Zu den chronischen Auswirkungen des Sonnenlichts gehören Lichtalterung (photoaging), aktinische Keratosen und Hautkrebs. (Siehe auch Übersicht der Auswirkungen von Sonnenlicht.)
Lichtalterung
Unter Photoaging versteht man die vorzeitige Hautalterung, die durch chronische Sonneneinstrahlung verursacht wird, vor allem durch UV-Strahlung, aber auch durch sichtbares Licht und Infrarotstrahlung (1). Eine chronische Sonnenexposition kann zu Lichtalterung, Dermatoheliose und extrinsischer Hautalterung (d. h. einer durch andere Umweltfaktoren verursachten Hautalterung) führen. Bei der lichtbedingten Hautalterung (Photoaging) kommt es infolge verschiedener biochemischer Störungen und DNA-Schäden zur Zerstörung dermalen Kollagens. Zu den Hautveränderungen gehören feine Fältchen und Krähenfüße, die Haut wird ledrig mit gesprenkelter Hyperpigmentierung, Lentigo (große sommersprossenartige Flecken) sowie gelegentlich Teleangiektasien. Durch eine Verringerung der Sonneneinstrahlung lässt sich die lichtbedingte Hautalterung weitgehend verhindern.
Photogealterte Haut zeichnet sich durch feine und grobe Faltenbildung, unregelmäßige Pigmentflecken, Lentigines (große sommersprossenartige Flecken), Rauheit und Blässe aus.
Aktinische Keratosen
Aktinische Keratosen sind präkanzeröse Veränderungen der Hautzellen (Keratinozyten), die eine häufige Folge jahrelanger Sonnenexposition darstellen. Aktinische Keratosen können rosa, rot oder, seltener, grau oder braun sein und sich rau und schuppig anfühlen.
Seborrhoische Keratosen können ähnlich wie aktinische Keratosen aussehen. Sie treten jedoch an Hautarealen auf, die keiner Sonnenexposition ausgesetzt sind, und sind nicht präkanzerös.
Hautkrebs
Die Inzidenz von Plattenepithelkarzinomen und Basalzellkarzinomen bei Erwachsenen mit hell pigmentierter Haut ist direkt proportional zur jährlichen Gesamtsonnenlichtmenge in der jeweiligen Region. Solche Läsionen sind besonders häufig bei Menschen, die dem Sonnenlicht als Kinder und Jugendliche intensiv ausgesetzt waren, und jenen, die der Sonne als Teil ihres Berufes oder ihrer Freizeitaktivitäten chronisch ausgesetzt sind (z. B. Sportler, Landwirte, Viehzüchter, Segler, Sonnenanbeter). Außerdem erhöht die chronische Sonnenexposition auch das Risiko für maligne Melanome erheblich.
Allgemeiner Hinweis
1. Kaltchenko MV, Chien AL. Photoaging: Current Concepts on Molecular Mechanisms, Prevention, and Treatment. Am J Clin Dermatol. 2025 May;26(3):321-344. doi: 10.1007/s40257-025-00933-z
Behandlung der chronischen Auswirkungen von Sonnenlicht
Minimierung der UV-Strahlenexposition
Topische Therapie bei lichtgealterter Haut
Die Behandlung beginnt mit Präventivmaßnahmen, um die UV-Strahlenexposition zu minimieren—Vermeidung von Sonne und Solarium und das Tragen von Schutzkleidung und Sonnenschutz.
Lichtalterung
Verschiedene Kombinationstherapien, einschließlich chemischer Peelings, 5‑Fluorouracil (5‑FU), topischer Alpha‑Hydroxy‑Säuren, Imiquimod, photodynamischer Therapie und topischer Retinoide (wie Isotretinoin, Tretinoin, Retinol und Tazaroten), wurden eingesetzt, um präkanzeröse Veränderungen zu reduzieren und das kosmetische Erscheinungsbild chronisch lichtgeschädigter Haut zu verbessern (1). Diese Therapien sind oft wirksam mit Blick auf die Linderung oberflächlicher Hautveränderungen (z. B. feine Falten, unregelmäßige Pigmentierung, Blässe, Rauheit, geringe Laxheit), haben jedoch eine viel weniger ausgeprägte Wirkung auf tiefere Veränderungen (z. B. Teleangiektasien).
Sonnenschutz (z. B. Meiden der Sonne, Verwendung von Sonnenschutzmitteln) ist der Grundpfeiler präventiver Maßnahmen. Allerdings werden viele Bestandteile ohne nennenswerte Belege dafür, dass sie chronische Hautveränderungen durch Sonnenlicht lindern, in rezeptfreien Kosmetika verwandt.
Aktinische Keratosen
Zur Behandlung von aktinischen Keratosen siehe Aktinische Keratosen.
Hautkrebs
Für die Behandlung von Hautkrebs, siehe Krebserkrankungen der Haut.
Literatur zur Therapie
1. Lin L, Chen X, Liu C, et al. Comparative efficacy of topical interventions for facial photoaging: a network meta-analysis. Sci Rep. 2025;15(1):26889. Published 2025 Jul 24. doi:10.1038/s41598-025-12597-0



