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Hypokalzämie

Von

James L. Lewis III

, MD, Brookwood Baptist Health and Saint Vincent’s Ascension Health, Birmingham

Inhalt zuletzt geändert Mrz 2018
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Quellen zum Thema

Hypokalzämie ist eine Serumkonzentration des Gesamtkalziums < 8,8 mg/dl (< 2,20 mmol/l) bei normalen Plasmaproteinkonzentrationen oder eine Serumkonzentration von ionisiertem Kalzium < 4,7 mg/dl (< 1,17 mmol/l). Die Ursachen sind Hypoparathyreoidismus, Vitamin-D-Mangel und Nierenkrankheiten. Die klinischen Symptome sind Parästhesien, Tetanie und in schweren Fällen Krampfanfälle, Enzephalopathie und Herzinsuffizienz. Die Diagnose besteht in der Bestimmung des Serumkalziumwertes mit Anpassung für Serumalbuminkonzentration. Die Behandlung besteht aus der Gabe von Kalzium und der Therapie der Grunderkrankung. Gelegentlich wird noch zusätzlich Vitamin D verabreicht.

Ätiologie

Hypokalzämie kann viele Ursachen haben, einschließlich

  • Hypoparathyreoidismus

  • Pseudohypoparathyreoidismus

  • Vitamin-D-Mangel und -Abhängigkeit

  • Nierenkrankheiten

Hypoparathyreoidismus

Der Hypoparathyreoidismus ist durch eine Hypokalzämie und eine Hyperphosphatämie Hyperphosphatämie Als Hyperphosphatämie bezeichnet man eine Serum-Phosphat-Konzentration > 4,5 mg/dl (> 1,46 mmol/l). Die Ursachen können eine Nierenerkrankung, ein Hypoparathyreoidismus und eine respiratorische... Erfahren Sie mehr charakterisiert und verursacht oft eine chronische Tetanie. Hypoparathyreoidismus resultiert aus einem Mangel an Parathormon (PTH), der wiederum bei Autoimmunerkrankungen und nach versehentlicher Entfernung bzw. Beschädigung von Epithelkörperchen während einer Thyreoidektomie entstehen kann. Zu einem vorübergehenden Hypoparathyreoidismus kommt es häufig nach subtotaler Thyreoidektomie, aber eine bleibender Hypoparathyreoidismus tritt in < 3% der von erfahrenen Chirurgen durchgeführten Schilddrüsenoperationen auf. Die Symptome einer Hypokalzämie zeigen sich normalerweise ungefähr 24–48 Stunden nach der Operation. Es kann aber auch Monate oder Jahre dauern. PTH-Mangel ist häufiger nach radikaler Thyreoidektomie aufgrund eines Tumors oder nach Operation an den Nebenschilddrüsen (subtotale oder totale Parathyreoidektomie). Risikofaktoren für eine schwere Hypokalzämie nach subtotaler Parathyreoidektomie sind

  • Schwere präoperative Hyperkalzämie

  • Entfernung eines großen Adenoms

  • Erhöhte alkalische Phosphatase

  • Chronische Nierenerkrankung

Idiopathischer Hypoparathyreoidismus ist ein ungewöhnlicher, sporadisch auftretender oder ererbter Zustand, bei dem die Nebenschilddrüsen fehlen oder atrophiert sind. Die Manifestation erfolgt bereits in der Kindheit. Die Nebenschilddrüsen fehlen gelegentlich und Thymusaplasie und Anomalien der Arterien des Aortenbogens (DiGeorge-Syndrom) Di-George-Syndrom Das Di-George-Syndrom ist durch Fehlen oder Hypoplasie des Thymus und der Nebenschilddrüsen charakterisiert, was zu einem T-Zell-Immundefekt und Nebenschilddrüseninsuffizienz führt. (Siehe auch... Erfahren Sie mehr sind vorhanden. Andere inheritäre Formen sind autoimmunes polyendokrines Syndrome Polyglanduläres Insuffizienzsyndrom Polyglanduläre Insuffizienzsyndrome (PDS) sind charakterisiert durch sequentielle oder simultane Mängel in der Funktion verschiedener endokrinen Drüsen, die eine gemeinsame Ursache aufweisen... Erfahren Sie mehr , mit mukokutaner Candidiasis assoziierter autoimmuner Hypoparathyreoidismus und X-chromosomal-rezessiv idiopathischer Hypoparathyreoidismus.

