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Bronchiolitis

Von

Rajeev Bhatia

, MD, Phoenix Children's Hospital

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Jul 2020| Inhalt zuletzt geändert Jul 2020
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Kurzinformationen
Quellen zum Thema

Bronchiolitis ist eine Virusinfektion, die die unteren Atemwege von Säuglingen und kleinen Kindern unter 24 Monaten befällt.

  • Bronchiolitis wird in der Regel durch Viren ausgelöst.

  • Zu den Symptomen gehören eine laufende Nase, Fieber, Husten, Keuchatmung beim Ausatmen und Atemschwierigkeiten.

  • Die Diagnose stützt sich auf die Symptome und eine körperliche Untersuchung.

  • Die meisten Kinder können zu Hause betreut werden und erholen sich innerhalb weniger Tage, manche aber müssen ins Krankenhaus eingewiesen werden.

  • Die Behandlung erfolgt in erster Linie über unterstützende Maßnahmen, wie etwa die Gabe von Flüssigkeit und gelegentlich Sauerstoff.

Die Atemwege ähneln einem auf den Kopf gestelltem Baum. Der Baumstamm ist die Luftröhre (Trachea), die sich in große Atemwege, den Bronchien, verzweigt. Die Bronchien selbst verzweigen sich viele weitere Male in kleinere Atemwege und enden in den engsten Atemwegen, den Bronchiolen. Bronchiolen haben einen Durchmesser von nur etwa einem halben Millimeter. An ihren Wänden befindet sich eine dünne runde Schicht glatter Muskeln, die sich entspannen oder zusammenziehen und so die Größe der Atemwege verändern.

Die Bronchiolitis betrifft in erster Linie Kinder unter 24 Monaten und tritt am häufigsten bei Säuglingen unter 6 Monaten auf. Im Laufe des ersten Lebensjahres erkranken etwa 11 von 100 Kindern. Bei einigen Epidemien ist jedoch ein viel höherer Anteil von Säuglingen betroffen. Die meisten Fälle treten zwischen November und April auf, wobei im Januar und Februar ein Höchststand erreicht wird.

Ursachen

Bronchiolitis wird am häufigsten von folgenden Viren verursacht

Eine Infektion mit einem dieser Viren kann eine Entzündung der Atemwege verursachen. Dadurch verengen sich die Atemwege, und der Luftstrom in die und aus der Lunge verringert sich. In schweren Fällen ist der Sauerstoffspiegel im Blut niedrig.

Bei Säuglingen, deren Mütter rauchen, kommt die Infektion möglicherweise häufiger vor bzw. verläuft schwerwiegender, insbesondere wenn die Mütter auch während der Schwangerschaft geraucht haben. Kinder, die gestillt werden, scheinen seltener betroffen zu sein. Eltern und ältere Geschwister können mit demselben Virus infiziert sein, bei ihnen hat dies jedoch meist nur eine leichte Erkältung zur Folge.

Symptome

Bronchiolitis beginnt mit den Symptomen einer Erkältung – einer laufenden Nase, Niesen, leichtem Fieber und Husten. Nach einigen Tagen bekommen die Kinder Atemschwierigkeiten, wobei die Atmung schneller und der Husten schlimmer wird. Oft wird das Ausatmen von einem hochfrequenten Geräusch begleitet (Keuchatmung). Bei den meisten Kindern sind die Symptome nur leicht ausgeprägt. Obwohl die Kinder oft eine beschleunigte Atemfrequenz und eine verstopfte Nase haben, sind sie wach, fröhlich und bei gutem Appetit.

Kinder, bei denen die Erkrankung schwerer verläuft, atmen schnell und flach, wobei die Atemmuskulatur stark beansprucht wird und sich die Nasenlöcher weiten. Sie wirken quengelig und unruhig und können dehydrieren, da sie erbrechen und nur schlecht trinken. Meist wird die Erkrankung von Fieber begleitet. Manche Kinder entwickeln zudem eine Ohrenentzündung. Frühgeborene Säuglinge oder Kleinkinder unter 2 Monaten haben manchmal Episoden, in denen sie kurz zu atmen aufhören (Apnoe). In sehr schweren und ungewöhnlichen Fällen kann das Kind aufgrund eines Sauerstoffmangels blau um den Mund werden.

