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Akute Otitis media

Von

Richard T. Miyamoto

, MD, MS, Indiana University School of Medicine

Inhalt zuletzt geändert Mrz 2019
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Quellen zum Thema

Eine akute Otitis media (bakterielle oder virale Mittelohrentzündung) tritt meist als Begleiterscheinung einer oberen Atemwegsinfektion auf. Ohrenschmerzen (Otalgie) oder oft auch Allgemeinsymptome (z. B. Fieber, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall) sind besonders bei sehr jungen Patienten zu beobachten. Die Diagnose wird otoskopisch gestellt. Die Behandlung erfolgt mit Analgetika und manchmal mit Antibiotika.

Obwohl eine akute Otitis media (AOM) in jeder Altersstufe auftreten kann, sind am häufigsten Kleinkinder von 3 Monaten bis 3 Jahren betroffen. In diesem Alter ist die Eustachische Röhre strukturell und funktionell noch nicht ausgereift - der Winkel der Eustachischen Röhre ist eher horizontal, und der Winkel des Tensor veli palatini Muskels und der knorpeligen Eustachischen Röhre macht den Öffnungsmechanismus weniger effizient.

Ätiologisch kommt bei akuter Otitis media eine Virus- oder Bakterieninfektion infrage, wobei als Komplikation einer Virusinfektion oft eine bakterielle Sekundärinfektion auftritt. Bei Neugeborenen wird eine akute Otitis media meist durch gramnegative Enterobakterien verursacht, vor allem Escherichia coli, und Staphylococcus aureus. Bei Säuglingen und Kindern < 14 Jahren sind Streptococcus pneumoniae, Moraxella (Branhamella) catarrhalis, und nichttypisierbare - Haemophilus influenzae;-Arten die häufigsten Erreger und etwas seltener β-hämolysierende Streptokokken der Gruppe A und S. aureus. Bei den > 14-Jährigen überwiegen S. pneumoniae,β-hämolysierende Streptokokken der Gruppe A und S. aureus, gefolgt von H. influenzae.

Risikofaktoren

Rauchen im Haushalt ist ein signifikanter Risikofaktor für akute Otitis media. Weitere Risikofaktoren sind eine ausgeprägte Familienanamnese von Otitis media, Flaschennahrung (d. h. anstelle des Stillens) und der Besuch einer Kindertagesstätte.

Komplikationen

Komplikationen der akuten Otitis media sind selten. In seltenen Fällen kann sich eine bakterielle Mittelohrentzündung lokal ausbreiten und zu einer akuten Mastoiditis Mastoiditis Bei der Mastoiditis handelt es sich um eine bakterielle Infektion der Luftzellen im Warzenfortsatz (Proc. mastoideus), die üblicherweise nach einer akuten Mittelohrentzündung auftritt. Sie geht... Erfahren Sie mehr , Petrositis oder Labyrinthitis führen. Eine intrakranielle Ausbreitung ist äußerst selten und verursacht dann meist eine Meningitis, gelegentlich kann sich aber auch ein Hirnabszess, Subduralempyem, Epiduralabszess, eine Sinusthrombose oder ein otitischer Hydrozephalus entwickeln. Intrakranielle Komplikationen heilen selbst unter Antibiotikatherapie nur langsam, erst recht bei immungeschwächten Patienten.

Symptome und Beschwerden

Ohrenschmerzen Ohrenschmerzen Ohrenschmerzen können für sich allein oder zusammen mit Ausfluss oder, selten, mit Hörverlust auftreten. Schmerzen können von einem Prozess innerhalb des Ohrs selbst stammen oder von einer nahe... Erfahren Sie mehr sind gewöhnlich das erste Symptom, oft verbunden mit Schwerhörigkeit. Säuglinge können auch einfach unleidlich wirken oder Schlafschwierigkeiten haben. Kleinkinder reagieren oft mit Fieber, Übelkeit, Erbrechen und Diarrhö. Bei der otoskopischen Untersuchung kann das Trommelfell vorgewölbt und gerötet erscheinen, mit verschwommenen Orientierungspunkten und atypischer Stelle des Lichtreflexes. Bei Luftinsufflation (pneumatische Otoskopie) zeigt sich das Trommelfell unbeweglich. Nach einer spontanen Trommelfellperforation läuft blutig-seröses oder eitriges Sekret Otorrhö Bei Ohrenfluss (Otorrhö) „läuft“ das Ohr. Das austretende Sekret kann serös, blutig-serös oder eitrig sein Ohrenfluss kann mit Symptomen wie Ohrenschmerzen, Fieber, Juckreiz, Schwindel, Tinnitus... Erfahren Sie mehr aus dem Ohr (Otorrhö).