Pseudohypoparathyreoidismus

Als Pseudohypoparathyreoidismus bezeichnet man eine seltene Gruppe von Störungen, die nicht durch einen Hormonmangel, sondern durch eine Zielorganresistenz auf PTH charakterisiert sind. Die genetische Weitergabe dieser Störungen ist sehr komplex.

Typ-Ia-Pseudohypoparathyreoidismus (hereditäre Osteodystrophie nach Albright) wird durch eine Mutation im stimulatorischen Gs-α1-Protein des Adenylatcyclasekomplexes (GNAS1) verursacht. Dies führt zu einem Fehlen der normalen Reaktion auf PTH, welche eine renale Phosphaturie oder die Erhöhung von cAMP im Urin wäre. Die Patienten sind normalerweise hypokalzämisch und hyperphosphatämisch. Sekundärer Hyperparathyreoidismus und hyperparathyreoide Knochenkrankheiten können auftreten. Damit zusammenhängende Störungen sind Kleinwuchs, ein rundes Gesicht, verminderte Intelligenz mit Kalzifizierung der Basalganglien, verkürzte metakarpale und metatarsale Knochen, geringgradige Schilddrüsenunterfunktion und andere subtile endokrine Veränderungen. Da in den Nieren nur das maternale Allel für GNAS1 exprimiert wird, haben Patienten, deren krankes Gen vom Vater stammt, zwar viele der somatischen Stigmata der Krankheit, aber keine Hypokalzämie, keine Hyperphosphatämie und keinen sekundären Hyperparathyreoidismus. Dieser Umstand wird manchmal auch Pseudo-Pseudohypoparathyreoidismus genannt.

Der Typ-II-Pseudohypoparathyreoidismus ist weniger bekannt. Betroffene Patienten haben eine Hypokalzämie, eine Hyperphosphatämie Hyperphosphatämie Als Hyperphosphatämie bezeichnet man eine Serum-Phosphat-Konzentration > 4,5 mg/dl (> 1,46 mmol/l). Die Ursachen können eine Nierenerkrankung, ein Hypoparathyreoidismus und eine respiratorische... Erfahren Sie mehr und einen sekundären Hyperparathyreoidismus, zeigen aber keine der anderen assoziierten Störungen.

Der Typ-II-Pseudohypoparathyreoidismus ist noch seltener als der Typ I. Bei betroffenen Patienten führt exogenes PTH zu einem Anstieg von cAMP im Urin, erhöht aber nicht die Serumkalziumspiegel oder die Phosphat-Konzentration im Urin. Eine intrazelluläre Resistenz auf cAMP wird vermutet.

Vitamin-D-Mangel und -Abhängigkeit

Vitamin D wird über Lebensmittel, die von Natur aus reich an Vitamin D sind oder mit Vitamin D angereichert wurden, aufgenommen. Es wird auch in der Haut als Reaktion auf Sonnenlicht gebildet (UV-Licht). Ein Vitamin-D-Mangel kann durch eine unzureichende Aufnahme mit der Nahrung oder durch eine verminderte Absorption bei einer hepatobiliären Krankheit oder einer intestinalen Malabsorption entstehen. Ein Vitamin-D-Mangel kann auch durch Veränderungen im Vitamin-D-Stoffwechsel, die durch verschiedene Medikamente (z. B. durch Phenytoin, Phenobarbital, Rifampin) verursacht werden, oder durch reduzierte Bildung in der Haut aufgrund eines Mangels an Sonneneinstrahlung ausgelöst werden. Auch im Alter sinkt die Synthesekapazität der Haut.

