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Überblick über den Schlaganfall

Von

Elias A. Giraldo

, MD, MS, California University of Science and Medicine School of Medicine

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Feb 2018| Inhalt zuletzt geändert Feb 2018
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Quellen zum Thema

Bei einem Schlaganfall verstopfen oder reißen die Arterien, die das Gehirn versorgen. Dadurch stirbt das Hirngewebe in einem Teil des Gehirns ab (Hirninfarkt) und verursacht plötzliche Symptome.

  • Die meisten Schlaganfälle sind ischämisch (durch Blockierung einer Arterie verursacht) und manche sind hämorrhagisch (durch das Reißen einer Arterie verursacht).

  • Transitorische ischämische Attacken ähneln ischämischen Schlaganfällen, allerdings kommt es nicht zu einer dauerhaften Hirnschädigung und die Symptome sind innerhalb von einer Stunde reversibel.

  • Die Symptome treten plötzlich auf und können Muskelschwäche, Lähmung, ungewöhnliche Empfindungen oder Empfindungsverlust auf einer Körperseite, Sprachschwierigkeiten, Verwirrtheit, Sehstörungen, Schwindelgefühl und Verlust des Gleichgewichts und der Koordination und bei einer bestimmten Form starke, plötzliche Kopfschmerzen umfassen.

  • Die Diagnose beruht hauptsächlich auf den Symptomen, es werden jedoch auch Bildgebungs- und Bluttests durchgeführt.

  • Die Erholung nach einem Schlaganfall ist von vielen Faktoren abhängig, wie Ort und Ausmaß der Schädigung, Alter der Person und Vorhandensein von anderen Erkrankungen.

  • Die Kontrolle eines hohen Blutdrucks, hohen Cholesterinspiegels und hohen Blutzuckerspiegels und mit dem Rauchen aufzuhören können helfen, Schlaganfälle zu vermeiden.

  • Die Behandlung könnte Arzneimittel umfassen, die eine Blutgerinnung weniger wahrscheinlich machen oder Blutgerinnsel auflösen, und manchmal eine Operation oder Angioplastie.

Ein Schlaganfall gehört zu den zerebrovaskulären Erkrankungen, weil das Gehirn (zerebro-) und die Blutgefäße (vaskulär) beteiligt sind, die das Gehirn mit Blut versorgen.

Die Blutversorgung des Gehirns

Das Gehirn wird über zwei Paar große Arterien mit Blut versorgt:

  • Die inneren Halsschlagadern bringen Blut vom Herzen vorn über den Hals zum Gehirn

  • Die Wirbelarterien, die das Blut vom Herzen über den Nacken transportieren

Im Schädel vereinigen sich die Wirbelarterien und bilden die Schädelbasisschlagader (an der Hinterseite des Kopfes). Die inneren Halsschlagadern und die Schädelbasisschlagader teilen sich in mehrere Äste, darunter die Gehirnschlagadern. Manche Äste bilden einen Kreis von Arterien (Willis-Kreis), die die Wirbelarterien und inneren Halsschlagadern verbinden. Andere Arterien gehen von diesem Willis-Kreis wie Straßen von einem Verkehrskreisel ab. Diese Äste transportieren Blut in alle Gehirnbereiche.

Wenn die großen Arterien, die das Gehirn versorgen, verstopft sind, haben manche Menschen keine Symptome oder nur einen leichten Schlaganfall. Andere Personen mit der gleichen Blockade haben jedoch einen massiven ischämischen Schlaganfall. Warum? Ein Teil der Erklärung liegt in den Kollateralarterien. Kollateralarterien verlaufen zwischen anderen Arterien und stellen zusätzliche Verbindungen her. Diese Arterien umfassen den Willis-Kreis und Verbindungen zwischen den Arterien, die vom Kreis abgehen. Manche Menschen werden mit großen Kollateralarterien geboren, die sie vor Schlaganfällen schützen können. Wenn eine Arterie blockiert wird, fließt das Blut weiterhin durch eine Kollateralarterie und verhindert so manchmal einen Schlaganfall. Manche Personen werden mit kleinen Kollateralarterien geboren. Kleine Kollateralarterien könnten unfähig sein, dem betroffenen Bereich ausreichend Blut zuzuführen, sodass es zu einem Schlaganfall kommt.

Der Körper kann sich auch selbst vor Schlaganfällen schützen, indem er neue Arterien bildet. Wenn sich Blockaden langsam und allmählich entwickeln (wie bei Arteriosklerose), können neue Arterien rechtzeitig wachsen, um den betroffenen Bereich des Gehirns mit Blut zu versorgen und somit einen Schlaganfall zu verhindern. Wenn bereits ein Schlaganfall eingetreten ist, können neue Arterien dazu beitragen, einen zweiten Schlaganfall zu verhindern (sie können den bereits eingetretenen Schaden jedoch nicht rückgängig machen).

Die Blutversorgung des Gehirns

Weltweit ist der Schlaganfall die zweithäufigste Todesursache. In den USA sind Schlaganfälle die fünfthäufigste Todesursache und die häufigste Ursache für behindernde neurologische Schäden bei Erwachsenen. In den USA erleiden pro Jahr etwa 795.000 Personen einen Schlaganfall. Ungefähr 130.000 Personen sterben an einem Schlaganfall.

