2025;25(4):258-268, 2025. doi:10.1097/ACI.0000000000001078

Behandlung des hypereosinophilen Syndroms

  • Glukokortikoide bei Hypereosinophilie und oft zur fortlaufenden Behandlung von Organschäden

  • Imatinib bei Patienten mit der FIP1L1::PDGFRA-assoziiertem Fusionsgen oder anderen ähnlichen Genfusionen

  • Manchmal Medikamente zur Kontrolle der Eosinophilzahl (z. B. Hydroxyharnstoff, Interferon alfa, Etoposid, Cladribin)

  • Supportive Pflege

Die Behandlungen umfassen eine sofortige Therapie, definitive Therapien (Behandlungen der Erkrankung) und supportive Therapien (1). Es gibt keinen festen Wert für die Eosinophilie, bei dem Organschäden auftreten oder bei dem eine Behandlung eingeleitet werden muss, aber die meisten Experten empfehlen den Beginn der Therapie bei einer absoluten Eosinophilenzahl von 1500 bis 2000 Eosinophilen/mcl (1,5 bis 2 × 109/l).

Sofortige Therapie

Bei Patienten mit sehr schwerer Eosinophilie können Komplikationen der Hyperleukozytose wie Dyspnoe oder Veränderungen des mentalen Status auftreten (in der Regel bei Patienten mit eosinophiler Leukämie). In diesen Fällen sollte so schnell wie möglich mit hochdosierten Glukokortikoiden (z. B. Prednison 1 mg/kg oder gleichwertig bis 1 Gramm Methylprednisolon) begonnen werden. Wenn der Eosinophilenwert nach 24 h geringer ist (z. B. um 50%), kann die Glukokortikoiddosis täglich wiederholt werden; ist die Therapie ineffektiv, wird eine alternative Behandlung (z. B. Hydroxyharnstoff) begonnen. Sobald der Eosinophilenwert zu sinken beginnt und unter besserer Kontrolle ist, können zusätzliche Medikamente begonnen werden.

Obwohl die Leukapherese in der unmittelbaren Behandlung der Hyperleukozytose beim hypereosinophilen Syndrom eingesetzt werden kann, sollte bei dringlichem Handlungsbedarf die pharmakologische Zytoreduktion der Leukapherese vorgezogen werden, da keine Evidenz für verbesserte klinische Ergebnisse (einschließlich der Prävention von Endorganschäden) vorliegt und potenzielle Verfahrensrisiken bestehen (2).

Es ist wichtig, vor der Verabreichung hochdosierter Glukokortikoide eine mögliche Strongyloides-Infektion in Betracht zu ziehen, da Glukokortikoide eine potenziell lebensbedrohliche disseminierte Infektion (Hyperinfektionssyndrom) auslösen können.

Definitive Therapie

Patienten mit dem FIP1L1::PDGFRA-assoziierten Fusionsgen (oder ähnlichen Fusionsgenen, an denen PDGFA oder PDGFB beteiligt sind) werden in der Regel mit Imatinib (3) und, insbesondere bei Verdacht auf Herzschäden, auch mit Glukokortikoiden behandelt. Imatinib, das bereits bei der Diagnose eingesetzt wird, kann Organschäden vorbeugen. Die empfohlene Dosis in der chronischen Krankheitsphase beträgt 100 mg einmal täglich oral für Patientinnen und Patienten mit FIP1L1::PDGFRA-Rearrangement sowie 100 bis 400 mg einmal täglich oral (typischerweise 400 mg) für Patienten mit PDGFRB-Rearrangement. Wenn Imatinib unwirksam ist oder nicht vertragen wird, kann ein anderer Tyrosinkinase-Inhibitor (z. B. Dasatinib, Nilotinib, Sorafenib) eingesetzt oder eine allogene hämatopoetische Stammzelltransplantation durchgeführt werden. Fallberichte deuten darauf hin, dass Ruxolitinib, ein JAK2-Inhibitor, in den seltenen Fällen, die mit der JAK2-Mutation assoziiert sind, nützlich sein kann (4).

Patienten ohne das FIP1L1::PDGFRA-assoziierte Fusionsgen erhalten oft, selbst wenn sie asymptomatisch sind, eine Dosis von 60 mg Prednison (oder 1 mg/kg) oral, um die Glukokortikoid-Ansprechbarkeit (d. h. Abnahme der Eosinophilenzahl) zu bestimmen. Bei Patienten mit Symptomen oder Organschäden wird Prednison in der gleichen Dosis einmal täglich für 2 Wochen fortgesetzt und dann ausgeschlichen. Für mindestens 6 Monate werden Patienten ohne Symptome und Organschäden hinsichtlich der Entwicklung von Komplikationen überwacht. Wenn Glukokortikoide nicht ohne Weiteres ausgeschlichen werden können, kann ein glukokortikoidsparendes Arzneimittel (z. B. Hydroxyharnstoff, Interferon alpha) verwendet werden.

Mepolizumab, ein vollständig humanisierter monoklonaler IgG-Antikörper, der die Bindung von IL-5 an seinen Rezeptor hemmt, kann zur Behandlung der idiopathischen Hypereosinophilie mit einer Dauer von mindestens sechs Monaten ohne sekundäre nicht-hämatologische Ursache bei Patientinnen und Patienten ab 12 Jahren eingesetzt werden (5, 6). Reslizumab (Anti-IL-5), Benralizumab (Anti-IL-5-Rezeptor) und Dupilumab (Anti-IL-4-Rezeptor) sind weitere Biologika, die derzeit in klinischen Studien zur Behandlung des hypereosinophilen Syndroms untersucht werden. Einige werden bereits bei anderen eosinophilen Erkrankungen wie schwerem eosinophilem Asthma eingesetzt (7).