Im Fall einer intrakraniellen Infektionsausbreitung können starke Kopfschmerzen, Verwirrtheit oder neurologische Herdzeichen auftreten. Bei einer Fazialisparese oder Drehschwindel steht zu vermuten, dass sich die Infektion lokal auf den Fallopio-Kanal (Canalis facialis) oder ins Labyrinth ausgebreitet hat.

Diagnose

  • Klinische Untersuchung

Die Diagnose einer akuten Otitis media erfolgt in der Regel klinisch, basierend auf dem Vorhandensein von akutem (innerhalb von 48 Stunden) Einsetzen der Schmerzen, Ausbeulen des Trommelfells und - insbesondere bei Kindern - dem Vorhandensein von Merkmalen eines Mittelohrergusses bei pneumatischer Otoskopie. Eine Kultur wird im Allgemeinen nur angelegt, wenn bei der Myringotomie Flüssigkeit austritt.

Therapie

  • Analgetika

  • Gelegentlich Antibiotika

  • Selten Myringotomie

Analgesie sollte bei Bedarf zur Verfügung gestellt werden, einschließlich für präverbale Kinder mit Verhaltensauffälligkeiten von Schmerzen (z. B. Zerren oder Reiben des Ohres, exzessives Schreien oder Umständlichkeit). Orale Analgetika wie Paracetamol oder Ibuprofen sind in der Regel wirksam; eine gewichtsbasierte Dosierung wird für Kinder verwendet. Eine Vielzahl von topischen Mitteln sind verschreibungspflichtig und OTC. Obwohl es nicht gut erforscht ist, können einige topische Mittel vorübergehende Linderung schaffen, aber wahrscheinlich nicht mehr als 20 bis 30 Minuten. Topische Mittel sollten nicht verwendet werden, wenn eine Trommelfellperforation vorliegt.

Obwohl die Infektion in 80% der Fälle spontan abklingt, wird sie in den USA oft antibiotisch behandelt ([1 Behandlungshinweis Eine akute Otitis media (bakterielle oder virale Mittelohrentzündung) tritt meist als Begleiterscheinung einer oberen Atemwegsinfektion auf. Ohrenschmerzen (Otalgie) oder oft auch Allgemeinsymptome... Erfahren Sie mehr Behandlungshinweis ]; siehe Tabelle Antibiotika bei Otitis media Antibiotika bei Otitis media Eine akute Otitis media (bakterielle oder virale Mittelohrentzündung) tritt meist als Begleiterscheinung einer oberen Atemwegsinfektion auf. Ohrenschmerzen (Otalgie) oder oft auch Allgemeinsymptome... Erfahren Sie mehr  Antibiotika bei Otitis media ). Da Antibiotika zu einer rascheren Symptomlinderung beitragen (während sich 1–2 Wochen später keine Unterschiede mehr ergeben), bleiben mit geringerer Wahrscheinlichkeit Reste von Schwerhörigkeit bzw. labyrinthäre oder intrakranielle Spätfolgen zurück. Seitdem allerdings zunehmend resistente Erreger auftauchen, raten Kinderärzte nachdrücklich zu einem restriktiveren Einsatz; eine initiale Antibiotikatherapie sollte bestimmten Kindern (z. B. jungen oder schwerkranken Kindern, siehe Tabelle Richtlinien zum Antibiotikaeinsatz bei Kindern mit Akuter Otitis media Richtlinien zum Antibiotikaeinsatz bei Kindern mit Akuter Otitis media* Eine akute Otitis media (bakterielle oder virale Mittelohrentzündung) tritt meist als Begleiterscheinung einer oberen Atemwegsinfektion auf. Ohrenschmerzen (Otalgie) oder oft auch Allgemeinsymptome... Erfahren Sie mehr Richtlinien zum Antibiotikaeinsatz bei Kindern mit Akuter Otitis media* ) oder Kindern mit rezidivierender AOM (z. B. 4 Krankheitsepisoden in 6 Monaten) vorbehalten bleiben.

