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Warzen

(Verrucae vulgaris)

Von

James G. H. Dinulos

, MD, Geisel School of Medicine at Dartmouth

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Dez 2019| Inhalt zuletzt geändert Dez 2019
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Kurzinformationen
Quellen zum Thema

Warzen (Verrucae) sind kleine Wucherungen auf der Haut, die von einem Virus mit der Bezeichnung humanes Papillomavirus (HPV) verursacht werden.

  • Feigwarzen werden vom humanen Papillomavirus ausgelöst.

  • Erhabene oder flache Wucherungen können überall auf der Haut auftreten.

  • Die meisten Warzen sind schmerzlos.

  • Ärzte können Warzen an ihrem Erscheinungsbild erkennen. In seltenen Fällen ist dazu eine Biopsie notwendig.

  • Warzen gehen nicht von alleine weg. Sie können mit Chemikalien, durch Vereisen und/oder Veröden und Wegschneiden entfernt werden.

Feigwarzen werden durch eine Infektion mit dem humanen Papillomavirus (HPV) verursacht. Es gibt über 100 Formen des HPV.

Warzen können in jedem Alter auftreten, sind aber am häufigsten bei Kindern und am seltensten bei älteren Leuten. Ein Mensch kann nur eine oder Hunderte von Warzen haben. Warzen sind ansteckend. Da zur Verbreitung des Virus ein längerer oder wiederholter Kontakt notwendig ist, breiten sich Warzen häufig von einem Bereich des Körpers auf einen anderen, aber auch von einer Person auf eine andere aus. Damit sie entstehen können, bedarf es für gewöhnlich eines kleinen Risses in der Haut, der extrem klein sein kann. Zur Verbreitung von Feigwarzen ist sexueller Kontakt meist ausreichend.

Die meisten Warzen sind harmlos, können aber ziemlich lästig sein. Ausgenommen sind bestimmte Arten von Feigwarzen, die auf ein HPV-Arten zurückzuführen sind, die Krebs im Mund, in der Kehle und an den Genitalien verursachen können.

Symptome

Warzen werden nach dem Ort ihres Auftretens und ihrer Form eingeteilt. Manche Warzen bilden Anhäufungen (Mosaikwarzen), andere wiederum treten einzeln auf. Die meisten Warzen sind schmerzlos, einige schmerzen allerdings, wenn man sie berührt. Warzen an den Füßen können beim Stehen oder Gehen zu Schmerzen führen. Warzen können schwarze Punkte haben, insbesondere dann, wenn man sie abrasiert.

Gewöhnliche Warzen

Gewöhnliche Warzen (auch Verrucae vulgares genannt), die praktisch jeder einmal bekommt, sind harte Geschwülste, die meist eine raue Oberfläche besitzen. Sie sind rund oder unregelmäßig geformt, hellgrau, gelb, braun oder schwarzgrau und haben meist einen Durchmesser von ca. einem Zentimeter. Sie sind üblicherweise an Stellen zu finden, die häufig Verletzungen ausgesetzt sind, also an den Knien, den Fingern und den Ellbogen. Gewöhnliche Warzen können sich auf umliegende Hautpartien verbreiten.

Plantarwarzen und Palmarwarzen

Plantarwarzen (Dornwarzen) treten an den Fußsohlen auf, wo sie für gewöhnlich durch den Druck, der beim Laufen entsteht, abgeflacht werden und durch verdicktes Hautgewebe umgeben sind.

Palmarwarzen entstehen an den Handflächen.

Plantar- und Palmarwarzen neigen dazu hart und flach zu sein, mit einer rauen Oberfläche und deutlich definierten Konturen. Plantarwarzen sind oft empfindlich und können beim Gehen oder Stehen sehr schmerzhaft sein, wenn dadurch Druck auf die Warzen ausgeübt wird. Warzen können oben auf dem Fuß oder auf den Zehen sitzen, wo sie gewöhnlich fleischiger und erhabener sind. Die Warzen sind oft grau oder braun mit einem kleinen schwarzen Zentrum. Im Gegensatz zu Hühneraugen und Schwielen neigen sie zu nadelstichartigen Blutungen, wenn deren Oberfläche beim Arzt geschält oder mit einem Messer abgeschnitten wird.

Mosaikwarzen

Mosaikwarzen sind Anhäufungen von kleineren Plantarwarzen, die sich vereinigen. Wie andere Plantarwarzen sind sie oft druckempfindlich.

Periunguale Warzen

Periunguale Warzen sind verdickte, blumenkohlähnliche Wucherungen, die rund um die Nägel entstehen. Die Nägel verlieren dabei möglicherweise ihre Nagelhaut, und andere Hautinfektionen (wie z. B. Paronychie) können rund um die Nägel entstehen. Diese Warzen sind häufiger bei Menschen, die an den Nägeln kauen oder einem Beruf nachgehen, bei dem die Hände häufig nass sind, wie zum Beispiel bei Spülern oder Barkeepern.

Filiforme Warzen

Filiforme Warzen sind lange, schmale, kleine Gewächse, die vor allem an den Augenlidern, im Gesicht, am Hals und an den Lippen sitzen. Diese Art von Warzen verursacht normalerweise keine Symptome und ist in der Regel leicht zu behandeln.

