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Lumbale Spinalkanalstenose

Von

Peter J. Moley

, MD, Hospital for Special Surgery

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Dez 2019| Inhalt zuletzt geändert Dez 2019
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Quellen zum Thema

Eine lumbale Spinalkanalstenose ist eine Verengung des Wirbelkanals im unteren Rückenbereich. Durch die Verengung werden die Nerven, die durch den unteren Rücken in die Beine wandern, zusammengedrückt (gequetscht).

  • Osteoarthrose, Verletzungen, Spondylolisthese und Spondylolyse können eine Verengung des Spinalkanals verursachen.

  • Die Schmerzen werden im Lendenwirbelbereich spürbar und können in einem oder beiden Beinen auftreten.

  • Die Diagnose stützt sich auf eine ärztliche Untersuchung und manchmal auf die Ergebnisse von bildgebenden Verfahren oder elektrodiagnostischen Untersuchungen.

  • Die Behandlung umfasst Maßnahmen zur Linderung von Schmerzen und bisweilen einen operativen Eingriff.

Der Spinalkanal verläuft durch die Mitte der Wirbelsäule und enthält das Rückenmark und das Nervenbündel, das sich vom unteren Ende des Rückenmarks in den unteren Rückenbereich erstreckt. Das Wort lumbal bezieht sich auf die Lendengegend, und Stenose bedeutet Verengung.

Die Spinalnerven ziehen sich über die gesamte Länge des Rückenmarks. Sie treten aus Lücken zwischen den Rückenwirbeln aus und sind mit Nerven im ganzen Körper verbunden. Der dem Rückenmark am nächsten gelegene Teil der Spinalnerven wird als Spinalnervenwurzel bezeichnet. Aufgrund ihrer Lage können die Wurzeln der Spinalnerven gequetscht werden, wenn sich der Spinalkanal verengt, und das führt zu Schmerzen.

Bei älteren Menschen ist eine lumbale Spinalkanalstenose häufig der Grund für Kreuzschmerzen und kann auch ein Ischiassyndrom verursachen. Bei Menschen mit einer angeborenen Verengung des Spinalkanals kann sie bereits im mittleren Alter auftreten.

Die häufigsten Ursachen einer lumbalen Spinalkanalstenose sind Osteoarthrose, Spondylolisthese und Spondylolyse. Weitere Ursachen umfassen Spondylitis ankylosans und Morbus Paget der Knochen.

Die Wirbelsäule

Das Rückgrat besteht aus einer Säule von Knochen, die man Wirbelknochen nennt (Wirbelsäule). Die Wirbel schützen das Rückenmark, einen langgezogenen, empfindlichen Strang im Wirbelkanal, der im Zentrum der Wirbelsäule verläuft. Zwischen den Wirbeln liegen Scheiben aus Knorpel (Bandscheiben), die als Abfederungspuffer des Rückgrats dienen und ihm eine gewisse Flexibilität verleihen.

Spinalnerven: Dem Rückenmark entspringen zwischen den Wirbeln 31 Spinalnervenpaare. Jeder Nerv teilt sich in zwei kurze Äste (Wurzeln).

Die motorischen Wurzeln leiten Befehle von Gehirn und Rückenmark in andere Körperregionen, insbesondere zur Skelettmuskulatur.

Die sensorischen Wurzeln übermitteln Informationen aus anderen Körperregionen an das Gehirn.

Cauda equina: Das Rückenmark endet zwar nach etwa drei Vierteln der Wirbelsäule, ein Nervenbündel läuft jedoch über das Rückenmark hinaus. Dieses Bündel heißt Cauda equina (lat. Pferdeschwanz), da es dem Schweif eines Pferdes ähnelt. Die Cauda equina überträgt Nervenimpulse zu und von den Beinen.

Die Wirbelsäule

Symptome

Die Symptome einer lumbalen Spinalkanalstenose hängen davon ab, welche Nerven betroffen sind. Es kann zu Schmerzen, Kribbeln, Schwäche und verringerten Reflexen in einem Fuß oder Bein kommen.

Die Schmerzen können über dem unteren Rücken spürbar sein und in einem oder beiden Beinen auftreten. Sie können sich verschlimmern, wenn man den Rücken streckt (wie beim Gehen oder Zurücklehnen), und gelindert werden, wenn man sich nach vorne lehnt oder sitzt.

Die Schmerzen treten beim Gehen, Laufen, Treppensteigen oder sogar beim Stehen auch im Gesäß, in den Oberschenkeln oder in den Waden auf. Die Schmerzen lassen sich nicht lindern, indem man stillsteht, aber indem man den Rücken beugt oder sich setzt (obwohl die Betroffenen weiterhin ein Kribbeln verspüren können). Bergaufgehen ist weniger schmerzhaft als Bergabgehen, weil der Rücken leicht gebeugt ist.