Die verminderte Synthese in der Haut ist eine wichtige Ursache für den erworbenen Vitamin-D-Mangel bei Menschen, die sich lange in geschlossenen Räumen aufhalten, die in nördlichen oder südlichen Klimaten leben und die ihren Körper komplett verhüllen oder häufig Sonnenschutzmittel verwenden. Dementsprechend ist ein subklinischer Vitamin-D-Mangel weit verbreitet, vor allem während der Wintermonate in gemäßigten Klimazonen bei älteren Menschen. Ältere Heimbewohner sind besonders gefährdet, weil ihre Haut eine verringerte synthetische Kapazität hat, sie unterernährt und selten einer Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind. Die meisten Menschen mit einem Mangel weisen sowohl eine verringerte Synthese in der Haut als auch eine Mangelernährung auf. Jedoch denken die meisten Ärzte, dass die erheblichen Gefahren von Hautkrebs, das noch nicht bewiesene Risiko eines mäßig niedrigen Vitamin-D-Spiegels überwiegen, daher wird nicht empfohlen, die Sonneneinstrahlung zu erhöhen oder keinen Sunblocker zu verwenden; Vitamin-D-Präparate stehen für Patienten mit Bedenken zur Verfügung.

Vitamin D-Abhängigkeit ergibt sich aus der Unfähigkeit, Vitamin D in seine aktive Form zu überführen oder aus verminderter Ansprechbarkeit der Endorgane auf ein angemessenes Niveau an aktivem Vitamin.

  • Der Typ I der Vitamin-D-abhängigen Rachitis (Pseudovitamin-D-Mangel-Rachitis) ist eine autosomal-rezessive Störung, der eine Mutation in dem Gen, das für das Enzym 1-Alpha-Hydroxylase kodiert, zugrunde liegt. Die 1-Alpha-Hydroxylase, die normalerweise in den Nieren exprimiert wird, wird gebraucht, um inaktives Vitamin D in die aktive Form Calcitriol umzuwandeln.

  • Bei dem Typ II der Vitamin-D-abhängigen Rachitis können die Zielorgane nicht auf Calcitriol reagieren. Vitamin-D-Mangel, Hypokalzämie und eine schwere Hypophosphatämie sind die Folge. Muskelschwäche, Schmerzen und die typischen Knochendeformierungen gehören zum Krankheitsbild.

Nierenerkrankungen

Renale tubuläre Krankheiten, einschließlich der erworbenen proximalen renalen tubulären Azidose Renal-tubuläre Azidose Die renal-tubuläre Azidose (RTA) ist eine Azidose und Elektrolytstörung infolge einer gestörten renalen Wasserstoffionenausscheidung (Typ 1), einer gestörten Bicarbonatresorption (Typ 2) oder... Erfahren Sie mehr , die durch Nephrotoxine (z. B. durch Schwermetalle, besonders Kadmium) verursacht ist, und der distalen renalen tubulären Azidose, erzeugen eine schwere Hypokalzämie. Diese entsteht durch einen pathologischen renalen Verlust von Kalzium und eine verminderte renale Umwandlung von Vitamin D zu aktivem 1,25(OH)2D.

Nierenversagen kann zu einer verminderten Bildung von 1,25 führen (OH)2D führen aufgrund von

  • Direkte Zellschädigung der Nieren

  • Suppression von 1-alpha-Hydroxylase (für die Vitamin D-Wandlung erforderlich) von durch Hyperphosphatämie

Andere Gründe

Andere Ursachen der Hypokalzämie sind

Obwohl man erwarten könnte, dass die exzessive Sekretion von Calcitonin zu einer Kalzämie führt, that Calcitonin nur einen geringen Effekt auf Serumkalzium. Z. B. treten niedrige Serumkalziumkonzentrationen selten bei Patienten mit hohen Spiegeln an zirkulierendem Calcitonin aufgrund eines medullären Schilddrüsenkarzinoms Medulläre Schilddrüsenkarzinome Es gibt generell vier Arten von Schilddrüsenkrebs Die meisten Schilddrüsenkarzinome manifestoeren sich als asymptomatische Knoten. Sehr selten verursachen Metastasen in Lymphknoten, der Lunge... Erfahren Sie mehr nicht auf.

Symptome und Beschwerden

Eine Hypokalzämie verläuft häufig asymptomatisch.

Hinweise auf das Vorliegen eines Hypoparathyreoidismus ergeben sich eher aus den klinischen Manifestationen der zugrunde liegenden Erkrankung (z. B. Kleinwuchs, rundes Gesicht, verminderte Intelligenz, Kalzifizierung der Basalganglien bei Typ-Ia-Pseudohypoparathyreoidismus).

Die wesentliche klinische Manifestation der Hypokalzämie wird durch Störungen des zellulären Membranpotenzials, das zu neuromuskulärer Irritabilität führt, gekennzeichnet.

