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Meningitis (Hirnhautentzündung) bei Kindern

Von

Geoffrey A. Weinberg

, MD, Golisano Children’s Hospital

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Mai 2020| Inhalt zuletzt geändert Mai 2020
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Kurzinformationen

Auch wenn sie bei allen Kindern auftreten kann, sind Kinder mit Sichelzellanämie Sichelzellanämie Die Sichelzellanämie ist eine erbliche genetische Anomalie des den Sauerstoff tragenden Proteins in den roten Blutkörperchen (Hämoglobin), bei der eine chronische Anämie durch sichelförmige... Erfahren Sie mehr Sichelzellanämie und Kinder ohne Milz Überblick über die Milz Die Milz ist ein schwammiges, weiches Organ, ungefähr so groß wie eine Faust, das im oberen Teil der Bauchhöhle sitzt, direkt unterhalb des Brustkorbs auf der linken Seite. Die Milzarterie bringt... Erfahren Sie mehr besonders anfällig für eine Hirnhautentzündung. Bei Kindern mit angeborenen Fehlbildungen der Gesichts- und Schädelknochen können Bakterien durch die Knochendefekte eindringen und so zu den Hirnhäuten gelangen. Kinder mit einem geschwächten Immunsystem, wie etwa Kinder mit AIDS oder Kinder, die eine Chemotherapie erhalten haben, sind ebenso anfälliger für Hirnhautentzündung.

Ursachen für Meningitis bei Kindern

Meningitis (Hirnhautentzündung) bei Neugeborenen ist in der Regel die Folge einer Infektion des Blutes (Sepsis Sepsis oder septischer Schock Sepsis ist eine heftige Reaktion des ganzen Körpers auf eine Bakteriämie oder eine andere Infektion zusammen mit der Funktionsstörung oder dem Versagen eines lebenswichtigen Systems im Körper... Erfahren Sie mehr ). Die Infektion wird gewöhnlich durch Bakterien aus dem Geburtskanal ausgelöst, am häufigsten sind dies Streptokokken der Gruppe B, Escherichia coli und Listeria monocytogenes.

Kleinkinder und Kinder entwickeln eine Infektion für gewöhnlich meist durch Kontakt mit Sekreten der Atemwege (wie Speichel oder Schleim aus der Nase), die die krankheitsmachenden Erreger enthalten. Zu den Bakterien, die für Infektionen bei älteren Säuglingen und Kindern verantwortlich sind, zählen Streptococcus pneumoniae und Neisseria meningitidis. Eine Hirnhautentzündung durch Haemophilus influenzae-B-Infektion – früher die am häufigsten vertretene Form – kommt dank der guten Durchimpfungsrate Impfschema für Kinder Die meisten Ärzte folgen dem vom Gesundheitsamt empfohlenen Impfschema (Centers for Disease Control and Prevention, CD – siehe Impfschema für Säuglinge und Kinder und das Impfschema für ältere... Erfahren Sie mehr gegen diesen Organismus heute nur mehr selten vor. Moderne Impfungen gegen Streptococcus pneumoniae (als Pneumokokken-Konjugatimpfstoffe Pneumokokkenimpfstoff Die Pneumokokken-Impfung schützt vor bakteriellen Infektionen, die durch Bakterien der Gattung Streptococcus pneumoniae (Pneumokokken) ausgelöst werden. Pneumokokken-Infektionen umfassen Ohrinfektionen... Erfahren Sie mehr bezeichnet) und Neisseria meningitidis (als Meningokokkenimpfstoffe Meningokokkenimpfstoff Der Meningokokkenimpfstoff schützt vor Infektionen, die vom Bakterium Neisseria meningitidis (Meningokokken) verursacht werden. Meningokokken-Infektionen können zu Meningitis (Hirnhautentzündung)... Erfahren Sie mehr bezeichnet) tragen auch dazu bei, dass diese Organismen immer seltener eine Hirnhautentzündung bei Kindern auslösen.

