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Gebärmutterhalskrebs

Von

Pedro T. Ramirez

, MD, The University of Texas MD Anderson Cancer Center;


Gloria Salvo

, MD, MD Anderson Cancer Center

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Feb 2019| Inhalt zuletzt geändert Feb 2019
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Gebärmutterhalskrebs entwickelt sich im Gebärmutterhals (dem unteren Teil der Gebärmutter).

  • Gebärmutterhalskrebs ist in der Regel die Folge einer Infektion mit dem humanen Papillomavirus (HPV), das während des Geschlechtsverkehrs übertragen wird.

  • Gebärmutterhalskrebs kann zu unregelmäßigen Scheidenblutungen oder Blutungen nach dem Geschlechtsverkehr führen, doch können die Symptome auch erst dann auftreten, wenn sich der Tumor vergrößert oder ausgebreitet hat.

  • Mit einem Papanicolaou-Test (Pap-Test) können in der Regel Veränderungen entdeckt werden, von denen dann eine Biopsie entnommen wird.

  • Zur Prävention von Gebärmutterhalskrebs können regelmäßige Pap-Tests und Impfungen gegen HPV durchgeführt werden.

  • Die Behandlung besteht in erster Linie in einer Operation, um den Tumor und häufig das umliegende Gewebe zu entfernen, und besonders bei großen Tumoren oft in einer Strahlen- und Chemotherapie.

Unter den gynäkologischen Karzinomen ist der Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) die dritthäufigste Krebserkrankung bei Frauen in den Vereinigten Staaten und kommt bei jüngeren Frauen gehäuft vor. Das Durchschnittsalter bei Diagnosestellung ist ungefähr 50 Jahre, doch Frauen, die erst 20 Jahre alt sind, können auch betroffen sein.

Der Gebärmutterhals (Zervix) ist der untere Teil der Gebärmutter. Er ragt in die Scheide hinein.

Lage der inneren weiblichen Fortpflanzungsorgane

Lage der inneren weiblichen Fortpflanzungsorgane

Zu etwa 80 bis 85 Prozent handelt es sich bei Gebärmutterhalskrebs um ein Plattenepithelkarzinom, das sich aus den flachen, hautartigen Zellen entwickelt, von denen der Gebärmutterhals überzogen ist. Die meisten anderen Gebärmutterhalskarzinome sind Adenokarzinome, die sich aus Drüsenzellen entwickeln.

Gebärmutterhalskrebs beginnt mit langsam fortschreitenden Veränderungen der normalen Zellen auf der Oberfläche des Gebärmutterhalses. Diese Veränderungen, sogenannte Dysplasien oder zervikale intraepitheliale Neoplasien (CIN), werden als Krebsvorstufen angesehen. Das bedeutet, dass sie sich unbehandelt zu Krebs entwickeln können, manchmal nach Jahren. CIN werden als leicht (CIN I), mittelgradig (CIN II) oder hochgradig (CIN III) eingestuft.

Gebärmutterhalskrebs beginnt auf der Oberfläche des Gebärmutterhalses und kann tief in dessen Inneres eindringen. Gebärmutterhalskrebs kann sich wie folgt verbreiten:

  • Direkte Ausbreitung in nahe gelegene Gewebe, einschließlich der Scheide.

  • Eindringen in das dichte Netzwerk kleiner Lymphgefäße innerhalb des Gebärmutterhalses mit anschließender Ausbreitung auf andere Körperteile

  • In seltenen Fällen Ausbreitung durch den Blutkreislauf

Ursachen

Gebärmutterhalskrebs wird durch das humane Papillomavirus (HPV) verursacht, das beim Geschlechtsverkehr übertragen wird. Das Virus ruft auch Warzen im Genitalbereich hervor.

Zu den Risikofaktoren für die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs zählt Folgendes:

  • Erster Geschlechtsverkehr in jungem Alter

  • Mehr als ein Geschlechtspartner

  • Rauchen von Zigaretten

  • Geschwächtes Immunsystem (aufgrund einer Erkrankung wie Krebs oder AIDS oder aufgrund von Arzneimitteln wie chemotherapeutischen Medikamenten oder Kortikosteroiden)

Je jünger eine Frau beim ersten Geschlechtsverkehr war und je mehr Geschlechtspartner sie hatte, desto höher ist ihr Risiko für Gebärmutterhalskrebs.

Symptome

Krebsvorstufen verursachen in der Regel keine Symptome. Im Frühstadium bleibt Gebärmutterhalskrebs gewöhnlich symptomfrei.

