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Die ersten Tage nach der Geburt

Von

Deborah M. Consolini

, MD, Sidney Kimmel Medical College of Thomas Jefferson University

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Sep 2019| Inhalt zuletzt geändert Sep 2019
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Mutter und Kind verbringen normalerweise einen oder zwei Tage im Krankenhaus. In dieser Zeit lernen die Eltern, das Neugeborene zu füttern, zu baden und anzuziehen und werden mit seinen Bewegungen, Signalen und Geräuschen allmählich vertraut.

Vor der Entlassung aus dem Krankenhaus erhalten die Eltern routinemäßige Informationen zur Versorgung der Nabelschnur, der Beschneidung, der Haut, zu Urin und Stuhlgängen sowie zum Körpergewicht.

Nabelschnur

Die Nabelschnurklemme aus Kunststoff wird innerhalb von 24 Stunden nach der Geburt entfernt. Der Nabelschnurstumpf muss sauber und trocken gehalten werden. Ärzte empfehlen nicht mehr, täglich eine Alkohollösung oder andere antiseptische Lösungen auf den Stumpf aufzutragen. Nach ein bis zwei Wochen fällt der Stumpf von allein ab. In seltenen Fällen kann es zu einer Infektion der Nabelschnur kommen. Deshalb müssen alle Anzeichen einer Rötung, Schwellung oder eines Ausflusses vom Arzt abgeklärt werden.

Beschneidung

Normalerweise wird eine Beschneidung, wenn diese gewünscht wird, in den ersten Lebenstagen durchgeführt, häufig bevor das Neugeborene entlassen wird. Die Entscheidung, ob das Neugeborene beschnitten wird, hängt normalerweise von der Religion oder den persönlichen Vorlieben der Eltern ab. Der wichtigste medizinische Grund für eine Beschneidung liegt in der Entfernung einer ungewöhnlich verengten Vorhaut, die den Harnfluss behindert. Obwohl bei beschnittenen Männern auch ein geringeres Risiko für Krebs am Penis und Harnwegsinfektionen besteht, können solche Risiken auch mit der richtigen Hygiene minimiert werden.

Ungefähr 2 bis 20 von 1.000 Jungen haben eine Komplikation, meist eine leichte Blutung oder örtliche Infektion. Bei einer schweren Infektion jedoch kann es zur Narbenbildung und in sehr seltenen Fällen zu einer ungewollten Amputation der Eichel kommen. Bei einigen nicht beschnittenen männlichen Säuglingen muss zu einem späteren Zeitpunkt eine Beschneidung vorgenommen werden.

Vor der Beschneidung sollte der Junge uriniert haben. Der Eingriff sollte nicht vorgenommen werden, wenn eine Blutungsstörung vorliegt oder der Penis eine Fehlbildung aufweist, da dann die Vorhaut für eine spätere plastische Operation benutzt werden kann. Die Beschneidung muss verschoben werden, wenn die Frau während der Schwangerschaft blutverdünnende Medikamente, wie z. B. gerinnungshemmende Mittel oder Aspirin, eingenommen hat. Dann wird so lange gewartet, bis diese Medikamente vom Organismus des Neugeborenen vollständig abgebaut wurden.

Haut

Die meisten Neugeborenen bekommen in der ersten Lebenswoche einen leichten Hautausschlag. Gewöhnlich tritt er dort auf, wo die Kleidung an Armen, Beinen und Rücken reibt, selten auch im Gesicht. Der Ausschlag klingt meist ohne Behandlung ab. Lotionen, Puder, parfümierte Seife und Kunststoffhosen über der Windel machen den Ausschlag, vor allem bei heißem Wetter, meist noch schlimmer. In den ersten Lebenstagen wird die Haut oft trocken und schält sich, vor allem in den Hautfalten, an den Handgelenken und Knöcheln.