Symptome von Meningitis bei Kindern

Die Symptome der Hirnhautentzündung sind je nach Alter unterschiedlich. Sobald Kinder Symptome im Zusammenhang mit dem Gehirn entwickeln (wie eine auffällige Benommenheit oder Verwirrtheit), kann die Hirnhautentzündung sehr schnell fortschreiten. Ganze 15 Prozent aller Kinder mit einer bakteriellen Meningitis sind zum Zeitpunkt der stationären Aufnahme bewusstlos (komatös) oder beinahe bewusstlos.

Neugeborene und Kinder unter 12 Monaten

Neugeborene und Kinder unter 12 Monaten weisen selten einen steifen Nacken auf (was bei älteren Kindern ein häufiges Symptom ist) und können spezifische Beschwerden nicht mitteilen. Bei diesen jüngeren Kindern sollten Eltern bei den folgenden wichtigen Anzeichen einer Erkrankung hellhörig werden und ein möglicherweise schwerwiegendes Problem vermuten

  • Für gewöhnlich Unruhe und Reizbarkeit (insbesondere, wenn die Kinder gehalten werden)

  • Auffällige Schläfrigkeit (Lethargie)

  • Schlechte Nahrungsaufnahme

  • Zu hohe oder niedrige Temperatur

  • Erbrechen

  • Ausschlag

  • Krampfanfälle

Bei etwa einem Drittel der Neugeborenen mit bakterieller Meningitis (Hirnhautentzündung) treten Krampfanfälle Krampfanfälle bei Kindern Krampfanfälle sind periodische Störungen der elektrischen Aktivität des Gehirns, die in gewissem Maße zu einer vorübergehenden Funktionsstörung des Gehirns führen. Wenn ältere Säuglinge oder... Erfahren Sie mehr auf. Bei Säuglingen und jungen Kindern ist etwa eines von fünf Kindern mit bakterieller Meningitis von Krampfanfällen betroffen. Gelegentlich werden die Nerven, die verschiedene Augen- und Gesichtsbewegungen kontrollieren, durch die Bakterien geschädigt, was dazu führen kann, dass sich ein Auge nach außen oder innen dreht oder Lähmungserscheinungen im Gesicht auftreten.

Bei etwa 33 bis 50 Prozent der Neugeborenen mit Meningitis wölben sich die Fontanellen (die weichen Stellen zwischen den Schädelknochen) durch den zunehmenden Druck der Gehirnflüssigkeit hervor oder fühlen sich gespannt an. Diese Symptome entwickeln sich im Normalfall über 1 bis 2 Tage. Bei manchen Kindern, vor allem bei solchen, die unter 3 bis 4 Monate alt sind, kann diese Krankheit ganz plötzlich auftreten und in weniger als 24 Stunden aus einem gerade noch gesunden Kind ein todkrankes machen.

In seltenen Fällen verursachen bestimmte Bakterien im Gehirn von Säuglingen mit Hirnhautentzündung Eitertaschen (Abszesse). Wenn die Abszesse wachsen, steigt der Hirndruck (der sogenannte intrakranielle Druck), was zu Erbrechen, einer Vergrößern des Kopfumfangs und hervortretenden Fontanellen führt.

Ältere Kinder und Jugendliche

Ältere Kinder und Jugendliche mit Hirnhautentzündung weisen meist einige Tage lang steigendes

