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Kolorektales Karzinom

(Darmkrebs)

Von

Minhhuyen Nguyen

, MD, Fox Chase Cancer Center, Temple University

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Jul 2019| Inhalt zuletzt geändert Jul 2019
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Kurzinformationen
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Quellen zum Thema
  • In der Familie auftretende Fälle und manche Ernährungsfaktoren (ballaststoffarm und fettreich) erhöhen das Risiko für ein kolorektales Karzinom.

  • Typische Symptome umfassen Blutung beim Stuhlgang, Müdigkeit und Schwächegefühl.

  • Vorbeugende Untersuchungen (Screening-Tests) sind für Menschen über 50 wichtig.

  • Zur Diagnosestellung wird oft eine Koloskopie durchgeführt.

  • Krebs, der früh erkannt wird, ist am ehesten heilbar.

  • In der Regel wird eine Operation durchgeführt, um den Krebs zu entfernen.

Nahezu alle Formen im Dickdarm und Mastdarm (kolorektales Karzinom) sind Adenokarzinome, die sich auf der Schleimhaut im Dickdarm (Kolon) und Mastdarm entwickeln. Das kolorektale Karzinom beginnt als knopfähnliche Schwellung auf der Darm- oder Mastdarmschleimhautwand und wird Polyp genannt. Wenn der Tumor wächst, beginnt er in die Darm- oder Mastdarmwand einzuwachsen. Auch Lymphknoten in der Umgebung können befallen werden. Da das Blut aus der Darmwand und ein Großteil des Blutes aus dem Mastdarm zur Leber fließt, kann das kolorektale Karzinom, nachdem es die benachbarten Lymphknoten erreicht hat, in die Leber streuen (metastasieren).

In den westlichen Ländern ist Krebs von Dickdarm und Mastdarm eine der häufigsten Krebsarten und die zweithäufigste Ursache für Krebstod. Die Anzahl der Erkrankungen mit kolorektalem Karzinom steigt mit 40–50 Jahren rasch an. Jedes Jahr kommt es bei etwa 140.250 Menschen in den USA zu einem kolorektalen Karzinom und etwa 50.630 sterben daran.

Das kolorektale Karzinom tritt etwas häufiger bei Männern als bei Frauen auf. Etwa 5 % der Menschen mit Dickdarm- oder Mastdarmkrebs haben Krebs an zwei oder mehr Stellen im Colon und Mastdarm, der sich nicht einfach von einer Stelle an die andere ausgebreitet zu haben scheint.

Risikofaktoren

Bei Personen mit kolorektalem Karzinom in der Familiengeschichte besteht ein höheres Risiko, dass sie selber den Krebs entwickeln. Eine familiäre Belastung mit adenomatösen Darmpolypen erhöht ebenfalls das Risiko für ein kolorektales Karzinom.

Personen mit Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn im Dickdarm tragen ebenfalls ein höheres Risiko. Dieses Risiko hängt mit dem Alter der Person, in dem die Erkrankung sich entwickelt hat, dem betroffenen Anteil des Darms oder Mastdarms und der Dauer, die die Person die Erkrankung bereits hat, ab.

Personen mit höchstem Risiko konsumieren tendenziell eine Ernährung, die reich an Fetten, tierischen Proteinen und raffinierten Kohlenhydraten und ballaststoffarm ist. Eine größere Belastung durch Luft- und Wasserverschmutzung, insbesondere durch industrielle krebserregende Substanzen (Karzinogene), kann eine Rolle spielen.

Lynch-Syndrom (hereditäres nichtpolypöses kolorektales Karzinom [HNPCC])

Das Lynch-Syndrom entsteht durch eine Genmutation, die bei 70 bis 80 % der Menschen mit dieser Mutation Krebs verursacht. Personen mit Lynch-Syndrom entwickeln häufig vor dem 50. Lebensjahr ein kolorektales Karzinom. Sie weisen außerdem ein erhöhtes Risiko für andere Krebsarten auf, insbesondere Endometriumkrebs und Eierstockkrebs, aber auch Magenkrebs, Dünndarmkrebs, Krebserkrankungen der Gallengänge sowie Nieren- und Harnleiterkrebs.

