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Follikulitis und Hautabszesse

Von

A. Damian Dhar

, MD, JD, North Atlanta Dermatology

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Okt 2019| Inhalt zuletzt geändert Okt 2019
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Kurzinformationen
Quellen zum Thema

Follikulitis und Hautabszesse sind eitergefüllte Taschen in der Haut, die infolge einer bakteriellen Infektion entstehen. Diese können oberflächlich oder tiefreichend sein und somit lediglich die Haarfollikel oder auch tiefere Strukturen der Haut betreffen.

Eine Follikulitis ist eine Art kleiner Hautabszess, bei dem das Follikel betroffen ist. Andere Arten von Abszessen können sowohl an der Hautoberfläche als auch in tieferen Strukturen der Haut auftreten, ohne dass immer Haarfollikel betroffen sind. Die meisten Hautabszesse werden vom Bakterium Staphylococcus aureus verursacht und treten in Form von eitergefüllten Taschen auf der Hautoberfläche auf. In letzter Zeit hat sich ein Staphylococcus-Stamm, der gegen früher wirksame Antibiotika resistent geworden ist, zu einer häufigeren Ursache entwickelt. Dieser Stamm wird Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus(MRSA) genannt.

Manchmal dringen die Bakterien durch ein Haarfollikel oder eine kleine Wunde ein; häufig gibt es jedoch keine offensichtliche Eintrittspforte. Menschen mit ungenügender Hygiene, chronischen Hauterkrankungen und solche, deren Nasengänge Staphylokokken enthalten, haben häufiger Episoden von Follikulitis oder Hautabszessen. Ein geschwächtes Immunsystem, Adipositas, fortgeschrittenes Alter und möglicherweise Diabetes gehören zu den häufigsten Risikofaktoren. Manche Menschen erleiden aus unbekannten Gründen immer wieder Infektionsschübe.

Um die Staphylokokken bei Menschen, die zu wiederkehrenden Infektionen neigen, zu eliminieren, wird ihnen eventuell geraten, sich am ganzen Körper mit antibakterieller Seife zu waschen, die Nase, wo sich die Bakterien verbergen können, mit antibiotischer Salbe auszustreichen und Antibiotika einzunehmen.

Follikulitis

Follikulitis ist eine Entzündung der Haarfollikel. Sie sieht wie ein kleiner roter oder weißer Pickel an der Haarbasis aus. Es können nur ein einzelner oder gleich mehrere Follikel entzündet sein. Jeder infizierte Follikel juckt und schmerzt leicht, ansonsten fühlen sich die Betroffenen nicht krank.

Manche Menschen ziehen sich eine Follikulitis in einem nicht ausreichend gechlorten Heißbecken oder Whirlpool zu. Diese „Whirlpool-Follikulitis“ oder „Whirlpool-Dermatitis“ wird von dem Bakterium Pseudomonas aeruginosa hervorgerufen. Sie setzt sechs Stunden bis fünf Tage nach dem Kontakt ein. Hautbereiche wie Rumpf und Gesäß, die von Badeanzug bedeckt waren, werden bevorzugt befallen.

Manche Menschen entwickeln eine milde Follikulitis in Bereichen, die Feuchtigkeit und Reibung ausgesetzt sind, wie z. B. in Bereichen unter Sportausrüstung oder am Gesäß.

Infizierte Haare fallen leicht aus oder können ausgerissen werden, dennoch neigt die Haut dazu, neue Pickel zu bilden.

Manchmal kräuseln sich nach dem Rasieren steife Barthaare und treten erneut in die Haut ein (eingewachsenes Haar), was zu einer milden Reizung und Entzündung führt. Allerdings besteht keine aktuelle Infektion. Diese Art der Follikulitis wird Pseudofolliculitis barbae genannt.