Schlaganfälle treten bei älteren Personen wesentlich häufiger ein als bei jüngeren Erwachsenen, meist, weil die Erkrankungen, die zu Schlaganfällen führen, über die Zeit fortschreiten. Mehr als zwei Drittel aller Schlaganfälle treten bei Personen über 65 Jahren ein. Schlaganfälle sind bei Frauen häufiger als bei Männern. Beinahe 60 Prozent der Todesfälle aufgrund eines Schlaganfalls treten bei Frauen ein, möglicherweise, weil Frauen beim Eintritt eines Schlaganfalls im Durchschnitt älter sind.

Bei Afroamerikanern, Hispanoamerikanern sowie den Ureinwohnern Amerikas und Alaskas ist das Risiko eines Schlaganfalls höher als bei Weißen ohne hispanische Abstammung oder Asiaten. Das Risiko eines ersten Schlaganfalls ist bei Afroamerikanern fast doppelt so hoch wie bei Weißen. Bei Schwarzen ist die Wahrscheinlichkeit zudem größer, an einem Schlaganfall zu sterben, als bei Weißen.

Typen

Man unterscheidet zwei Arten von Schlaganfällen:

Rund 80 Prozent der Schlaganfälle sind ischämisch – gewöhnlich aufgrund einer blockierten Arterie, häufig durch Blockade mit einem Blutgerinnsel. Hirnzellen, die so von der Blutversorgung abgeschnitten sind, erhalten nicht genug Sauerstoff und Glukose (ein Zucker), die im Blut transportiert werden. Der resultierende Schaden hängt davon ab, wie lange die Hirnzellen nicht mit Blut versorgt werden. Wenn die Blutversorgung nur für eine kurze Zeit unterbrochen ist, sind die Hirnzellen gestresst, können sich jedoch erholen. Wenn die Hirnzellen länger nicht mit Sauerstoff versorgt werden, sterben sie ab und manche Funktionen könnten, mitunter dauerhaft, verloren gehen. Wie schnell Hirnzellen nach einer Unterversorgung mit Blut absterben, variiert. In manchen Hirnarealen kann dies bereits nach wenigen Minuten der Fall sein, in anderen Arealen erst nach 30 Minuten oder länger. Manchmal kann nach dem Absterben von Hirnzellen ein anderer Teil des Gehirns die Funktionen des geschädigten Bereichs übernehmen.

Transitorische ischämische Attacken (TIAs) werden manchmal auch Minischlaganfälle genannt und sind häufig ein frühes Warnzeichen für einen bevorstehenden ischämischen Schlaganfall. Sie werden durch eine kurze Unterbrechung der Blutversorgung zu einem Teil des Gehirns verursacht. Da die Blutversorgung schnell wieder in Gang kommt, stirbt kein Gehirngewebe ab, wie bei einem Schlaganfall, und das Gehirn ist rasch wieder funktionsfähig.

Die anderen 20 Prozent der Schlaganfälle sind hämorrhagisch – aufgrund von Blutung im oder um das Gehirn. Bei diesem Typ von Schlaganfall reißt ein Blutgefäß, so dass der normale Blutfluss gestört wird und Blut in das Hirngewebe oder in den Raum um das Gehirn herum sickert. Blut, das direkten Kontakt mit dem Hirngewebe hat, reizt dieses Gewebe und kann mit der Zeit eine Narbenbildung verursachen, die zu Krampfanfällen führen kann.

Risikofaktoren für einen Schlaganfall

Manche Risikofaktoren des Schlaganfalls können bis zu einem gewissen Grad kontrolliert oder relativiert werden — beispielsweise durch Behandlung der Erkrankung, die das Schlaganfallrisiko erhöht.

Die hauptsächlichen, veränderbaren Risikofaktoren für beide Schlaganfalltypen sind:

  • Insulinresistenz (ein unzureichendes Ansprechen auf Insulin), das bei Typ-2-Diabetes vorkommt

  • Rauchen von Zigaretten

  • Adipositas, besonders wenn sich das Fett in der Bauchregion konzentriert

  • Übermäßiger Alkoholkonsum

  • Mangelnde körperliche Aktivität

  • Ungesunde Ernährung (viele gesättigte Fette, Transfette und Kalorien)

  • Depression oder andere mentale Belastung

  • Herzkrankheiten, die das Risiko für Blutgerinnsel im Herz erhöhen, die sich lösen und als Emboli durch die Blutgefäße wandern (wie Herzinfarkt oder als Vorhofflimmern bezeichnete Herzrhythmusstörungen)

  • Infektiöse Endokarditis (Infektion der Herzinnenhaut und zumeist der Herzklappen)

  • Konsum von Kokain oder Amphetaminen

  • Entzündung der Blutgefäße (Vaskulitis)

Viele davon sind auch Risikofaktoren einer Arteriosklerose, die eine häufige Ursache des ischämischen Schlaganfalls ist. Bei der Arteriosklerose sind die Arterien durch Fettablagerungen in den Arterienwänden verengt oder blockiert.

Blutgerinnungsstörungen, die zu einer übermäßigen Gerinnung führen, sind ein Risikofaktor für ischämische Schlaganfälle. Erkrankungen, die vermehrte Blutungen auslösen, erhöhen das Risiko eines hämorrhagischen Schlaganfalls.

Bluthochdruck ist ein besonders wichtiger Risikofaktor für hämorrhagische Schlaganfälle.

