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Raynaud-Syndrom

Von

Koon K. Teo

, MBBCh, PhD, McMaster University, Hamilton, Ontario, Canada

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Jul 2019| Inhalt zuletzt geändert Jul 2019
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Kurzinformationen
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Quellen zum Thema

Beim Raynaud-Syndrom, einer funktionellen Durchblutungsstörung, handelt es sich um eine Störung, bei der sich die kleinen Arterien (Arteriolen), zumeist in den Fingern und Zehen, als Reaktion auf Kälte stärker als sonst zusammenziehen.

  • Durch das Zusammenziehen dieser kleinen Arterien werden die Finger oder Zehen blass oder bläulich, fühlen sich taub an und kribbeln.

  • Die Diagnose erfolgt oft auf Basis der Symptome des Patienten.

  • Warmhalten, kein Rauchen und manchmal die Einnahme von Medikamenten können Erleichterung verschaffen.

Ein Raynaud-Syndrom kann wie folgt auftreten:

  • Primär, also ohne zugrundeliegende Ursache (auch „Raynaud-Krankheit“ genannt)

  • Sekundär, also mit einer diagnostizierten, zugrundeliegenden Ursache (auch „Raynaud-Phänomen“ genannt)

Ärzte verwenden den Begriff „Raynaud-Syndrom“, um auf die eine oder andere Form hinzuweisen.

Primäres Raynaud-Syndrom

Das primäre Raynaud-Syndrom tritt weitaus häufiger auf als das sekundäre Raynaud-Syndrom. Etwa 60 bis 90 Prozent der Fälle mit primärem Raynaud-Syndrom treten bei Frauen zwischen 15 und 40 Jahren auf.

Jegliche Stimulierung des sympathischen Anteils des autonomen Nervensystems (eines Teils des Nervensystems, der nicht der willkürlichen Kontrolle unterliegt), insbesondere Kälte oder auch starke Emotionen, können zur Verengung der Arterien führen und so das primäre Raynaud-Syndrom auslösen.

Sekundäres Raynaud-Syndrom

Das sekundäre Raynaud-Syndrom kann ausgelöst werden durch:

Die Verwendung solcher Medikamente, die die Blutgefäße verengen, kann das Raynaud-Syndrom auch verschlimmern. Manche Menschen mit Raynaud-Syndrom leiden zusätzlich an anderen Erkrankungen, die bei einer Tendenz zur Arterienverengung auftreten können. Dazu gehören Migräne, Prinzmetal-Angina (Brustschmerzen, die im Ruhezustand auftreten) und Bluthochdruck in der Lunge (pulmonale Hypertonie). Der Zusammenhang des Raynaud-Syndroms mit diesen Erkrankungen lässt den Schluss zu, dass die Ursache der Arterienverengung bei allen dieselbe ist.

Symptome

Das Zusammenziehen der kleinen Arterien in den Fingern und Zehen beginnt schnell, zumeist ausgelöst durch plötzliche Kälte, und kann Minuten oder Stunden anhalten. Die Finger und Zehen werden blass (Pallor) oder bläulich (Zyanose), zumeist abschnittsweise. Es ist möglich, dass nur ein Finger oder Zeh, sowie Teile von einem oder mehreren Fingern oder Zehen betroffen sind. Die Finger oder Zehen schmerzen für gewöhnlich nicht, doch Gefühle von Taubheit, Kribbeln, Stechen oder Brennen sind sehr häufig. Nach Ende der Attacke können die betroffenen Stellen röter oder bläulicher als sonst sein. Das Aufwärmen der Hände oder Füße kann die normale Farbe und das normale Empfinden wiederherstellen.

Wenn Raynaud-Attacken allerdings häufiger wiederkehren und andauern (besonders bei Menschen mit systemischer Sklerodermie), kann die Haut der Finger und Zehen weich, glänzend und gespannt erscheinen. Kleine schmerzhafte Wunden erscheinen möglicherweise an den Finger- oder Zehenspitzen.

Beispiele des Raynaud-Syndroms

Diagnose

  • Eine Beurteilung der Symptome durch den Arzt

  • Zuweilen Doppler-Ultraschalluntersuchungen

Der Verdacht auf das Raynaud-Syndrom gründet sich meist auf den Symptomen und den Ergebnissen der körperlichen Untersuchung. Es ist oftmals nicht notwendig, Diagnoseverfahren durchzuführen. Bei Verdacht auf eine blockierte Arterie wird vor und nach Belastung der betroffenen Person mit Kälte eine farbkodierte Doppler-Sonographie durchgeführt. Auch Bluttests zur Überprüfung auf Erkrankungen, die das Raynaud-Syndrom verursachen können, werden oft veranlasst.

Behandlung

  • Vermeiden von auslösenden Faktoren wie Kälte und Stress

  • Raucherentwöhnung

  • Medikamente

Menschen mit leichtem Raynaud-Syndrom können sich mit einer Bedeckung von Kopf, Rumpf, Armen und Beinen vor Kälte schützen. Menschen, bei denen die Symptome durch Aufregung hervorgerufen werden, können sich mit leichten Beruhigungsmitteln oder Biofeedback helfen. Betroffene müssen mit dem Rauchen aufhören, da Nikotin die Blutgefäße verengt.

Das primäre Raynaud-Syndrom wird für gewöhnlich mit einem Kalziumkanalblocker wie Nifedipin oder Amlodipin behandelt. Auch Prazosin kann wirksam sein.

Liegt ein sekundäres Raynaud-Syndrom vor, wird die verursachende Erkrankung behandelt.

Eine Sympathektomie, eine Operation, bei der bestimmte sympathische Nerven vorübergehend (durch das Spritzen von Medikamenten wie Lidocain) blockiert oder sogar herausgeschnitten werden, kann angewendet werden, um die Symptome des Raynaud-Syndroms zu lindern, wenn es zunehmend die Lebensqualität beeinträchtigt und andere Behandlungen keine Wirkung zeigen. Selbst wenn dieses Verfahren erfolgreich ist, hält die Wirkung jedoch nur etwa 1 bis 2 Jahre an. Bei Menschen mit primärem Raynaud-Syndrom zeigt dieses Verfahren für gewöhnlich eine stärkere Wirkung als bei Menschen mit sekundärem Raynaud-Syndrom.

Weitere Informationen

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