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Chronische Auswirkungen von Sonnenlicht

Von

Elizabeth H. Page

, MD, Harvard Medical School

Inhalt zuletzt geändert Sep 2019
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Quellen zum Thema

Lichtalterung

Die chronische Exposition gegenüber Sonnenlicht lässt die Haut altern (Photoaging, Dermatoheliose, extrinsische Alterung), vor allem verursacht durch die Zerstörung von Hautkollagen aufgrund verschiedener biochemischer und DNA-Störungen. Zu den Hautveränderungen gehören feine Fältchen und Krähenfüße, die Haut wird ledrig mit gesprenkelter Hyperpigmentierung, Lentigo (große sommersprossenartige Flecken) sowie gelegentlich Teleangiektasien.

Aktinische Keratosen

Aktinische Keratosen sind präkanzeröse Veränderungen der Hautzellen (Keratinozyten), die eine häufige und störende Folge jahrelanger Sonnenexposition darstellen. Menschen mit blondem oder rotem Haar, blauen Augen und Hauttyp I oder II sind besonders anfällig (siehe Tabelle: Fitzpatrick-Hauttypklassifizierung Fitzpatrick-Hauttypklassifizierung Fitzpatrick-Hauttypklassifizierung ).

Tabelle
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Aktinische Keratosen sind meist rosa oder rot, unklar begrenzt und fühlen sich bei Abtastung rau und schuppig an, obwohl einige hellgrau oder pigmentiert sind, wodurch sie ein braunes Aussehen erlangen.

Sie sollten von seborrhoischen Keratosen Seborrhoische Keratosen Seborrhoische Keratosen sind oberflächliche, oft pigmentierte, für gewöhnlich warzenartige Epithelläsionen, die auch als glatte Papeln auftreten können. Die Ursache... Erfahren Sie mehr Seborrhoische Keratosen differenziert werden, die in Anzahl und Größe mit dem Alter zunehmen. Seborrhoische Keratosen neigen dazu, wachsartig und angeklebt zu wirken, können aber ein ähnliches Aussehen wie aktinische Keratosen annehmen. Eine genaue Inspektion offenbart normalerweise Unterscheidungsmerkmale zwischen den Läsionen. Aktinische Keratosen können auch durch das rauhe, grobkörnige Gefühl der Skala und des Erythems von einer seborrhoischen Keratose unterschieden werden. Anders als aktinische Keratosen, treten seborrhoische Keratosen auch auf nicht der Sonne ausgesetzten Bereichen des Körpers auf und sind nicht präkanzerös.

Hautkrebs

Die Inzidenz des Plattenepithelkarzinoms Plattenepithelkarzinom Das spinozelluläre Karzinom ist ein maligner Tumor der epidermalen Keratinozyten, der die Dermis involviert und für gewöhnlich in sonnenexponierten Bereichen auftritt. Die lokale... Erfahren Sie mehr Plattenepithelkarzinom und des Basalzellkarzinoms Basalzellkarzinom Das Basalzellkarzinom ist eine oberflächliche, langsam wachsende Papel oder ein Knötchen, das von den bestimmten epidermalen Zellen ausgeht. Basalzellkarzinome entstehen aus Keratinozyten... Erfahren Sie mehr Basalzellkarzinom ist bei hellhäutigen Menschen direkt proportional zur jährlichen Gesamtsonneneinstrahlung in der Umgebung. Solche Läsionen sind besonders häufig bei Menschen, die dem Sonnenlicht als Kinder und Jugendliche intensiv ausgesetzt waren, und jenen, die der Sonne als Teil ihres Berufes oder ihrer Freizeitaktivitäten chronisch ausgesetzt sind (z. B. Sportler, Landwirte, Viehzüchter, Segler, Sonnenanbeter). Außerdem erhöht die Sonnenexposition auch das Risiko für maligne Melanome Melanom Maligne Melanome gehen von den Melanozyten in pigmentierten Bereichen aus (z. B. Haut, Schleimhäute, Augen oder ZNS). Das Metastasierungsrisiko korreliert mit der Tiefe der dermalen Invasion... Erfahren Sie mehr Melanom erheblich.