MUTYH-assoziierte Polyposis

Die MUTYH-assoziierte Polyposis ist eine seltene genetische Erkrankung, die in wenigen Fällen die Ursache für ein kolorektales Karzinom ist. Sie beruht auf Genmutationen des MUTYH-Gens.

Die Diagnose wird anhand von genetischen Untersuchungen gestellt. Zusätzlich zu einer überwachenden Koloskopie sollten Patienten mit dieser Erkrankung auf Tumoren im Magen und im Zwölffingerdarm, in der Schilddrüse, der Blase, in den Eierstöcken und an der Haut untersucht werden.

Symptome

Das kolorektale Karzinom wächst langsam und bleibt lange symptomlos. Die Symptome hängen von der Art, der Position und der Ausdehnung des Tumors ab.

Müdigkeit und Schwäche, die auf okkulten (nicht für das bloße Auge sichtbaren) Blutungen beruhen, können die einzigen Symptome der Person sein.

Ein Tumor im linken (absteigenden) Teil des Dickdarms führt meist eher zu einem Darmverschluss, weil der linke Dickdarm einen geringeren Durchmesser hat als der rechte und der Stuhl hier bereits halbfest ist. Die Person geht oft wegen krampfartiger oder starker Bauchschmerzen und Verstopfung zum Arzt.

Ein Tumor im rechten (aufsteigenden) Dickdarm verursacht erst im Spätstadium einen Verschluss, weil der aufsteigende Dickdarm einen großen Durchmesser hat und der dort fließende Darminhalt noch flüssig ist. Bis dieser Tumor entdeckt wird, kann er also größer sein, als der Tumor auf der linken Seite.

Die meisten Darmtumoren bluten, gewöhnlich langsam. Der Stuhl kann gestreift oder mit Blut vermischt sein, oft ist das Blut jedoch nicht sichtbar. Bei Mastdarmkrebs sind Blutungen beim Stuhlgang häufig das erste Symptom. Bei Blutungen aus dem Mastdarm muss der Arzt bei seiner Diagnose immer mit Krebs rechnen, auch dann, wenn der Patient nachweislich Hämorrhoiden hat oder an der Divertikelkrankheit leidet. Schmerzen beim Stuhlgang und das Gefühl, der Darm sei nicht völlig entleert worden, sind weitere Symptome von Mastdarmkrebs. Das Sitzen kann schmerzhaft sein, ansonsten bemerkt die Person im Normalfall keinen Schmerz durch den Tumor selbst, bis er sich auf Gewebe außerhalb des Mastdarms ausgebreitet hat.

Diagnose

  • Koloskopie

Bei Personen mit Symptomen, die auf Darmkrebs hindeuten, oder solchen, bei denen die Früherkennungsuntersuchung einen positiven Befund ergab, muss ein Diagnosetest vorgenommen werden, der bestätigt, ob Darmkrebs vorliegt.

Früherkennungstests für Darmkrebs (Screenings) sind Tests, bei denen Personen ohne Symptome für eine Krebserkrankung, aber mit einem Risiko für Krebs auf eine Krebserkrankung hin untersucht werden.

Diagnoseverfahren

  • Koloskopie

  • Eine CT-Aufnahme (Scan), wenn eine Krebserkrankung gefunden wurde

  • Ein genetischer Test auf das Lynch-Syndrom

Personen mit Blut im Stuhl benötigen eine Koloskopie, ebenso Personen mit Auffälligkeiten, die sich anhand einer Sigmoidoskopie oder einer Bildgebungsuntersuchung erkennen lassen. Sämtliche Wucherungen oder Auffälligkeiten sollten während der Koloskopie vollständig entfernt werden.

