Msd Manual

Please confirm that you are not located inside the Russian Federation

Lädt...

Symptome für Krebs

Von

Robert Peter Gale

, MD, PhD, Imperial College London

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Jul 2018| Inhalt zuletzt geändert Aug 2018
Hier klicken, um zur Ausgabe für medizinische Fachkreise zu gelangen
Kurzinformationen
Quellen zum Thema

Anfangs ist der Krebs ein kleiner Zellhaufen, der keinerlei Symptome verursacht (siehe auch Krebs: Ein Überblick). Während ein Krebs wächst, kann seine physische Anwesenheit das umliegende Gewebe beeinflussen (siehe auch Warnsignale bei Krebs). Einige Krebsarten geben auch bestimmte Stoffe ab oder lösen Immunreaktionen aus, die Symptome in anderen Körperteilen verursachen, die sich nicht in der Nähe des Krebses befinden (paraneoplastische Syndrome).

Manchmal ist die erste Indikation ein anormales Ergebnis von Laboruntersuchungen, die aus einem anderen Grund durchgeführt wurden (zum Beispiel Anämie, aufgrund von Dickdarmkrebs, der bei einem routinemäßigen großen Blutbild festgestellt wird).

Krebs beeinflusst umliegendes Gewebe, indem er in das Gewebe wächst oder auf das Gewebe drückt und es dadurch reizt. Reizungen führen normalerweise zu Schmerzen. Kompressionen können Gewebe daran hindern, ihre normalen Funktionen auszuüben. Ein Blasenkrebs oder ein kanzeröser Lymphknoten im Abdomen zum Beispiel, kann den Harnleiter zusammendrücken, der eine Niere mit der Blase verbindet und dadurch den Urinfluss blockieren. Ein Lungenkrebs kann den Luftstrom durch einen Teil der Lungen blockieren und dadurch zu einem teilweisen Lungenkollaps führen und eine Infektion begünstigen.

Wächst ein solcher Tumor in einem Bereich, wo er viel Platz hat, wie zum Beispiel im Dickdarm oder in der Lungenhöhle, ruft er oft erst Symptome hervor, wenn eine erhebliche Größe erreicht ist. Im Gegensatz dazu kann eine Krebserkrankung an einem begrenzten Ort, beispielsweise auf einem Stimmband, schon frühzeitig Symptome hervorrufen (in diesem Beispiel Heiserkeit), wenn die vom Krebs befallene Stelle verhältnismäßig klein ist. Wenn sich ein Krebs in andere Körperteile ausbreitet (metastasiert), treten schließlich die gleichen lokalen Reizungen und Kompressionen auf, jedoch in einem neuen Bereich, sodass sich die Symptome unterscheiden können.

Krebsarten, die das Brustfell (Pleura) oder die beutelförmige Struktur um das Herz (Perikard) betreffen, sondern häufig Flüssigkeiten ab, die sich um diese Organe ansammelt. Große Flüssigkeitsansammlungen können die Atmung oder den Herzschlag beeinträchtigen.

Tabelle
icon

Mögliche Komplikationen bei Krebs

Komplikationen

Beschreibung

Flüssigkeit sammelt sich in der beutelförmigen Struktur um das Herz (Perikard oder Herzbeutel genannt) an. Diese drückt auf das Herz und beeinträchtigt seine Pumpleistung. Flüssigkeit kann sich ansammeln, wenn ein Tumor in den Herzbeutel einwächst und ihn reizt.

Flüssigkeit sammelt sich in der beutelförmigen Struktur rund um die Lunge (Lungenfell) an und verursacht Kurzatmigkeit.

Vena-cava-superior-Syndrom

Hierzu kommt es, wenn der Krebs teilweise oder vollständig die Vene (Vena cava superior), die das Blut aus dem Körper zum Herzen transportiert, blockiert. Eine Blockierung dieser Vena cava superior lässt die Venen im oberen Bereich von Brust und Hals anschwellen und führt zu Schwellungen im Gesicht, am Hals und oberen Teil der Brust.

Kompression des Rückenmarks

Tritt auf, wenn der Krebs das Rückenmark oder die -nerven zusammendrückt, und führt zu Schmerzen und Funktionsverlust (zum Beispiel Harn- oder Stuhlinkontinenz). Je länger der Druck auf das Rückenmark bzw. die -nerven anhält, desto geringer die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Nervenfunktion wieder normalisiert.

Funktionsstörungen des Gehirns

Das Gehirn funktioniert nicht wie gewohnt, weil dort ein Krebs wächst, entweder ein primärer Hirntumor oder häufiger eine Metastase von Krebs, der anderswo im Körper angesiedelt ist. Es können verschiedene Symptome auftreten, darunter Verwirrtheit, Benommenheit, Unruhe, Kopfschmerzen, ungewohnte Seheindrücke, ungewohnte Empfindungen, Schwäche, Übelkeit, Erbrechen und Anfälle.

Blutung

Blutungen können aufgrund von Eindringen oder Absterben von normalem Gewebe und Blutgefäßen oder vom Wachstum anormaler, fragiler Blutgefäße innerhalb eines Tumors herrühren.