Neurologische Manifestationen

Typisch sind Muskelkrämpfe der Beine und des Rückens.

Eine schleichende Hypokalzämie kann eine leichte, diffuse Enzephalopathie auslösen. Dies sollte bei Patienten mit ungeklärter Demenz, Depression oder Psychose bedacht werden.

Gelegentlich ist ein Papillenödem zu beobachten.

Eine schwere Hypokalzämie mit Serumkalziumwerten < 7 mg/dl (< 1,75 mmol/l) kann zu Hyperreflexie, Tetanie, Laryngospasmus und zu generalisierten Krampfanfällen führen.

Die Tetanie wird charakteristischerweise durch die Hypokalzämie ausgelöst, kann aber auch durch eine Verminderung der Fraktion an ionisiertem Kalzium im Serum ohne Vorliegen einer Hypokalzämie verursacht werden, z. B. im Rahmen einer Alkalose, bei einer Hyperventilation. Die Tetanie wird charakterisiert durch:

  • Sensorische Symptome, die aus Parästhesien der Lippen, Zunge, Finger und Füße bestehen

  • Karpopedalspasmen, die langdauernd und schmerzhaft sein können

  • Generalisierte Muskelschmerzen

  • Spasmen der Gesichtsmuskulatur

Die Tetanie kann ganz offensichtlich mit spontanen Symptomen oder latent sein. Im letzteren Fall bedarf es eines Provokationstests, um sie auszulösen. Eine latente Tetanie tritt bei weniger schwerem Kalziummangel mit Serumkalziumkonzentrationen im Bereich von 7–8 mg/dl (1,75–2,20 mmol/l) auf.

Das Chvostek- und das Trousseau-Zeichen sind zur Identifizierung einer latenten Tetanie sehr leicht am Patienten auszulösen.

Das Chvostek-Zeichen ist eine nicht unterdrückbare Zuckung der Gesichtsmuskulatur, die durch leichtes Klopfen auf den N. facialis auf der Wange vor der Ohrmuschel ausgelöst wird. Es zeigt sich bei 10% aller Gesunden und bei den meisten Patienten mit einer akuten Hypokalzämie, ist aber leider bei chronischer Hypokalzämie oft nicht nachweisbar.

Das Trousseau-Zeichen ist die Auslösung von Karpalspasmen durch die Unterbindung des Blutflusses zur Hand mittels eines Tourniquets oder einer Blutdruckmanschette, die für 3 Minuten auf 20 mmHg über den systolischen Blutdruck am Unterarm aufgeblasen wird. Das Trousseau-Zeichen tritt auch bei einer Alkalose, Hypomagnesiämie, Hypokalämie und bei 6% gesunder Probanden ohne Elektrolytstörungen auf.

Andere Manifestationen

Viele andere Anomalien können bei Patienten mit chronischer Hypokalzämie auftreten, wie z. B. trockene und schuppige Haut, spröde Nägel und grobes Haar. Candida-Infektionen können gelegentlich im Rahmen einer Hypokalzämie gesehen werden, treten aber typischerweise bei einem idiopathischen Hypoparathyreoidismus auf. Katarakte entwickeln sich bei langanhaltender Hypokalzämie und sind auch nach Korrektur der Serumkalziumwerte nicht reversibel.

Diagnose

  • Abschätzung oder Bestimmung von ionisiertem Kalzium (die physiologisch aktive Form von Kalzium)

  • Gelegentlich weitere Tests, einschließlich Messung von Magnesium, PTH, Phosphat, alkalische Phosphatase und Vitamin-D-Konzentrationen im Blut sowie cAMP- und Phosphat-Konzentrationen im Urin

Hypokalzämie kann bei Patienten mit charakteristischen neurologischen Manifestationen oder Herzrhythmusstörungen angenommen werden, wird aber oft als Zufallsbefund entdeckt. Von Hypokalzämie spricht man bei einer Gesamtserumkalziumkonzentration < 8,8 mg/dl (< 2,20 mmol/l). Da eine Verminderung der Plasmaproteine zum Absinken der Gesamtkalziumkonzentration, aber nicht zwangsläufig auch zum Absinken der Menge an ionisiertem Kalzium im Serum führen kann, sollte die Menge an ionisiertem Kalzium in Abhängigkeit von der Albuminkonzentration beurteilt werden.