Das erste Symptom von Gebärmutterhalskrebs besteht in der Regel aus ungewöhnlichen Scheidenblutungen, am häufigsten nach dem Geschlechtsverkehr. Schmierblutungen oder stärkere Blutungen können zwischen den Menstruationszyklen auftreten oder die Monatsblutungen können ungewöhnlich heftig ausfallen. Bei großen Tumoren ist es wahrscheinlicher, dass sie bluten und einen übel riechenden Ausfluss aus der Scheide und Schmerzen im Beckenbereich verursachen.

Wenn der Tumor weit ausgebreitet ist, kann er Kreuzschmerzen und geschwollene Beine verursachen. Der Harntrakt kann blockiert sein, und ohne Behandlung können Nierenversagen und Tod die Folge sein.

Diagnose

  • Pap-Tests (Gebärmutterabstriche nach Papanicolaou)

  • Biopsie

Die Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs geschieht mit Routineabstrichen (Pap-Tests) oder ähnlichen anderen Tests. Mit Pap-Tests können bis zu 80 Prozent der Krebserkrankungen des Gebärmutterhalses genau festgestellt werden, bevor sich Symptome zeigen. Auch Dysplasien können mit Pap-Tests festgestellt werden. Frauen mit einer Dysplasie sollten nach 3 bis 4 Monaten erneut untersucht werden. Dysplasien sind behandelbar, was zur Krebsvorbeugung beiträgt.

Biopsie

Wenn bei einer Untersuchung des Beckens eine Wucherung, eine wunde Stelle oder eine andere Auffälligkeit festgestellt oder mithilfe eines Pap-Tests eine Dysplasie oder Krebs entdeckt wird, wird eine Biopsie durchgeführt. Im Normalfall verwendet der Arzt ein Instrument mit einer binokularen Vergrößerungslinse (Kolposkop), das in die Scheide eingeführt wird, um den Gebärmutterhals zu untersuchen und die beste Stelle für eine Biopsie auszuwählen.

Es werden zwei verschiedene Arten von Tests vorgenommen:

  • Stanzbiopsie: Es wird ein kleines, mithilfe des Kolposkops ausgewähltes Stück des Gebärmutterhalses entfernt.

  • Endozervikale Kürettage: Gewebe, das nicht zu sehen ist, wird vom Inneren des Gebärmutterhalses gekratzt.

Beide Tests verursachen leichte Schmerzen und eine leichte Blutung. Gemeinsam ergeben sie gewöhnlich genügend Gewebe für die Diagnose.

Wenn die Diagnose nicht eindeutig ist, wird eine Konusbiopsie vorgenommen, um ein größeres, kegelförmiges Gewebestück zu entfernen. Normalerweise wird eine dünne Drahtschlaufe verwendet, die unter Strom gesetzt wird. Dieses Verfahren wird elektrochirurgische Schlingenexzision (LEEP) genannt. Alternativ kann auch ein Laser (mit einem stark fokussierten Lichtstrahl) verwendet werden. Beide Verfahren erfordern nur eine örtliche Betäubung und können ambulant durchgeführt werden. Manchmal wird auch ein kaltes (nicht elektrisches) Messer verwendet, aber für dieses Verfahren werden ein Operationsraum und eine Narkose benötigt.

Stadieneinteilung von Gebärmutterhalskrebs

Wenn Gebärmutterhalskrebs diagnostiziert wird, wird das Stadium (Größe und Ort) des Karzinoms exakt bestimmt. Die Feststellung des Stadiums beginnt mit einer körperlichen Untersuchung des Beckens und einer Röntgenuntersuchung des Brustkorbs. Normalerweise wird eine Computertomographie (CT), eine Magnetresonanztomographie (MRT) oder eine Kombination aus CT und Positronenemissionstomographie (PET) verwendet, um festzustellen, ob der Krebs sich auf nahe Gewebe oder entfernte Teile des Körpers ausgebreitet hat. Wenn diese Verfahren nicht zur Verfügung stehen, kann der Arzt auf andere Verfahren zurückgreifen, um bestimmte Organe zu untersuchen, wie beispielsweise die Zystoskopie (Blase), die Sigmoidoskopie (Dickdarm) oder die intravenöse Urographie (Harntrakt).

Der Arzt überprüft in der Regel auch, ob sich der Krebs auf die Lymphknoten ausgebreitet hat. Wenn er weiß, ob sich der Krebs auf die Lymphknoten ausgebreitet hat und wie viele Lymphknoten beteiligt sind, kann der Arzt eine Prognose erstellen und die Behandlung der betroffenen Patientin planen.