Bei den anderen Patienten darf, ein gute Kontrolle vorausgesetzt, ruhig 48-72 Stunden abgewartet werden, ob eine spontane Besserung eintritt; erst wenn das nicht der Fall ist, erhalten sie ebenfalls Antibiotika. Um Zeit und Kosten zu sparen, kann man gleich beim ersten Termin ein Rezept ausstellen, wenn geplant ist, die weitere Behandlung telefonisch zu besprechen. Die Entscheidung über eine Beobachtung sollte mit dem Betreuer diskutiert werden.

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Analgetika (z. B. Acetaminophen oder Ibuprofen) werden vorsorglich an alle Patienten verabreicht.

Bei Erwachsenen bessert sich die Tubenfunktion oft durch lokale Applikation intranasaler vasokonstriktorischer Mittel wie Phenylephrin 0,25% (3 Tr. alle 3 Stunden). Um eine reaktive Schleimhautschwellung zu vermeiden, sollten die Präparate nicht länger als 4 Tage angewandt werden. Auch die systemische Gabe abschwellender Mittel (z. B. Pseudoephedrin 30–60 mg oral alle 6 Stunden nach Bedarf) kann helfen. Bei Allergien können auch Antihistaminika (z. B. Chlorpheniramin, 4 mg oral alle 4–6 Stunden über 7–10 Tage) eine Besserung der Tubenfunktion bewirken, sie sollten aber ausschließlich echten Allergikern vorbehalten bleiben.

Für Kinder sind vasokonstriktorische Mittel und Antihistaminika von geringem Nutzen.

Wenn starke oder anhaltende Schmerzen, Fieber, Erbrechen oder Diarrhö bestehen, kann eine Myringotomie des vorgewölbten Trommelfells durchgeführt werden. Hörvermögen, Impedanz (Tympanometrie) sowie Aussehen und Beweglichkeit des Trommelfells sollten so lange überwacht werden, bis sie sich wieder normalisiert haben.

Behandlungshinweis

Vorbeugung

Durch Routineimpfungen gegen Pneumokokken (mit Pneumokokkenkonjugatimpfstoff Pneumokokken-Impfstoff. Pneumokokken-Krankheit (z. B, Mittelohrentzündung, Lungenentzündung, Sepsis, Meningitis) wird durch einige der > 90 Serotypen von Streptococcus pneumoniae (Pneumokokken) verursacht. Impfstoffe... Erfahren Sie mehr ), H. influenzae Typ B (Hib) und Grippe lässt sich die AOM-Inzidenz bei Kindern senken. Die Inzidenz nimmt auch ab, wenn Säuglinge nicht mit dem Fläschchen einschlafen oder wenn im Haushalt nicht mehr geraucht wird. Prophylaktische Antibiotika werden nicht für Kinder empfohlen, die wiederkehrende Episoden von AOM haben.

Wichtige Punkte

  • Analgetika werden an alle Patienten verabreicht.

  • Antibiotika sollten selektiv, auf das Alter des Patienten, die Schwere der Krankheit und die Möglichkeit der Nachsorge bezogen eingesetzt werden.

  • Antihistaminika und abschwellende Mittel sind bei Kindern nicht ratsam. Orale oder nasale abschwellende Mittel können bei Erwachsenen hilfreich sein, Antihistaminika aber sollten Erwachsenen mit einer allergischen Ätiologie vorbehalten bleiben.

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Verlegungen des äußeren Gehörgangs
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