Diagnose

  • Untersuchung durch den Arzt

  • Pulsoximetrie

  • Manchmal Abstrich oder Röntgenuntersuchung des Brustkorbs

Der Arzt stützt die Diagnose der Bronchiolitis auf die Symptome und eine körperliche Untersuchung. Mit einem Sensor am Finger (Pulsoximetrie) wird der Sauerstoffgehalt im Blut bestimmt.

Manchmal wird Schleim tief aus der Nase abgestrichen, der dann im Labor auf das Virus untersucht wird, oder eine Röntgenuntersuchung des Brustkorbs vorgenommen. Es können weitere Laboruntersuchungen durchgeführt werden.

Prognose

Die meisten Kinder können zu Hause behandelt werden und sind nach 3 bis 5 Tagen wieder gesund. Die Keuchatmung und der Husten können jedoch 2 bis 4 Wochen andauern. Bei angemessener Pflege ist das Risiko, dass eine Bronchiolitis ernste Folgen nach sich zieht, auch bei Kindern, die im Krankenhaus behandelt werden müssen, gering.

Manche Kinder haben nach einer Bronchiolitis wiederkehrende Episoden mit Keuchatmung.

Behandlung

  • Zu Hause: orale Aufnahme von Flüssigkeit

  • Im Krankenhaus: Sauerstofftherapie und Flüssigkeit über die Venen

Behandlung zu Hause

Die meisten Kinder können zu Hause mit Flüssigkeitszufuhr und unterstützenden Pflegemaßnahmen behandelt werden.

Während dieser Zeit sollte das Kind häufig kleine Mengen zu trinken bekommen. Wenn sich die Atemschwierigkeiten verstärken, sich die Haut blau verfärbt, das Kind müde wird und Anzeichen einer Dehydratation auftreten, muss es im Krankenhaus behandelt werden. Kinder mit einer angeborenen Herz- oder Lungenerkrankung oder einer Immunschwäche können früher ins Krankenhaus eingewiesen werden und sind für eine schwere Bronchiolitis viel anfälliger.

Behandlung im Krankenhaus

Im Krankenhaus wird der Sauerstoffgehalt im Blut mittels eines an einem Finger oder einer Zehe befestigten Sensors überwacht und Sauerstoff über ein Sauerstoffzelt, eine Nasensonde (Kanüle) oder eine Gesichtsmaske zugeführt (siehe Sauerstoffverabreichung). In seltenen Fällen kann ein Beatmungsgerät (ein Gerät, das dabei hilft, Luft in die Lunge und wieder heraus zu transportieren) erforderlich sein, um die Atmung zu unterstützen.

Nimmt das Kind nicht genügend Flüssigkeit auf, muss sie intravenös zugeführt werden.

Auch Medikamente zur Öffnung der Atemwege (Bronchodilatatoren) können verabreicht werden. Diese Medikamente lindern die Keuchatmung und die Verengung der Atemwege durch Asthma; die Wirksamkeit der Bronchiolitisbehandlung ist fraglich. Manchen Kindern können Kortikosteroide (zur Unterdrückung der Entzündung) helfen.

Das Virustatikum Ribavirin (verabreicht über einen Vernebler) wird nur noch bei Kindern mit extrem schwachem Immunsystem oder mit einer sehr schweren Infektion eingesetzt. Antibiotika sind nur bei einer zusätzlichen bakteriellen Infektion wirksam.

Vorbeugung

Bei Kindern, bei denen ein hohes Risiko für schwere Komplikationen besteht, zum Beispiel bei schweren angeborenen Herzfehlern oder bei Frühgeburten, kann Palivizumab gegeben werden, um eine Infektion mit dem Respiratory Syncytial Virus (RSV) zu verhindern. Palivizumab ist ein Antikörper gegen RSV.

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