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Asthma bei Kindern

Von

Rajeev Bhatia

, MD, Phoenix Children's Hospital

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Sep 2018| Inhalt zuletzt geändert Sep 2018
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Quellen zum Thema

Asthma ist eine wiederkehrende entzündliche Lungenkrankheit, bei der bestimmte Reize (Trigger) zu einer Entzündung und vorübergehenden Verengung der Atemwege führen, was wiederum Atemschwierigkeiten auslöst.

  • Zu den Auslösern von Asthmaanfällen gehören Virusinfektionen, Rauch, Parfüm, Pollen, Schimmel und Hausstaubmilben.

  • Ein pfeifendes Geräusch beim Atmen (Keuchatmung), Husten, Kurzatmigkeit, Engegefühl in der Brust und Atemschwierigkeiten sind Symptome von Asthma.

  • Die Diagnose stützt sich auf die wiederholte Keuchatmung des Kindes, Asthma in der Familiengeschichte und manchmal die Ergebnisse von Tests zur Prüfung der Lungenfunktion.

  • Viele Kinder, die in der Kindheit an Keuchatmung leiden, haben später im Leben kein Asthma.

  • Die Asthmasymptome lassen sich häufig verhindern, indem entsprechende Auslöser (Trigger) vermieden werden.

  • Zur Behandlung werden Bronchodilatatoren und inhalierbare Kortikosteroide eingesetzt.

(Siehe auch Asthma bei Erwachsenen.)

Asthma kann in jedem Alter einsetzen, am häufigsten tritt es jedoch in der Kindheit, insbesondere bei Kindern in den ersten 5 Lebensjahren, auf. Manche Kinder haben auch im Erwachsenenalter noch Asthma. Bei anderen Kindern bildet sich das Asthma zurück. Manchmal gehen Ärzte bei Kindern von Asthma aus, auch wenn es sich eigentlich um eine andere Erkrankung mit ähnlichen Symptomen handelt ( Keuchatmung bei Kleinkindern und jungen Kindern).

Asthma ist eine der häufigsten chronischen Erkrankungen bei Kindern und betrifft über 6 Millionen Kinder in den Vereinigten Staaten. Es setzt bei Jungen häufiger vor und bei Mädchen häufiger nach der Pubertät ein. Über die letzten Jahrzehnte ist Asthma viel häufiger geworden. Die Ärzte sind sich nicht sicher, warum. Bei mehr als 8,5 Prozent der Kinder in den USA wurde Asthma diagnostiziert. Dies bedeutet einen Anstieg von über 100 Prozent über die letzten Jahrzehnte. In manchen Städten haben sogar 25 Prozent bis 40 Prozent der Kinder Asthma. Asthma ist ein führender Grund für Krankenhauseinweisungen von Kindern und die Hauptursache unter den chronischen Erkrankungen für Fehlzeiten von Grundschülern.

Die meisten Kinder mit Asthma können, außer während eines Anfalls, an allen normalen Aktivitäten teilnehmen. Bei einigen Kindern ist das Asthma allerdings so stark ausgeprägt, dass sie jeden Tag anfallvorbeugende Medikamente anwenden müssen, um an Sport- und Spielaktivitäten teilnehmen zu können.

Auslöser von Asthma

Aus bislang nicht geklärten Gründen reagieren Kinder mit Asthma auf bestimmte Auslöser (Trigger) anders als Kinder mit gesunden Atemwegen. Kinder mit Asthma können bestimmte Gene aufweisen, die sie empfindlicher gegenüber bestimmten Triggern machen. Bei den meisten Kindern mit Asthma leiden auch Eltern, Geschwister oder andere Verwandte an Asthma. Dies ist ein Nachweis dafür, dass die Gene bei dieser Erkrankung eine Rolle spielen.

Es gibt viele potenzielle Trigger, die meisten Kinder reagieren jedoch nur auf einige wenige von ihnen. Bei manchen Kindern lassen sich keine speziellen Auslöser feststellen.

