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Allgemeine medizinische Untersuchungen

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The Manual's Editorial Staff

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Mrz 2010| Inhalt zuletzt geändert Sep 2013
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Quellen zum Thema

Eine große Anzahl von Untersuchungen ist weitläufig verfügbar. Viele Untersuchungen sind speziell für eine bestimmte Erkrankung oder eine Gruppe verwandter Krankheiten (die in der Regel bei den entsprechenden Erkrankungen in diesem Buch beschrieben sind). Andere Untersuchungen finden im Allgemeinen bei einem breiten Spektrum von Krankheiten Verwendung.

Die Untersuchungen werden aus vielen Gründen durchgeführt, wie

  • Screening

  • Diagnosestellung

  • Beurteilung der Schwere einer Erkrankung, so dass ein Therapieplan erstellt werden kann

  • Überwachung des Ansprechens auf die Behandlung

Manchmal kann eine Untersuchung mehr als einen Zweck erfüllen. Ein Bluttest kann möglicherweise zeigen, dass ein Mensch zu wenige rote Blutkörperchen hat (Anämie). Derselbe Test kann nach der Behandlung wiederholt werden, um festzustellen, ob sich die Zahl der roten Blutkörperchen normalisiert hat. Manchmal kann eine Erkrankung während eines Screenings oder einer diagnostischen Untersuchung behandelt werden. Wenn beispielsweise bei einer Darmspiegelung (endoskopische Untersuchung des Dickdarms mit einer flexiblen Sonde) Wucherungen (Polypen) entdeckt werden, können diese noch vor Ende der Darmspiegelung entfernt werden.

Untersuchungsmethoden

Es gibt verschiedene Arten von medizinischen Untersuchungen, aber die Grenze zwischen den einzelnen ist häufig verschwommen. So kann beispielsweise bei einer Magenspiegelung das Innere des Magens betrachtet und gleichzeitig eine Gewebeprobe für eine Laboruntersuchung entnommen werden. Es gibt in der Regel sechs Arten von Untersuchungen.

Analyse von Körperflüssigkeiten

Die am häufigsten analysierten Flüssigkeiten sind

  • Blut

  • Urin

  • Flüssigkeit, die das Rückenmark und das Gehirn umgibt (Cerebrospinalflüssigkeit)

  • Gelenkflüssigkeit (Synovialflüssigkeit)

Nicht so häufig werden Schweiß, Speichel und Flüssigkeiten aus dem Verdauungstrakt (z. B. Magensaft) analysiert. Manchmal kommen die untersuchten Flüssigkeiten nur bei einer bestimmten Krankheit vor: So sammelt sich beispielsweise bei einer Bauchwassersucht (Aszites) Flüssigkeit im Bauchraum an oder es sammelt sich Flüssigkeit zwischen der zweischichtigen Membran, das die Lungen und das Brustfell (Pleura) umgibt, was einen Pleuraerguss verursacht.

Bildgebende Verfahren

Diese Untersuchungen bilden das Innere des Körpers ab – als Ganzes oder nur einen Teil davon ( Bildgebende Verfahren im Überblick Bildgebende Verfahren im Überblick Bildgebende Verfahren bilden das Körperinnere ab – entweder ganz oder teilweise. Bildgebende Verfahren helfen Ärzten bei der Diagnose einer Erkrankung, der Feststellung des Schweregrads und... Erfahren Sie mehr ). Die allgemeine Röntgenuntersuchung stellt das am weitesten verbreitete Bildgebungsverfahren dar. Darüber hinaus gibt es Ultraschall (Sonographie), Szintigraphie, Computertomographie (CT), Kernspintomographie bzw. Magnetresonanztomographie (MRT), Positronen-Emissionstomographie (PET) und Angiographie.

Endoskopie

Mittels eines Endoskops kann das Innere von Organen und Zwischenräumen (Körperhöhlen) direkt betrachtet werden. Meist wird ein flexibles Endoskop verwendet, aber in manchen Fällen ist ein starres Endoskop besser geeignet. Die Spitze des Endoskops ist in der Regel mit einem Licht und einer Kamera ausgestattet, so dass der Untersucher die Bilder auf einem Monitor anschauen kann und nicht direkt durch das Endoskop blickt. Durch einen Kanal im Endoskop werden häufig Instrumente eingeführt. Mit einem dieser Instrumente können Gewebeproben entnommen werden.