Röntgenaufnahmen mit Bariumschluck können erstellt werden, um Tumore zu entdecken, die im unteren Teil des Dickdarms sitzen. Aber die Koloskopie ist die bevorzugte Untersuchung für eine Diagnose, weil Ärzte während dieser Untersuchung Gewebeproben entnehmen können, die sie auf bösartiges Gewebe hin untersuchen.

Nach der Krebsdiagnose führen Ärzte normalerweise einen CT-Scan, eine Röntgenaufnahme der Brust und Routine-Laboruntersuchungen durch, um feststellen zu können, ob der Krebs gestreut hat, ob eine niedrige Blutzellzahl (Anämie) vorliegt, und um den Gesamtzustand des Betroffenen zu beurteilen.

Blutuntersuchungen werden für die Diagnose des kolorektalen Karzinoms nicht eingesetzt, sie können aber hilfreich sein, um die Wirksamkeit der Behandlung zu überwachen, nachdem ein Tumor entfernt worden ist. Wenn z. B. der Spiegel des carcinoembryonalen Antigens (CEA) vor der Operation zur Entfernung eines bekannten Tumors hoch ist, nach der Operation aber niedrig, kann die Überwachung auf eine erneute Zunahme des CEA-Spiegels den Nachweis eines frühen Tumorrezidivs unterstützen. Zwei weitere Krebsmarker, CA 19-9 und CA 125, sind dem CEA ähnlich und manchmal bei einem kolorektalen Karzinom erhöht.

Darmtumoren, die operativ entfernt wurden, werden routinemäßig auf Genmutationen untersucht, die das Lynch-Syndrom verursachen. Menschen mit Verwandten, die in jungen Jahren einen Tumor im Dickdarm, den Eierstöcken oder der Gebärmutter entwickelten, oder die mehrere Verwandte mit diesen Formen von Krebserkrankungen haben, sollten auf das Lynch-Syndrom getestet werden.

Screening-Tests

  • Koloskopie

  • Stuhltests

  • Sigmoidoskopie

  • Computertomographische (CT-)Kolonographie

  • Stuhltest auf Blut- und Krebserkrankungen

Eine frühe Diagnose kann mit der Routine-Früherkennungsuntersuchung (Screening) gestellt werden, die bei Personen mit durchschnittlichem Risiko für Kolonkarzinom üblicherweise ab dem 50. Lebensjahr das erste Mal und bis zum 75. Lebensjahr regelmäßig durchgeführt werden sollte. Bei Erwachsenen zwischen 76 und 85 Jahren berücksichtigen die Ärzte den Allgemeinzustand und die Ergebnisse früherer Screenings und entscheiden erst dann, ob sie ein weiteres Screening durchführen. Bei manchen Personen wird schon früher ein Screening durchgeführt. Menschen, die z. B. einen direkten Verwandten (Elternteil, Geschwister oder Kind) haben, der vor dem 60. Lebensjahr an Kolonkarzinom erkrankte, sollten sich ab dem 40. Lebensjahr bzw. 10 Jahre vor dem Alter, zu dem der Verwandte erkrankte, je nach dem, was früher eintritt, alle 5 Jahre untersuchen lassen. Wenn z. B. bei dem Vater des Betroffenen im Alter von 45 Jahren ein Kolonkarzinom diagnostiziert wurde, sollte bereits mit 35 Jahren mit den Früherkennungsuntersuchungen (Screenings) begonnen werden. Einige Behörden sind zudem der Meinung, dass Früherkennungsuntersuchungen bereits mit 45 Jahren beginnen sollten.

Häufig wird eine Koloskopie durchgeführt, bei welcher der gesamte Dickdarm untersucht wird. Mit Koloskopie muss der Test nur alle 10 Jahre durchgeführt werden. In der Koloskopie werden bösartig (maligne) aussehende Wucherungen mithilfe von chirurgischen Instrumenten entfernt, die durch den Betrachtungsschlauch eingeführt wurden. Diese Wucherungen werden dann in ein Labor zur Untersuchung auf Krebs geschickt. Größere Wucherungen müssen im Rahmen einer normalen Operation entfernt werden.