Die Auslöser führen alle zu einer ähnlichen Reaktion. Bestimmte Zellen in den Atemwegen geben chemische Substanzen frei. Diese Substanzen

  • führen dazu, dass sich die Atemwege entzünden und anschwellen

  • stimulieren die Muskelzellen in den Wänden der Atemwege, sodass diese sich zusammenziehen

  • erhöhen die Schleimproduktion in den Atemwegen

Die Folge ist eine plötzliche Verengung der Atemwege (ein Asthmaanfall). In den anfallfreien Intervallen sind die Atemwege der meisten Kinder normal weit. Die wiederholte Stimulierung durch diese chemischen Substanzen führt zu einer verstärkten Schleimproduktion in den Atemwegen, zum Ablösen der Zellen, die die Atemwege auskleiden, und zur Vergrößerung der Muskelzellen in den Wänden der Atemwege.

Tabelle
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Häufige Asthma-Auslöser

Trigger

Beispiele

Allergene

Hausstaubmilben, Schimmel, Pollen, Tierhaare, Ausscheidungen von Küchenschaben und Federn

Körperliche Aktivität

Insbesondere körperliche Aktivität bei Kälte oder trockener Luft

Reizstoffe

Tabak-Rauch, Passiv-Rauch, Parfüms, Holzrauch, Reinigungsprodukte, Duftkerzen, Luftverschmutzung, intensive Gerüche und irritierende Dämpfe

Virale Atemwegsinfektionen*

Respiratory Syncytial Virus-Infektion, Schnupfenvirus, Parainfluenzavirus-Infektion

Sonstiges

Emotionale Erregung (wie Angst, Wut und Aufregung), Aspirin oder andere nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) und gastroösophagealer Reflux

*Virusinfektionen sind bei Kindern die häufigsten Auslöser.

Risikofaktoren für Asthma

Es ist nicht vollständig klar, warum manche Kinder Asthma entwickeln, doch es gibt eine Reihe von anerkannten Risikofaktoren:

  • Virusinfektionen

  • Vererbte und pränatale Faktoren

  • Allergenexposition

Ein Kind mit einem asthmakranken Elternteil hat ein 25-prozentiges Risiko, an Asthma zu erkranken. Wenn beide Elternteile Asthma haben, steigt das Risiko auf 50 Prozent. Kinder, deren Mutter in der Schwangerschaft geraucht hat, können ebenfalls ein erhöhtes Risiko haben, Asthma zu entwickeln. Asthma wird auch mit anderen die Mutter betreffenden Faktoren in Verbindung gebracht. So kann etwa das Risiko steigen, wenn die Mutter bei der Geburt sehr jung ist, sich in der Schwangerschaft mangelhaft ernährt hat und das Kind nicht stillt. Frühgeburt und geringes Geburtsgewicht sind ebenso Risikofaktoren.

In den USA haben Kinder, die in städtischen Umgebungen aufwachsen, ein größeres Asthmarisiko, insbesondere dann, wenn sie sozioökonomisch schwächeren Gruppen angehören. Es scheint, dass die höhere Häufigkeit von Asthma in diesen Gruppen mit den ärmlicheren Lebensumständen, dem schlechteren Zugang zu medizinischer Versorgung sowie der Tatsache, dass diese Kinder potenziell mehr Triggern ausgesetzt sind, in Zusammenhang steht. Obwohl ein größerer Prozentsatz von dunkelhäutigen als weißen Kindern an Asthma leidet, ist die Rolle des genetischen Aspekts in Bezug auf die steigenden Asthmazahlen jedoch umstritten, da dunkelhäutige Kinder auch häufiger in städtischen Umgebungen wohnen.

Kinder, die in jungen Jahren hohen Konzentrationen bestimmter Allergene, wie Hausstaubmilben oder Ausscheidungen von Küchenschaben, ausgesetzt sind, haben ein höheres Risiko, an Asthma zu erkranken. Ärzte haben jedoch festgestellt, dass Asthma bei Kindern in Industrieländern häufiger vorkommt. Die Kinder dieser Länder leben für gewöhnlich in sehr sauberen, hygienischen Umgebungen und sind im Vergleich zu Kindern in Entwicklungsländern seltener Infektionskrankheiten ausgesetzt. Daher gehen Ärzte davon aus, dass der Kontakt mit bestimmten Substanzen und Infektionen während der Kindheit dem Immunsystem tatsächlich helfen kann, nicht auf Auslöser überzureagieren.