Die Stadien von Gebärmutterhalskrebs reichen von I (frühestes Stadium) bis IV (fortgeschritten). Die Stadieneinteilung basiert darauf, wie weit sich der Krebs ausgebreitet hat:

  • Stadium I: Der Krebs ist auf den Gebärmutterhals beschränkt.

  • Stadium II: Der Krebs hat sich außerhalb des Gebärmutterhalses ausgebreitet, einschließlich des oberen Teils der Scheide, ist aber noch innerhalb des Beckens (das die inneren Fortpflanzungsorgane, die Blase und den Mastdarm beinhaltet).

  • Stadium III: Der Krebs hat sich im gesamten Becken und/oder auf den unteren Teil der Scheide ausgebreitet und/oder blockiert die Harnleiter und/oder verursacht Nierenschäden und/oder hat sich auf die Lymphknoten in der Nähe der Aorta (größte Arterie im Körper) ausgebreitet.

  • Stadium IV: Der Krebs hat sich außerhalb des Beckens und/oder auf die Blase oder den Mastdarm oder auf entfernte Organe ausgebreitet.

Prognose

Die Prognose hängt vom Stadium des Gebärmutterhalskrebses ab. 5 Jahre nach der Diagnose und Behandlung sind die folgenden Prozentanteile betroffener Frauen noch am Leben:

  • Stadium I: 80 bis 90 % der Frauen

  • Stadium II: 60 bis 75 %

  • Stadium III: 30 bis 40 %

  • Stadium IV: 15 % oder weniger

Wenn der Krebs wiederkommt, geschieht dies normalerweise innerhalb von 2 Jahren.

Wussten Sie ...

  • Pap-Tests haben die Anzahl der auf Gebärmutterhalskrebs zurückzuführenden Todesfälle um mehr als 50 Prozent reduziert.

  • Wenn alle Frauen regelmäßig Pap-Tests durchführen lassen würden, würde es nahezu keine Todesfälle durch diese Krebsart mehr geben.

  • Eine Impfung gegen das humane Papillomavirus (HPV) hilft, Gebärmutterhalskrebs vorzubeugen.

Vorbeugung

Screening-Tests

Zwei Arten von Tests werden zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs verwendet:

  • Pap-Test: Zellen aus dem Gebärmutterhals werden unter dem Mikroskop untersucht, um festzustellen, ob sich darin entartete oder kanzeröse Zellen befinden. Entartete (präkanzeröse) Zellen können sich unbehandelt zu einer Krebserkrankung entwickeln.

  • HPV-Test: Eine Gewebeprobe der Gebärmutter wird auf das Vorliegen von HPV untersucht.

Die Anzahl der Todesfälle aufgrund von Gebärmutterhalskrebs ist seit der Einführung der Pap-Tests um mehr als 50 Prozent gesunken.

Wie oft diese Screening-Tests erforderlich sind, hängt hauptsächlich vom Alter der Frau und von den Ergebnissen vorheriger Pap-Tests ab. Wenn die Frau keine Risikofaktoren für Gebärmutterhalskrebs aufweist und in der Vergangenheit keine auffälligen Testergebnisse gehabt hat, können weitere Tests wie folgt vorgenommen werden:

  • Ab 21 bis 29 Jahre: In der Regel alle 3 Jahre ein Pap-Test (HPV-Test wird im Allgemeinen nicht empfohlen)

  • 30 bis 65 Jahre: Alle 3 Jahre, wenn nur ein Pap-Test durchgeführt wird, oder alle 5 Jahre, wenn nur ein HPV-Test durchgeführt wird oder wenn beide Tests durchgeführt werden (häufigere Tests, wenn Frauen Risikofaktoren für Gebärmutterhalskrebs aufweisen)

  • Ab 65: Keine weiteren Tests, wenn Testergebnisse in den letzten 10 Jahren unauffällig waren

Wenn Frauen keine auffälligen Ergebnisse bei Pap-Tests hatten und ihnen die Gebärmutter aus anderen Gründen als Krebs entfernt worden ist, müssen sie keine Pap- oder HPV-Tests mehr vornehmen lassen.

Wenn alle Frauen die empfohlenen Pap-Tests durchführen lassen würden, würde es nahezu keine Todesfälle durch diese Krebsart mehr geben. In den Vereinigten Staaten werden jedoch viele Frauen nicht regelmäßig getestet. Zudem haben viele Frauen mit Gebärmutterhalskrebs mindestens seit 10 Jahren keinen Pap-Test durchführen lassen.