Die Haut von Neugeborenen, die ansonsten gesund sind, kann nach dem ersten Lebenstag eine gelbliche Färbung entwickeln (Gelbsucht). Die Gelbsucht tritt auf, da sich die Leber des Neugeborenen erst auf ihre Funktion außerhalb des Mutterleibs einstellen muss. Eine Gelbsucht, die innerhalb von 24 Stunden nach der Geburt beginnt, ist besonders besorgniserregend und kann auf schwere Störungen hinweisen. Wenn beim Neugeborenen eine Gelbsucht auftritt, nehmen die Ärzte gewöhnlich eine Blutuntersuchung vor, um den Bilirubinspiegel zu messen, den Hauptfarbstoff der Gallenflüssigkeit. Wenn die Bilirubinkonzentration ein gewisses Maß übersteigt, wird eine Phototherapie eingeleitet, bei der das unbekleidete Neugeborene hellem Licht („Bili“-Leuchte) ausgesetzt wird. Das Licht wird vielleicht für 2 Tage bis zu einer Woche benötigt.

Urin und Stuhlgang

In den ersten 2 Tagen ist der ausgeschiedene Urin konzentriert und enthält oft Salze der Harnsäure, Harnsalze genannt, die die Windeln orange oder rosa färben können. Scheidet das Neugeborene innerhalb der ersten 24 Lebensstunden keinen Urin aus, muss der Arzt die Ursache dafür finden. Eine Verzögerung bei der Urinausscheidung kommt häufiger bei Jungen vor.

Die erste Darmentleerung des Neugeborenen ist eine klebrige, grünschwarze Substanz, was als Kindspech oder Mekonium bezeichnet wird. Jedes Neugeborene sollte sein Kindspech innerhalb von 24 Stunden nach der Geburt abgegeben haben. Wenn dies bei einem Neugeborenen nicht der Fall ist, kann der Arzt untersuchen, ob eine Störung vorliegt. Gelegentlich kann z. B. ein Geburtsfehler der Grund für eine Verstopfung des Darms sein.

Gewicht

Die meisten Neugeborenen verlieren in den ersten Lebenstagen 5 bis 7 Prozent ihres Geburtsgewichts, hauptsächlich da Flüssigkeit über den Urin verloren geht und das Kindspech abgeht. Wird ein Neugeborenes gestillt, erreicht es sein Geburtsgewicht innerhalb von etwa 2 Wochen, bei Flaschennahrung nach etwa 10 Tagen. Anschließend sollten sie in den ersten Lebensmonaten jeden Tag etwa 20 bis 30 Gramm zunehmen. Im Alter von etwa 5 Monaten sollte ein Säugling etwa doppelt so viel wiegen wie bei der Geburt.

Entlassung aus dem Krankenhaus

In den USA können Mutter und Säugling normalerweise bereits innerhalb von 24 bis 48 Stunden das Krankenhaus verlassen. Bei einer Entlassung innerhalb von 48 Stunden sollte der Säugling 2 bis 3 Tage später ärztlich untersucht werden (siehe Vorsorgeuntersuchungen bei Kindern). Wenn ein Säugling später als 48 Stunden entlassen wird, wird die Untersuchung im Alter von bis zu 2 Wochen oder früher durchgeführt, wenn ein bestimmtes Problem vorliegt (wie Probleme beim Füttern, Verstopfung, Durchfall oder Gelbsucht).

Normalerweise erfolgt die Entlassung durch einen Kinderarzt. Zuvor erhalten die Eltern genaue Informationen, wann sie die Praxis des Kinderarztes kontaktieren sollten. Wenn der Säugling zum Beispiel Fieber hat (die Temperatur sollte rektal gemessen werden), bei Atemnot, Appetitlosigkeit, Erbrechen von Galle (d. h. Erbrechen von grünlich-gelber Substanz) oder einer Blaufärbung der Haut (Zyanose).

Sobald das Kind zuhause ist, müssen sich alle Beteiligten an die neue Situation mit einem Neugeborenen im Haushalt anpassen. Für einen Haushalt, in dem bisher keine Kinder waren, kann die Umstellung der Lebensweise sogar dramatisch sein. Wenn bereits andere Kinder vorhanden sind, kann Eifersucht zu einem Problem werden. Damit die Umstellung der anderen Kinder auf das neue Baby leichter wird, ist es wichtig, den anderen Kindern weiterhin Beachtung zu schenken und sie in die Versorgung des Babys mit einzubinden. Haustiere brauchen unter Umständen ebenfalls mehr Aufmerksamkeit, damit sie das Baby akzeptieren. In manchen Fällen kann es notwendig sein, die Haustiere nicht an das Baby zu lassen.

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