Die meisten Kinder mit einem Asthmaanfall und 90 Prozent der Kinder, die aufgrund von Asthma ins Krankenhaus eingewiesen wurden, haben eine Virusinfektion (normalerweise Rhinovirus oder Erkältung). Kinder, die in jungen Jahren eine Bronchiolitis haben, leiden häufig bei nachfolgenden Virusinfektionen an Giemen (Keuchatmung). Die Keuchatmung kann zunächst als Asthma interpretiert werden, doch in Wirklichkeit haben diese Kinder im Vergleich zu anderen Kindern kein erhöhtes Asthmarisiko.

Die Ernährung kann einen Risikofaktor darstellen, zum Beispiel bei Kindern, die nicht ausreichend Vitamin C und E sowie Omega-3-Fettsäuren zu sich nehmen oder die stark übergewichtig sind.

Symptome

Wenn sich die Atemwege bei einem Asthmaanfall verengen, bekommt das Kind Atemschwierigkeiten, ein Engegefühl in der Brust und Husten. Diese Symptome gehen typischerweise mit einer Keuchatmung einher. Als Keuchatmung bezeichnet man einen hohen, pfeifenden Ton, der wahrgenommen werden kann, wenn das Kind ausatmet.

Jedoch geht nicht jeder Asthmaanfall mit einer Keuchatmung einher. Leichtes Asthma kann insbesondere bei sehr kleinen Kindern lediglich einen Husten nach sich ziehen. Manche ältere Kinder mit leichtem Asthma husten nur, wenn sie sich körperlich betätigen oder kalter Luft ausgesetzt sind. Aber auch Kinder mit extrem schwerem Asthma müssen nicht unbedingt an Keuchatmung leiden, weil bei ihnen einfach nicht genügend Luft durch die Luftröhre strömt, um ein Geräusch zu verursachen.

Bei einem schweren Asthmaanfall fällt das Atmen sichtlich schwer, die Keuchatmung wird lauter, die Atmung wird schneller und mühsamer, der Brustkorb wirkt beim Einatmen (Inspiration) wie aufgebläht. Während eines sehr schweren Asthmaanfalls schnappt das Kind nach Luft, setzt sich aufrecht hin und lehnt sich nach vorn. Die Haut ist schweißig und blass oder bläulich verfärbt. Viele Kinder mit häufigen schweren Asthmaanfällen weisen manchmal eine Wachstumsverzögerung auf, ihr Wachstum ist normalerweise bis zum Erwachsenenalter dann wieder ähnlich wie bei anderen Kindern.

Diagnose

  • Giemen und Asthma oder Allergien in der Familiengeschichte

  • Manchmal Allergietests

  • Manchmal Lungenfunktionsprüfungen

Der Arzt vermutet Asthma, wenn bei einem Kind wiederholt eine Keuchatmung auftritt, insbesondere dann, wenn andere Personen in der Familie Asthma oder Allergien haben. Röntgenaufnahmen des Brustkorbs sind zur Asthmadiagnose bei Kindern selten notwendig. Sie werden nur durchgeführt, wenn der Verdacht besteht, dass die Symptome durch eine andere Erkrankung, etwa eine Lungenentzündung (Pneumonie), hervorgerufen werden. Manchmal werden Allergietests gemacht, um potenzielle Auslöser zu bestimmen.

Bei Kindern mit häufigen Episoden von Giemen (Keuchatmung) kann auch eine Untersuchung auf andere Störungen wie Mukoviszidose oder gastroösophagealen Reflux angezeigt sein. Ältere Kinder unterziehen sich manchmal Tests zur Messung der Lungenfunktion (Lungenfunktionsprüfung). Die meisten Kinder mit Asthma weisen zwischen den Anfällen jedoch eine normale Lungenfunktion auf.

