Msd Manual

Please confirm that you are not located inside the Russian Federation

Lädt...

Pandemische H1N1-Influenza (Schweinegrippe)

Von

Brenda L. Tesini

, MD, University of Rochester School of Medicine and Dentistry

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Apr 2020| Inhalt zuletzt geändert Jul 2020
Hier klicken, um zur Ausgabe für medizinische Fachkreise zu gelangen

Die pandemische H1N1-Influeza (pH1N1), die häufig ungenau als Schweinegrippe bezeichnet wird, ist eine Grippeinfektion, die durch einen relativ neuen Stamm des Influenza-A-Virus verursacht wird.

(Siehe auch Grippe.)

Im Jahr 2009 gab es eine Epidemie eines neuen Stamms des Grippevirus, die sich so weit verbreitete, dass sie als Pandemie betrachtet wurde (eine weltweite Epidemie). Dieser Stamm war ein H1N1-Influenzavirus (siehe Arten und Stämme von Influenza-Viren), das eine Kombination aus Genen von Schweine-, Vogel- und menschlichen Grippeviren umfasste. Da sich die ersten Berichte auf das Schweineelement konzentrierten, wurde sie allgemein als „Schweinegrippe“ bezeichnet, obwohl sie nicht direkt von Schweinen übertragen wurde. Menschen steckten sich mit dieser Grippevirusinfektion wie bei der gewöhnlichen Grippe durch andere infizierte Personen an (Übertragung von Mensch zu Mensch).

Im Gegensatz zur normalen Grippe ist das Ansteckungsrisiko bei der pH1N1-Grippe und das Sterberisiko bei Erwachsenen in jungen und mittleren Jahren höher als bei älteren Personen. Das liegt daran, dass sich der pH1N1-Stamm von den letzten Grippeviren stark unterschied.

Schweine können durch bestimmte Stämme von Influenzaviren infiziert werden, die richtigerweise als „Schweinegrippe“ bezeichnet werden. Die meisten Stämme des Schweinegrippevirus unterscheiden sich geringfügig von den für den Menschen infektiösen Stämmen. Diese Stämme springen sehr selten auf den Menschen über und wenn, dann kommt es sehr selten zu einer Mensch-zu-Mensch-Übertragung. Allerdings hat ein abweichender Stamm des Schweinegrippevirus, H3N2v, Kinder und Erwachsene in mehreren US-Bundesstaaten angesteckt. Die Infizierten hatten Kontakt mit scheinbar gesunden, aber tatsächlich infizierten Hausschweinen, meist auf landwirtschaftlichen Märkten. In wenigen Fällen könnte sich das Virus direkt von Mensch zu Mensch ausgebreitet haben.

Symptome

Die Symptome der H1N1-Influenza sind in der Regel grippeähnlich. Sie umfassen Fieber, Husten, Halsweh, Körperschmerzen, Kopfschmerzen, Schüttelfrost, laufende Nase und Müdigkeit. Übelkeit, Erbrechen und Durchfall sind üblich.

Symptome treten meist 1 bis 4 Tage nach der Exposition gegenüber dem Virus auf und entwickeln sich bis zu einer Woche weiter. Die Patienten sind ungefähr 8 Tage lang ansteckend, d. h. ab dem Tag vor dem Auftreten der Symptome bis zu dem Zeitpunkt, an dem die Symptome wieder verschwunden sind.

Die Symptome sind gewöhnlich mild, können aber ernst werden und zu Pneumonie oder Lungenversagen führen. Die Infektion kann chronische Krankheiten (wie Herz- oder Lungenkrankheiten und Diabetes) verschlimmern und während einer Schwangerschaft zu Komplikationen (wie einer Fehl- oder Frühgeburt) führen.