Bei hämorrhagischen Schlaganfällen sind veränderbare Risikofaktoren zudem

  • Anwendung von Antikoagulanzien (gerinnungshemmenden Medikamenten)

  • Eine Ausbuchtung in den Arterien im Gehirn (Aneurysma des Gehirns)

  • Eine unnatürliche Verbindung zwischen den Arterien und Venen (arteriovenöse Fehlbildungen) im Schädel

Schlaganfälle sind in den letzten Jahrzehnten weniger häufig aufgetreten, hauptsächlich, weil die Menschen sich bewusster sind, wie wichtig es ist, hohen Blutdruck und hohe Cholesterinspiegel zu kontrollieren und mit dem Rauchen aufzuhören. Die Kontrolle dieser Faktoren reduziert das Risiko für Arteriosklerose.

Zu den Risikofaktoren, die nicht beeinflusst werden können, gehören folgende:

  • Vorgeschichte eines Schlaganfalls

  • Höheres Alter

  • Angehörige, die einen Schlaganfall hatten

Symptome

Die Symptome eines Schlaganfalls oder einer transitorischen ischämischen Attacke können plötzlich eintreten. Sie hängen davon ab, wo genau im Gehirn die Durchblutung unterbrochen oder eine Blutung aufgetreten ist ( Schädigung bestimmter Gehirnregionen und ihre Folgen). Jeder Gehirnbereich wird von bestimmten Arterien versorgt. Ist beispielsweise ein Blutgefäß in dem Gehirnbereich blockiert, der die Muskelbewegungen im linken Bein steuert, kommt es zu Muskelschwäche oder Lähmung im linken Bein. Ist der Bereich geschädigt, der Berührungsempfindungen im rechten Arm wahrnimmt, hat man kein Gefühl mehr im rechten Arm.

Warum bei einem Schlaganfall nur eine Körperhälfte betroffen ist

Ein Schlaganfall schädigt in der Regel nur eine Gehirnhälfte. Da die Nerven von einer Gehirnhälfte auf die andere Körperseite hinüber kreuzen, machen sich die Symptome auf der anderen Körperhälfte bemerkbar.

Warum bei einem Schlaganfall nur eine Körperhälfte betroffen ist

Warnzeichen für einen Schlaganfall

Da eine frühzeitige Behandlung des Schlaganfalls helfen kann, den Verlust der Funktionsfähigkeit und der Empfindung zu begrenzen, sollte jedermann die Frühsymptome eines Schlaganfalls kennen.

Menschen mit den folgenden Symptomen sollten sofort einen Arzt aufsuchen, selbst dann, wenn die Symptome rasch wieder verschwinden:

  • Plötzliche Schwäche oder Lähmung auf einer Körperseite (zum Beispiel, eine Hälfte des Gesichtes, ein Arm oder Bein, oder die gesamte Körperseite)

  • Plötzlicher Empfindungsverlust oder ungewöhnliche Empfindungen auf einer Körperseite

  • Plötzliche Sprachschwierigkeiten, einschließlich Wortfindungsstörungen und manchmal undeutlicher Sprache

  • Plötzliche Verwirrtheit mit Sprachverständnisproblemen

  • Plötzliche Sehverschlechterung, verschwommenes Sehen oder Sehverlust, besonders auf einem Auge

  • Plötzliches Schwindelgefühl oder Verlust des Gleichgewichts und der Koordination, was zu Stürzen führt

Bei den meisten Schlaganfällen ist mindestens eines der folgenden Symptome vorhanden, unabhängig davon, ob sie ischämisch oder hämorrhagisch sind. Die Symptome einer transitorischen ischämischen Attacke sind die gleichen, doch verschwinden sie gewöhnlich innerhalb von Minuten und halten selten länger als eine Stunde an.

Die Symptome eines hämorrhagischen Schlaganfalls können auch Folgendes umfassen:

  • Plötzliche starke Kopfschmerzen

  • Übelkeit und Erbrechen

  • Vorübergehender oder anhaltender Verlust des Bewusstseins

  • Sehr hoher Blutdruck

Sonstige Symptome

Andere früh eintretende Symptome können Probleme mit dem Gedächtnis, Denken, Aufmerksamkeit und Lernen umfassen. Der Betroffene ist möglicherweise nicht in der Lage, Teile seines Körpers wiederzuerkennen, und ist sich der Auswirkungen des Schlaganfalls vielleicht nicht bewusst. Das periphere Gesichtsfeld kann eingeschränkt sein und das Hörvermögen teilweise verloren gehen. Es kann zu Schluckbeschwerden, Schwindelgefühl und Schwindel kommen.

Möglicherweise kommt es einige Tage oder noch länger nach Auftreten des Schlaganfalls zu Schwierigkeiten mit der Stuhl- oder Harnkontrolle, der auch dauerhaft sein kann.

Spätere Symptome können auch eine unwillkürliche Steifheit und Spasmen der Muskeln (Spastizität) sowie eine Unfähigkeit, Emotionen zu kontrollieren, umfassen. Ein Schlaganfall kann Depressionen auslösen.

Auswirkungen eines Schlaganfalls

Bei den meisten Betroffenen ist der Funktionsverlust unmittelbar nach einem ischämischen Schlaganfall am stärksten ausgeprägt. In rund 15 bis 20 Prozent aller Fälle ist der Schlaganfall progressiv, das heißt, die größten Funktionsverluste treten nach ein oder zwei Tagen ein. Solche Schlaganfälle nennt man sich entwickelnde Schlaganfälle. Bei Menschen mit einem hämorrhagischen Schlaganfall kommt es in der Regel zu einem allmählichen Funktionsverlust, der sich über Minuten bis Stunden hinzieht.