HPV-Impfstoff

Der HPV-Impfstoff ist auf die HPV-Typen ausgerichtet, die am häufigsten Gebärmutterhalskrebs verursachen (sowie Genitalwarzen und andere Krebsarten, einschließlich derjenigen an After, Scheide, Penis, Rachen und Speiseröhre). Die Impfung kann helfen, Gebärmutterhalskrebs und anderen Krebsarten vorzubeugen, stellt jedoch keine Behandlungsform dar.

Laut ärztlicher Empfehlung sollten Mädchen und Jungen im Alter von 11 oder 12 Jahren geimpft werden, die Impfung ist aber auch mit 9 Jahren bereits möglich.

Am besten erfolgt die Impfung, bevor die sexuelle Aktivität aufgenommen wird, aber auch Mädchen und Jungen, die bereits sexuell aktiv sind, sollten geimpft werden.

Bei unter 15-jährigen Patienten wird der Impfstoff in zwei Dosen im Abstand von 6 bis 12 Monaten verabreicht.

Bei über 15-jährigen Patienten werden drei Dosen des Impfstoffs verabreicht. Auf die erste Dosis folgt nach 2 Monaten die zweite. Die letzte Dosis erfolgt 6 Monate nach der ersten.

Kondome

Die korrekte Verwendung von Kondomen beim Geschlechtsverkehr hilft möglicherweise, die Ausbreitung der HPV zu verhindern. Da Kondome aber nicht alle Bereiche abdecken, die infiziert werden können, schützen sie nicht vollkommen vor HPV.

Behandlung

  • Chirurgischer Eingriff, Strahlen- und/oder Chemotherapie je nach Krebsstadium

Die Behandlung von Gebärmutterhalskrebs ist vom Stadium abhängig, das der Krebs erreicht hat. Sie kann chirurgische Eingriffe, Bestrahlungen und Chemotherapie beinhalten.

Präkanzeröse Veränderungen und Gebärmutterhalskrebs im frühen Stadium I

Präkanzeröse Gebärmutterhalszellen (zervikale intraepitheliale Neoplasien bzw. CIN) und Gebärmutterhalskrebs, der nur die Oberfläche des Gebärmutterhalses betrifft (frühes Stadium I), werden auf die gleiche Weise behandelt. Der Arzt kann das Karzinom oftmals vollständig entfernen, indem er mit einem kalten Messer, einer elektrischen Schlinge (LEEP) oder einem Laser bei einer Konusbiopsie Teile des Gebärmutterhalses entfernt. Mit diesen Behandlungen wird die Fähigkeit der Frau, Kinder zu bekommen, erhalten.

Da der Krebs zurückkommen kann, raten die Ärzte den Frauen dazu, im ersten Jahr alle 3 Monate und danach alle 6 Monate Untersuchungen und Pap-Tests vornehmen zu lassen.

Eine Entfernung der Gebärmutter (Hysterektomie) ist selten erforderlich.

Gebärmutterhalskrebs im späten Stadium I und frühen Stadium II

Wenn ein Karzinom in einem frühen Stadium mehr als die Oberfläche des Gebärmutterhalses betrifft, aber doch noch relativ klein ist, wird es normalerweise wie folgt behandelt:

  • Hysterektomie mit Entfernung des umgebenden Gewebes (einschließlich des oberen Teils der Scheide) und der dazugehörigen Bänder (radikale Hysterektomie) sowie der nahe gelegenen Lymphknoten

Eine Hysterektomie kann durch einen großen Bauchschnitt (offene Operation) oder mithilfe eines dünnen Beobachtungsschlauchs (Laparoskop) und spezieller chirurgischer Instrumente vorgenommen werden, die durch kleine Schnitte direkt unterhalb des Nabels eingeführt werden. Es gibt Hinweise darauf, dass bei einer offenen Operation die Wahrscheinlichkeit geringer ist, dass der Krebs wiederkehrt, und dass die Frau wahrscheinlich länger überlebt.

