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Ohren

Von

David M. Kaylie

, MS, MD, Duke University Medical Center

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Mai 2019| Inhalt zuletzt geändert Mai 2019
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Quellen zum Thema

Das Ohr ist das Hör- und Gleichgewichtsorgan und besteht aus dem äußeren Ohr sowie dem Mittel- und Innenohr.

Alle drei Bereiche des Ohres wirken zusammen, um Schallwellen in Nervenimpulse umzuwandeln, die ins Gehirn wandern, wo sie dann als Geräusch gedeutet werden.

Das Innenohr hat zudem eine wichtige Funktion als Gleichgewichtsorgan.

Ein Blick ins Ohr

Ein Blick ins Ohr

Äußeres Ohr

Das äußere Ohr umfasst den äußerlich sichtbaren Teil des Ohres (Pinna oder Aurikel) und den Gehörgang (Ohrloch).

Die Pinna besteht aus von Haut überdecktem Knorpel. Sie soll Schallwellen auffangen und über den Gehörgang zum Trommelfell leiten, einer feinen Membran, die das äußere Ohr vom Mittelohr trennt.

Mittelohr

Das Mittelohr besteht aus dem Trommelfell und einer kleinen, luftgefüllten Kammer, in der die drei Gehörknöchelchen (Ossicula) sitzen, die das Trommelfell mit dem Innenohr verbinden. Diese sind nach ihrer Form benannt. Der Hammer (Malleus) ist am Trommelfell angewachsen. Der Amboss (Incus) verbindet den Hammer mit dem Steigbügel (Stapes), der im ovalen Fenster liegt, einer dünnen Membran, die das Innenohr verschließt. Die Gehörknöchelchen verstärken die Schwingungen des Trommelfells mechanisch und leiten sie zum ovalen Fenster.

Das Mittelohr birgt zudem zwei kleine Muskeln. Der Musculus tensor tympani setzt am Hammer an und hilft, das Ohr abzustimmen und zu schützen. Der Musculus stapedius setzt am Steigbügel an. Dieser Muskel zieht sich als Reaktion auf laute Geräusche zusammen, was die Gehörknöchelchen hart werden lässt, damit weniger Geräusche übermittelt werden. Diese Reaktion, der so genannte akustische Reflex, soll das empfindliche Innenohr vor Lärmschädigung schützen.

Die eustachische Röhre ist eine kleine Röhre, die das Mittelohr mit dem Luftweg im hinteren Teil der Nase (Nasopharynx) verbindet. Über diese Röhre gelangt Außenluft ins Mittelohr (hinter dem Trommelfell). Die eustachische Röhre, die sich öffnet, wenn ein Mensch schluckt, unterstützt die Aufrechterhaltung eines gleichmäßigen Luftdrucks auf beiden Seiten des Trommelfells und verhindert, dass sich Flüssigkeit im Mittelohr ansammelt. Bei Luftdruckunterschieden kann sich das Trommelfell nach innen oder außen wölben, was unangenehm ist und das Hören beeinträchtigen kann. Schlucken oder ein bewusst herbeigeführter Druckausgleich können bei plötzlichen Luftdruckveränderungen, die insbesondere beim Fliegen häufig auftreten, helfen. Die Verbindung der eustachischen Röhre zum Mittelohr erklärt, weshalb Infektionen der oberen Atemwege (wie z. B. Erkältungen), welche die eustachische Röhre entzünden und blockieren, leicht Mittelohrentzündungen und schmerzhafte Druckveränderungen im Mittelohr hervorrufen können.

Innenohr

Das Innenohr (Labyrinth) ist eine komplexe Struktur, die aus zwei Hauptteilen besteht:

  • Cochlea: Das eigentliche Hörorgan

  • Vestibularapparat: Das Gleichgewichtsorgan

Cochlea

Die Cochlea, eine Röhre, die die Form eines Schneckenhauses hat, ist mit Flüssigkeit gefüllt. In der Cochlea befindet sich das Corti-Organ, zu dem über 20.000 spezialisierte Zellen, die sogenannten Haarzellen, gehören. Diese haben winzige, haarartige Fortsätze (Zilien), welche in die Flüssigkeit in der Hörschnecke hineinragen. Wenn die Gehörknöchelchen im Mittelohr Schallwellen zum ovalen Fenster des Innenohrs transportieren, beginnen Flüssigkeit und Zilien zu schwingen. Die Haarzellen in unterschiedlichen Bereichen der Schnecke reagieren auf jeweils unterschiedliche Schallfrequenzen und wandeln diese Schwingungen in Nervenimpulse um. Über die Fasern des Hörnervs werden diese Impulse ins Gehirn weitergeleitet. Das runde Fenster ist eine kleine mit einer Membran überdeckte Öffnung zwischen der mit Flüssigkeit gefüllten Schnecke und dem Mittelohr. Dieses Fenster hilft beim Dämpfen des Drucks, der durch Schallwellen in der Schnecke verursacht wird.

Trotz der Schutzwirkung des akustischen Reflexes kann Lärm die Haarzellen schädigen und zerstören. Eine zerstörte Haarzelle wächst nicht mehr nach. Anhaltender Lärm führt zu fortschreitender Schädigung, die schließlich einen Hörverlust und manchmal auch Ohrgeräusche (Tinnitus) nach sich zieht.

Vestibularapparat

Der Vestibularapparat besteht aus Folgendem:

  • Zwei mit Flüssigkeit gefüllte Beutel, die Sacculus und Utriculus genannt werden

  • Drei mit Flüssigkeit gefüllte Kanäle, die als Bogengänge bezeichnet werden

Diese Lungenbläschen und Röhren sammeln Informationen zur Position und Bewegung des Kopfes. Das Gehirn nutzt diese Informationen zum Beibehalten des Gleichgewichts.

Sakkulus und Utrikulus enthalten Zellen, die Kopfbewegungen in einer geraden Linie wahrnehmen, nämlich von hinten nach vorne oder von oben nach unten.

Die Bogengänge sind drei mit Flüssigkeit gefüllte, rechtwinklig zueinander angeordnete Gänge, die Drehbewegungen des Kopfes wahrnehmen. Bei Drehbewegungen des Kopfes gerät ihre Flüssigkeit in Bewegung. Je nach Richtung der Kopfbewegung fällt diese Flüssigkeitsbewegung in einem Gang stärker aus als in den anderen. Die Gänge enthalten Haarzellen, die auf diese Flüssigkeitsbewegung reagieren. Haarzellen lösen Nervenimpulse aus, welche dem Gehirn mitteilen, in welche Richtung sich der Kopf bewegt, damit eine angemessene Handlung zur Beibehaltung des Gleichgewichts unternommen werden kann.

Wenn es bei den Bogengängen zu einer Fehlfunktion kommt, was bei einer Infektion der oberen Atemwege der Fall sein kann, oder eine andere vorübergehende oder permanente Störung auftritt, so kann der Gleichgewichtssinn der Person verloren gehen oder es entwickelt sich ein falsches Gefühl der Bewegung oder des Sich-Drehens (Schwindel).

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