Blut im Stuhl, sogar mit dem bloßen Auge nicht erkennbares Blut (okkultes Blut – Test auf okkultes Blut im Stuhl) kann ein Anzeichen von Krebs sein. Normalerweise wird der Stuhl jedes Jahr getestet. Damit das Testergebnis möglichst genau ist, sollte sich die Person 3 Tage vor der Stuhlprobe ballaststoffreich und ohne rotes Fleisch ernähren. Neuere Stuhltests (immunchemische Stuhltests, kurz FIT) sind genauer als ältere Stuhltests und bedingen keine Ernährungsbeschränkungen. Diese Tests werden jedes Jahr durchgeführt. Allerdings gibt es neben Krebs viele Erkrankungen, die zu Blut im Stuhl führen können, und nicht alle Krebserkrankungen bluten immer.

Bei DNS-Stuhltests wird der Stuhl auf genetisches Material einer Krebserkrankung untersucht. Genetische Stuhltests werden häufig mit immunchemischen Stuhltests kombiniert (FIT-DNS-Tests) und alle 3 Jahre durchgeführt.

Die Sigmoidoskopie (Untersuchung des unteren Dickdarmabschnitts mit einem Beobachtungsschlauch) ist ein weiteres diagnostisches Verfahren, das im Rahmen der Früherkennung (Screening) durchgeführt wird. Die Sigmoidoskopie eignet sich gut zur Erkennung von Wucherungen im Darmabschnitt, der Sigmoid heißt, oder im Mastdarm, nicht aber weiter oben im Darm. Die Sigmoidoskopie muss alle 5 Jahre durchgeführt werden. Wird auch ein Test auf okkultes Blut durchgeführt, dann alle 10 Jahre.

Eine CT-Kolonographie (virtuelle Koloskopie) generiert dreidimensionale Bilder des Colons mithilfe einer speziellen CT-Technik. Bei dieser Technik trinken Personen ein Kontrastmittel und ihr Colon wird durch einen Schlauch, der in den Mastdarm geschoben wird, mit Gas gefüllt. Die Betrachtung der hochauflösenden dreidimensionalen Bilder simuliert gewissermaßen das Erscheinungsbild einer regulären Endoskopie, daher der Name. Eine virtuelle Koloskopie kann für Personen eine Option darstellen, die sich einer regulären Koloskopie nicht unterziehen können oder wollen. Sie ist jedoch nicht so genau und die Ergebnisse hängen sehr vom jeweiligen Untersucher ab. Bei einer virtuellen Koloskopie ist keine Sedierung erforderlich, der Darm muss jedoch weiter gut vorbereitet werden, und das Gas im Colon kann unangenehm sein. Zudem können anders als bei einer regulären Koloskopie während des Verfahrens keine Läsionen zur Untersuchung unter einem Mikroskop entnommen (biopsiert) werden. Eine virtuelle Koloskopie kann zeigen, ob der Krebs sich jenseits des Colons in die Lymphknoten oder Leber ausgebreitet hat. Sie eignet sich jedoch nicht so sehr für die Erkennung von kleinen Polypen im Colon. Dieser Test wird alle 5 Jahre durchgeführt.

Personen mit Lynch-Syndrom müssen laufend auf andere Krebsarten hin untersucht werden. Zu diesem Screening gehört auch eine Ultraschalluntersuchung der weiblichen Organe (durch die Vagina), eine Untersuchung von Zellen, die mit einer Saugvorrichtung aus der Gebärmutter (Endometrium) entnommen werden, und Untersuchungen von Blut und Urin.

Enge Familienmitglieder von Personen mit Lynch-Syndrom, die sich keiner genetischen Untersuchung unterzogen haben, sollten eine Koloskopie alle 1 bis 2 Jahre ab dem 20. Lebensjahr und dann jedes Jahr ab dem 40. Lebensjahr durchführen lassen. Enge weibliche Familienmitglieder sollten jedes Jahr auf Endometrium- und Eierstockkrebs untersucht werden.