Wenn das Karzinom gewachsen ist oder sich innerhalb des Beckens auszubreiten begonnen hat, erfolgt normalerweise eine der folgenden Behandlungsmethoden:

  • Strahlen- und Chemotherapie (am häufigsten)

  • Radikale Hysterektomie mit Entfernung der nahe gelegenen Lymphknoten sowie manchmal mit Strahlentherapie

Beide Behandlungsarten führen bei 85 bis 90 Prozent der Frauen zur Heilung. Die Eierstöcke werden in der Regel belassen, da es unwahrscheinlich ist, dass sich Gebärmutterhalskrebs in die Eierstöcke ausbreitet (Bildung von Metastasen).

Wenn der Arzt während der Operation feststellt, dass sich der Krebs außerhalb der Gebärmutter ausgebreitet hat, wird die Hysterektomie nicht durchgeführt, sondern stattdessen eine Strahlen- und Chemotherapie empfohlen.

Gebärmutterhalskrebs im späten Stadium II bis zum frühen Stadium IV

Wenn sich der Gebärmutterhalskrebs im Becken weiter ausgebreitet hat oder auf andere Organs übergegangen ist, wird die folgende Behandlungsweise bevorzugt:

  • Strahlentherapie sowie Chemotherapie, z. B. mit Cisplatin

Der Arzt kann ein Laparoskop verwenden oder einen chirurgischen Eingriff vornehmen, um zu bestimmen, ob Lymphknoten betroffen sind, und somit festlegen, worauf die Bestrahlung gerichtet werden sollte. Es wird eine externe Bestrahlung verwendet (von einem Punkt außerhalb des Körpers auf das Becken gerichtet), um das Karzinom zu verkleinern und Krebs zu behandeln, der sich auf nahe gelegene Lymphknoten ausgebreitet haben könnte. Danach werden radioaktive Implantate im Gebärmutterhals angebracht, um das Karzinom zu zerstören (eine Art der internen Bestrahlung, die Brachytherapie genannt wird).

Eine Chemotherapie wird normalerweise zusammen mit der Bestrahlung verabreicht, was oft geschieht, um die Wahrscheinlichkeit einer Schädigung des Karzinoms durch die Strahlentherapie zu erhöhen.

Wenn der Krebs nach der Strahlentherapie im Becken verbleibt, kann der Arzt einen chirurgischen Eingriff empfehlen, um einige oder alle Organe des Beckens zu entfernen (Beckenexenteration genannt). Zu diesen Organen gehören die Fortpflanzungsorgane (Scheide, Gebärmutter, Eileiter und Eierstöcke), Blase, Harnröhre, Mastdarm und After. Welche Organe entfernt werden und ob alle entfernt werden, ist von vielen Faktoren abhängig, wie beispielsweise der Stelle, an der sich der Krebs befindet, der Anatomie der Frau und ihren Zielen nach der Operation. Es werden bleibende Öffnungen für Urin (Urostomie) und Stuhl (Kolostomie) in den Unterbauch gelegt, damit diese Abfallprodukte den Körper verlassen und in Beuteln aufgefangen werden können. Nach dieser Behandlung hat die Frau normalerweise für ein paar Tage Blutungen, Ausfluss und leidet unter erheblicher Druckempfindlichkeit und Schmerzen. Der Krankenhausaufenthalt dauert typischerweise 3 bis 5 Tage. Es kann zu Komplikationen wie einer Infektion oder einem Aufreißen der Operationswunde, Darmverschluss und der Bildung ungewöhnlicher Verbindungen zwischen Organen (Fisteln) kommen. Diese Vorgehensweise verhilft bis zu 40 Prozent der Frauen zur Heilung.

Extensive Ausbreitung oder erneutes Auftreten von Gebärmutterhalskrebs

Bei einer extensiven Ausbreitung oder erneutem Auftreten wird Gebärmutterhalskrebs hauptsächlich wie folgt behandelt:

  • Chemotherapie, in der Regel mit Paclitaxel zusammen mit Cisplatin oder Topotecan

Eine Chemotherapie führt aber nur bei 15 bis 25 Prozent der behandelten Frauen zu einer Reduzierung der Größe des Karzinoms und einer Kontrolle seiner Ausbreitung, und dieser Effekt ist normalerweise auch nur vorübergehend. Die Beigabe eines weiteren Medikaments (Bevacizumab – ein monoklonaler Antikörper, der zur Behandlung verschiedener Krebsarten eingesetzt wird) kann das Überleben um einige Monate verlängern.

Sentinel-Lymphknoten-Dissektion

Ein Sentinel-Lymphknoten oder Wächterlymphknoten ist der erste Lymphknoten, auf den sich Krebszellen wahrscheinlich ausbreiten. Es gibt möglicherweise mehr als einen Sentinel-Lymphknoten. Sie werden als Sentinel-Lymphknoten bezeichnet, da sie das erste Warnsignal einer Streuung der Krebserkrankung sind.