Bei der Endoskopie wird das Endoskop in der Regel durch eine bestehende Körperöffnung eingeführt, wie z. B.:

  • Nase: Zur Untersuchung von Kehlkopf (Laryngoskopie) oder Lungen (Bronchoskopie)

  • Mund: Zur Untersuchung von Speiseröhre (Ösophagoskopie), Magen (Gastroskopie) und Dünndarm (Endoskopie des oberen Verdauungstrakts)

  • Anus: Zur Untersuchung von Dickdarm, Rektum und Anus (Koloskopie)

  • Harnröhre: Zur Untersuchung der Harnblase (Zystoskopie)

  • Scheide: Zur Untersuchung der Gebärmutter (Hysteroskopie)

Manchmal muss jedoch erst eine Körperöffnung geschaffen werden. Hierzu wird ein kleiner Schnitt (Inzision) in die Haut und die Gewebeschichten unter der Haut vorgenommen, damit das Endoskop in eine Körperhöhle eingeführt werden kann. Mittels solcher Inzisionen kann das Innere folgender Körperteile eingesehen werden:

  • Gelenke (Arthroskopie)

  • Bauchhöhle (Laparoskopie)

  • Brustraum zwischen beiden Lungen (Mediastinoskopie)

  • Lungen und Brustfell (Thorakoskopie)

Messung von Körperfunktionen

Häufig werden Körperfunktionen gemessen, indem die Aktivität verschiedener Organe festgestellt und analysiert wird. So wird beispielsweise die elektrische Aktivität des Herzens mittels Elektrokardiographie (EKG) und die des Gehirns mittels Elektroenzephalographie (EEG) gemessen. Die Fähigkeit der Lungen, Luft anzuhalten, ein- und auszuatmen sowie Sauerstoff und Kohlendioxid auszutauschen, wird mit dem Lungenfunktionstest gemessen.

Biopsie

Gewebeproben werden entnommen und untersucht, im Allgemeinen mit einem Mikroskop. Diese Untersuchung konzentriert sich meist auf ungewöhnliche, veränderte Zellen, die auf eine Entzündung oder eine Krankheit wie Krebs hinweisen können. Körperteile, aus denen häufig Gewebeproben entnommen werden, sind Haut, Brust, Lunge, Leber, Nieren und Knochen.

Analyse von genetischem Material (genetische Untersuchung)

In der Regel werden Zellen der Haut, des Blutes oder des Rückenmarks analysiert. Die Zellen werden auf krankhafte Veränderungen von Chromosomen, Genen (einschließlich DNS) oder beides untersucht. Genetische Untersuchungen können in folgenden Altersstadien durchgeführt werden:

  • Föten: Um festzustellen, ob ein Gendefekt vorliegt.

  • Kinder und junge Erwachsene: Um festzustellen, ob sie eine Krankheit haben oder das Risiko für die Entwicklung einer Krankheit besteht

  • Erwachsene: Um in manchen Fällen festzustellen, ob für die Angehörigen wie Kinder oder Enkelkinder die Wahrscheinlichkeit besteht, eine bestimmte Krankheit zu entwickeln

Risiken und Ergebnisse

Jede Untersuchung birgt ein gewisses Risiko. Das Risiko kann in einer möglichen Verletzung während der Untersuchung liegen, oder es kann bei negativen Ergebnissen die Notwendigkeit einer weiteren Untersuchung bestehen. Eine weitere Untersuchung ist oft aufwändig, gefährlich oder beides. Die Ärzte wägen das mögliche Risiko einer Untersuchung gegenüber dem Nutzen ab, den sie aus den Ergebnissen ziehen können.

Normale Untersuchungswerte werden als ein Bereich ausgedrückt, der auf den Durchschnittswerten einer gesunden Bevölkerung basiert. Das heißt, bei 95 % der gesunden Menschen liegen die Werte in diesem Bereich. Jedoch variieren diese Durchschnittswerte leicht bei Männern und Frauen sowie bei verschiedenen Altersgruppen. Darüber hinaus fallen manche Werte auch von Labor zu Labor unterschiedlich aus. Erhält der Arzt die Testergebnisse eines Labors, so sind dort auch immer die laboreigenen Normalwerte für diesen Test angegeben. In der folgenden Tabelle sind einige Normalwerte aufgeführt. Da die Werte jedoch von Labor zu Labor unterschiedlich sind, sollten Patienten lieber mit ihrem Arzt über ihre Untersuchungsergebnisse sprechen, als sich an den Werten dieser Tabelle zu orientieren.

Tabelle
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