Der Verdacht auf eine Verminderung des ionisierten Kalziums erfordert eine direkte Messung, auch wenn normale Werte für die Gesamtkalziumkonzentration vorliegen. Eine Serum-ionisierte Kalzium-Konzentration <4,7 mg/dl (<1,17 mmol/l) ist gering.

Hypokalzämische Patienten sollten einer Untersuchung der Nierenfunktion unterzogen werden. Im Labor werden Blut-Harnstoff-Stickstoff, Creatinin, Serumphosphat, Magnesium und alkalische Phosphatase bestimmt.

Zusätzliche Tests beginnen mit der Bestimmung der Serumkonzentrationen von Magnesium, Phosphat, Nebenschilddrüsenhormon, alkalische Phosphatase und gelegentlich Vitamin-D-Spiegel, beide (25(OH)D und 1,25(OH)2D). Phosphat- und cAMP-Konzentrationen im Blut werden bei Verdacht auf Pseudohypoparathyroidismus gemessen.

Die PTH-Konzentration sollte mit einem Assay auf das intakte Molekül bestimmt werden. Da eine Hypokalzämie der wichtigste Stimulus der PTH-Sekretion ist, sollte PTH normalerweise als Antwort bei einer Hypokalzämie erhöht sein. So,

  • So sind niedrige oder niedrig-normale PTH-Konzentrationen verdächtig auf einen Hypoparathyreoidismus.

  • Ein nichtmessbarer PTH-Spiegel weist auf einen idiopathischen Hypoparathyreoidismus hin.

  • Eine hohe PTH-Konzentration ist ein Hinweis auf ein Pseudohypoparathyroidismus oder auf eine Störung des Vitamin-D-Stoffwechsel.

Ein Hypoparathyreoidismus wird des Weiteren durch ein hohes Serumphosphat und normale Werte für alkalische Phosphatase charakterisiert.

Bei Typ-I-Pseudohypoparathyroidismus fehlen trotz einer erhöhten Konzentration zirkulierenden PTH cAMP und Phosphat im Urin. Ein Provokationstest, bei dem ein parathyreoidaler Extrakt oder rekombinantes humanes PTH injiziert wird, erhöht den cAMP-Gehalt in Serum und Urin nicht. Patienten mit einem Typ-Ia-Pseudohypoparathyreoidismus haben sehr häufig auch Skelettdeformierungen wie z. B. eine kleine Statur und eine Verkürzung des ersten, vierten und fünften Os metacarpale. Patienten mit einer Typ-Ib-Krankheit zeigen renale Manifestationen ohne Skelettdeformierungen.

Bei Vitamin-D-Mangel kann Osteomalazie oder Rachitis vorliegen, in der Regel mit typischen Fehlbildungen des Skeletts im Röntgenbild. Die Diagnose des Vitamin-D-Mangels Vitamin-D-Mangel und -abhängigkeit Der unzureichende Aufenthalt im Sonnenlicht prädisponiert einen Vitamin-D-Mangel. Damit wird die Knochenmineralisierung behindert, Kinder erkranken an Rachitis, Erwachsene an Osteomalazie und... Erfahren Sie mehr und die Abhängigkeit und die Messung der Vitamin-D-Konzentrationen werden anderer Stelle besprochen.

Tabelle
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Ein schwere Hypokalzämie kann das EKG beeinflussen. Das EKG zeigt typischerweise eine Verlängerung des QTc- und des ST-Intervalls. Änderungen in der Repolarisationsphase, wie z. B. eine Inversion oder Zuspitzung der T-Welle, können ebenfalls beobachtet werden. Das EKG kann eine Arrhythmie oder eine kardiale Blockbildung bei Patienten mit schwerer Hypokalzämie zeigen. Allerdings bedarf eine Untersuchung auf isolierte Hypokalzämie nicht die Erstellung eines EKG.

Abschätzung der Konzentration an ionisiertem Kalzium

Die Konzentration an ionisiertem Kalzium kann durch Routinelabortests in der Regel mit hinreichender Genauigkeit abgeschätzt werden.