Follikulitis wird mit antibakteriellen Reinigungsmitteln oder Antibiotika, die direkt auf die Haut (lokal) aufgetragen werden, behandelt. Sind größere Bereiche betroffen, müssen unter Umständen Antibiotika oral eingenommen werden. Whirlpool-Follikulitis verschwindet nach einer Woche auch ohne Behandlung. Allerdings ist ein ausreichendes Chloren des Whirlpools erforderlich, um ein Wiederauftreten zu verhindern und andere vor der Infektion zu schützen. Eine durch eingewachsene Barthaare ausgelöste Follikulitis wird durch eine Reihe von Methoden mit unterschiedlichem Erfolg behandelt. Unter Umständen muss der Betroffene das Rasieren einstellen und den Bart wachsen lassen.

Bei schwerer, wiederauftretender Follikulitis kann eine Bakterienkultur angelegt werden (dazu wird eine Eiterprobe in ein Labor eingeschickt, wo sie auf ein Kulturmedium gestrichen wird, um die Mikroorganismen wachsen zu lassen). Die Ergebnisse der Kultur werden zur Auswahl des geeigneten Antibiotikums verwendet.

Hautabszesse

Hautabszesse sind warme, schmerzhafte, mit Eiter gefüllte Taschen, die durch eine Infektion entstehen, sich dicht unter der Hautoberfläche befinden und überall am Körper vorkommen können. Abszesse können im Durchmesser zwei bis mehrere Zentimeter groß sein.

Furunkel und Karbunkel sind Hautabszessarten.

Furunkel (Eiterbeulen) sind druckempfindliche, kleinere, oberflächlichere Abszesse, die der Definition nach einen Haarfollikel und das umgebende Gewebe betreffen. Furunkel findet man häufig am Hals, auf den Brüsten, im Gesicht und am Gesäß. Sie sind lästig und können schmerzhaft sein, wenn sie in der Nähe zu darunterliegenden Strukturen auftreten (zum Beispiel auf der Nase, an den Ohren oder Fingern).

Beispiele für Hautabszesse

Karbunkel sind Ansammlungen von Furunkeln, die unterhalb der Hautoberfläche miteinander verbunden sind. Wenn sie nicht behandelt werden, bilden die Abszesse Bläschen und platzen, woraufhin eine cremige, weiße oder rosafarbige Flüssigkeit austritt. Bakterien können sich auf das umliegende Gewebe ausbreiten und die Lymphknoten infizieren. Der Erkrankte kann fiebern und sich krank fühlen.

Ärzte diagnostizieren Hautabszesse anhand ihrer Erscheinungsform. Manchmal werden Eiterproben ins Labor geschickt, um die Bakterien zu identifizieren (sogenannte Kultur).

Ein Hautabszess kann durch Auflegen warmer Kompressen verschwinden. Andernfalls schneidet der Arzt einen Abszess auf und entfernt den Eiter. Nachdem der Eiter abgelassen wurde, vergewissert sich der Arzt, dass er den gesamten Eiter entfernt hat, indem er mit einem Instrument kleinere Taschen öffnet, die sich in der Abszessaushöhlung gebildet haben, und diese mit einer sterilen Kochsalzlösung ausspült. Manchmal wird der entleerte Abszess mit Mull abgedeckt, damit sich nicht mehr Eiter im Abszess bildet. Der Mullverband wird dann 24 bis 48 Stunden später wieder entfernt. Ist der Abszess völlig entleert worden, sind gewöhnlich keine Antibiotika nötig. Falls die betroffene Person allerdings ein geschwächtes Immunsystem hat, die Infektion sich auf umliegendes Gewebe ausgebreitet hat (Zellulitis), viele Abszesse vorliegen oder der Abszess im mittleren oder oberen Gesichtsbereich liegt, werden häufig Antibiotika wie Dicloxacillin und Cephalexin verabreicht, die Staphylokokken abtöten. Wenn der Verdacht auf eine Infektion durch Methicillin-resistenten Staphylococcus aureus besteht, werden gegen diesen Organismus wirksame Antibiotika, wie Trimethoprim, Sulfamethoxazol, Clindamycin oder Doxycyclin, verabreicht.

Menschen mit wiederkehrenden Hautabszessen können ihre Haut mit flüssiger Seife waschen, die spezielle Antiseptika enthält, und ein bis zwei Monate lang Antibiotika einnehmen.

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