Ein Teil der Funktionen kehrt gewöhnlich im Verlauf von Tagen bis Monaten zurück, da zwar einige Gehirnzellen absterben, andere aber nur verletzt sind und sich wieder erholen können. Überdies können andere Hirnbereiche die Funktionen des zuvor geschädigten Bereichs übernehmen – ein Merkmal, das man Plastizität nennt. Die Früheffekte eines Schlaganfalls, zu denen auch Lähmungen gehören, können jedoch bestehen bleiben. Die Muskeln, die nicht gebraucht werden, können auf Dauer spastisch werden und steif bleiben, und es kann zu schmerzhaften Muskelkrämpfen kommen. Gehen, Schlucken, deutliches Sprechen und die Bewältigung des Alltags bleiben unter Umständen schwierig. Auch Probleme mit Gedächtnis, Denken, Aufmerksamkeit, Lernen und der Kontrolle von Emotionen können bestehen bleiben. Depression, Probleme mit der Hör- oder Sehfähigkeit, oder Vertigo können bestehen bleiben. Die Blasen- und Darmkontrolle kann dauerhaft beeinträchtigt sein.

Komplikationen bei Schlaganfällen

Bei einem schweren Schlaganfall schwillt das Gehirn an, wodurch sich der Druck im Schädel erhöht. Der erhöhte Druck kann das Gehirn direkt oder indirekt schädigen, indem er das Gehirn im Schädel nach unten drückt. Das Gehirn könnte durch die starren Strukturen gedrückt werden, die das Gehirn in Kompartimente unterteilen, was ein schwerwiegendes Problem namens Hirnhernie zur Folge hat ( Einklemmung: das Gehirn unter Druck). Der Druck wirkt sich auf die Bereiche aus, die das Bewusstsein und die Atmung im Stammhirn steuern (welches das Großhirn mit dem Rückenmark verbindet). Die Hernie kann zu Bewusstseinsverlust, Koma, unregelmäßiger Atmung und Tod führen.

Die durch einen Schlaganfall verursachten Symptome können andere Probleme nach sich ziehen.

Bei Schluckschwierigkeiten könnten die Betroffenen Nahrungsmittel, Flüssigkeiten oder Speichel aus dem Mund inhalieren. Eine solche Inhalation (Aspiration genannt) kann Aspirationspneumonie verursachen, eine schwerwiegende Erkrankung. Schluckschwierigkeiten können auch die Essfähigkeit beeinträchtigen und zu Mangelernährung und Dehydratation führen.

Die Betroffenen könnten Schwierigkeiten beim Atmen haben.

Die Unfähigkeit, sich zu bewegen, kann mit der Zeit zu Druckgeschwüren, Muskelschwund, dauerhafter Muskelverkürzung (Kontrakturen) und zur Bildung von Blutgerinnseln in den tiefen Bein- und Leistenvenen führen (tiefe Venenthrombose). Blutgerinnsel können sich lösen und durch den Blutstrom zur Lunge transportiert werden und eine zur Lunge führende Arterie blockieren (Lungenembolie).

Bei einer gestörten Blasenkontrolle besteht eine größere Wahrscheinlichkeit für Harnwegsinfektionen.

Diagnose

  • Untersuchung durch den Arzt

  • Computertomographie oder Magnetresonanztomographie

  • Labortests, unter anderem Messung des Blutzuckerspiegels

Die Symptome lassen die Diagnose vermuten, es sind jedoch Tests notwendig, um dem Arzt zu helfen, Folgendes zu bestimmen:

  • Ob ein Schlaganfall eingetreten ist

  • Ob dieser ischämisch oder hämorrhagisch ist

  • Ob eine sofortige Behandlung erforderlich ist

  • Wie einem zukünftigen Schlaganfall am besten vorzubeugen ist

  • Ob eine Rehabilitationstherapie erforderlich ist und falls ja, woraus diese bestehen sollte

Der Blutzuckerspiegel wird sofort gemessen, da ein niedriger Blutzuckerspiegel (Hypoglykämie) gelegentlich ähnliche Symptome verursacht wie ein Schlaganfall, wie beispielsweise eine Lähmung auf einer Körperseite.

Eine Computertomographie (CT) oder eine Magnetresonanztomographie (MRT) des Gehirns wird gewöhnlich verwendet, um:

  • Festzustellen, ob ein Schlaganfall aufgetreten ist

  • Zu bestimmen, ob es sich um einen ischämischen oder hämorrhagischen Schlaganfall handelt

  • Große Arterien zu finden, die durch ein Blutgerinnsel verstopft sind, das mechanisch entfernt werden könnte

  • Den Betroffenen auf Anzeichen eines erhöhten Drucks innerhalb des Schädels (intrakranieller Druck) zu untersuchen

Mit diesen Tests können die meisten hämorrhagischen Schlaganfälle festgestellt werden, außer manchen Subarachnoidalblutungen. Mit diesen Tests können auch viele ischämische Schlaganfälle festgestellt werden, manchmal allerdings erst mehrere Stunden nach dem Eintreten von Symptomen.

Weitere bildgebende Verfahren sind die Magnetresonanzangiographie, Computertomographie-(CT)-Angiographie und zerebrale Angiographie, bei der ein dünner, flexibler Schlauch (Katheter) in eine Arterie eingeführt und in eine Halsarterie vorgeschoben wird. Da sie weniger invasiv ist, hat die CT-Angiographie die zerebrale Angiographie weitgehend ersetzt.

