Intrauterinpessar (IUP)

VonFrances E. Casey, MD, MPH, NYU Grossman Long Island School of Medicine
Überprüft vonOluwatosin Goje, MD, MSCR, Cleveland Clinic, Lerner College of Medicine of Case Western Reserve University
Überprüft/überarbeitet Geändert Dez. 2025
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Kurzinformationen

Intrauterinpessare (IUP) sind kleine, biegsame, T-förmige Kunststoffgebilde, die in die Gebärmutter eingesetzt werden.

In den USA wenden etwa 10 Prozent der Frauen eine reversible Langzeitverhütung (Long-Acting Reversible Contraception, LARC) an. Ein Intrauterinpessar (IUP) ist die am häufigsten verwendete reversible Langzeitverhütung. IUP sind aufgrund ihrer Vorteile als Verhütungsmethode beliebt, unter anderem aufgrund ihrer hohen Wirksamkeit und minimalen Nebenwirkungen. Außerdem müssen die IUP nur alle 3, 5, 8 oder 10 Jahre ausgetauscht werden, sodass keine tägliche, wöchentliche oder monatliche Verhütungsmethode erforderlich ist.

Ein IUP darf nur von einer medizinischen Fachkraft eingesetzt und entfernt werden. Das Einsetzen dauert nur wenige Minuten. Das Einsetzen kann schmerzhaft sein, sodass ein Betäubungsmittel in den Gebärmutterhals gespritzt werden kann, bevor das IUP eingeführt wird. Die Entfernung verursacht in der Regel nur minimale Beschwerden.

IUP verhindern eine Schwangerschaft, indem sie

  • Spermien abtöten oder unbeweglich machen

  • Verhindern, dass Spermien die Eizelle befruchten

  • Eine entzündliche Reaktion innerhalb der Gebärmutter verursachen, die für Spermien schädlich ist

Umgang mit Intrauterinpessaren

Ein Intrauterinpessar (IUP) wird vom Arzt durch die Scheide in die Gebärmutter eingesetzt. IUP bestehen aus geformtem Kunststoff. Zwei Arten von IUP setzen ein Progestin, das sogenannte Levonorgestrel, frei. Der andere Typ ist T-förmig, und um den Fuß und die Arme des T ist ein Kupferdraht gewickelt. Ein Kunststofffaden ist am IUP befestigt. Der Faden dient als Sicherheit, dass das IUP immer noch richtig liegt und ein Arzt es leicht entfernen kann.

In den USA sind IUP erhältlich, die Levonorgestrel freisetzen, und ein Kupfer-IUP.

Verschiedene Levonorgestrel freisetzende IUP halten unterschiedlich lange an: 3, 5 oder 8 Jahre. Bei allen Typen kommt es nur bei weniger als 1,5 Prozent der Frauen zu einer Schwangerschaft.

Das Kupfer-IUP ist mindestens 10 Jahre lang wirksam. Wenn er 12 Jahre lang eingesetzt wird, werden weniger als 2 Prozent der Frauen schwanger.

Ein Jahr nach der Entfernung eines IUP sind 80 bis 90 Prozent der Frauen mit Kinderwunsch schwanger.

Die meisten Frauen, auch kinderlose sowie jugendliche Mädchen, können ein IUP anwenden. Das IUP sollte allerdings nicht verwendet werden, wenn eine der folgenden Situationen vorliegt:

Eine sexuell übertragbare Infektion, eine Beckenentzündung oder eine ektope Schwangerschaft (außerhalb der Gebärmutter) in der Vergangenheit schließt die Anwendung eines IUP nicht aus.

Ein IUP kann jederzeit während des Menstruationszyklus eingesetzt werden, solange die Frau seit ihrer letzten Periode keinen ungeschützten Geschlechtsverkehr hatte. Wenn ungeschützter Geschlechtsverkehr stattgefunden hat, ist vor dem Einsetzen ein Schwangerschaftstest erforderlich, und es sollte eine andere Form der Empfängnisverhütung angewendet werden, bis der Test bestätigt, dass die Frau nicht schwanger ist. Vor dem Einsetzen des IUPs muss eine Schwangerschaft immer ausgeschlossen werden, außer wenn ein Kupfer-IUP als Notfallkontrazeption zum Einsatz kommt. In diesem Fall ist das Intrauterinpessar zu fast 100 % wirksam bei der Vorbeugung einer Schwangerschaft, solange es innerhalb von 5 Tagen nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr eingesetzt wird, und es kann dann bei Bedarf zur langfristigen Empfängnisverhütung in der Gebärmutter verbleiben. Levonorgestrel-freisetzende IUP sind noch nicht als Notfallkontrazeption zugelassen und sollten erst eingesetzt werden, nachdem eine Schwangerschaft ausgeschlossen wurde.