Bei Hypoalbuminämie ist der gemessene Serumkalziumwert oft niedrig, was hauptsächlich Ausdruck einer niedrigen Konzentration an proteingebundenem Kalzium ist, während ionisiertes Kalzium normal sein kann. Der gemessene Gesamtserumkalzium nimmt je 1 g/dl ab- oder zugenommenem Albumin um etwa 0,8 mg/dl (0,2 mmol/l) zu bzw. ab. Somit sollte eine Albuminkonzentration von 2,0 g/dl (Normalwert 4,0 g/dl) den gemessenen Serumkalziumwert um 1,6 mg/dl (0,4 mmol/l) reduzieren.

Entsprechend kann ein Anstieg der Serumproteine, wie dies bei multiplem Myelom Multiples Myelom Das multiple Myelom ist eine maligne Tumorerkrankung der Plasmazellen, die monoklonale Immunglobuline produzieren, in angrenzendes Knochengewebe eindringen und dieses zerstören. Häufige Manifestationen... Erfahren Sie mehr  Multiples Myelom auftritt, den Gesamtserumkalziumwert erhöhen. Eine Azidose erhöht ionisiertes Kalzium durch eine reduzierte Proteinbindung, während eine Alkalose ionisiertes Kalzium verringert.

Behandlung

  • Intravenös Kalziumglukonat bei Tetanie

  • Orales Kalzium bei postoperativem Hypoparathyreoidismus

  • Orales Kalzium und Vitamin D bei chronischer Hypokalzämie

Tetanie

Beim Auftreten einer Tetanie werden 10 ml einer 10%igen Kalziumglukonatlösung über 10 Minuten i.v. verabreicht. Die Besserung kann eindrücklich sein, aber möglicherweise nur für ein paar Stunden anhalten. Wiederholte Bolusse oder eine kontinuierliche Infusion mit 20 bis 30 mL 10% Kalziumglukonat in 1 L von 5% D/W über die nächsten 12 bis 24 h kann erforderlich sein. Kalziuminfusionen können bei Patienten, die eine Digoxintherapie erhalten, Schaden anrichten und sollten daher nur langsam und unter kontinuierlichem EKG-Monitoring nach Test auf Hypokalämie Hypokaliämie Hypokalämie ist eine Serumkaliumkonzentration 3,5 mEq/l, welche durch eine Verminderung der im Körper gespeicherten Gesamtkaliummenge oder die pathologische Verschiebung von Kalium in die Zellen... Erfahren Sie mehr durchgeführt werden.

Wenn eine Tetanie mit einer Hypomagnesiämie Hypomagnesiämie Hypomagnesiämie tritt bei Serummagnesiumkonzentrationen 1,8 mg/dl ( 0,70 mmol/l) auf. Die Ursachen sind eine inadäquate Magnesiumaufnahme und -absorption oder eine erhöhte Ausscheidung im Rahmen... Erfahren Sie mehr assoziiert ist, kann sie vorübergehend auf die Gabe von Kalzium oder Kalium ansprechen; eine anhaltende Besserung ist aber nur durch eine Magnesiumsubstitution zu erzielen, in der Regel mit 10% Magnesiumsulfat-(MgSO4-)Lösung (1 g/10 ml) i.v., gefolgt von Magnesiumsalzen oral (z. B. Magnesiumglukonat 500–1000 mg p.o. 3-mal täglich).

Tipps und Risiken

  • Kalziuminfusionen können bei Patienten, die eine Digoxintherapie erhalten, Schaden anrichten und sollten daher nur langsam und unter kontinuierlichem EKG-Monitoring nach Test auf Hypokalämie durchgeführt werden.

Vorübergehender Hypoparathyreoidismus

Beim transienten Hypoparathyreoidismus nach einer Schilddrüsenoperation oder partiellen Parathyreoidektomie ist die orale Kalziumsubstitution ausreichend: Es können täglich 1–2 g elementares Kalzium als Kalziumglukonat (90 mg elementares Kalzium/1 g) oder als Kalziumkarbonat (400 mg elementares Kalzium/1 g) gegeben werden.