  • Fieber

  • Kopfschmerzen

  • Verwirrtheit

  • Einen steifen Nacken

Diagnose von Meningitis bei Kindern

  • Spinalpunktion

  • Bluttests

  • Manchmal bildgebende Diagnostikverfahren

Zur Diagnose einer bakteriellen Meningitis wird mithilfe eines Verfahrens namens Spinalpunktion Lumbalpunktion Wenn aufgrund der Vorgeschichte und der neurologischen Untersuchung der Verdacht auf eine Krankheit besteht, können weitere Untersuchungen die Diagnose absichern. Die Elektroenzephalographie... Erfahren Sie mehr Lumbalpunktion (Lumbalpunktion) eine Probe der Rückenmarksflüssigkeit entnommen. Die Flüssigkeit wird ausgewertet und mögliche Bakterien in der Probe werden zur genaueren Bestimmung in einem Labor untersucht und gezüchtet (angelegte Kultur Mikroorganismenkultur Infektionskrankheiten werden von Mikroorganismen wie Bakterien, Viren, Pilzen und Parasiten verursacht. Ärzte vermuten eine Infektion aufgrund der Symptome einer Person, der Ergebnisse einer... Erfahren Sie mehr ). Manchmal werden die Symptome einer bakteriellen Meningitis durch andere Infektionen verursacht, beispielsweise einer Entzündung des Gehirns (Enzephalitis Gehirnentzündung (Enzephalitis) Enzephalitis ist die Entzündung des Gehirns, die auftritt, wenn ein Virus das Gehirn direkt infiziert oder wenn ein Virus, ein Impfstoff oder etwas anderes die Entzündung auslöst. Auch das Rückenmark... Erfahren Sie mehr ) oder durch eine andere Art der Hirnhautentzündung, die keine bakterielle Ursache hat. Daher wird die Probe auf diese anderen Ursachen ebenfalls untersucht.

Manchmal ist eine Spinalpunktion nicht möglich, da das Kind Anzeichen eines erhöhten Hirndrucks, einer Hirnschädigung oder einer Blutungsstörung aufweist. In diesen Fällen wird zusätzlich mittels Blutkulturen untersucht, ob sich im Blut Bakterien finden. Die Spinalpunktion wird durchgeführt, sobald sie als sicher eingestuft wird.

Prognose bei Meningitis bei Kindern

Selbst wenn eine bakterielle Hirnhautentzündung rechtzeitig angemessen behandelt wird, liegt die Sterberate bei an bakterieller Meningitis (Hirnhautentzündung) erkrankten Neugeborenen bei 5 bis 25 Prozent und bei Kindern bei 5 bis 10 Prozent.

Bei älteren Säuglingen und Kindern liegt die Sterberate zwischen 3 und 5 Prozent, wenn der Auslöser die Haemophilus influenzae-B-Infektion ist, zwischen 5 und 10 Prozent, wenn der Auslöser Neisseria meningitidis sind und zwischen 10 und 20 Prozent, wenn der Auslöser Streptococcus pneumoniae sind.

Von den überlebenden Neugeborenen entwickeln 20 bis 50 Prozent schwere Probleme in Bezug auf Gehirn und Nerven, wie eine Ansammlung von zusätzlicher Flüssigkeit in den offenen Bereichen des Gehirns (Hydrozephalus Hydrozephalus Der Hydrozephalus ist eine Ansammlung von überschüssiger Flüssigkeit in den normalen Räumen innerhalb des Gehirns (Ventrikel) und/oder zwischen den mittleren und inneren Gewebeschichten (Hirnhäuten)... Erfahren Sie mehr Hydrozephalus ), Hörverlust Hörschäden bei Kindern Ein Hörschaden bei Neugeborenen beruht in den meisten Fällen auf einer Zytomegalievirus-Infektion oder auf einem Geburtsfehler. Bei älteren Kindern ist die Ursache meist eine Ohrentzündung oder... Erfahren Sie mehr Hörschäden bei Kindern und intellektuelle Behinderung Intellektuelle Behinderung Menschen mit einer intellektuellen Behinderung (ID) haben deutlich unterdurchschnittliche intellektuelle Fähigkeiten, die seit der Geburt oder der frühen Kindheit bestehen. Sie sind nur eingeschränkt... Erfahren Sie mehr . Bis zu 30 Prozent haben leichte bleibende Schäden wie Lernstörungen, Lernstörungen Mit diesem Begriff bezeichnet man die Unfähigkeit, spezifische Fähigkeiten oder Informationen aufgrund mangelhafter Aufmerksamkeits-, Gedächtnis- oder Gedankenleistungen zu erlangen, zu behalten... Erfahren Sie mehr einen leichten Hörschaden oder gelegentliche Krampfanfälle Krampfanfälle bei Kindern Krampfanfälle sind periodische Störungen der elektrischen Aktivität des Gehirns, die in gewissem Maße zu einer vorübergehenden Funktionsstörung des Gehirns führen. Wenn ältere Säuglinge oder... Erfahren Sie mehr .