Behandlung

  • Minimierung der UV-Lichtexposition

  • Topische Therapie bei lichtgealterter Haut

  • Für aktinische Keratosen, läsionsbezogene oder feldbezogene Therapien

Lichtalterung

Zahlreiche Kombinationstherapien, darunter chemische Peelings, 5-Fluorouracil (5-FU), topische Alphahydroxysäuren und Tretinoin, sind angewandt worden, um präkanzeröse Veränderungen zu reduzieren und das kosmetische Erscheinungsbild von Haut mit chronischen Sonnenschäden zu verbessern. Diese Therapien sind oft wirksam mit Blick auf die Linderung oberflächlicher Hautveränderungen (z. B. feine Falten, unregelmäßige Pigmentierung, Blässe, Rauheit, geringe Laxheit), haben jedoch eine viel weniger ausgeprägte Wirkung auf tiefere Veränderungen (z. B. Teleangiektasien). Viele Bestandteile werden ohne nennenswerte Belege dafür, dass sie chronische Hautveränderungen durch Sonnenlicht zu lindern, in rezeptfreien Kosmetika verwandt.

Aktinische Keratosen

Es gibt viele Behandlungsmöglichkeiten, die von der Anzahl der Läsionen, ihrer Lokalisation und den Präferenzen der Patienten abhängen, die aber im Allgemeinen unterteilt werden in:

  • Läsionsgerichtete Therapie

  • Feldgesteuerte Therapie

Bei der läsionsbezogenen Therapie werden einzelne Läsionen physisch entfernt. Diese Option ist möglicherweise besser, wenn der Patient nur wenige aktinische Keratosen hat oder wenn der Patient nicht in der Lage oder nicht bereit ist, sich anderen Therapieoptionen zu unterziehen. Die Kryotherapie (Einfrieren mit flüssigem Stickstoff) ist die am weitesten verbreitete, auf Läsionen ausgerichtete Therapie. Eine Alternative ist die Kürettage (mittels Elektrokauterisation oder einer anderen Modalität). Auf Läsionen zielende Therapien haben den Vorteil, dass es sich um Einzelbehandlungen in der Praxis handelt, haben aber ein höheres Risiko von Narbenbildung.

Bei der feldgesteuerten Therapie Therapie werden topische Behandlungen in größeren, zahlreicheren oder diffusen Bereichen angewendet. Typische Mittel sind 5-FU (allein oder in Kombination mit Calcipotrien) oder Imiquimod; Alternativen sind Ingenolmebutat und topisches Diclofenac. Diese Therapien verursachen weniger Narbenbildung, können aber für die Patienten komplizierter und schmerzhafter in der Anwendung sein, sodass die Adhärenz ein Thema ist. Wenn große Flächen betroffen sind, verursachen diese Therapien auch mehr Rötungen und Reizungen. Die Häufigkeit und Dauer der Behandlung variiert erheblich und kann von 2-mal pro Woche bis zu 2-mal pro Tag und von 3 Tagen bis zu 16 Wochen reichen. Entzündungen und Reizungen sind oft während des größten Teils der Behandlung und oft noch 12 Wochen danach vorhanden.

Die photodynamische Therapie ist eine Art der feldgesteuerten Therapie. Sie umfasst die topische Anwendung eines Photosensibilisators (z. B. Aminolävulinat, Methylaminolävulinat), gefolgt von Licht einer bestimmten Wellenlänge, das bevorzugt photogeschädigte Haut beeinflusst. Wie die topische feldgesteuerte Therapie kann auch die photodynamische Therapie während der Behandlung Rötungen und Schuppung verursachen. Es kann mehr als eine Behandlungssitzung erforderlich sein.

Hautkrebs

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