Die zwischenzeitliche Parathyreoidektomie kann eine besonders schwere und anhaltende Hypokalzämie verursachen, insbesondere bei Patienten mit chronischer Nierenerkrankung oder bei Patienten, bei denen ein großer Tumor entfernt wurde. Postoperativ kann eine prolongierte parenterale Kalziumadministration notwendig werden. Eine i.v. Substitution mit Mengen bis zu 1 g Kalzium (z. B. 111 ml/Tag Kalziumglukonat, das 90 mg elementares Kalzium/10 ml enthält) pro Tag über 5–10 Tage kann notwendig sein, bevor eine orale Kalzium- und Vitamin-D-Gabe ausreichend ist. Eine erhöhte alkalische Phosphatase im Serum kann bei solchen Patienten ein Zeichen einer schnellen Kalziumaufnahme in die Knochen sein. Der Bedarf an großen Mengen von parenteralem Kalzium nimmt nicht ab, solange die Konzentrationen der alkalischen Phosphatase erhöht sind.

Chronische Hypokalzämie

Bei der chronischen Hypokalzämie ist normalerweise die Substitution von oralem Kalcium und eine gelegentlich Vitamin-D-Gabe ausreichend: Täglich können 1–2 g elementares Kalzium als Kalziumglukonat oder Kalziumkarbonat gegeben werden. Bei Patienten ohne Nierenversagen wird Vitamin D als orale Standardsubstitution (z. B. 800 I.E. Cholecalciferol 1-mal/Tag) gegeben. Die Vitamin-D-Therapie ist nur dann wirksam, wenn auch eine angemessene Ernährung oder eine ergänzende Kalzium- und Phosphatversorgung gewährleistet ist.

Bei Patienten mit Niereninsuffizienz wird Calcitriol oder ein anderes 1,25(OH)2D-Analog verwendet, da es bei diesen Arzneimitteln keiner metabolischen Veränderung durch die Niere bedarf. Patienten mit Hypoparathyreoidismus haben Schwierigkeiten bei der Umwandlung von Cholecalciferol in seine aktive Form und benötigen in der Regel ebenfalls Calcitriol, gewöhnlich 0,5–2 mcg p.o. 1-mal/Tag. Pseudohypoparathyreoidismus kann gelegentlich allein mit oraler Kalziumsubsitution behandelt werden. Dies erfordert Calcitrioldosen von 1–3 mcg/Tag.

Zu den Vitamin-D-Analoga gehören Dihydrotachysterol (in der Regel 0,8–2,4 mg p.o. 1-mal/Tag für einige Tage, anschließend 0,2–1,0 mg 1-mal/Tag) und Salcidiol (z. B. 4000–6000 I.E. p.o. 1-mal/Woche). Bei der Anwendung von Vitamin-D-Analoga, insbesondere beim länger wirkenden Calcidiol, kann eine Vitamin-D-Vergiftung mit schwerer symptomatischer Hyperkalzämie eine Komplikation sein. Die Serumkalziumspiegel sollten zunächst 1-mal in der Woche bestimmt werden. Wenn sich die Kalziumwerte stabilisiert haben, ist eine Messung im Abstand von 1–3 Monaten ausreichend. Die Erhaltungsdosis von Calcitriol oder seines Analogs Dihydrotachysterol verringert sich normalerweise im Lauf der Zeit.

Wichtige Punkte

  • Ursachen einer Hypokalzämie sind Hypoparathyreoidismus, Pseudohypoparathyroidismus, Vitamin-D-Mangel und Nierenversagen.

  • Eine geringgradige Hypokalzämie kann asymptomatisch sein oder Muskelkrämpfe verursachen.

  • Eine schwere Hypokalzämie (Serumkalziumwert < 7 mg/dl [< 1,75 mmol/l]) kann zu Hyperreflexie, Tetanie (Parästhesien der Lippen, Zunge, Finger und Füße, Karpopedal- und/oder fazialen Spasmen, Muskelschmerzen) oder generalisierten Anfällen führen.

  • Die Diagnose erfolgt mittels Abschätzung oder Bestimmung von ionisiertem (nicht gesamten) Serumkalzium.

  • Normalerweise werden die Serumkonzentrationen von Magnesium, Phosphat, PTH, alkalischer Phosphatase und gelegentlich die Vitamin-D-Spiegel bestimmt.

  • Kalziumglukonat i.v. können bei Patienten mit Tetanie gegeben werden; die anderen Patienten werden mit oraler Kalziumsubstitution behandelt.

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