Etwa 15 bis 25 Prozent der älteren Säuglinge und Kinder weisen Probleme des Gehirns und der Nerven, wie Hörschaden, intellektuelle Behinderung und Krampfanfälle, auf.

Vorbeugung gegen Meningitis bei Kindern

Viele Fälle von Meningitis (Hirnhautentzündung) können durch routinemäßige Impfungen Grundimmunisierung von Säuglingen, Kindern und Jugendlichen Die meisten Ärzte folgen dem vom Gesundheitsamt empfohlenen Impfschema (Centers for Disease Control and Prevention, CD – siehe Impfschema für Säuglinge und Kinder und das Impfschema für ältere... Erfahren Sie mehr verhindert werden. Bestand Kontakt mit einer an Hirnhautentzündung erkrankten Person, werden häufig Antibiotika zur Verhinderung einer Ansteckung gegeben (dies wird als Chemoprophylaxe bezeichnet). Schwangere Frauen können auf Gruppe-B-Streptokokken getestet werden und zum Zeitpunkt der Entbindung Antibiotika erhalten, um eine Übertragung der Bakterien auf das Neugeborene zu verhindern.

Impfungen

Chemoprophylaxe

Bei engem Kontakt mit einer an durch Neisseria meningitidis oder Haemophilus influenzae verursachten Hirnhautentzündung erkrankten Person verabreichen Ärzte normalerweise Antibiotika. Ein enger Kontakt wird leicht unterschiedlich definiert, abhängig davon, welche der zwei Bakterienarten die Meningitis verursacht haben, zeichnet sich aber typischerweise durch Folgendes aus

  • Mitglieder desselben Haushalts (insbesondere im Alter unter 2 Jahren)

  • Mitarbeiter von Kindertagesstätten (insbesondere, wenn sie im Zimmer des betroffenen Kindes arbeiten)

  • Personen, die direkten Kontakt mit dem Speichel des betroffenen Kindes haben (zum Beispiel durch Küssen, gemeinsam genutzte Zahnbürsten oder andere Utensilien sowie medizinisches Personal während bestimmter Verfahren)

  • Nicht oder nur teilweise geimpfte Kinder, die einer Infektion ausgesetzt sind

  • Kinder mit einem geschwächten Immunsystem, die einer Infektion ausgesetzt sind

Sobald das infizierte Kind bestimmt wurde, erhalten nahe Kontaktpersonen eine Chemoprophylaxe. Idealerweise sollte dies innerhalb von 24 Stunden erfolgen.

Geeignete Medikamente sind Rifampicin, Ceftriaxon und Ciprofloxacin, die je nach Alter der infizierten Person ausgewählt werden.

Behandlung von Meningitis bei Kindern

  • Antibiotika

Wenn der Verdacht auf Hirnhautentzündung besteht, werden intravenös hohe Dosen von Antibiotika verabreicht. Sehr kranke Kinder bekommen sogar bereits vor der Spinalpunktion Antibiotika. Wenn der Befund der Spinalpunktion verfügbar ist, muss der Arzt nötigenfalls das Antibiotikum wechseln, je nachdem, welche Bakterien die Hirnhautentzündung verursacht haben. Das Alter des Kindes hilft bei der Wahl des richtigen Antibiotikums.

Manche Kinder ab 6 Wochen erhalten eventuell intravenöse Kortikosteroide (wie Dexamethason), um einem Hörschaden vorzubeugen.

Manchmal wird eine zweite Blutkultur angelegt und eine zweite Spinalpunktion durchgeführt, um festzustellen, ob die Antibiotika schnell genug wirken.

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