Ein spezieller Typ einer MRT, eine sogenannte diffusionsgewichtete MRT, kann stark beschädigte und nicht arbeitende Bereiche des Hirngewebes aufzeigen und die Diagnose dadurch bestätigen. Die diffusionsgewichtete MRT kann häufig hilfreich sein, eine transitorische ischämische Attacke von einem ischämischen Schlaganfall zu unterscheiden. Eine diffusionsgewichtete MRT steht jedoch nicht immer zur Verfügung.

Die Ärzte beurteilen das Herz, die Blutgefäße und das Blut von Patienten nach einem Schlaganfall hinsichtlich Problemen, die zu einem Schlaganfall beitragen oder einen Schlaganfall bewirken können, wie eine Infektion des Herzens, niedriger Sauerstoffspiegel im Blut und Flüssigkeitsmangel. Tests werden wie erforderlich durchgeführt. Bei Verdacht auf einen Schlaganfall wird sofort die Schluckfähigkeit überprüft. Bisweilen werden Röntgenaufnahmen gemacht, nachdem eine auf den Aufnahmen sichtbare Substanz (Röntgenkontrastmittel), wie Barium, geschluckt wurde. Je nach dem Typ des Schlaganfalls werden weitere Tests durchgeführt, um die Ursache zu identifizieren.

Häufig werden bestimmte standardisierte Kriterien herangezogen, um die Schwere des Schlaganfalls und die Genesung des Patienten zu beurteilen. Diese umfassen die Beurteilung des Bewusstseinszustands, die Fähigkeit zur Beantwortung von Fragen, die Fähigkeit, einfachen Aufforderungen Folge zu leisten, das Sehvermögen, die Funktion von Armen und Beinen und die Sprache.

Prognose

Je früher ein Schlaganfall behandelt wird, desto weniger schwer ist der Gehirnschaden wahrscheinlich und desto besser sind die Heilungschancen.

Bestimmte Faktoren deuten darauf hin, dass die Genesungschancen nach einem Schlaganfall schlecht sind. Wenn Bewusstlosigkeit auftritt oder ein großer Teil der linken Seite des Gehirns betroffen ist (die für die Sprache verantwortlich ist), handelt es sich meist um einen schweren Schlaganfall.

Je rascher sich der Zustand der Patienten in den Tagen nach einem Schlaganfall bessert, desto besser ist auch die Prognose. Meist erstreckt sich die Wiederherstellung der Patienten über ein halbes Jahr. Probleme, die bei Erwachsenen nach einem ischämischen Schlaganfall nach 12 Monaten noch bestehen, sind höchstwahrscheinlich permanent, bei Kindern kann sich eine langsame Besserung über viele Monate hinziehen. Ältere Menschen tun sich mit der Rehabilitation meist schwerer als jüngere. Bei Patienten, die bereist andere ernste gesundheitliche Störungen haben (wie Demenz), ist die Erholung stärker begrenzt.

Bei einem nicht allzu schweren hämorrhagischen Schlaganfall, bei dem der Druck im Gehirn nicht sehr hoch ist, ist die Prognose vermutlich besser als nach einem ischämischen Schlaganfall mit ähnlicher Symptomatik. Blut (bei einem hämorrhagischen Schlaganfall) schädigt das Hirngewebe nicht so stark wie die mangelnde Sauerstoffversorgung (bei einem ischämischen Schlaganfall).

Nach einem Schlaganfall kommt es häufig zu einer Depression, die sich auf die Genesung auswirken kann. Allerdings ist sie behandelbar. Daher sollten Schlaganfallpatienten mit ihrem Arzt sprechen, wenn sie ungewöhnlich traurig sind oder ihnen das Interesse oder die Freude an Dingen fehlen, die sie früher mochten. Dadurch kann der Arzt eine Depression feststellen und diese gegebenenfalls behandeln.

Vorbeugung

Die Vorbeugung von Schlaganfällen ist der Behandlung vorzuziehen. Die wichtigste Strategie zur Vorbeugung eines ersten Schlaganfalls besteht darin, die größten Risikofaktoren zu verringern. Wenn ein Patient bereits einen Schlaganfall hatte, sind in der Regel zusätzliche Präventionsmaßnahmen erforderlich.

Management von Risikofaktoren

Bluthochdruck und Diabetes sollten optimal eingestellt werden. Der Cholesterinspiegel sollte gemessen werden. Wenn er erhöht ist, sollten entsprechende Medikamente (Lipidsenker) verabreicht werden, um das Arterioskleroserisiko zu verringern.

Das Rauchen sowie der Gebrauch von Amphetaminen oder Kokain sollte eingestellt werden und der Alkoholkonsum sollte auf höchstens zwei Getränke pro Tag begrenzt werden. Regelmäßige Bewegung und, bei Übergewicht, abzunehmen, hilft hohen Blutdruck, Diabetes und hohe Cholesterinspiegel zu kontrollieren.

Regelmäßige Arztbesuche helfen dem Arzt, Risikofaktoren für einen Schlaganfall zu identifizieren, sodass sie sofort behandelt werden können.

