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Bedenken bezüglich Impfungen für Kinder

Von

Michael J. Smith

, MD, MSCE, Duke University

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Jul 2020| Inhalt zuletzt geändert Jul 2020
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Trotz der strengen Sicherheitssysteme in den USA sind viele Eltern dennoch über die Sicherheit von Impfstoffen für Kinder und das Impfschema besorgt. Dies führte dazu, dass einige Eltern manche oder alle Impfungen, die für ihre Kinder empfohlen werden, ablehnten. Krankheiten, die durch Impfstoffe verhindert werden können, treten bei Kindern, deren Eltern einen oder mehrere Impfstoffe ablehnten, mit viel größerer Wahrscheinlichkeit auf.

Namentlich ist die Wahrscheinlichkeit bei nicht geimpften Kindern für bestimmte Erkrankungen folgendermaßen erhöht:

In den USA sterben Kinder immer noch an Krankheiten, die durch Impfstoffe verhindert werden können. Im Jahr 2008 zogen sich in Minnesota fünf Kinder die lebensbedrohliche Haemophilus-influenzae-Typ B-Infektion zu. Dies ist die höchste Zahl seit 1992. Drei der infizierten Kinder, von denen eines starb, hatten keinen Impfstoff erhalten, da die Eltern die Impfung verschoben oder abgelehnt hatten.

Masern-Mumps-Röteln-(MMR)-Impfstoff und Bedenken bezüglich Autismus

In den Medien wurde über Bedenken bezüglich eines möglichen Zusammenhangs zwischen dem MMR-Impfstoff und Autismus berichtet. Diese basierten auf einem falschen und kurzen medizinischen Bericht aus dem Jahre 1998 über 12 Kinder mit Entwicklungsstörungen wie etwa Autismus. Deren Eltern berichteten, dass acht der Kinder innerhalb eines Monats vor Ausbruch der Symptome den MMR-Impfstoff erhalten hatten. Da diese Ereignisse auch zufällig aufgetreten sein könnten, wurden seitdem viele Studien durchgeführt, um einen möglichen Zusammenhang zwischen dem Impfstoff und Autismus festzustellen. In keiner der Studien wurde ein solcher Zusammenhang nachgewiesen.

Die größte dieser Studien untersuchte 537.303 dänische Kinder, die zwischen 1991 und 1998 geboren wurden. Die meisten dieser Kinder (82 Prozent) hatten den MMR-Impfstoff erhalten. Ärzte stellten fest, dass

  • bei geimpften Kindern keine höhere Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung an Autismus besteht als bei ungeimpften Kindern.

Bei 608 der 440.655 geimpften Kinder (0,138 Prozent) bzw. 130 der 96.648 ungeimpften Kinder (0,135 Prozent) kam es zu Autismus oder einer damit verbundenen Störung. Der Anteil der Kinder, die autistisch wurden, ist in der Gruppe mit geimpften und geimpften Gruppen fast identisch. Eine Nachbeobachtungsstudie aller Kinder, die in Dänemark zwischen 1999 und 2010 geboren wurden, insgesamt 657.461 Kinder, ergab, dass MMR nicht generell Autismus verursacht oder das Risiko bei Kindern erhöht, die aufgrund ihrer Familiengeschichte bereits ein hohes Autismusrisiko aufweisen.

Weitere ähnliche Studien aus aller Welt kamen zu vergleichbaren Ergebnissen. Außerdem enthält die weit verbreitete Studie, die Autismus mit dem MMR-Impfstoff in Zusammenhang bringt, ernstzunehmende wissenschaftliche Mängel in ihren Untersuchungen und wird von medizinischen und wissenschaftlichen Fachgruppen angezweifelt.

Trotz der überwältigenden Belege für die Sicherheit der MMR-Impfstoffe bleiben viele Eltern skeptisch. In der Folge erlebten die USA 2019 ihren größten Masernausbruch seit dem Jahr 1992. Den Centers for Disease Control and Prevention (CDC) zufolge waren die meisten Infizierten nicht geimpft.

Thiomersal und Bedenken hinsichtlich Autismus

Auch bei Thiomersal kam es zu Bedenken bezüglich möglicher Nebenwirkungen. Thiomersal kam früher als Konservierungsmittel in Durchstechflaschen zum Einsatz, die mehr als eine Dosis des Impfstoffs enthielten (Mehrdosen-Durchstechflaschen). In Durchstechflaschen mit nur einer Dosis (Einzeldosis-Durchstechflasche) ist kein Konservierungsmittel notwendig. Sie können auch nicht bei Lebendvirus-Impfstoffen verwendet werden (wie Röteln und Windpocken). Das quecksilberhaltige Thiomersal wird zu Ethylquecksilber metabolisiert, das vom Körper rasch ausgeschieden wird. Methylquecksilber ist ein anderer Stoff, der vom Körper nicht schnell ausgeschieden wird und für den Menschen toxisch (giftig) ist. Daher gab es Bedenken, dass die sehr geringe Menge an Thiomersal im Impfstoff bei Kindern zu neurologischen Problemen, insbesondere Autismus, führen könnte.