Ältere Kinder und Jugendliche mit Asthma benutzen häufig ein sogenanntes Peakflow-Messgerät (ein kleines Handgerät, das die maximale Ausatmungsgeschwindigkeit einer Person aufzeichnet), um den Grad der Verengung der Atemwege zu messen. Dieses Gerät kann zuhause angewandt werden. Dieser Messwert kann von Ärzten und Eltern herangezogen werden, um die Verfassung eines Kindes während eines Anfalls und in anfallfreien Intervallen zu beurteilen. Während eines Asthmaanfalls werden bei Kindern in der Regel keine Röntgenaufnahmen gemacht, es sei denn, der Arzt vermutet eine weitere Erkrankung, wie Lungenentzündung (Pneumonie) oder einen Lungenkollaps.

Wussten Sie ...

  • Eine Staubfluse kann 40.000 Hausstaubmilben enthalten, die zu den häufigsten Auslösern von Asthma zählen.

Prognose

Bei vielen Kindern verschwindet das Asthma später wieder. Bis zu 1 von 4 Kindern hat jedoch weiterhin Asthmaanfälle oder die Asthmasymptome verschwinden zunächst und kehren später wieder (als Rezidiv bezeichnet), wenn das Kind älter ist. Bei Kindern mit schwerem Asthma ist es wahrscheinlicher, dass sie auch als Erwachsene darunter leiden. Andere Risikofaktoren für anhaltendes oder wiederkehrendes Asthma sind weibliches Geschlecht, Rauchen, Asthmaerkrankung in jungen Jahren und Hausstaubmilbenallergie.

Auch wenn Asthma jedes Jahr zu einer erheblichen Anzahl an Todesfällen führt, sind die meisten durch eine Behandlung zu verhindern. Daher ist die Prognose gut für Kinder, die sich behandeln lassen und sich an den Behandlungsplan halten können.

Vorbeugung

Es ist noch nicht bekannt, wie sich Asthma bei einem Kind mit einer entsprechenden Familiengeschichte verhindern lässt. Da nachgewiesen ist, dass Rauchen in der Schwangerschaft die Wahrscheinlichkeit von Asthma erhöht, sollten Schwangere nicht rauchen, insbesondere, wenn Asthma in der Familiengeschichte auftritt.

Andererseits kann auch einiges getan werden, um Asthmasymptome oder Anfälle bei Kindern zu verhindern, die Asthma haben.

Asthmaanfällen kann häufig vorgebeugt werden, indem man die auslösenden Faktoren vermeidet oder sie zu kontrollieren versucht. Folgende Dinge sollten aus den Kinderzimmern von Kindern mit Allergien entfernt werden:

  • Federkissen

  • Teppiche und Vorleger

  • Vorhänge

  • Polstermöbel

  • Plüschtiere

  • Haustiere

  • Andere potenzielle Aufenthaltsorte von Hausstaubmilben und anderen Allergenen

Weitere Möglichkeiten, um Allergene zu reduzieren, sind

  • Verwendung von Kissen aus Synthetikfasern und undurchlässigen Matratzenauflagen

  • Bettbezüge, Kissenbezüge und Decken mit heißem Wasser waschen

  • Verwendung von Lufttrocknern in Kellern und schlecht belüfteten Räumen und Feuchträumen, um Schimmel zu reduzieren

  • Reinigung des Hauses mit Dampf, um Allergene von Hausstaubmilben zu reduzieren

  • Reinigen des Hauses und Schädlingsbekämpfung, um Kakerlaken zu entfernen

  • Nicht im Haus rauchen

Passivrauchen führt oft zu einer Verschlimmerung der Symptome von asthmakranken Kindern. Daher sollte dafür gesorgt werden, dass wenigstens in den Räumen, in denen sich das Kind aufhält, nicht geraucht wird.

Weitere Auslöser, wie strenge Gerüche, reizende Dämpfe, kalte Temperaturen und eine hohe Luftfeuchtigkeit, sollten ebenfalls nach Möglichkeit vermieden oder kontrolliert werden.

Da körperliche Aktivität für die Entwicklung des Kindes sehr wichtig ist, rät der Arzt meist, dass betroffene Kinder sich weiterhin körperlich betätigen und Sport treiben sollen. Wenn notwendig, können sie kurz vor der Aktivität ein Asthma-Medikament einnehmen.