Eine Sentinel-Lymphknotendissektion umfasst folgende Schritte:

  • Bestimmung des Sentinel-Lymphknotens (sogenanntes Mapping)

  • Entfernung

  • Untersuchung, um festzustellen, ob Krebszellen vorhanden sind

Zur Bestimmung der Sentinel-Lymphknoten werden ein blaues oder grünes Kontrastmittel und/oder eine radioaktive Substanz in der Nähe des Tumors in den Gebärmutterhals gespritzt. Dadurch wird der Weg vom Gebärmutterhals bis zum ersten Lymphknoten (oder den ersten Lymphknoten) im Beckenbereich sichtbar. Während des Eingriffs sucht der Arzt dann nach Lymphknoten, die blau oder grün erscheinen oder ein radioaktives Signal abgeben (das mithilfe eines Handgeräts wahrgenommen wird). Der Arzt entfernt die entsprechenden Knoten und schickt sie an ein Labor, wo sie auf Krebs untersucht werden. Sind die Sentinel-Lymphknoten frei von Krebszellen, werden keine anderen Lymphknoten entfernt (es sei denn, sie haben ein auffälliges Aussehen).

Mit einer Sentinel-Lymphknoten-Dissektion kann die Anzahl der Lymphknoten, die entfernt werden müssen, manchmal bis auf einen reduziert werden. Die Entfernung von Lymphknoten verursacht oft Probleme wie die Ansammlung von Flüssigkeit im Gewebe, was zu anhaltenden Schwellungen (Lymphödem) und Nervenschäden führen kann.

Schwangerschaft und Gebärmutterhalskrebs

Behandlungsformen wie radikale Hysterektomie, Chemotherapie und/oder Strahlentherapie machen es in der Regel unmöglich, dass betroffene Frauen schwanger werden oder eine Schwangerschaft austragen können. Fortschritte bei der assistierten Reproduktion machen es jedoch möglich, dass die Frauen vielleicht auch nach diesen Eingriffen ein Kind bekommen können. Wenn es einer Frau wichtig ist, Kinder bekommen zu können, sollte sie dies ihrem Arzt mitteilen und so viele Informationen wie möglich über die Risiken dieser Verfahren, ihre Voraussetzungen sowie die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Schwangerschaft nach einem solchen Verfahren einholen.

Wenn Frauen mit Gebärmutterhalskrebs in einem frühen Stadium ihre Fähigkeit, Kinder zu bekommen, erhalten möchten, kann vielleicht eine andere Krebsbehandlung angewendet werden. Dieses Verfahren nennt sich radikale Trachelektomie und ist eine die Fruchtbarkeit erhaltende Behandlungsmethode. Die Ärzte entfernen hierbei den Gebärmutterhals, das Gewebe neben dem Gebärmutterhals, den oberen Teil der Scheide und die Lymphknoten im Becken. Zur Entfernung dieser Gewebearten kann eines der folgenden Verfahren angewendet werden:

  • Eine offene Operation

  • Einsatz eines Laparoskops, das durch einen kleinen Einschnitt gleich unterhalb des Nabels eingeführt wird und durch das dann Instrumente geleitet werden, manchmal mit der Unterstützung eines Roboters (Laparoskopie)

  • Entfernung der Gewebearten durch die Scheide (vaginaler Eingriff)

Die Gebärmutter wird anschließend am unteren Teil der Scheide wieder angebracht. Auf diese Weise können die Frauen nach wie vor schwanger werden. Die Babys müssen jedoch in jedem Fall mittels eines Kaiserschnitts entbunden werden. Rund 50 bis 70 % der Frauen, die sich diesem Eingriff unterzogen haben, werden danach schwanger.

Die Trachelektomie scheint bei vielen Frauen mit Gebärmutterhalskrebs in einem frühen Stadium ebenso effektiv zu sein wie eine radikale Hysterektomie. Die Krebserkrankung kommt bei ca. 5 bis 10 % der betroffenen Frauen wieder zurück.

Komplikationen der Strahlentherapie

Eine Bestrahlung kann zu Irritationen der Blase oder des Mastdarms führen. Dadurch kann es später zu einem Darmverschluss und zu einer Schädigung von Blase und Mastdarm kommen. Auch die Funktion der Eierstöcke kann beeinträchtigt werden und es können Verengungen der Scheide auftreten.

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