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Proptosis

(Exophthalmus)

Von

Christopher J. Brady

, MD, Wilmer Eye Institute, Retina Division, Johns Hopkins University School of Medicine

Inhalt zuletzt geändert Mrz 2018
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Quellen zum Thema

Proptosis ist eine Vorwölbung des Augapfels. Exophthalmus bedeutet dasselbe und wird in der Regel benutzt, wenn Proptosis als Folge von Morbus Basedowbeschrieben wird. Störungen, die Veränderungen im Aussehen des Gesichts und der Augen verursachen können und einer Proptosis ähneln, aber keine sind, beinhalten Hyperthyreose ohne infiltrative Augenkrankheit, Cushing-Syndrom und schwere Adipositas.

Ätiologie

Die häufigste Ursache ist Morbus Basedow (s. Einige Ursachen von Proptosis), die Ödeme und lymphoide Infiltration der Orbitagewebe verursacht.

Tabelle
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Einige Ursachen von Proptosis

Ursache

Verdächtige Befunde

Diagnostischer Ansatz

Augensymptome: Augenschmerzen, Augentränen, trockene Augen, Reizung, Photophobie, okulare Muskelschwäche, die Diplopie verursacht, Visusverlust verursacht durch Optikuskompression

Systemische Symptome: Palpitationen, Angst, gesteigerter Appetit, Gewichtsverlust, Insomnie, Struma, prätibiales Myxödem ( Hyperthyreose : Symptome und Beschwerden)

Schilddrüsenfunktionstests

Manchmal CT oder MRT

Karotis-Sinus-cavernosus- oder Dura-Sinus-cavernosus-Fistel

Pulsierende Proptosis mit einem orbitalen Geräusch

Magnetresonanzangiographie (MRA)

Ophthalmoplegie, Kopfschmerzen, Ptosis, verminderte Sehschärfe, Fieber

Computertomographie oder MRT

Risse, Blepharospasmus, Rötung

Messung des intraokularen Drucks und Funduskopie durch Opthalmologen

Rötung, Fieber, Schmerzen, beeinträchtige Sehschärfe, beeinträchtigte oder schmerzhafte extraokulare Bewegungen

Meist unilateral

Computertomographie oder MRT

Orbitatumore (z. B. Lymphome, Hämangiome, Gefäßfehlbidungen)

Verminderte Sehschärfe, Diplopie, Schmerzen

MRT oder Computertomographie

Retrobulbäre Blutung, Orbitalkompartmentsyndrom

Verminderte Sehschärfe, Diplopie, Schmerzen, Ophthalmoplegie, Risikofaktoren

Sofortige Computertomographie oder Behandlung basierend auf klinischen Befunden

Sphenoorbitales Meningeom

Schmerzen, Kopfschmerzen, Gesichtsfeldausfälle, Ophthalmoplegie

MRT oder Computertomographie

Beurteilung

Die Geschwindigkeit des Beginns kann einen Hinweis für die Diagnose geben. Ein plötzlicher unilateraler Beginn spricht für eine intraorbitale Blutung (die nach einem chirurgischen Eingriff, einer retrobulbären Injektion oder nach einem Trauma auftreten kann) oder eine Entzündung der Orbita oder der Nasennebenhöhlen. Ein noch langsamerer Beginn ist ein Hinweis auf einen Orbitatumor. Eine allmähliche Entwicklung über 2–3 Wochen spricht für eine chronische Entzündung oder einen entzündlichen Pseudotumor (nichtneoplastische Zellinfiltration und -proliferation).

Befunde der okularen Untersuchung, die typisch bei Hyperthyreose sind, aber nicht mit infiltrativen Augenerkrankungen zusammenhängen, sind Lidretraktion, verzögerter Lidschluss, temporal klaffendes Oberlid und ein starrer Blick. Andere klinische Zeichen sind Liderythem und konjunktivale Hyperämie. Nach längerer Exposition von ungewöhnlich großen Augenbereichen gegenüber Luft trocknet die Hornhaut aus und es kann zur Infektion und Ulzeration kommen.

Warnzeichen

Die folgenden Befunde sind von besonderer Bedeutung:

  • Augenschmerzen oder Rötung

  • Kopfschmerzen

  • Visusverlust

  • Diplopie

  • Fieber

  • Pulsierende Proptosis

  • Neonatale Proptosis

Tests

Eine Proptosis kann mit der Exophthalmometrie nachgewiesen werden; dabei wird der Abstand zwischen dem Außenwinkel der knöchernen Orbita und der Kornea gemessen (Normalwerte bei Hellhäutigen < 20 mm und bei Dunkelhäutigen < 22 mm). Computertomographie oder MRT helfen häufig, die Diagnose zu bestätigen und strukturelle Ursachen einer unilateralen Proptosis festzustellen. Die Untersuchung der Schilddrüsenfunktion ist indiziert, wenn der Verdacht auf Morbus Basedow besteht.

Therapie

In schweren Fällen sind zum Hornhautschutz Gleitmittel erforderlich. Wenn Gleitmittel nicht ausreichen, kann eine Operation erforderlich sein, um eine bessere Augenabdeckung oder eine Reduktion der Proptosis zu erreichen. Systemische Corticosteroide (z. B. Prednison, 1-mal täglich 1 mg/kg p.o. für 1 Woche und dann 1 Monat ausschleichen) können dazu beitragen, Ödembildung und Schwellung aufgrund einer endokrinen Orbitopathie oder eines entzündlichen Pseudotumors der Orbita unter Kontrolle zu bringen. Andere Interventionen sind von der Ätiologie abhängig. Eine endokrine Orbitopathie wird nicht durch die Therapie der Schilddrüsenkrankheit beeinflusst, kann sich aber mit der Zeit bessern. Tumoren müssen chirurgisch entfernt werden. Bei arteriovenösen Sinus-cavernosus-Fisteln kann eine selektive Embolisation oder seltener ein mikroneurochirurgischer Verschluss zum Erfolg führen.

Wichtige Punkte

  • Die häufigste Ursache der bilateralen Proptosis ist Morbus Basedow.

  • Akute unilaterale Proptosis deutet auf eine Infektion oder Gefäßerkrankung (z. B. Blutung, Fistel, Sinus-cavernosus-Thrombose) hin.

  • Chronische einseitige Proptosis deutet auf einen Tumor hin.

  • Eine Computertomographie oder MRT und Schilddrüsenfunktionstests sollten durchgeführt werden, wenn Morbus Basedow vermutet wird.

  • Gleimittel sollten auf die exponierte Kornea aufgetragen werden.

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