Neuartige FGFR1-Inhibitoren werden derzeit bei dieser seltenen Patientengruppe mit Hypereosinophilie untersucht (8).

Supportive Pflege

Eine supportive Arzneimitteltherapie und Operation können bei kardialen Manifestationen erforderlich werden (z. B. infiltrative Kardiomyopathie, Klappenläsionen, Herzinsuffizienz). Thrombotische Komplikationen können den Einsatz von Thrombozytenaggregationshemmern notwendig machen (z. B. Acetylsalicylsäure, Clopidogrel, Ticlopidin); eine Antikoagulation ist dann notwendig, wenn ein muraler linksventrikulärer Thrombus vorliegt oder falls transiente ischämische Attacken trotz Gabe von Acetylsalicylsäure persistieren.

Literatur zur Behandlung

  1. 1. Ogbogu PU, Bochener BS, Butterfield HJ, et al. Hypereosinophilic syndromes: A multicenter, retrospective analysis of clinical characteristics and response to therapy. J Allergy Clin Immunol. 2009;124:1319-1325. doi:10.1016/j.jaci.2009.09.022

  2. 2. Gwinner W, Menne J, Lonnemann G, Bahlmann F, Koch KM, Haller H. Life-threatening complications of extracorporeal treatment in patients with severe eosinophilia. Int J Artif Organs. 2005;28(12):1224-1227. doi:10.1177/039139880502801205

  3. 3. Cortes J, Ault P, Koller C, et al. Efficacy of imatinib mesylate in the treatment of idiopathic hypereosinophilic syndrome. Blood. 2003;101:4714-4716. doi:10.1182/blood-2003-01-0081

  4. 4. Klion AD. Approach to the patient with suspected hypereosinophilic syndrome. Hematology Am Soc Hematol Educ Program. 2022; 2022(1):47-54. doi: 10.1182/hematology.2022000367

  5. 5. Roufosse F, Kahn JE, Rothenberg FE, et al. Efficacy and safety of mepolizumab in hypereosinophilic syndrome: a phase III, randomized, placebo-controlled trial. J Allergy Clin Immunol. 2020;146:1397-1405. doi: 10.1016/j.jaci.2020.08.037

  6. 6. Rothenberg ME, Klion AD, Roufosse FE, et al. Treatment of patients with the hypereosinophilic syndrome with mepolizumab. N Engl J Med. 2008;358:1215-1228. doi:10.1056/NEJMoa070812

  7. 7. Papaioannou O, Sampsonas F, Tsiri P, et al. Biologic Agents in Idiopathic Hypereosinophilic Syndrome. Pharmaceuticals (Basel). 2025;18(4):543. doi:10.3390/ph18040543

  8. 8. Shomali W, Gotlib J. World Health Organization and International Consensus Classification of eosinophilic disorders: 2024 update on diagnosis, risk stratification, and management. Am J Hematol. 2024;99(5):946-968. doi:10.1002/ajh.27287

Prognose für hypereosinophiles Syndrom

Üblicherweise tritt der Tod infolge von Organstörungen (insbesondere des Herzens) ein. Eine kardiale Beteiligung lässt sich nicht durch den Grad oder die Dauer der Eosinophilie vorhersagen. Die Prognose hängt vom Ansprechen auf die Behandlung ab. Das Ansprechen auf Imatinib verbessert die Prognose bei Patienten mit dem FIP1L1::PDGFRA-assoziierten Fusionsgen und anderen responsiven Genfusionen.

Wichtige Punkte

  • Das hypereosinophile Syndrom ist eine periphere Bluteosinophilie (> 1500/mcl [> 1,5 × 109/l]), die nicht durch parasitische, allergische oder andere sekundäre Ursachen der Eosinophilie verursacht wird, für 6 Monate angedauert hat und Organschäden oder Funktionsstörungen auslöst.

  • Das hypereosinophile Syndrom scheint eine Manifestation einer Reihe von hämatopoetischen Störungen zu sein, von denen einige eine genetische Ursache haben.

  • Obwohl jedes Organ involviert sein kann, sind typischerweise Herz, Lunge, Milz, Haut und Nervensystem betroffen; die Beteiligung des Herzens kann eine erhebliche Morbidität und Mortalität verursachen.

  • Testungen zur Bestimmung einer Organbeteiligung, einschließlich Leberenzyme, Kreatinkinase, Kreatinin und Troponin; EKG, Echokardiographie, Lungenfunktionstests und CT-Aufnahmen des Thorax, des Abdomens und des Beckens werden durchgeführt.

  • Führen Sie eine Knochenmarkuntersuchung mit zytogenetischer Diagnostik durch, um eine myeloische oder lymphatische neoplastische Ursache zu identifizieren.

  • Glukokortikoide werden bei schwerer Eosinophilie und/oder Organschäden verabreicht. Tyrosin-Kinase-Inhibitoren, wie niedrig dosiertes Imatinib, können bei Untertypen, die mit unterschiedlichen Chromosomenanomalien in Verbindung gebracht werden, hilfreich sein.

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