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Kehlkopfkrebs

Von

Bradley A. Schiff

, MD, Montefiore Medical Center, The University Hospital of Albert Einstein College of Medicine

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Jul 2018| Inhalt zuletzt geändert Aug 2018
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Kurzinformationen
Quellen zum Thema

Kehlkopfkrebs ist eine Krebserkrankung, die im Kehlkopf entsteht (auch als Larynx bezeichnet).

  • Betroffene können heiser sein, einen Kloß im Hals spüren oder Schwierigkeiten beim Atmen oder Schlucken haben.

  • Zur Diagnose ist eine Biopsie erforderlich.

  • Die Prognose hängt davon ab, wie fortgeschritten der Krebs bereits ist.

  • Die Behandlung erfolgt in der Regel mit einer Operation und/oder einer Strahlentherapie, wobei gelegentlich auch Chemotherapie zum Einsatz kommt.

Der Kehlkopf (Larynx) umfasst den obersten Teil der Luftröhre (Trachea) und die Stimmbänder.

Bei den meisten Krebserkrankungen des Kehlkopfs handelt es sich um Plattenepithelkarzinome. Das bedeutet, der Krebs entsteht in den Zellen des Plattenepithels, das den Kehlkopf auskleidet.

Kehlkopfkrebs ist ein häufiger Krebs des Kopf- und Halsbereichs und tritt bei Männern häufiger auf als bei Frauen. Die meisten Patienten mit Kehlkopfkrebs sind über 60 Jahre alt. Der größte Risikofaktor ist Rauchen, und über 95 % der Betroffenen sind Raucher. Alkoholmissbrauch erhöht das Risiko ebenfalls. Die Zahl der Menschen, die an Kehlkopfkrebs erkranken, sinkt. Höchstwahrscheinlich ist dies auf veränderte Rauchgewohnheiten zurückzuführen.

Krebserkrankungen der Stimmbänder verursachen in der Regel bereits früher Symptome, breiten sich weniger aus und sind häufiger heilbar als Krebserkrankungen anderer Teile des Kehlkopfes.

Wussten Sie ...?

  • Eine Person, die seit mehr als 2 bis 3 Wochen heiser ist, sollte sich von einem Arzt untersuchen lassen.

Symptome

Kehlkopfkrebs entsteht gewöhnlich an den Stimmbändern und verursacht schnell Heiserkeit. Jemand, der seit mehr als zwei bis drei Wochen heiser ist, sollte einen Arzt aufsuchen.

Krebs, der in anderen Bereichen des Kehlkopfs entsteht, entwickelt sich langsamer und verursacht zuerst andere Symptome als Heiserkeit, und zwar:

  • Gewichtsverlust

  • Halsschmerzen

  • Ohrenschmerzen

  • Kloßige Stimme (als ob der Betroffene eine heiße Kartoffel im Mund hätte)

  • Schwierigkeiten beim Schlucken oder Atmen

Manchmal jedoch wird ein „Kloß im Hals“, der von der Ausbreitung des Krebses auf einen Lymphknoten (Metastasierung) herrührt, vor allen anderen Symptomen bemerkt.

Diagnose

  • Laryngoskopie

  • Biopsie

  • Bildgebende Verfahren zur Stadieneinteilung

Die Diagnose eines Kehlkopfkrebses wird gestellt, indem der Arzt den Kehlkopf durch einen dünnen, flexiblen Beobachtungstubus betrachtet (Laryngoskop), der einen direkten Blick auf den Kehlkopf gestattet, und eine Gewebeprobe zur mikroskopischen Untersuchung entnimmt (Biopsie). Eine Biopsie wird meistens im Operationssaal unter Vollnarkose durchgeführt. Wenn eine Krebserkrankung vorliegt, kann der Betroffene auch Tests zur Stadieneinteilung unterzogen werden, um festzustellen, wie weit sich der Krebs ausgebreitet hat. Diese umfassen Folgendes:

