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Aphasie

Von

Juebin Huang

, MD, PhD, Department of Neurology, University of Mississippi Medical Center

Inhalt zuletzt geändert Jul 2020
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Quellen zum Thema

Eine Aphasie ist eine Sprachstörung, die die Beeinträchtigung von Wortverständnis oder Wortproduktion oder nichtverbalen Entsprechungen von Wörtern umfasst. Sie resultiert aus einer Funktionsstörung der Sprachzentren in der Großhirnrinde und in den Basalganglien oder den verbindenden Bahnen in der weißen Substanz. Die Diagnose wird klinisch gestellt, häufig umfasst sie auch neuropsychologische Tets. Zur Identifizierung der Ursache wird eine Bildgebung des Gehirns (CCT, MRT) veranlasst. Die Prognose hängt von der Ursache und dem Ausmaß der Schädigung und dem Alter des Patienten ab. Es gibt keine spezifische Behandlung, jedoch kann eine logopädische Therapie die Wiederherstellung fördern.

Bei Rechtshändern und etwa zwei Drittel der Linkshänder, liegt die Sprachfunktion in der linken Hemisphäre. In dem anderen Drittel der Linkshänder, viel von Sprache-Funktion befindet sich in der rechten Hemisphäre. Kortikale Bereiche, die für die Sprache-Funktion verantwortlich sind:

  • Posterosuperiorer Temporallappen (welche das Wernicke-Areal enthalten)

  • Angrenzender inferiorer Parietallappen

  • Posteroinferiorer Teil des Frontallappens direkt vor dem motorischen Kortex (Broca-Areal)

  • Subkortikale Verbindungen zwischen diesen Regionen

Die Schädigung jedes Teils dieses etwa dreieckigen Areals (z. B. durch Infarkt, Tumor, Trauma oder Degeneration) beeinflusst Aspekte der Sprachfunktion.

Eine Prosodie (Qualität des Rhythmus und der Betonung, die der Sprache Bedeutung geben) wird meist von beiden Hemisphären beeinflusst, aber manchmal auch durch eine alleinige Störung der nichtdominanten Hemisphäre.

Eine Aphasie unterscheidet sich von einer Sprachentwicklungsstörung und von Funktionsstörungen der motorischen Bahnen und Muskeln, die für die Sprachproduktion verantwortlich sind (Dysarthrie).

Ätiologie

Formen

Aphasien werden grob eingeteilt in rezeptive (sensorische) und expressive (motorische) Aphasien.

  • Rezeptive Aphasie (sensorische, flüssige oder Wernicke-Aphasie): die Patienten können weder Wörter verstehen noch auditorische, visuelle oder taktile Symbole erkennen. Sie wird durch eine Störung des posterosuperioren temporalen Gyrus der sprachdominanten Hemisphäre hervorgerufen (Wernicke-Areal). Häufig besteht auch eine Alexie (Verlust der Fähigkeit, Wörter zu lesen).

  • Expressive Aphasie (motorische, unflüssige oder Broca-Aphasie): Die Fähigkeit zur Wortbildung ist beeinträchtigt, das Wortverständnis und das Vermögen, begrifflich zu denken, sind dagegen relativ konserviert. Sie beruht auf einer Störung, die den dominanten linken frontalen oder frontoparietalen Bereich betrifft, inkl. des Broca-Areals. Sie verursacht häufig eine Agraphie (Verlust der Fähigkeit, zu schreiben) und behindert das Vorlesen.

Es gibt andere Arten von Aphasien (siehe Tabelle Aphasietypen Aphasietypen  Aphasietypen ), die sich erheblich überschneiden können. Kein Aphasie-Klassifikationssystem ist ideal. Es ist oft am genauesten, die Art der Defizite zu beschreiben, um eine bestimmte Aphasie zu bezeichnen.

Tabelle

Symptome und Beschwerden

Anomia (die Unfähigkeit, Objekte zu benennen) tritt normalerweise bei allen Formen der Aphasie auf.

Wernicke Aphasie

Patienten mit Wenicke-Aphasie sprechen normale Wörter flüssig und verwenden dabei häufig bedeutungslose Phoneme, sie kennen jedoch die Bedeutung der Wörter oder ihre Bezüge untereinander nicht. Das Resultat ist ein "Wortsalat". Die Patienten sind sich typischerweise nicht bewusst, dass ihre Sprache für andere unverständlich ist.

Das auditive und schriftliche Verständnis ist beeinträchtigt. Patienten machen Lesefehler (Alexia). Das Schreiben ist fließend, hat aber viele Fehler und neigt dazu, inhaltliche Wörter zu vermissen (fließende Agraphie).

Eine Einschränkung des rechten Gesichtsfelds begleitet häufig eine Wernicke-Aphasie, weil die visuelle Bahn in der Nähe des betroffenen Areals verläuft.

Broca-Aphasie

Patienten mit Broca-Aphasie können verstehen und Begriffe relativ gut bilden, jedoch ist ihre Fähigkeit, Worte zu artikulieren, behindert. Die gestörte Sprachproduktion und Schreibfähigkeit (nicht flüssige Agraphie, Dysgraphie) frustrieren die Patienten bei ihren Kommunikationsversuchen normalerweise sehr. Jedoch sind mündliche und schriftliche Kommunikation für den Patienten sinnvoll.

Die Broca-Aphasie kann neben der Anomie auch eine gestörte Prosodie und Wiederholung umfassen. Das Schreiben ist beeinträchtigt.

