Analatresie

(Anus imperforata)

VonJaime Belkind-Gerson, MD, MSc, University of Colorado
Überprüft vonAlicia R. Pekarsky, MD, State University of New York Upstate Medical University, Upstate Golisano Children's Hospital
Überprüft/überarbeitet Geändert Aug. 2025
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Kurzinformationen

Die Analatresie (auch „Anus imperforata“ genannt) ist eine Form von Geburtsfehler, bei dem die Öffnung des Afters fehlt oder mit einer dünnen Hautmembran bedeckt ist. Dieser Geburtsfehler kann mit anderen Anomalien des Mastdarms, der Harnröhre oder der Scheide zusammenhängen.

  • Die Ursache einer Analatresie ist nicht bekannt.

  • Bei den Säuglingen kann ein Darmverschluss auftreten.

  • Die Diagnose stützt sich auf eine körperliche Untersuchung und Röntgenaufnahmen.

  • Es ist eine Operation erforderlich, um den Defekt zu beheben.

Der After ist die Öffnung an dem Ende des Verdauungstrakts, durch die der Stuhl den Körper verlässt. Im Mastdarm ist der Sack des Dickdarms, der den Stuhlgang vor dem Toilettengang sammelt. Bei anorektalen Fehlbildungen kann die Stelle, an der der After sein sollte, nur mit einer Haut überzogen sein, die mehrere Zentimeter dick oder nur eine feine Hautmembran sein kann. Die Öffnung des Afters kann verengt sein oder vollständig fehlen.

Eine Analatresie ist Teil eines Spektrums von anorektalen Fehlbildungen, die auch eine Verengung des Afters oder Mastdarms (Rektums) sowie abnorme Verbindungen, sogenannte Fisteln, zwischen After und der Harnröhre, dem Bereich zwischen Harnröhre und After (Perineum), der Scheide oder in seltenen Fällen der Blase umfassen können. (Siehe auch Überblick über Geburtsfehler des Verdauungstrakts.)

Eine anorektale Fehlbildung tritt dann auf, wenn der Darm sich beim Wachstum des Fötus nicht richtig entwickelt. Warum der Darm sich beim Wachstum des Fötus nicht richtig entwickelt, ist nicht bekannt.

Anorektale Fehlbildungen treten häufig zusammen mit anderen Geburtsfehlern auf, wie Fehlbildungen der Wirbelsäule, des Herzens, der Nieren und Gliedmaßen. Betroffene Säuglinge können auch eine Ösophagotrachealfistel und Ösophagusatresie (Speiseröhrenverschluss) haben.

Säuglinge mit anorektalen Fehlbildungen können nach der Geburt ihren Darm nicht normal entleeren. Wird dieser Defekt nicht behandelt, entwickelt sich eine Darmobstruktion (Darmverschluss). Bei einem Darmverschluss handelt es sich um eine Blockierung, bei der der Darminhalt überhaupt nicht mehr oder nur bedingt weiterbefördert wird. Symptome von Darmobstruktion bei Säuglingen sind unter anderem Schmerzen, Reizbarkeit, Erbrechen und ein geschwollener Bauch.

Diagnose einer Analatresie

  • Körperliche Untersuchung

  • Bildgebende Untersuchungen (Röntgen und Ultraschall)

Oft wird die anorektale Fehlbildung bei der ersten Untersuchung des Neugeborenen direkt nach der Geburt erkannt, bevor sich Symptome entwickelt haben.

Auf Röntgenaufnahmen kann ein Radiologe die Fistel selbst und weitere Details dazu erkennen. Mit einer Ultraschalluntersuchung kann der Arzt die Art der Fehlbildung bestimmen und nach weiteren Defekten suchen.

Behandlung einer Analatresie

  • Operation

Anorektale Fehlbildungen müssen im Normalfall sofort operiert werden, damit die Fistel geschlossen wird und der Stuhl über einen operativ erstellten Gang ausgeschieden werden kann. Der Arzt legt fest, ob sich der Säugling einem Verfahren für einen dauerhaften oder vorübergehenden Eingriff unterziehen sollte. Er stützt seine Entscheidung auf verschiedene Faktoren, einschließlich des Geschlechts des Säuglings und des Vorhandenseins und der Lage einer Fistel.

Das vorübergehende Verfahren wird „Kolostomie“ genannt (siehe Abbildung ). Bei diesem Verfahren wird zwischen Dickdarm und Bauchwand des Säuglings eine Verbindung hergestellt, über die der Stuhl in einen in der Bauchwand angelegten Kunststoffbeutel ausgeleitet wird. Die Kolostomie bleibt erhalten, bis der Säugling älter ist und die Strukturen, die repariert werden müssen, größer geworden sind. Die Kolostomie wird verschlossen, wenn der Defekt operativ vollständig repariert wird.

Kolostomie verstehen

Bei einer Kolostomie wird der Dickdarm (Colon) aufgeschnitten. Das gesunde Ende des Dickdarms, das vor dem Verschluss liegt, wird durch eine operativ geschaffene Öffnung in der Bauchwand an die Hautoberfläche gebracht. Dann wird dieses Ende an der Haut der Öffnung festgenäht. Der Stuhl gelangt durch die Öffnung in einen Einwegbeutel. Die Kolostomie ermöglicht es dem verbleibenden Teil des Dickdarms, sich zu regenerieren, während sich die Person erholt. Nachdem sich der Patient von der Operation erholt hat und der Dickdarm verheilt ist, können die 2 Enden wieder miteinander verbunden werden, damit der Stuhl normal ausgeschieden werden kann.

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