Prognose

Darmkrebs wird am ehesten geheilt, wenn er frühzeitig entfernt wird, bevor er sich ausgebreitet hat. Krebsarten, die tief oder durch die Darmwand gewachsen sind, haben sich oft ausgebreitet, und manchmal können diese Tumoren nicht gefunden werden. Die 10-Jahres-Überlebensrate beträgt etwa 90 %, wenn der Krebs sich nur in der Schleimhaut der Darmwand festgesetzt hat, etwa 70 bis 80 %, wenn der Krebs über die Darmwand hinausgewachsen ist, etwa 30 bis 50 %, wenn der Krebs sich auf die Lymphknoten im Bauch ausgebreitet hat, und weniger als 20 %, wenn der Krebs in andere Organe gestreut (metastasiert) hat.

Behandlung

  • Operation

  • Manchmal Chemotherapie und Strahlentherapie

In den meisten Fällen von Darmkrebs werden der bösartige Darmabschnitt und alle benachbarten Lymphknoten chirurgisch entfernt, und die verbleibenden Darmenden werden miteinander verbunden. Wenn der Krebs in die Dickdarmwand eingedrungen ist und sich auf eine sehr begrenzte Anzahl benachbarter Lymphknoten ausgebreitet hat, kann eine Chemotherapie nach der chirurgischen Entfernung aller sichtbaren Tumore die Überlebenszeit verlängern. Aber die Behandlung ist oft nicht erfolgreich.

Bei Mastdarmkrebs hängt die Art der Operation davon ab, wie weit sich der Tumor vom After entfernt befindet und wie tief er in die Mastdarmwand eingewachsen ist. Bei einer vollständigen Entfernung von Mastdarm und After benötigt der Betroffene eine permanente Kolostomie. Bei der Kolostomie wird zwischen dem Dickdarm und der Hautoberfläche eine künstliche Öffnung gebildet. Der Dickdarminhalt entleert sich durch die Bauchwand in einen Kolostomiebeutel. Lassen die Ärzte bei der Operation Teile des Mastdarms und Afters intakt, kann diese Kolostomie auch nur vorübergehend sein. Nachdem das Organgewebe ausreichend Zeit (mehrere Monate lang) zum Abheilen hatte, kann eine weitere Operation vorgenommen werden, um den Afterstumpf mit dem Ende des Dickdarms zu verbinden und die Kolostomie abzuschließen.

Kolostomie verstehen

Bei einer Kolostomie wird der Dickdarm (Colon) aufgeschnitten. Der Teil, der mit dem Dickdarm verbunden bleibt, wird durch eine neu geschaffene Öffnung an die Hautoberfläche gebracht. Dann wird der Teil an die Haut angenäht. Der Stuhl gelangt durch die Öffnung in einen Einwegbeutel.

Kolostomie verstehen

Wenn Mastdarmkrebs in die Darmwand eingedrungen ist und sich nur auf eine sehr begrenzte Anzahl benachbarter Lymphknoten ausgebreitet hat, kann eine Kombination aus Chemotherapie und Strahlentherapie ( Kombinationstherapie bei Krebs) nach der chirurgischen Entfernung des gesamten sichtbaren Tumors die Überlebenszeit verlängern. Manche Ärzte geben die Chemotherapie und die Strahlentherapie vor der Operation.

Wenn sich der Tumor auf Lymphknoten, die vom Colon oder Mastdarm weit entfernt sind, auf das Bauchfell oder auf andere Organe ausgebreitet hat, kann der Tumor nicht durch die Operation allein geheilt werden. Manchmal wird jedoch eine Operation durchgeführt, um jegliche Darmblockierungen zu lösen und um die Symptome zu lindern. Eine Chemotherapie mit einem einzelnen Medikament oder mit einer Kombination von Medikamenten kann den Tumor verkleinern und das Leben mehrere Monate verlängern. Der Arzt bespricht normalerweise mit der Person, der Familie und anderen Medizinern die palliative Versorgung (siehe Behandlungsoptionen am Lebensende).

