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Metabolisches Syndrom (Syndrom X)

(Syndrom X; Insulinresistenzsyndrom)

Von

Adrienne Youdim

, MD, David Geffen School of Medicine at UCLA

Inhalt zuletzt geändert Okt 2018
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Quellen zum Thema

Das metabolische Syndrom ist gekennzeichnet durch einen großen Taillenumfang (aufgrund überschüssigen Bauchfetts), Bluthochdruck, anormale Nüchtern-Plasmaglukose oder Insulinresistenz und Dyslipidämie. Ursachen, Komplikationen, Diagnostik und Therapie entsprechen in etwa dem Krankheitsbild der Adipositas Adipositas Adipositas bezeichnet Übergewicht ab einem Body-Mass-Index (BMI) ≥ 30 kg/m2. Damit verbundene Komplikationen umfassen Herz-Kreislauf-Erkrankungen (vor allem bei Menschen mit... Erfahren Sie mehr .

In den entwickelten Ländern ist das metabolische Syndrom ein ernstes Problem. In den USA ist es sehr verbreitet, dort haben es > 40% der Menschen > 50 Jahre. Auch Kinder und Jugendliche können ein metabolisches Syndrom entwickeln, doch für diese Altersgruppen hat sich noch keine Definition etabliert.

Die Entwicklung des metabolischen Syndroms ist abhängig von der Verteilung sowie der Menge des Körperfetts. Überschüssiges Fett im Bauchraum (sog. Apfelform), insbesondere wenn der Quotient aus Taillen- und Hüftumfang hoch ist (was ein relativ niedriges Muskel-Fettmasse-Verhältnis widerspiegelt), erhöht das Risiko. Das Syndrom tritt weniger häufig bei Personen auf, die überschüssige subkutane Fettdepots um die Hüften aufbauen (sog. Birnenform) und deren Quotient aus Taillen- und Hüftumfang niedrig ist (was ein relativ hohes Muskel-Fettmasse-Verhältnis widerspiegelt).

Abdominales Fett im Übermaß führt zu einer hohen Anzahl freier Fettsäuren in der Pfortader sowie einer zunehmenden Fettakkumulation in der Leber. Auch in den Muskelzellen reichert sich Fett an. Es ensteht eine Insulinresistenz Diabetes Typ 2 Der Diabetes mellitus (DM) beruht auf einer Störung der Insulinsekretion und/oder auf einer peripheren Insulinresistenz unterschiedlichen Ausmaßes, die zur Hyperglykämie fü... Erfahren Sie mehr mit Hyperinsulinämie. Der Glukosestoffwechsel ist beeinträchtigt, und es entwickelt sich eine Dyslipidämie Dyslipidämie Eine Dyslipidämie ist eine Erhöhung von Plasmacholesterin und/oder Triglyceriden (TGs) oder ein niedriger HDL-Cholesterinspiegel, die zur Entwicklung einer Arteriosklerose beitragen... Erfahren Sie mehr Dyslipidämie und Hypertonie Übersicht zu Hypertonie Hypertonie ist die anhaltende Erhöhung des systolischen Blutdrucks in Ruhe (≥130 mmHg), des diastolischen Blutdrucks (≥80 mmHg) oder von beidem. Hypertonie ohne bekannte Ursache (primä... Erfahren Sie mehr Übersicht zu Hypertonie . Der Serumharnsäurespiegel ist typischerweise erhöht (erhöhtes Gichtrisiko), ein prothrombotischer Zustand mit erhöhten Spiegeln von Fibrinogen und Plasminogenaktivator-Inhibitor-I (PAI-1) und ein Entzündungsgeschehen entwickelt sich.

Zu den Risiken für ein metabolisches Syndrom gehören

Diagnose

  • Taillenumfang und Blutdruck

  • Nüchternblutzucker und Lipidprofil

Screening ist wichtig. Eine Familienanamnese sowie die Messung von Taillenumfang und Blutdruck sind Teil der routinemäßigen Untersuchung. Wenn Patienten mit Fällen von Diabetes mellitus Typ 2 in ihrer Familie, insbesondere solche 40 Jahre, einen Taillenumfang über der Norm haben, müssen Nüchternblutzucker und Lipidprofil bestimmt werden.

Für das metabolische Syndrom gibt es viele verschiedene Definitionen, es wird am häufigsten diagnostiziert, wenn 3 der folgenden Faktoren vorhanden sind (siehe Tabelle Übliche Kriterien zur Diagnose des metabolischen Syndroms Übliche Kriterien zur Diagnose des metabolischen Syndroms*  Übliche Kriterien zur Diagnose des metabolischen Syndroms* ):

  • Überschüssiges Bauchfett

  • Ein hoher Nüchternblutzuckerspiegel

  • Hypertonie

  • Ein hoher Triglyceridspiegel

  • Ein niedriger High-Density-Lipoprotein(HDL)-Cholesterinspiegel

Tabelle

Therapie

  • Gesunde Ernährung und Bewegung

  • Manchmal Metformin

  • Management kardiovaskulärer Risikofaktoren

Optimalerweise führt ein Therapieansatz, der auf gesunder Ernährung und regelmäßiger körperlicher Aktivität basiert, zur Gewichtsabnahme. Hierzu gehört eine Kombination von aerober Aktivität und Krafttraining, verstärkt durch Verhaltenstherapie. Metformin, ein Insulinssensibilisator, oder ein Thiazolidindion (z. B. Rosiglitazon, Pioglitazon) können wirksam sein. Ein Gewichtsverlust von ca. 7% kann ausreichend sein, um das Syndrom umzukehren. Falls das nicht gelingt, muss jedes Merkmal des Syndroms behandelt werden, um die empfohlenen Ziele zu erreichen. Die verfügbare medikamentöse Behandlung ist sehr effektiv.

Andere kardiovaskuläre Risikofaktoren müssen ebenfalls angegangen werden (z. B. durch Raucherentwöhnung) Eine erhöhte körperliche Aktivität hat Vorteile für das Herz-Kreislauf-System, auch wenn dabei kein Gewicht verloren wird.

Wichtige Punkte

  • Überschüssiges Bauchfett führt zu anormaler Nüchtern-Plasmaglukose oder Insulinresistenz, Dyslipidämien und Hypertonie.

  • Das metabolische Syndrom tritt sehr häufig in Industrieländern auf (z. B. Prävalenz ggf. >40% bei Menschen >50 Jahre).

  • Bestimmen Sie Taillenumfang, Blutdruck, Nüchtern-Plasmaglukose und Lipidprofil.

  • Heben Sie die Bedeutung einer gesunden Ernährung und der körperlichen Betätigung hervor, behandeln Sie kardiovaskuläre Risikofaktoren, und wenn diese Maßnahmen nicht ausreichend wirksam sind, sollten Sie die Gabe von Metformin in Betracht ziehen.

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