Flachwarzen

Flachwarzen kommen in erster Linie bei Kindern und jungen Erwachsenen vor und treten im Allgemeinen gruppenweise in Form glatter, gelbbrauner, pink- oder fleischfarbener Knoten auf, vor allem im Gesicht und auf den Handrücken. Sie können ebenso entlang von Kratzern entstehen. Auch im Bartbereich von Männern und an den Beinen von Frauen siedeln sich Flachwarzen gern an; dort können sie durch Rasieren verbreitet werden. Diese Art von Warzen führt zwar zu keinerlei Symptomen, ist aber meist schwierig zu behandeln.

Feigwarzen

Feigwarzen werden auch venerische Warzen oder Kondylome (Condylomata acuminata) genannt und treten an Penis, Anus, in der Scheidenregion und am Gebärmutterhals auf. Sie können flache, glatte, samtige oder unregelmäßig geformte, unebene Gewächse sein, deren Aussehen an einen kleinen Blumenkohl erinnert. Warzen in der Analgegend sind häufig von Juckreiz begleitet.

Wussten Sie ...

  • Warzen breiten sich häufig von einem Bereich des Körpers auf einen anderen aus, sie können sich aber auch von einer Person auf eine andere ausbreiten.

Diagnose

  • Untersuchung durch den Arzt

  • Mitunter Biopsie

Ärzte erkennen Warzen anhand ihres typischen Aussehens.

Hautauswüchse, die sich nicht eindeutig identifizieren lassen, müssen unter Umständen entfernt und mikroskopisch untersucht werden (Biopsie).

Behandlung

  • Topische Chemikalien

  • Vereisen

  • Veröden oder wegschneiden

Die meisten Warzen bilden sich ohne Behandlung innerhalb von ein bis zwei Jahren zurück. Da Warzen nur selten eine Narbe hinterlassen, brauchen sie nur dann behandelt zu werden, wenn sie schmerzhaft sind oder die Person psychisch belasten. Feigwarzen werden behandelt, um ein Ausbreiten auf einen Sexualpartner zu verhindern. Viele können aber durch einen Impfstoff gegen das humane Papillomavirus verhindert werden. Alle Warzentypen können nach der Behandlung wiederkehren. Plantarwarzen sind am schwierigsten zu behandeln.

Grundsätzlich bestehen folgende Möglichkeiten, um Warzen zu entfernen:

  • Chemikalien: Typische Chemikalien, die als Behandlung zum Einsatz kommen, sind Salizylsäure, Trichloressigsäure, 5-Fluorouracil, Tretinoin und Podophyllum-Harz. Flachwarzen werden häufig mit Tretinoin, Milchsäure oder Salizylsäure behandelt, die die Haut aufweichen, sodass sie sich abschält. Cremes oder Lösungen mit 5-Fluoruracil werden ebenfalls verwendet. Imiquimod, Podofilox-Lösung und Sinecatechine kommen zur Behandlung von Genitalwarzen zum Einsatz. Diese werden manchmal auch zur Behandlung anderer Warzen eingesetzt. Einige Chemikalien können durch die betroffene Person selbst angewandt werden, während andere nur durch einen Arzt angewandt werden sollten. Die meisten Chemikalien verätzen gesunde Haut, daher ist es wichtig, die Anweisungen genau zu beachten, wenn sie zuhause angewandt werden. Derartige Chemikalien müssen im Allgemeinen einige Wochen bis Monate lang angewendet werden. Vor dem Auftragen von Chemikalien auf die Warze kann die Warze zunächst in heißem Wasser getränkt werden, damit die Chemikalien besser eindringen können. Vor jeder Behandlung wird die Warze entweder zuhause oder in der Praxis abgeschabt, um das tote Gewebe zu entfernen.

  • Vereisen (Kältetherapie): Vereisen ist sicher, wenn es von einer geschulten Fachkraft durchgeführt wird. Dabei muss die betroffene Hautgegend nicht unbedingt betäubt werden, die Vereisung ohne Betäubung kann aber möglicherweise für Kinder zu schmerzhaft sein. Warzen können mit verschiedenen handelsüblichen Vereisungsgeräten oder mit flüssigem Stickstoff vereist werden, die bzw. der entweder auf die Warze gesprüht oder mit einem Wattestäbchen aufgebracht wird. Diese Methode wird oft bei Plantarwarzen, filiformen Warzen und Warzen unter den Fingernägeln angewandt. Häufig sind mehrere Behandlungen in monatlichen Abständen erforderlich, besonders bei großen Warzen.

  • Veröden und Wegschneiden: Diese Methoden sind wirksam aber schmerzhafter und hinterlassen für gewöhnlich Narben. Zum Veröden der Warzen wird ein Laser oder elektrischer Strom verwendet. Ein gepulster Farbstofflaser ist zwar ebenso wirksam wie Vereisen, es werden aber für gewöhnlich mehrere Behandlungen benötigt ( Verwendung von Lasern zur Behandlung von Hautproblemen).

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