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Proptosis

(Exophthalmus)

Von

Christopher J. Brady

, MD, Wilmer Eye Institute, Retina Division, Johns Hopkins University School of Medicine

Inhalt zuletzt geändert Jul 2019
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Quellen zum Thema

Ätiologie

Beurteilung

Die Geschwindigkeit des Beginns kann einen Hinweis für die Diagnose geben. Ein plötzlicher unilateraler Beginn spricht für eine intraorbitale Blutung (die nach einem chirurgischen Eingriff, einer retrobulbären Injektion oder nach einem Trauma auftreten kann) oder eine Entzündung der Orbita oder der Nasennebenhöhlen. Ein noch langsamerer Beginn ist ein Hinweis auf einen Orbitatumor. Eine allmähliche Entwicklung über 2–3 Wochen spricht für eine chronische Entzündung oder einen entzündlichen Pseudotumor (nichtneoplastische Zellinfiltration und -proliferation).

Befunde der okularen Untersuchung, die typisch bei Hyperthyreose sind, aber nicht mit infiltrativen Augenerkrankungen zusammenhängen, sind Lidretraktion, verzögerter Lidschluss, temporal klaffendes Oberlid und ein starrer Blick. Andere klinische Zeichen sind Liderythem und konjunktivale Hyperämie. Nach längerer Exposition von ungewöhnlich großen Augenbereichen gegenüber Luft trocknet die Hornhaut aus und es kann zur Infektion und Ulzeration kommen.

Warnzeichen

Die folgenden Befunde sind von besonderer Bedeutung:

  • Augenschmerzen oder Rötung

  • Kopfschmerzen

  • Visusverlust

  • Diplopie

  • Fieber

  • Pulsierende Proptosis

  • Neonatale Proptosis

Tests

Eine Proptosis kann mit der Exophthalmometrie nachgewiesen werden; dabei wird der Abstand zwischen dem Außenwinkel der knöchernen Orbita und der Kornea gemessen (Normalwerte bei Hellhäutigen < 20 mm und bei Dunkelhäutigen < 22 mm). Computertomographie oder MRT helfen häufig, die Diagnose zu bestätigen und strukturelle Ursachen einer unilateralen Proptosis festzustellen. Die Untersuchung der Schilddrüsenfunktion ist indiziert, wenn der Verdacht auf Morbus Basedow Ätiologie Eine Hyperthyreose ist gekennzeichnet durch einen Hypermetabolismus und erhöhte Spiegel der freien Schilddüsenhormone. Die vielfältigen Symptome beinhalten Tachykardien, Müdigkeit, Gewichtsverlust... Erfahren Sie mehr  Ätiologie besteht.

Therapie

In schweren Fällen sind zum Hornhautschutz Gleitmittel erforderlich. Wenn Gleitmittel nicht ausreichen, kann eine Operation erforderlich sein, um eine bessere Augenabdeckung oder eine Reduktion der Proptosis zu erreichen. Systemische Kortikosteroide (z. B. Prednison, 1-mal täglich 1 mg/kg oral für 1 Woche und dann 1 Monat ausschleichen) können dazu beitragen, Ödembildung und Schwellung aufgrund einer endokrinen Orbitopathie oder eines entzündlichen Pseudotumors der Orbita unter Kontrolle zu bringen. Andere Interventionen sind von der Ätiologie abhängig. Eine endokrine Orbitopathie wird nicht durch die Therapie der Schilddrüsenkrankheit beeinflusst, kann sich aber mit der Zeit bessern. Tumoren müssen chirurgisch entfernt werden. Bei arteriovenösen Sinus-cavernosus-Fisteln kann eine selektive Embolisation oder seltener ein mikroneurochirurgischer Verschluss zum Erfolg führen.

Wichtige Punkte

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