Blutplättchenhemmende Arzneimittel

Nach einem ischämischen Schlaganfall kann die Einnahme von Blutgerinnungshemmern das Risiko für einen weiteren ischämischen Schlaganfall reduzieren. Blutgerinnungshemmer können die Neigung zu Blutgerinnseln, eine wichtige Ursache für ischämische Schlaganfälle, reduzieren. (Blutplättchen sind winzige zellähnliche Partikel im Blut, die bei einer Beschädigung der Blutgefäße die Gerinnung unterstützen.) In der Regel wird Aspirin, einer der wirksamsten Blutgerinnungshemmer, verordnet. Eine Tablette für Erwachsene oder eine Tablette für Kinder (die ungefähr ein Viertel der Dosis für Erwachsene enthält) wird pro Tag eingenommen. Beide Dosen scheinen Schlaganfälle gleich gut vorzubeugen. Eine Kombinationstablette, die eine niedrige Dosis Aspirin und Dipyridamol (ein Blutgerinnungshemmer) enthält, ist etwas wirksamer als Aspirin allein.

Patienten, die Aspirin nicht vertragen können, kann womöglich Clopidogrel, ein anderer Blutgerinnungshemmer, verabreicht werden. Wenn Patienten eine TIA oder einen leichteren Schlaganfall hatten, scheint die Anwendung von Clopidogrel zusammen mit Aspirin das Risiko des Auftretens weiterer Schlaganfälle in der Zukunft stärker zu senken als die alleinige Anwendung von Aspirin - allerdings nur in den ersten drei Monaten nach dem Schlaganfall. Später zeigt die Kombination keinen Vorteil gegenüber der alleinigen Aspiringabe. Zudem erhöht sich bei kombinierter Anwendung von Clopidogrel und Aspirin das Blutungsrisiko etwas.

Manche Personen sind allergisch gegenüber Blutgerinnungshemmern oder vergleichbaren Arzneimitteln und können diese nicht einnehmen. Ebenso sollten Personen mit Magen-Darm-Blutung keine Blutgerinnungshemmer nehmen.

Antikoagulanzien

Patienten, die einen ischämischen Schlaganfall oder eine transitorische ischämische Attacke aufgrund von Blutgerinnseln im Herzen hatten, könnte Warfarin, ein Blutgerinnungshemmer, verordnet werden. Da bei Einnahme von Warfarin und eines Blutgerinnungshemmers das Blutungsrisiko stark erhöht ist, werden diese Arzneimittel selten zusammen zur Vorbeugung von Schlaganfall verwendet.

Mitunter werden anstelle von Warfarin die neuen Blutgerinnungshemmer Dabigatran, Apixaban und Rivaroxaban angewendet.

Behandlung

  • Bei Bedarf Maßnahmen zur Unterstützung der Vitalfunktionen, wie der Atmung

  • Verschiedene Medikamente, Angiographie oder chirurgischer Eingriff

  • Rehabilitation

  • Behandlung von Problemen nach einem Schlaganfall

Jede Person mit Symptomen, die für einen Schlaganfall sprechen, sollte sofort ärztlichen Rat einholen. Je früher die Behandlung beginnt, umso besser die Erholungschancen. Daher entwickeln Rettungsdienste und Krankenhäuser kontinuierlich neue und bessere Möglichkeiten, um Schlaganfallpatienten nach Einsetzen der Symptome so schnell wie möglich zu behandeln.

Die Ärzte prüfen die Vitalfunktionen der Person, wie Herzfrequenz, Atmung, Temperatur und Blutdruck, um sicherzustellen, dass diese angemessen sind. Wenn nicht, werden sofort Maßnahmen zur Korrektur ergriffen. Wenn sich jemand zum Beispiel im Koma befindet oder nicht ansprechbar ist (was die Folge einer Hirnhernie sein kann), könnte mechanische Beatmung (mit einem durch den Mund oder die Nase eingeführten Atemschlauch) notwendig sein, um die Atmung zu unterstützen. Wenn die Symptome auf einen hohen Druck im Schädel hindeuten, könnten Arzneimittel zur Reduzierung der Schwellung im Gehirn verabreicht werden, und es könnte ein Monitor ins Gehirn platziert werden, um den Druck regelmäßig zu messen.

Die anderen Behandlungen, die während der ersten Stunden und Tage verwendet werden, sind vom Typ des Schlaganfalls abhängig.

Die Behandlung des ischämischen Schlaganfalls kann Folgendes umfassen:

  • Arzneimittel (wie Blutgerinnungshemmer, Antikoagulanzien, Arzneimittel zur Auflösung von Blutgerinnseln und Arzneimittel zur Kontrolle von Bluthochdruck)

  • Einführen eines dünnen, flexiblen Schlauchs (Katheters) in eine Arterie, meist in der Leiste, und durch die Aorta in eine Halsarterie

  • Spritzen eines Medikaments durch den Katheter, um ein Blutgerinnsel aufzulösen (intra-arterielle Thrombolyse)

  • Anwendung von Instrumenten, die durch den Katheter geschoben werden, um ein Blutgerinnsel zu entfernen (mechanische Thrombektomie)

  • Chirurgischer Eingriff (Endarteriektomie) zur Entfernung von Fettablagerungen, die den Blutfluss in eine Halsarterie blockieren

Die Behandlung des hämorrhagischen Schlaganfalls kann Folgendes umfassen:

  • Bei Bedarf Behandlungen, die die Blutgerinnung unterstützen (wie Vitamin K und die Transfusion von gefrorenem Frischplasma oder Blutplättchen)

  • Wenn der Blutdruck stark erhöht ist, Medikamente zur Kontrolle

  • Gelegentlich operative Entfernung von großen Bereichen angesammeltem Blutes oder Legen eines Shunts, um den erhöhten Hirndruck zu senken

