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Harnretention

Von

Patrick J. Shenot

, MD, Sidney Kimmel Medical College at Thomas Jefferson University

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Sep 2018| Inhalt zuletzt geändert Sep 2018
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Kurzinformationen
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Harnretention ist die Unfähigkeit des Wasserlassens oder die unvollständige Blasenentleerung.

  • Menschen, die ihre Blase nicht komplett entleeren können, verspüren möglicherweise häufigen Harndrang oder leiden unter Harninkontinenz.

  • Wenn die betroffene Person eigenständig die Blase entleeren kann, misst der Arzt die Menge des in der Blase verbleibenden Urins unmittelbar nach dem Wasserlassen.

  • Der Arzt verwendet einen Katheter, um die Blase zu entleeren, und behandelt anschließend die Ursache.

Es kann zu einer Harnretention (Harnverhalt) kommen, da die Kontraktionen der Blasenmuskulatur eingeschränkt sind, der Blasenausgang blockiert ist (Obstruktion am Blasenausgang) oder aufgrund einer mangelnden Koordination zwischen Kontraktion und Entspannung des Blasenmuskels, der für das Öffnen und Schließen des Blasenausgangs zuständig ist (Schließmuskel). Die Harnretention tritt bei Männern häufiger auf, da eine vergrößerte Prostata, zum Beispiel aufgrund einer gutartigen Prostatahyperplasie, die Harnröhre verengen kann.

Medikamente, vor allem jene mit anticholinergen Effekten wie Antihistaminika und einige Antidepressiva können bei Männern und Frauen gleichermaßen eine Harnretention auslösen. Zu den weiteren möglichen Ursachen gehören eingedickter harter Stuhl im Enddarm, der auf die Harnröhre drückt (Impaktbildung), und eine neurogene Blase bei Menschen mit Diabetes, Multipler Sklerose, Parkinson-Krankheit oder Menschen, deren Blasennerv durch einen vorangegangenen chirurgischen Eingriff des Beckens beschädigt wurde.

Symptome

In manchen Fällen ist die betroffene Person gar nicht in der Lage, Wasser zu lassen. Es treten dann sehr starke Schmerzen auf, da sich die Blase mit Urin füllt und diese sich über einige Stunden ausdehnt. Eine Schwellung des Unterleibs ist nun zu erkennen.

Häufiger kommt es vor, dass die betroffene Person Wasser lassen kann, jedoch nicht in der Lage ist, die Blase vollständig zu entleeren. In diesem Fall dehnt sich die Blase langsam und schmerzfrei aus. Die betroffene Person hat möglicherweise Schwierigkeiten beim Wasserlassen, der Urinstrahl ist schwach oder es entsteht das Gefühl, dass die Blase nicht vollständig geleert wurde. Da die Blase relativ voll bleibt, kann es in manchen Fällen zu einem unwillkürlichen Harnabgang (Überlaufinkontinenz), zum nächtlichen Harndrang (Nykturie) oder zum häufigen Harndrang kommen. Da der zurückgehaltene Urin möglicherweise der geeignete Nährboden für Bakterien ist, sind Harnwegsinfektionen möglich.

Diagnose

  • Messung des Resturins in der Blase nach dem Wasserlassen

Wenn eine Person überhaupt nicht in der Lage ist Wasser zu lassen, ist die Diagnose eindeutig.

In anderen Fällen versucht der Arzt zu überprüfen, wie viel Urin in der Blase zurückbleibt, nachdem die betroffene Person, soweit wie es ihr möglich ist, die Blase entleert hat. Der Arzt führt unmittelbar nach dem Toilettengang einen Katheter in die Blase ein, um zu überprüfen, wie viel Urin hinausgeleitet wird, oder misst mithilfe eines Ultraschallgeräts das Volumen des in der Blase verbleibenden Urins. Die Menge des verbleibenden Restharns nennt man post-miktorische Rückstände. Wenn die Restharnmenge mehr als eine halbe Tasse umfasst (bei älteren Personen etwas mehr), wird eine Harnretention diagnostiziert.

Es erfolgt eine körperliche Untersuchung, die auch eine Rektaluntersuchung umfasst. Bei Männern wird im Rahmen der rektalen Untersuchung unter Umständen auch überprüft, ob die Prostata vergrößert ist. Bei dieser Untersuchung wird möglicherweise auch ein Kotstau festgestellt. Eventuell wird eine Urinprobe auf eine mögliche Infektion untersucht. Möglicherweise sind Bluttests und bildgebende Diagnostikverfahren notwendig, um die Ursache der Harnretention festzustellen.

Behandlung

  • Katheterisierung

  • Behandlung der Krankheitsursache

  • Chirurgischer Eingriff (gelegentlich)

Wenn das Wasserlassen überhaupt nicht möglich ist, führt der Arzt einen Harnkatheter in die Blase ein, um den zurückgehaltenen Urin zu entfernen und Erleichterung zu verschaffen.

Anschließend wird die zugrunde liegende Ursache behandelt. Medikamente, die eine Harnretention verursachen, sollten nach Möglichkeit abgesetzt werden. Bei männlichen Patienten mit vergrößerter Prostata ist unter Umständen eine Prostata-Operation durchzuführen oder es sind entsprechende Medikamente zur Verkleinerung der Prostata (z. B. Finasterid oder Dutasterid) oder Medikamente, die die Muskeln am Blasenhals entspannen (z. B. Terazosin oder Tamsulosin), einzusetzen. Menschen mit neurologischen Problemen, die die Blasenkontraktionen oder die Blasenfunktion beeinträchtigen, benötigen unter Umständen zeitweise oder dauerhaft einen Katheter. In einigen Fällen ist ein chirurgischer Eingriff erforderlich, um den Urin aus der Blase aus dem Körper zu leiten (nicht über die Harnröhre).

Weitere Informationen

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