Prognose

Je größer der Kehlkopftumor ist und je weiter er sich ausgebreitet hat, desto schlechter ist die Prognose. Wenn der Tumor bereits in Muskeln, Knochen oder Knorpel eingedrungen ist, ist Heilung weniger wahrscheinlich. Etwa 85 bis 95 % der Patienten mit kleinen Tumoren der Stimmbänder, die sich noch nicht ausgebreitet haben (metastasiert sind), überleben 5 Jahre. Im Gegensatz dazu sind es bei Patienten, deren Kehlkopfkrebs sich bereits auf die lokalen Lymphknoten ausgebreitet hat, nur 45 %. Bei Patienten, bei denen sich der Krebs bereits über die lokalen Lymphknoten hinaus ausgebreitet hat, beträgt die Wahrscheinlichkeit, länger als 5 Jahre zu überleben, etwa 30 %.

Behandlung

  • Operation

  • Strahlentherapie

  • Chemotherapie

Die Behandlung von Kehlkopfkrebs hängt vom Stadium ab und davon, wo genau der Krebs innerhalb des Kehlkopfs sitzt.

Behandlung der Krebserkrankung im Frühstadium

Bei Krebs im Frühstadium hat der Arzt die Wahl zwischen einer Operation und einer Strahlentherapie. Wenn die Stimmbänder betroffen sind, wird die Strahlentherapie häufig gegenüber einer Operation bevorzugt, weil vielfach die normale Stimme des Betroffenen erhalten werden kann. Bei Kehlkopfkrebs in sehr frühen Stadien wird Mikrochirurgie einer Strahlentherapie möglicherweise vorgezogen, da sie genauso wirksam sein kann und im Gegensatz zur Strahlentherapie mit einer einzigen Behandlung abgeschlossen ist. Bei der Mikrochirurgie wird ein Laryngoskop (flexibler Betrachtungsschlauch) verwendet, der entweder Instrumente oder einen mit hoher Energie erzeugten Lichtstrahl (einen Laserstrahl) enthält. Im Gegensatz zur traditionellen Operation mit einem Skalpell, welche die Stimme der betroffenen Person beeinträchtigen kann, verursacht Mikrochirurgie weniger Probleme beim Schlucken und Sprechen.

Behandlung der Krebserkrankung im mittleren Stadium

Falls sich der Kehlkopftumor nur leicht in das umliegende Gewebe ausgebreitet hat, kann anstatt einer Operation eine Strahlentherapie in Kombination mit Chemotherapie (sogenannte Radiochemotherapie) durchgeführt werden, die ebenso wirksam sein kann, sich aber weniger auf die Stimme des Betroffenen auswirkt. Ein operativer Eingriff kann trotzdem erforderlich sein, um Tumorreste zu entfernen, die nach der Radiochemotherapie möglicherweise noch vorhanden sind.

Behandlung der Krebserkrankung im fortgeschrittenen Stadium

Wenn sich der Kehlkopfkrebs auf den Knochen oder Knorpel ausgebreitet hat, ziehen Ärzte in der Regel einen chirurgischen Eingriff vor, um einen Teil oder den gesamten Kehlkopf und die Stimmbänder zu entfernen, was als partielle oder totale Laryngektomie bezeichnet wird. Anschließend erfolgt eine Strahlentherapie und manchmal eine Chemotherapie. Falls der Krebs für Bestrahlung oder Operation zu weit fortgeschritten ist, kann eine Chemotherapie dazu beitragen, die Schmerzen zu lindern und den Tumor zu verkleinern, sie wird den Krebs jedoch wahrscheinlich nicht heilen.

Nebenwirkungen der Behandlung

Chirurgische und nicht chirurgische Behandlungen gehen fast immer mit erheblichen Nebenwirkungen einher.