  • Einsetzen kleiner Spulen oder Stents durch einen Katheter in den betroffenen Bereich zur Behandlung eines rupturierten Gehirn-Aneurysmas (die häufigste Ursache einer Subarachnoidalblutung—einer Art des hämorrhagischen Schlaganfalls)

Spätere und andauernde Behandlungen konzentrieren sich auf

  • die Vorbeugung zukünftiger Schlaganfälle

  • die Behandlung und Vorbeugung von Problemen, die ein Schlaganfall verursachen kann

  • die Wiedererlangung möglichst vieler Funktionen (Rehabilitation)

Tabelle
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Vorbeugung und Behandlung von Problemen nach einem Schlaganfall

Problem

Behandlungen

Um Blutgerinnsel zu verhindern, könnten die Ärzte Antikoagulanzien verordnen, z. B. Heparin oder Heparin mit niedrigem Molekulargewicht, elastische oder luftgefüllte Stützstrümpfe an den Beinen der betroffenen Person anlegen, um die Durchblutung zu verbessern oder beides.

Die Bewegung der Beine zur Förderung der Durchblutung könnte ebenfalls helfen. Die Personen werden ermutigt, umherzugehen oder ihre Beine zu bewegen, wenn sie dazu in der Lage sind (zum Beispiel ihre Knöchel zu strecken und zu beugen). Wenn jemand seine Beine nicht bewegen kann, könnte ein Therapeut oder eine andere Pflegekraft die Beine dieser Person bewegen (sogenannte passive Bewegung).

Pflegekräfte, anderes Personal oder Betreuungspersonen sollten jemanden, der bettlägerig ist oder im Rollstuhl sitzt, häufig wenden oder umlagern. Bereiche, die Druckgeschwüre entwickeln könnten, sollten jeden Tag untersucht werden.

Permanente Muskelverkürzung, die die Bewegungsfähigkeit einschränkt (Kontrakturen)

Die Bewegung der Gliedmaßen kann Kontrakturen verhindern. Personen, die dazu in der Lage sind, sollten sich bewegen und regelmäßig ihre Position ändern. Oder ein Therapeut oder ein anderes Personalmitglied könnte die Gliedmaßen dieser Person bewegen und sicherstellen, dass sie in eine angemessene Ruheposition gebracht werden. Manchmal werden Schienen verwendet, um die Gliedmaßen in Position zu halten.

Die Patienten werden hinsichtlich Schluckschwierigkeiten untersucht. Bei Schluckschwierigkeiten wird dafür gesorgt, dass sie ausreichend Flüssigkeit und Nahrung erhalten. Manchmal können einfache Techniken (zum Beispiel Positionierung des Kopfes, Atmung beim Schlucken) der Person beim sicheren Schlucken helfen. Sondenernährung könnte erforderlich sein, bis die Schluckfähigkeit zurückkehrt. Die Ernährungssonde kann auch über einen kleinen Bauchschnitt direkt durch die Bauchdecke in den Magen geführt werden.

Wenn jemand raucht, wird er ermutigt, aufzuhören.

Therapeuten können den Patienten auch beibringen, tiefe Atemübungen zu machen und zu husten, um die Atemwege freizulegen. Die Therapeuten könnten ein tragbares Atemgerät zur Verfügung stellen.

Falls erforderlich wird Sauerstoff über eine Gesichtsmaske oder einen in die Nase oder den Mund eingeführten Schlauch zugeführt.

Ärzte überprüfen die Betroffenen regelmäßig auf Anzeichen von Problemen mit den Harnwegen.

Nach Möglichkeit sollte ein Harnkatheter, der Harnwegsinfektionen verursachen könnte, nicht verwendet werden. Falls ein Katheter erforderlich ist, sollte er so bald wie möglich wieder entfernt werden.

Entmutigung und Depression

Die Ärzte besprechen die Auswirkung des Schlaganfalls mit der betroffenen Person und deren Familienmitgliedern oder Betreuungspersonen. Dazu gehören die Art der Erholung, die erwartet werden kann, und Methoden zum Umgang mit Funktionseinschränkungen. Die Betroffenen und ihre Betreuungspersonen werden mit Selbsthilfegruppen für Schlaganfall in Verbindung gesetzt. Zur Behandlung von Depression könnten eine formelle Therapie oder Arzneimittel notwendig sein.

Rehabilitation

Intensive Rehabilitationsmaßnahmen nach einem Schlaganfall können helfen, die Funktionseinschränkungen zu überwinden. Die Übungen während der Rehabilitation helfen, die Fähigkeit nicht betroffener Bereiche des Gehirns zu trainieren, die Funktionen des beschädigten Bereichs zu übernehmen. Beispielsweise lernt der Betroffene, durch den Schlaganfall nicht beeinträchtigte Muskeln einzusetzen, um Funktionsverlust auszugleichen.

Die Rehabilitation hat folgende Ziele:

  • So viele normale Funktionen bei täglichen Aktivitäten zurückzugewinnen wie möglich

  • Den körperlichen Zustand zu erhalten bzw. zu verbessern und das Laufen zu verbessern

  • Alte Fähigkeiten wiederzuerlangen bzw. falls nötig, neue hinzuzulernen

Der Erfolg hängt von dem geschädigten Gehirnbereich und dem körperlichen Allgemeinzustand des Patienten ab, von seinen körperlichen und geistigen Fähigkeiten vor dem Schlaganfall, seiner sozialen Situation sowie seiner Lernfähigkeit und Einstellung. Geduld und Ausdauer sind dabei entscheidend. Die aktive Teilnahme am Rehabilitationsprogramm kann den Betroffenen helfen, Depression zu vermeiden oder zu verringern.