Aufgrund dieser Bedenken wurde Thiomersal im Jahr 2001 in den USA, Europa und vielen anderen Ländern aus der Grundimmunisierung für Kinder entfernt, obwohl in Studien keine Schäden festgestellt werden konnten. (Thiomersal ist jedoch immer noch in Durchstechflaschen mit mehr als einer Dosis eines Grippeimpfstoffs und in vielen anderen Impfstoffen für Erwachsene enthalten.) Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die Entfernung von Thiomersal aus allen Impfstoffen nicht empfohlen, da bisher kein Nachweis für eine Schädigung aufgrund einer routinemäßigen Anwendung vorliegt. Die Entfernung von Thiomersal aus den Impfstoffen für Kinder hat sich nicht auf die Anzahl von Kindern mit Autismus ausgewirkt. Viele Studien haben sogar gezeigt, dass die Autismusrate trotz der Entfernung von Thiomersal aus der Grundimmunisierung für Kinder noch weiter ansteigt. Dieser Anstieg, der sich trotz der Entfernung von Thiomersal ergab, liefert einen weiteren Beweis dafür, dass Thiomersal in Impfstoffen nicht zu Autismus führt.

Personen, die dennoch über Thiomersal im Grippeimpfstoff besorgt sind, können ihren Arzt um Einzeldosis-Durchstechfläschchen bitten, die kein Thiomersal enthalten.

Gleichzeitige Anwendung verschiedener Impfstoffe

Bis zum Alter von 6 Jahren sollten Kinder laut empfohlenem Impfschema mehrere Impfstoffdosen gegen 15 verschiedene Infektionen erhalten. Da einige Eltern bezüglich der Anzahl von Injektionen und Arztbesuchen Bedenken äußerten, wurden Kombinationsimpfstoffe, wie der Diphtherie-, Tetanus-, azelluläre Keuchhustenimpfstoff entwickelt. Dadurch können Kinder mehr Impfstoffe mit weniger Injektionen und Arztbesuchen erhalten.

Hier machen sich jedoch einige Eltern sorgen, dass das Immunsystem der Kinder so viele Antigene auf einmal nicht verkraftet. Antigene sind Bestandteile der Impfstoffe und werden aus Viren oder Bakterien gewonnen. Sie bringen das Immunsystem dazu, Antikörper zu bilden, um die Erkrankung zu bekämpfen. Manche dieser besorgten Eltern bitten dann um ein anderes Impfschema oder um einen Aufschub oder Ausschluss bestimmter Impfstoffe. Das empfohlene Impfschema ist jedoch so konzipiert, dass die verschiedenen Impfstoffe dann verabreicht werden, wenn es an der Zeit ist, die Kinder vor diesen Krankheiten zu schützen. Daher gehen Kinder, die nicht nach dem Impfschema geimpft werden, ein erhöhtes Ansteckungsrisiko ein. Da derzeit aktuelle Impfstoffe insgesamt weniger Antigene enthalten (da die wichtigsten Antigene besser identifiziert und gereinigt wurden), sind Kinder beim Impfen heute weniger Antigenen ausgesetzt als die dies im 20. Jahrhundert waren.

Ferner enthalten Impfstoffe, auch Kombinationsimpfstoffe, nur sehr wenige Antigene. Ab der Geburt sind Kinder an einem ganz normalen Tag Dutzenden bis möglicherweise Hunderten von Antigenen ausgesetzt. Das Immunsystem verkraftet diese Antigene ohne Probleme. Auch bei einer leichten Erkältung sind Kinder 4 bis 10 Virusantigenen ausgesetzt. Das Immunsystem eines Kindes wird durch Kombinationsimpfungen nicht belastet oder überfordert.

Folgen der Impfverweigerung für die öffentliche Gesundheit

Die Verzögerung oder Ablehnung von Impfungen wirkt sich auf die öffentliche Gesundheit aus. Wenn weniger Personen geimpft werden, sinkt der Anteil der Bevölkerung, der gegen eine Erkrankung immun ist. Daraufhin tritt die Erkrankung häufiger auf, insbesondere bei Personen mit einem erhöhten Risiko.

Das Risiko kann bei Personen aus den folgenden Gründen erhöht sein:

  • Sie wurden zwar geimpft, sind aber nicht immun.

  • Sie wurden geimpft, allerdings nahm die Immunabwehr mit der Zeit ab, was während des Alterungsprozesses normal ist.

  • Ihr Immunsystem ist durch eine Erkrankung oder ein Medikament geschwächt (zum Beispiel ein Krebsmedikament oder ein Medikament, das verhindert, dass ein Transplantat vom Körper abgestoßen wird) und ihnen kann kein Lebendvirus-Impfstoff (wie der MMR- oder Windpocken-Impfstoff) verabreicht werden.

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