Durch Bestrahlung kann es zu Hautveränderungen (Entzündungen, Juckreiz, Haarausfall), Narben, Geschmackseinbußen, Mundtrockenheit und gelegentlich zur Zerstörung von gesundem Gewebe kommen. Wenn bei der Bestrahlung der Kiefer einbezogen wird, müssen Zahnprobleme korrigiert und kranke Zähne vor der Bestrahlung gezogen werden, da eine spätere zahnärztliche Arbeit durch die Bestrahlung erschwert wird und es zu schweren Infektionen des Kieferknochens kommen kann.

Je nach verwendetem Arzneimittel verursacht eine Chemotherapie verschiedenste Nebenwirkungen. Hierzu zählen Übelkeit, Erbrechen, Hörverlust und Infektionen.

Chirurgische Eingriffe, andere Behandlungen und der Tumor selbst können das Schlucken und Sprechen beeinträchtigen. In solchen Fällen sind Rehabilitationsmaßnahmen erforderlich. Verschiedene Methoden ermöglichen Menschen ohne Stimmlippen das Sprechen ( Sprechen ohne Stimmlippen), oft mit guten Ergebnissen. Je nachdem, welches Gewebe betroffen ist, kommt auch eine wiederherstellende Operation infrage.

Sprechen ohne Stimmlippen

Sprechen erfordert eine Quelle für Schallwellen (Vibrationen) und eine Möglichkeit, diese in Worte umzusetzen. Normalerweise werden die Vibrationen von den Stimmbändern erzeugt, um dann von Zunge, Gaumen und Lippen zu Worten geformt zu werden. Nach einer Entfernung der Stimmbänder beziehungsweise der Stimmlippen können die Betroffenen wieder sprechen, wenn die Vibrationen durch eine neue Quelle erzeugt werden, weil ihre Zunge, ihr Gaumen und ihre Lippen in der Lage sind, diese neuen Vibrationen zu Wörtern zu formen.

Es gibt für Menschen ohne Kehlkopf drei Methoden, um Schallwellen zu erzeugen. Bei allen drei Methoden wird Schall durch den Rachen (Pharynx), den Gaumen, die Zunge, die Zähne und Lippen in Sprache umgewandelt.

Ösophagussprache

  • Ein operativer Eingriff oder mechanische Hilfsmittel sind nicht erforderlich.

  • Der Betroffene lernt, Luft in die Speiseröhre (die Verbindung von Rachen und Magen) zu schlucken und die Luft wie beim Rülpsen auszustoßen, um einen Ton zu erzeugen.

  • Schwer zu erlernen und möglicherweise für Außenstehende schwer zu verstehen

Tracheo-ösophageale Punktion

  • Einsetzen eines Shuntventils in ein chirurgisch geschaffenes Loch zwischen der Luftröhre (Trachea) und der Speiseröhre

  • Sprache wird produziert, indem beim Ausatmen die Luft durch das Ventil in die Speiseröhre umgeleitet wird

  • Erfordert viel Übung

  • Ermöglicht mit der Zeit häufig leichte und flüssige Sprache

  • Das Ventil muss täglich gereinigt und nach mehreren Monaten ausgetauscht werden.

  • Bei einigen Ventilen muss die Öffnung in der Luftröhre zum Sprechen mit einem Finger verschlossen werden.

  • Bei einer Fehlfunktion des Ventils können versehentlich Getränke und Nahrung in die Luftröhre gelangen.

Elektrolarynx

  • Batteriebetriebene Vibrationsvorrichtung, die als Schallquelle wirkt, wenn sie gegen den Hals gehalten wird

  • Der Klang wirkt künstlich und mechanisch.

  • Einfacher in der Anwendung und besser zu verstehen als Ösophagussprache

  • Erfordert Batterien und muss von dem Betroffenen mitgeführt werden

  • Wenig oder keine Übung erforderlich

  • Bedeutet für viele Betroffene ein erhebliches soziales Stigma

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