In seltenen Fällen kann eine plötzliche Kompression einer Nervenwurzel ein Kauda-Syndrom verursachen. Ist die Cauda equina (das Nervenbündel, das über das untere Ende des Rückenmarks hinausgeht) betroffen, gehen möglicherweise Blasen- und Darmkontrolle verloren. Ein Unterschenkel kann gelähmt werden, und das Gefühl in und um die Leistengegend herum kann verloren gehen. Bei derart schweren Symptomen ist sofortige ärztliche Hilfe nötig.

Diagnose

  • Untersuchung durch den Arzt

  • Manchmal bildgebende Verfahren, elektrodiagnostische Studien oder beides

Der Arzt stützt die Diagnose einer lumbalen Spinalkanalstenose in der Regel auf den charakteristischen Schmerz. Bei einer körperlichen Untersuchung prüft der Arzt die Kraft und die Reflexe des Patienten.

Bei Schwäche oder Taubheit oder länger als 6 Wochen andauernden Symptomen können weitere Tests durchgeführt werden. Magnetresonanztomographie (MRT) und Computertomographie (CT) sind bildgebende Verfahren, die dem Arzt helfen können, Anomalien der Wirbelsäule zu erkennen, die eine lumbale Spinalkanalstenose verursachen. Tests an Nerven und Muskeln (elektrodiagnostische Untersuchungen) wie Messungen der Nervenleitungsgeschwindigkeit und Elektromyographie können dem Arzt helfen, die betroffene Spinalnervenwurzel und die Schwere der Schädigung zu bestimmen.

Behandlung

  • Maßnahmen zur Schmerzlinderung

  • Manchmal chirurgischer Eingriff bei starken Schmerzen

Maßnahmen zur Schmerzlinderung

Ein bis zwei Tage Bettruhe können Schmerzlinderung verschaffen. Längere Bettruhe schwächt die Rumpfmuskulatur und führt zu erhöhter Steifheit, was die Rückenschmerzen verstärkt und die Genesung beeinträchtigt. Eine bequeme Schlafposition auf einer Matratze mittlerer Härte wird empfohlen. Rückenschläfer sollten ein Kissen unter die Knie legen. Seitenschläfer sollten ihren Kopf durch ein Kissen in eine gerade Position bringen (nicht nach unten zum Bett oder nach oben zur Decke geneigt). Sie sollten ein weiteres Kissen zwischen die Knie legen und Hüfte und Knie leicht beugen, falls sich dadurch die Rückenschmerzen lindern lassen. Die Betroffenen können weiterhin auf ihrem Bauch schlafen, wenn sie sich dabei wohlfühlen.

Kälte- oder Wärmeanwendungen mit Eisbeuteln oder einer Heizdecke und rezeptfreie Schmerzmittel (wie Paracetamol und nichtsteroidale Antirheumatika [NSAR]) können zur Schmerzlinderung beitragen. Manchen Patienten kann mit Medikamenten geholfen werden, die Nervenschmerzen reduzieren, wie Gabapentin, Antiepileptika oder bestimmte Antidepressiva. Bei starken oder anhaltenden Schmerzen können Kortikosteroide in den Epiduralraum (zwischen der Wirbelsäule und der äußeren Gewebeschicht, die das Rückenmark umhüllt) injiziert werden.

Physiotherapie und Dehnübungen an den aufgewärmten hinteren Oberschenkelmuskeln können die Muskelkrämpfe lindern. (Siehe auch Vorbeugung.)

Operation

Wenn die Schmerzlinderung bei Patienten mit einer lumbalen Stenose nicht wirksam ist, kann eine Operation erforderlich sein, um den Druck auf das Rückenmark und die Rückenmarknerven zu verringern. Ein solcher chirurgischer Eingriff wird als lumbale Laminektomie bezeichnet. Bei diesem Verfahren wird ein kleiner Einschnitt in der Haut entlang der Lendenwirbelknochen vorgenommen. Die Muskeln werden auseinandergeschoben, und der Knochen wird freigelegt. Ein Teil der Wirbel, die sogenannte Lamina, wird entfernt, was das Rückenmark und die Rückenmarknerven von dem Druck befreit. Wenn die Lamina in mehreren Wirbeln entfernt werden muss, können die Wirbel mit einem anderen Knochenstück verbunden werden. In manchen Fällen kann der Druck behoben werden, indem nur ein Loch in der Lamina angebracht, sie aber nicht vollständig entfernt wird. Dieses Verfahren wird lumbale Laminotomie genannt. Heutzutage können diese Verfahren durch sehr kleine Schnitte durchgeführt werden, was die Genesungszeit verkürzt.

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