Vor der Einführung des IUPs empfehlen Ärzte je nach den Risikofaktoren der Frau möglicherweise Tests auf sexuell übertragbare Infektionen (Geschlechtskrankheiten). Die Ärzte müssen die Testergebnisse allerdings nicht abwarten, bevor sie das IUP einsetzen können. Wenn die Ergebnisse positiv sind, wird die Geschlechtskrankheit behandelt, ohne dass das IUP entfernt werden muss. Wenn der Arzt kurz vor dem Einsetzen des IUPs einen eitrigen Ausfluss beobachtet, wird kein IUP eingesetzt. In solchen Fällen werden Tests auf Geschlechtskrankheiten vorgenommen und sofort Antibiotika verabreicht, ohne die Testergebnisse abzuwarten. Das IUP wird dann eingesetzt, nachdem die Behandlung der Infektion abgeschlossen ist.

Ein IUP kann unmittelbar nach einer Fehlgeburt oder einem Schwangerschaftsabbruch eingesetzt werden, der während des 1. oder 2. Drittels der Schwangerschaft eintritt, und unmittelbar nach der Entfernung der Plazenta nach einem Kaiserschnitt eingesetzt werden.

Beim Einsetzen gelangen vorübergehend Bakterien in die Gebärmutter, doch führt dies nur selten zu einer Infektion. IUP schützen nicht vor Eindringen von Bakterien. Ein IUP erhöht nur während des ersten Monats der Anwendung das Risiko einer Beckeninfektion. Wenn eine Infektion eintritt, wird sie mit Antibiotika behandelt. Das IUP kann an Ort und Stelle belassen werden, es sei denn, die Infektion bleibt nach der Behandlung bestehen.

Ein routinemäßiger Nachsorgebesuch nach dem Einsetzen des IUPs ist nicht erforderlich. Frauen sollten jedoch ihren Arzt aufsuchen, wenn sie Probleme wie Schmerzen, starke Blutungen, ungewöhnlichen Scheidenausfluss oder Fieber haben, wenn das IUP ausgestoßen wird oder wenn sie mit dem IUP unzufrieden sind.

Mögliche Probleme

Etwa die Hälfte der Frauen, die ihr IUP vorzeitig entfernen lassen, gibt als Grund dafür Blutungen und Schmerzen an. Mit dem Kupfer-IUP steigt die Stärke der Menstruationsblutung, und es kann zu Krämpfen kommen. NSAR können gewöhnlich diese Krämpfe lindern. Levonorgestrel freisetzende IUP verursachen in den ersten paar Monaten nach dem Einsetzen unregelmäßige Blutungen. Nach einem Jahr hört die Menstruationsblutung bei bis zu 20 Prozent der Frauen jedoch vollständig auf.

Normalerweise werden weniger als 5 Prozent der IUP innerhalb des ersten Jahres nach dem Einsetzen wieder ausgestoßen, was meist in den ersten paar Wochen geschieht. Manchmal bemerkt eine Frau die Ausstoßung nicht. IUP sind mit Kunststofffäden versehen, mit deren Hilfe die Frau überprüfen kann, ob das IUP noch richtig sitzt. Eine Frau hat jedoch typischerweise Blutungen oder Schmerzen, wenn ein IUP ausgestoßen wird oder in der falschen Position liegt. Wenn nach einer Ausstoßung ein anderes IUP eingesetzt wird, bleibt es gewöhnlich in der richtigen Position. Wenn der Arzt vermutet, dass das IUP ausgestoßen wurde, müssen die Frauen eine andere Form der Verhütungsmethode verwenden, bis das Problem behoben wurde.

In seltenen Fällen wird die Gebärmutter während des Einsetzens verletzt (perforiert). Gewöhnlich verursacht die Perforation keine Symptome. Dies fällt erst auf, wenn die Frau die Kunststofffäden nicht findet und bei einer Ultraschall- oder Röntgenaufnahme festgestellt wird, dass das IUP außerhalb der Gebärmutter liegt. Wenn die Gebärmutter perforiert ist und das IUP in die Bauchhöhle gelangt, muss es in der Regel mithilfe einer Laparoskopie operativ entfernt werden, damit keine Verletzungen und Vernarbungen am Darm verursacht werden.

Wenn Frauen mit einem eingesetzten IUP schwanger werden, ist es wahrscheinlicher, dass sie eine Schwangerschaft außerhalb der Gebärmutter (ektope Schwangerschaft) haben. Dennoch ist das Risiko einer solchen Schwangerschaft bei Frauen, die mit einem IUP verhüten, insgesamt deutlich niedriger als bei Frauen, die überhaupt nicht verhüten, weil ein IUP eine wirksame Verhütungsmethode darstellt.

Ähnlich wie bei anderen hormonellen Verhütungsmitteln gibt es widersprüchliche Daten darüber, ob ein IUP das Brustkrebsrisiko leicht erhöhen kann.

Mögliche Vorteile

Neben ihrer Funktion als wirksame Verhütungsmittel können alle Arten von Levonorgestrel-freisetzenden IUP das Risiko von Gebärmutterkrebs (Endometriumkarzinom) und Eierstockkrebs senken.

Wenn eine Frau innerhalb der letzten 7 Tage ungeschützten Geschlechtsverkehr hatte, können bestimmte IUP als Notfallkontrazeption zum Einsatz kommen.

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