Ein besonders hohes Komplikationsrisiko besteht bei Kindern unter 5 Jahren und bei Patienten mit Nieren- oder Lebererkrankungen oder einem geschwächten Immunsystem aufgrund von Arzneimitteln oder Krankheiten wie z. B. AIDS. Es kann zu schweren und rasch voranschreitenden Komplikationen kommen – mitunter sogar bei jungen, ansonsten gesunden Menschen.

Diagnose

  • Untersuchung einer Probe aus Nase oder Rachen

Wenn die Symptome mild oder typisch sind, insbesondere bei einer weiten Verbreitung der pH1N1-Grippe, sind in der Regel keine Tests erforderlich. Die pH1N1-Grippe kann dann anhand der Symptome und der Ergebnisse einer körperlichen Untersuchung diagnostiziert werden.

Ärzte können zur Analyse Proben der Sekrete aus der Nase oder aus dem Mund nehmen. Mit diesem Test kann die H1N1-Infektion bestätigt werden.

Vorbeugung

Bei grippeähnlichen Symptomen sollte man zu Hause bleiben, beim Niesen oder Husten Mund und Nase mit einem Taschentuch bedecken, sich häufig die Hände waschen und ein Handdesinfektionsmittel auf Alkoholbasis verwenden.

Menschen, die engen Kontakt mit jemandem hatten, der an der pH1N1-Grippe erkrankt ist, werden möglicherweise mit antiviralen Medikamenten behandelt.

Die aktuellen Grippeimpfstoffe sind wirksam gegen das pH1N1-Grippevirus.

Behandlung

  • Ruhe und Zufuhr von reichlich Flüssigkeit

  • Symptomlinderung

  • Mitunter antivirale Arzneimittel

Man sollte sofort einen Arzt aufsuchen, wenn folgende Symptome einsetzen: starkes Erbrechen, Kurzatmigkeit, Brust- oder Bauchschmerzen, plötzliches Schwindelgefühl oder Verwirrtheit.

Kinder sollten sofort zum Arzt gebracht werden, wenn sie blaue Lippen oder Haut haben, nicht genügend trinken, zu schnell oder mühsam atmen, ungewöhnlich schläfrig oder reizbar sind (zum Beispiel nicht in den Arm genommen werden möchten) oder Fieber mit einem Ausschlag haben.

Personen mit einem hohen Risiko für schwere Komplikationen (einschließlich Kindern unter 5 Jahren) und schwangere Frauen sollten sich auch bei leichten Symptomen untersuchen lassen.

Ein Arztbesuch ist auch dann ratsam, wenn sich im Anschluss an grippeartige Symptome Fieber und ein stärkerer Husten entwickeln.

Die Behandlung der pH1N1-Grippe konzentriert sich auf die Linderung von Symptomen. Paracetamol kann z. B. Fieber senken und Schmerzen lindern. Bettruhe und reichlich Flüssigkeitszufuhr können dabei helfen.

Bei Menschen mit einem erhöhten Komplikationsrisiko oder mit starken Symptomen können antivirale Medikamente wie Oseltamivir, Zanamivir oder Baloxavir eingesetzt werden. Diese Medikamente sind wirksam, wenn sie innerhalb von 48 Stunden nach dem Auftreten der Symptome verabreicht wurden. In den Vereinigten Staaten erholen sich die meisten mit der pH1N1-Grippe infizierten Personen vollständig, ohne diese Medikamente einzunehmen.

HINWEIS: Dies ist die Ausgabe für Patienten. ÄRZTE: Hier klicken, um zur Ausgabe für medizinische Fachkreise zu gelangen
Hier klicken, um zur Ausgabe für medizinische Fachkreise zu gelangen
Erfahren Sie

Auch von Interesse

Videos

Alle anzeigen
Übersicht über COVID-19
Video
Übersicht über COVID-19
3D-Modelle
Alle anzeigen
Tuberkulose: Infizierte alveoläre Makrophagen
3D-Modell
Tuberkulose: Infizierte alveoläre Makrophagen

SOZIALE MEDIEN

NACH OBEN