Die Rehabilitation beginnt bereits im Krankenhaus, sobald der Patient körperlich dazu in der Lage ist, gewöhnlich ein bis zwei Tage nach der Einlieferung. Die betroffenen Gliedmaßen zu bewegen, ist ein wichtiger Bestandteil der Rehabilitation. Dadurch lässt sich der Verkürzung und Verhärtung der Muskeln vorbeugen. Auch Spannung und Kraft der Muskeln können erhalten werden. Wenn die Patienten die Muskeln nicht selbst bewegen können, kann der Therapeut dies für sie übernehmen. Der Patient wird ermutigt, dass er andere Aufgaben übt, wie sich im Bett zu bewegen und zu drehen, die Position zu wechseln und aufzustehen.

Nach einem Schlaganfall erfordern einige Probleme spezielle Therapien – z. B. um das Gehen zu unterstützen (Geh- oder Bewegungstraining), Koordination und Gleichgewicht zu verbessern, die Spastik (unwillkürliches Zusammenziehen der Muskeln) abzubauen oder Seh- und Sprechprobleme auszugleichen.

Nach der Entlassung aus dem Krankenhaus ist in den meisten Fällen ein stationärer Aufenthalt in einer Rehabilitationsklinik oder eine ambulante Behandlung in einem Rehabilitationszentrum oder zu Hause sinnvoll. Beschäftigungstherapeuten und Krankengymnasten helfen den Betroffenen, sich das Alltagsleben zu erleichtern und ihre Umgebungsbedingungen sicher zu gestalten.

Familienmitglieder und Freunde können zur Rehabilitation eines Patienten beitragen, indem sie sich stets daran erinnern, welche Auswirkungen ein Schlaganfall haben kann, sodass sie den Betroffenen besser verstehen und unterstützen können. Selbsthilfegruppen können Personen nach einem Schlaganfall oder deren Betreuungspersonen emotionale Unterstützung und praktische Ratschläge liefern.

Entscheidungen zum Lebensende

Bei manchen Personen wird die Lebensqualität nach einem Schlaganfall trotz intensiver Behandlung wahrscheinlich sehr schlecht bleiben. Bei diesen Personen konzentriert sich die Versorgung auf Schmerzlinderung, Komfortmaßnahmen und die Zuführung von Flüssigkeiten und Nahrung.

Personen, die einen Schlaganfall hatten, sollten so bald wie möglich Patientenverfügungen verfassen, da nicht abschätzbar ist, ob sich der Schlaganfall, unter Umständen mit gravierenden Folgen, wiederholt. Patientenverfügungen können einem Arzt helfen, zu bestimmen, welche Art von medizinischer Versorgung der Betroffene wünscht, wenn er diese Entscheidungen nicht mehr selbst treffen kann.

Der Alterungsprozess im Visier: Schlaganfälle

Nach einem Schlaganfall kommt es bei älteren Menschen mit größerer Wahrscheinlichkeit zu Problemen, wie Druckgeschwüren, Lungenentzündung, permanent verkürzten Muskeln (Kontrakturen), die die Bewegung einschränken, sowie Depressionen. Ältere Menschen haben auch mit größerer Wahrscheinlichkeit bereits Störungen, die die Behandlung eines Schlaganfalls einschränken. Sie könnten zum Beispiel sehr hohen Blutdruck oder Magen-Darm-Blutung haben, was eine Behandlung mit Antikoagulanzien zur Reduzierung des Risikos einer Blutgerinnselbildung ausschließt. Einige Behandlungen, wie die Endarteriektomie (chirurgische Entfernung von Fettablagerungen in den Arterien), führen bei älteren Menschen eher zu Komplikationen. Dennoch sollten die Behandlungsentscheidungen auf der Gesundheit der Person und nicht allein auf dem Alter basieren.

Manche häufig bei älteren Menschen auftretenden Erkrankungen können ihre Genesung nach einem Schlaganfall beeinträchtigen, wie z. B.:

  • Personen mit Demenz verstehen möglicherweise nicht, was für ihre Rehabilitation erforderlich ist.

  • Personen mit Herzinsuffizienz oder anderen Herzerkrankungen könnten ein größeres Risiko für einen weiteren Schlaganfall oder einen Herzinfarkt haben, der durch die körperlichen Übungen während der Rehabilitation ausgelöst wird.

Eine gute Genesung ist wahrscheinlicher, wenn ältere Menschen:

  • einen Familienangehörigen oder Betreuer haben, der ihnen hilft

  • in einer Umgebung leben, die die Unabhängigkeit erleichtert (zum Beispiel Wohnung im ersten Stock und in der Nähe von Einkaufsgelegenheiten)

  • über finanzielle Mittel für die Rehabilitation verfügen

Da die Erholung nach einem Schlaganfall von so vielen medizinischen, sozialen und finanziellen Faktoren sowie von der Lebensweise abhängig ist, sollte die Rehabilitation und Versorgung für ältere Menschen individuell gestaltet und von einem Team von Gesundheitsfürsorgeanbietern beaufsichtigt werden (einschließlich Pflegekräften, Psychologen und Sozialarbeitern sowie einem Arzt oder Therapeuten). Die Mitglieder des Teams können auch Informationen über Ressourcen und Strategien liefern, um den Schlaganfallpatienten und den Personen, die sie betreuen, mit den Alltagsaktivitäten zu helfen.

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