Allergiespritzen (Immuntherapie)

Wenn ein bestimmtes Allergen nicht vermieden werden kann, kann der Arzt versuchen, das Kind mit Allergiespritzen zu desensibilisieren. Es ist jedoch nicht vollständig geklärt, inwiefern Allergiespritzen bei Asthma therapeutisch hilfreich sind.

Allergiespritzen sind für gewöhnlich bei Kindern wirksamer als bei Erwachsenen. Wenn die Asthmasymptome nach 24 Monaten nicht deutlich nachgelassen haben, werden die Allergiespritzen im Allgemeinen nicht mehr gegeben. Wenn die Symptome abgeklungen sind, sollten die Spritzen für weitere 3 Jahre oder länger weiter verabreicht werden. Die optimale Verabreichungsdauer der Allergiespritzen ist jedoch unbekannt.

Behandlung

  • Bei akuten Anfällen Bronchodilatatoren und manchmal Kortikosteroide

  • Bei chronischem Asthma inhalierte Kortikosteroide (manchmal zusammen mit Bronchodilatatoren) und möglicherweise Leukotrien-Modifikatoren und/oder Cromoglicinsäure

Die Behandlung wird bei plötzlichen (akuten) Anfällen und manchmal zur Vorbeugung von Anfällen verabreicht.

Kinder, die nur sehr selten leichte Anfälle haben, nehmen in der Regel nur während eines Anfalls Medikamente. Kinder mit häufigeren oder schwereren Anfällen müssen auch in anfallfreien Intervallen Medikamente nehmen. Je nach Häufigkeit und Schweregrad der Anfälle kommen verschiedene Medikamente zum Einsatz. Kinder, deren Anfälle nicht sehr schwer sind und nur selten auftreten, inhalieren in der Regel täglich eine Dosis eines Kortikosteroids oder eines Leukotrien-Modifikators (Montelukast oder Zafirlukast), um Anfällen vorzubeugen. Diese Medikamente lindern die Entzündung, indem sie die Freigabe der chemischen Substanzen hemmen, die zu der Entzündung der Atemwege führen.

Akute Anfälle

Zur Behandlung eines akuten Asthmaanfalls gehört

  • Das Weiten der Atemwege (Bronchodilatation)

  • Das Unterbinden der Entzündung

Es stehen eine Reihe von inhalierbaren Medikamenten zu Verfügung, die die Atemwege weiten (Bronchodilatatoren – siehe Behandlung von Asthmaanfällen). Typische Beispiele sind Salbutamol und Ipratropium. Es wird nicht empfohlen, langwirksame Bronchodilatatoren wie Salmeterol und Formoterol bei Kindern als einzige Behandlung einzusetzen.

Kinder und Jugendliche sollten einen Dosierinhalator mit einem Spacer oder einer Vorschaltkammer verwenden ( So wird ein Dosierinhalator benutzt). Der Spacer optimiert die Medikamentengabe in die Lunge und minimiert das Nebenwirkungsrisiko.

Bei Säuglingen und Kleinkindern kann zusätzlich eine spezielle Maske benutzt werden.

Kinder, die kein Dosieraerosol verwenden können, können eine Maske und einen daran angeschlossenen Vernebler benutzen. Ein Vernebler ist ein kleines Gerät, das mit Druckluft einen feinen Nebel des Medikaments erzeugt, der eingeatmet wird. Inhalatoren und Vernebler geben das Medikament gleich gut ab. Die meisten Eltern sind jedoch der Meinung, dass ein Inhalator mit Abstandshalter bequemer und leichter in der Anwendung ist.

Salbutamol kann auch oral eingenommen werden. Diese Methode ist aber weniger wirksam als die Inhalation, kann mehr Nebenwirkungen hervorrufen und kommt in der Regel nur bei Säuglingen zur Anwendung, die keinen Vernebler verwenden und zu klein für einen Inhalator sind. Kinder mit mäßig schweren Anfällen können zudem Kortikosteroide oral oder als Injektion verabreicht bekommen.

