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Angiographie

Von

Mehmet Kocak

, MD, Rush University Medical Center

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Jun 2019| Inhalt zuletzt geändert Jul 2019
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Quellen zum Thema

Bei einer Angiographie werden Röntgenstrahlen zur Erstellung detaillierter Abbildungen der Blutgefäße verwendet. Sie wird manchmal als „konventionelle Angiographie“ bezeichnet, um sie von der computertomographischen (CT) Angiographie und der Magnetresonanz-Angiographie zu unterscheiden. Während der Angiographie können Ärzte Anomalien der Blutgefäße auch behandeln. Die Angiographie ist, obwohl invasiv, relativ sicher.

Eine Angiographie kann Ruhebilder oder in der sogenannten Kineangiographie auch bewegte Bilder liefern. Die Kineangiographie zeigt, wie schnell Blut durch die Blutgefäße strömt. (Siehe auch Koronarangiographie.)

Verfahren der Angiographie

Vor der Angiographie werden Patienten gebeten, 12 Stunden lang nüchtern zu bleiben, also nichts zu essen und zu trinken.

Während der Untersuchung liegen die Patienten auf einem für Röntgenstrahlen durchlässigen Röntgentisch. Da der Tisch eventuell geneigt wird, erhalten die Patienten Gurte um Brust und Beine. Die Röntgenkameras werden nach Bedarf positioniert. Zur Überwachung des Herzens werden Elektroden auf der Brust angebracht. Auch der Blutdruck und der Sauerstoffgehalt werden überwacht.

Nach der Injektion eines Lokalanästhetikums macht der Arzt einen kleinen Schnitt, meistens am Arm oder in der Leiste. Darüber führt er, meist in eine Arterie, einen dünnen, biegsamen Schlauch (Katheter) ein, der dann über die Blutgefäße in den zu untersuchenden Bereich vorgeschoben wird. Nach dem Legen des Katheters wird ein röntgendichtes Kontrastmittel (eine jodhaltige Flüssigkeit, die auf Röntgenbildern sichtbar ist) gespritzt. Das Kontrastmittel fließt durch die Blutgefäße und stellt sie dar. Die Bilder erscheinen auf einem Videobildschirm und werden aufgezeichnet. So kann der Arzt die Struktur der Blutgefäße und bestehende Anomalien erkennen.

Vor der Angiographie erhalten Patienten oft intravenös ein Beruhigungsmittel, damit sie sich entspannen können, doch bleiben sie während des Eingriffs bei Bewusstsein. Sie werden während der Untersuchung gebeten, tief einzuatmen, die Luft anzuhalten oder zu husten. Dabei sollten jegliche wahrgenommenen Beschwerden gemeldet werden.

Eine Angiographie kann unter einer Stunde oder mehrere Stunden lang dauern, je nachdem, welcher Teil des Körpers untersucht wird und welcher Untersuchungs- oder Eingriffstyp Anwendung findet. Normalerweise findet die Untersuchung ambulant statt.

Wurde der Katheter in eine Arterie gelegt, muss die Eintrittstelle, nachdem alle Instrumente wieder entfernt wurden, zehn bis zwanzig Minuten lang durchgehend mit einem Druckverband versorgt sein. Der Druck reduziert Blutungen und Einblutungen in die Haut. Alternativ kann eine kleine Verschlussvorrichtung verwendet werden, um das Loch im Blutgefäß zu verschließen. Nach der Untersuchung müssen Patienten eventuell mehrere Stunden lang liegen, um eine Blutung zu verhindern. In seltenen Fällen müssen sie auch im Krankenhaus übernachten. Im Anschluss an die Angiographie sollen Patienten sich ausruhen und zusätzlich trinken, damit das Kontrastmittel ausgeschieden werden kann.

Anwendung der Angiographie

Mit einer Angiographie werden die Blutgefäße, in der Regel die Arterien, auf Anomalien untersucht. Diese umfassen

  • Blockaden

  • Verengungen

  • Unnatürliche Verbindungen zwischen Arterien und Venen (arteriovenöse Fehlbildungen)

  • Entzündungen (Vaskulitis)

  • Ausbuchtungen (Aneurysmen) in der geschwächten Wand von Blutgefäßen

  • Risse (Dissektion) in der Wand von Blutgefäßen

Während einer Angiographie können die gefundenen Anomalien behandelt werden:

  • Verengte Arterien können erweitert werden.

  • Verstopfungen können entfernt werden.

  • Ein Röhrchen aus Drahtgitter (Stent) kann eingesetzt werden, um eine Arterie offen zu halten.

  • Risse oder Schwachstellen in einem Blutgefäß können ausgebessert werden.

  • Die Blutversorgung von Tumoren oder arteriovenösen Fehlbildungen kann unterbunden werden.