Diagnose

  • Abgrenzung zu anderen Kommunikationsproblemen

  • Neurologische Tests am Krankenbett

  • Neuropsychologische Tests

  • Bildgebung des Gehirns

In einer Unterhaltung können typischerweise ausgeprägte Aphasien identifiziert werden. Allerdings sollte der Arzt versuchen, Aphasien von Kommunikationsproblemen zu unterscheiden, die von einer schweren Dysarthrie oder durch Schwerhörigkeit, Fehlsichtigkeit (z. B. bei der Beurteilung der Leseleistung) oder eingeschränkten motorischen Fähigkeiten beim Schreiben herrühren.

Zu Beginn kann eine Wernicke-Aphasie irrtümlich für ein Delir Delir Als Delir wird eine akute, vorübergehende, meist reversible fluktuierende Störung der Aufmerksamkeit, der Kognition und des Bewusstseinsniveaus bezeichnet. Die Ursachen umfassen fast jede Krankheit... Erfahren Sie mehr gehalten werden. Jedoch ist die Wernicke-Aphasie eine reine Sprachstörung ohne andere Anzeichen eines Delirs (z. B. fluktuierender Bewusstseinszustand, Halluzinationen, Unaufmerksamkeit).

Die Untersuchung am Krankenbett zur Identifikation bestimmter Defizite sollte eine Erhebung der folgenden Punkte einschließen:

  • Spontansprache: Die Sprache wird überprüft auf Wortflüssigkeit, die Anzahl der gesprochenen Wörter, die Fähigkeit zur Sprachinitiation, spontane Irrtümer, Wortfindungspausen, Zögern und Prosodie.

  • Benennung: Die Patienten werden aufgefordert, Objekte zu benennen. Diejenigen, die damit Schwierigkeiten haben, verwenden oft Umschreibungen (z. B. "was man benutzt, um die Zeit anzugeben" für "Uhr").

  • Wiederholung: Die Patienten werden gebeten, grammatisch komplexe Sätze (z. B. "ohne wenn, und, aber") zu wiederholen.

  • Verstehen: Die Patienten werden aufgefordert, auf Objekte zu zeigen, die der Arzt benennt, einfache oder mehrstufige Kommandos zu befolgen und auf einfache und komplexe Ja-oder-Nein-Fragen zu antworten.

  • Lesen und Schreiben: Die Patienten werden gebeten, spontan zu schreiben und vorzulesen. Leseverständnis, Rechtschreibung und Schreiben nach Diktat werden bewertet.

Eine standardisierte neuropsychologische Untersuchung Diagnose durch einen Neuropsychologen oder Logopäden kann leichter ausgeprägte Störungen entdecken und bei der Behandlungsplanung und Auslotung des Erholungspotenzials helfen. Es gibt verschiedene standardisierte Tests zur Aphasiediagnose (z. B. Boston Diagnostic Aphasia Examination, Western Aphasia Battery, Boston Naming Test, Token Test, Action Naming Test).

Prognose

Genesung wird durch Folgendes beeinflusst:

  • Grund

  • Größe und Lage der Läsionen

  • Ausmaß des Sprachfehlers

  • Ansprechen auf die Therapie

  • In geringerem Maße, Alter, Bildung, und der allgemeine Gesundheitszustand des Patienten

Oft erreichen Kinder < 8 Jahre nach schwerer Schädigung wieder ihre Sprachfähigkeit durch die Funktionsübernahme der anderen Hemisphäre. Nach diesem Alter kommt es zur größten Erholung innerhalb der ersten 3 Monate, jedoch kann eine kontinuierliche Verbesserung unterschiedlichen Ausmaßes noch bis zu einem Jahr fortdauern.

Behandlung

  • Behandlung der Ursache

  • Sprachtherapie

  • Verstärkende Kommunikationhilfen

Behandlung bestimmter Läsionen kann sehr effektiv sein (z. B. Kortikosteroide, wenn eine Raumforderung ein vasogenes Ödem verursacht). Der Nutzen einer Behandlung der Aphasie alleine ist unklar, aber die meisten Kliniker sind der Ansicht, dass eine Behandlung durch qualifizierte Logopäden hilft, und dass Patienten, die möglichst bald nach Einsetzen der Schädigung behandelt werden, am meisten profitieren.

Patienten, die grundlegende Sprachfertigkeiten nicht mehr wiedererlangen können, und ihren Betreuern gelingt es manchmal, Nachrichten mit unterstütztenden Kommunikationshilfen zu vermitteln (z. B. ein Buch oder eine Kommunikationstafel, die Bilder oder Symbole des täglichen Bedarf eines Patienten zeigen, computergestützte Geräte).

Wichtige Punkte

  • Die Sprachefunktion liegt in der linken Hemisphäre bei Rechtshändern und bei zwei Drittel der Linkshänder.

  • Eine bestimmte Aphasie sollte durch die Beschreibung der Typen von Defiziten beschrieben werden, weil Typen von Aphasie überlappen und kein Klassifikationssystem ideal ist.

  • Werten Sie die Fähigkeit des Patienten, am Krankenbett zu benennen, zu wiederholen, zu verstehen, zu lesen, zu schreiben und führen sie eine Bildgebung des Gehirns durch, und ziehen sie neuropsychologische Tests in Betracht.

  • Wenn möglich erfolgt eine ursächliche Behandlung und logopädische Therapie sollte empfohlen werden.

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