Schmerzen

Viele Krebsarten sind zu Beginn schmerzlos, jedoch sind Schmerzen ein frühes Symptom für einige Krebsarten, wie Gehirntumore, die Kopfschmerzen verursachen, und Kopf-, Nacken- und Speiseröhrenkrebs, der Schluckbeschwerden verursacht. Mit zunehmendem Wachstum jedoch kommt es häufig zu leichtem Unbehagen, das immer schmerzhafter wird, je weiter sich der Krebs ausdehnt. Häufig beruhen die Schmerzen darauf, dass der Krebs auf Nerven und andere Gewebe drückt oder in sie hineinwächst. Allerdings verursachen nicht alle Krebsarten starke Schmerzen. Gleichermaßen ist Schmerzfreiheit kein Garant dafür, dass ein Krebs nicht wächst oder sich ausbreitet.

Blutung

Anfangs kann ein Krebstumor etwas bluten, weil die Blutgefäße noch brüchig sind. Wenn der Krebs dann aber so groß ist, dass er in das umliegende Gewebe eindringt, kann er in ein benachbartes Blutgefäß einwachsen und so eine Blutung hervorrufen. Die Blutung kann leicht und nicht erkennbar oder nur durch Untersuchungen erkennbar sein. Das ist häufig im Anfangsstadium von Dickdarmkrebs der Fall. Insbesondere bei fortschreitendem Krebs kann die Blutung deutlicher oder sogar massiv und lebensbedrohend sein.

Der Bereich, in dem sich der Krebs befindet, bestimmt den Blutungsbereich. Eine Krebserkrankung des Verdauungstraktes kann sich durch Blut im Stuhl verraten. Krebs entlang der ableitenden Harnwege kann Blut im Urin hervorrufen. Andere Krebsarten können innere Blutungen verursachen. Bei Lungenblutungen hustet der Kranke unter Umständen Blut.

Blutgerinnsel

Bestimmte Krebsarten erzeugen Stoffe, die hauptsächlich in den Beinvenen übermäßige Blutgerinnsel verursachen (tiefe Beinvenenthrombose). Blutgerinnsel in den Beinvenen lösen sich manchmal und wandern zur Lunge (Lungenembolie), was tödlich sein kann. Übermäßige Blutgerinnung kommt häufig bei Menschen mit Pankreas-, Lungen- oder anderen soliden Tumoren oder mit Hirntumoren vor.

Gewichtsverlust und Erschöpfung

Im Allgemeinen verlieren Krebskranke häufig an Gewicht und sind müde; beides kann sich mit dem Fortschreiten der Erkrankung verschlimmern. Manche Menschen nehmen ab, obwohl sie mit Appetit essen. Andere verlieren den Appetit und reagieren auf Nahrung mit Übelkeit oder haben Schluckbeschwerden. Sie können sehr dünn werden. Menschen, die Krebs im fortgeschrittenen Stadium haben, sind oft sehr müde. Eine Blutarmut erkennen die Erkrankten daran, dass sie sich nach leichten körperlichen Aktivitäten müde fühlen und kurzatmig werden.

Geschwollene Lymphknoten

Wenn sich eine Krebserkrankung im Körper ausbreitet, greift sie häufig zunächst auf die angrenzenden Lymphknoten über, die anschwellen. Die geschwollenen Lymphknoten sind normalerweise schmerzlos und sie können hart oder gummiartig anfühlen. Manchmal sind sie frei beweglich oder sie können bei fortgeschrittenerem Krebs mit dem umliegenden Gewebe oder miteinander verwachsen.

Neurologische und muskuläre Symptome

Ein Krebstumor kann in Nervengewebe oder in das Rückenmark einwachsen und auf Nerven drücken, was zahlreiche neurologische und muskuläre Symptome hervorrufen kann, darunter auch Schmerzen oder Empfindungsveränderungen (wie zum Beispiel Kribbeln). Wenn ein Krebs im Gehirn wächst, können die Symptome schwer zu bestimmen sein, es können jedoch Verwirrung, Schwindel, Kopfschmerzen, Übelkeit, verändertes Sehvermögen und Krampfanfälle auftreten. Ähnliche Symptome kann auch ein paraneoplastisches Syndrom zeigen.

Symptome der Atemwege

Krebs kann die Atemwege in der Lunge zusammendrücken und blockieren, was sich durch Kurzatmigkeit, Husten oder Lungenentzündung äußert. Kurzatmigkeit kann auch auf ausgedehnte Ergüsse, Blutungen in der Lunge und Blutarmut aufgrund von Krebs beruhen.

HINWEIS: Dies ist die Ausgabe für Patienten. ÄRZTE: Hier klicken, um zur Ausgabe für medizinische Fachkreise zu gelangen
Hier klicken, um zur Ausgabe für medizinische Fachkreise zu gelangen
Erfahren Sie

Auch von Interesse

Videos

Alle anzeigen
Chemotherapie-induzierte Thrombozytopenie
Video
Chemotherapie-induzierte Thrombozytopenie
Im Knochenmark werden Blutzellen gebildet. Die drei Hauptbestandteile von Blut sind rote Blutkörperchen...
Intensitätsmodulierte Strahlentherapie
Video
Intensitätsmodulierte Strahlentherapie
Die intensitätsmodulierte Strahlentherapie bzw. IMRT ist eine der fortschrittlichsten Behandlungsmethoden...

SOZIALE MEDIEN

NACH OBEN