Varianten der Angiographie

Arteriographie

Dieser Begriff bezeichnet die bildliche Darstellung von Arterien. Eine Arteriographie ist die häufigste Form der Angiographie.

Venographie

Dieser Begriff bezeichnet die bildliche Darstellung von Venen. Die Venographie wurde bei der Diagnose von Gerinnseln in Venen (tiefe Beinvenenthrombose) weitgehend durch Ultraschalluntersuchungen ersetzt.

digitale Subtraktionsangiographie

Bevor und nachdem das röntgendichte Kontrastmittel injiziert wurde, werden Röntgenbilder von Blutgefäßen aufgenommen. Ein Computer zieht dann ein Bild vom anderen ab. So werden Abbildungen von anderen Strukturen als den Arterien, z. B. Knochen, gelöscht. Im Ergebnis sind die Arterien deutlicher sichtbar.

Tabelle
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Häufige Formen einer Angiographie

Art

Zu untersuchender Bereich

Anwendungsgebiete

Blutgefäße des Herzens

Mit einer Herzkatheterisierung das Herz selbst

Diagnose einer koronaren Herzkrankheit und anderer Herzkrankheiten

Entscheidung, ob eine Angioplastie oder ein koronararterieller Bypass möglich ist

Bestimmung des Schweregrads einer Herzkrankheit

Identifikation der Ursache von Schmerzen in der Brust, Kurzatmigkeit oder bestimmter anderer Symptome

Genaue Darstellung der individuellen Herzstruktur eines Patienten vor einem Herzklappenersatz

Aortographie

Aorta

Zur Überprüfung, ob folgende Anomalien vorliegen:

  • Aussackungen einer geschwächten Gefäßwand (Aneurysmen)

  • Risse in der Gefäßinnenwand (Dissektion)

  • Defekte Herzklappe zwischen der Hauptschlagader (Aorta) und dem linken Vorhof (Aortenregurgitation)

Zerebrale Angiographie

Blutgefäße des Gehirns

Zur Überprüfung, ob folgende Anomalien vorliegen:

  • Verengte oder verstopfte Blutgefäße, die einen Schlaganfall verursachen können

  • Unnatürliche Verbindungen zwischen Arterien und Venen (arteriovenöse Fehlbildungen)

  • Entzündung der Blutgefäße (Vaskulitis)

Blutgefäße des Auges

Beurteilung des Schadens an der Netzhaut (Retina) durch Diabetes (diabetische Retinopathie) oder aufgrund einer Makuladegeneration

Beurteilung der Retina vor der Lasertherapie

Periphere Arteriographie

Arterien der Arme, Beine und des Rumpfes, mit Ausnahme der Aorta und der Herzarterien

Zur Überprüfung, ob folgende Anomalien vorliegen:

  • Verengung oder Verschluss (periphere arterielle Verschlusskrankheit)

  • Anormale Durchgänge zwischen einer Arterie und einer Vene (arteriovenöse Fisteln)

  • Unnatürliche Verbindungen zwischen Arterien und Venen (arteriovenöse Fehlbildungen)

Pulmonale Angiographie*

Blutgefäße der Lunge

Diagnose einer Lungenembolie (Verstopfung der vom Herz zur Lunge führenden Lungenarterien durch Blutgerinnsel) und Untersuchung nach Auffälligkeiten der Pulmonalarterien und -venen

*Die pulmonale CT-Angiographie wurde weitgehend von der weniger invasiven pulmonalen Angiographie ersetzt.

CT = Computertomographie.

Nachteile der Angiographie

Für manche Patienten ist das Verfahren unangenehm. Bei einigen Patienten treten allergische Reaktionen auf das Kontrastmittel auf. Die Injektionsstelle kann bluten, sich infizieren oder schmerzen. In seltenen Fällen beschädigt der Katheter ein Blutgefäß.

Schwere Komplikationen wie Schock, Krampfanfälle, Nierenschäden und Herzstillstand kommen sehr selten vor. Manchmal setzen während einer Herzkatheteruntersuchung Herzschläge aus oder der Puls verlangsamt sich kurzfristig.

Das Komplikationsrisiko ist bei älteren Menschen höher, obwohl es auch dabei noch gering ist.

Die Strahlendosis, die bei der Angiographie eingesetzt wird, hängt vom Verfahren ab, ist aber in der Regel viel höher als bei einfachen Röntgenuntersuchungen. Die Strahlendosis bei der Koronarangiographie, zum Beispiel, ist 350- bis 750-mal so hoch wie bei einer einfachen Röntgenaufnahme des Brustkorbs.

Eine Angiographie kann nicht immer ohne größeren Aufwand durchgeführt werden. Sie muss durch gut ausgebildete Ärzte erfolgen.

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