Kinder mit sehr schweren Anfällen werden im Krankenhaus mit Bronchodilatatoren behandelt, die zu Beginn mindestens alle 20 Minuten entweder über einen Vernebler oder über ein Dosieraerosol verabreicht werden. Wenn die inhalierbaren Medikamente keine Wirkung zeigen, kann Kindern mit sehr schweren Anfällen Epinephrin oder Terbutalin (Bronchodilatatoren) injiziert werden. Kinder, die einen schweren Anfall haben, erhalten in der Regel intravenös Kortikosteroide.

Chronisches Asthma bronchiale

Die Behandlung von chronischem Asthma bronchiale besteht in

  • Der täglichen Einnahme von Kortikosteroiden zur Inhalation sowie möglicherweise anderen Medikamenten zur Kontrolle der Entzündung

  • Der Anwendung eines Inhalators vor körperlicher Aktivität

Säuglinge und Kinder unter 5 Jahren, die mehr als zweimal wöchentlich behandelt werden müssen, die an anhaltendem Asthma leiden oder ein Risiko für häufige oder schwerere Anfälle haben, sollten täglich eine entzündungshemmende Behandlung mit inhalativen Kortikosteroiden erhalten. Diese Kinder können zudem ein zusätzliches Medikament wie einen Leukotrien-Modifikator (Montelukast oder Zafirlukast), einen langwirksamen Bronchodilatator (immer in einem Kombinationsinhalator mit einem Kortikosteroid zur Inhalation gemischt) oder Cromoglicinsäure erhalten. Die Dosierung der Medikamente wird im Lauf der Zeit verringert oder erhöht, sodass die Asthmasymptome des Kindes optimal kontrolliert und schwere Anfälle verhindert werden können. Wenn diese Medikamente keine schweren Anfälle verhindern, kann die orale Einnahme von Kortikosteroiden erforderlich sein. Kinder ab 5 Jahren und Jugendliche mit Asthma können ähnlich wie Erwachsene behandelt werden (siehe Behandlung von Asthmaanfällen).

Kinder, die Anfälle haben, während sie sich körperlich betätigen, inhalieren gewöhnlich vor der Anstrengung eine Dosis eines Bronchodilatators.

Wenn das Asthma bei Kindern durch Aspirin oder andere nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) ausgelöst wird, dürfen die Betroffenen diese Medikamente nicht einnehmen. Bei Kindern ist diese Reaktion jedoch äußerst selten.

Da es sich bei Asthma um eine langfristige Erkrankung mit verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten handelt, werden die Eltern und Kinder von dem Arzt betreut. Damit wird sichergestellt, dass sie die Krankheit so gut wie möglich verstehen. Jugendliche und reifere Kinder sollten an der Entwicklung ihres eigenen Asthma-Management-Plans und ihrer Behandlungsziele mitwirken, um zu gewährleisten, dass die Therapie besser eingehalten wird. Eltern und Kinder sollten lernen, wie sie den Schweregrad eines Anfalls bestimmen können, und wann sie Medikamente und das Peakflow-Messgerät einsetzen, wann den Arzt rufen, und wann das Krankenhaus aufsuchen sollen.

Eltern und Ärzte sollten den Schularzt, Betreuungspersonen und andere über die Erkrankung des Kindes und die verwendeten Medikamente informieren. Manche Kinder können bei Bedarf in der Schule Inhalatoren verwenden, andere müssen gegebenenfalls vom Schularzt betreut werden.

So wird ein Dosierinhalator benutzt

  • Kappe abnehmen, den Inhalator schütteln und den Spacer aufsetzen.

  • 1 oder 2 Sekunden lang ausatmen.

  • Mundstück des Inhalators in den Mund nehmen oder ein paar Zentimeter davorhalten und langsam einatmen, als schlürfe man eine heiße Suppe.

  • Während des Einatmens den Knopf am Dosieraerosol drücken.

  • Langsam einatmen, bis die Lunge gefüllt ist. (Das sollte etwa 5 bis 6 Sekunden dauern.)

  • Den Atem 10 Sekunden (oder so lang wie möglich) anhalten.

  • Ausatmen und den ganzen Vorgang 1 Minute später wiederholen, wenn eine zweite Dosis notwendig ist.

So wird ein Dosierinhalator benutzt
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