Stadien von Darmkrebs

  • STADIUM 0: Der Krebs ist auf die innere Schicht (Schleimhaut) des Dickdarms (Colon), die den Polypen bedeckt, begrenzt. Über 95 % der Menschen mit Krebs in diesem Stadium überleben mindestens 5 Jahre.

  • STADIUM 1: Der Krebs breitet sich in dem Raum zwischen der inneren Schicht und der Muskelschicht des Dickdarms aus. (Dieser Raum umfasst Blutgefäße, Nerven und Lymphgefäße). Mehr als 90 % der Betroffenen mit Krebs in diesem Stadium überleben mindestens 5 Jahre.

  • STADIUM 2: Der Krebs dringt in die Muskelschicht und äußere Schicht des Dickdarms ein. Etwa 55 bis 85 % der Menschen mit Krebs in diesem Stadium überleben mindestens 5 Jahre.

  • STADIUM 3: Krebs überschreitet die äußere Schicht des Dickdarms in benachbarte Lymphknoten hinein. Etwa 20 bis 55 % der Menschen mit Krebs in diesem Stadium überleben mindestens 5 Jahre.

  • STADIUM 4 (wird hier nicht gezeigt): Der Krebs breitet sich auf andere Organe wie Leber, Lungen, Eierstöcke oder das Bauchfell (Peritoneum) aus. Weniger als 1 % der Menschen mit Krebs in diesem Stadium überleben mindestens 5 Jahre.

Stadien von Darmkrebs
Stadien von Darmkrebs

Wenn der Krebs sich nur in die Leber ausgebreitet hat und drei oder weniger Tumore (Metastasen) vorhanden sind, entfernen Ärzte diese Tumore chirurgisch. Alternativ können Ärzte Chemotherapeutika oder kleinste radioaktive Implantate direkt in die Arterie spritzen, welche die Leber mit Blut versorgt. Eine kleine Pumpe, die chirurgisch unter die Haut eingebracht wird, oder eine externe Pumpe, die an einem Gürtel getragen wird, ermöglicht der Person Mobilität während der Behandlung. Diese Behandlung kann mehr Vorteile liefern als eine einfache Chemotherapie, es sind jedoch weitere Forschungen nötig. Die Hochfrequenzablation, bei der hochfrequenter Wechselstrom zur Erhitzung und Vernichtung von Gewebe verwendet wird, ist eine alternative Therapie für ausgewählte Patienten mit höchstens 3 Lebertumoren. Wenn sich der Krebs über die Leber hinaus ausgebreitet hat, bieten diese Ansätze keine Vorteile.

Wenn der Krebs den Dickdarm bei jemandem blockiert, der wegen schlechter Gesundheit keine Operation verträgt, können Ärzte versuchen, die Symptome auf andere Weise zu lindern. Bei einer Behandlung wird der Tumor mithilfe einer stromleitenden Sonde (Elektrokauter) oder mit einer Lasersonde geschrumpft. Alternativ können Ärzte ein verlängerbares Röhrchen mit Drahtnetz (Stent) verwenden, um das blockierte Areal offen zu halten. All diese Behandlungen können über ein Koloskop erfolgen. Zwar fühlt sich die Person häufig für eine Weile besser, diese Behandlungen verlängern jedoch nicht die Überlebenszeit.

Nach einer Operation

Nach der Operation sollte innerhalb von einem Jahr eine Koloskopie durchgeführt werden. Eine zweite Koloskopie sollte dann 3 Jahre später durchgeführt werden, sofern keine Polypen oder Tumore entdeckt wurden. Anschließend sollte alle 5 Jahre eine Koloskopie durchgeführt werden.

Der Arzt führt außerdem nach der Operation in regelmäßigen Abständen körperliche Untersuchungen, Bluttests wie etwa ein großes Blutbild, Leberfunktionstests und Messungen des Spiegels des carcinoembryonalen Antigens durch. Bildgebende Verfahren wie CT oder MRT werden ebenfalls regelmäßig durchgeführt.

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