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Vergrößerte Gaumen- und Rachenmandeln bei Kindern

Von

Udayan K. Shah

, MD, Sidney Kimmel Medical College at Thomas Jefferson University

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Sep 2020| Inhalt zuletzt geändert Sep 2020
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Kurzinformationen
Quellen zum Thema

Die Gaumen- und Rachenmandeln können aufgrund einer Infektion oder einer anderen Ursache wuchern (größer werden) oder bereits bei der Geburt groß sein. Eine Vergrößerung der Gaumen- und Rachenmandeln kommt bei Kindern häufig vor und muss normalerweise nicht behandelt werden.

  • Vergrößerte Gaumen- und Rachenmandeln können bei Kindern durch eine Infektion hervorgerufen werden oder aber normal sein.

  • Die Vergrößerung ruft für gewöhnlich keine Symptome hervor, kann jedoch zu Atem- oder Schluckbeschwerden und manchmal zu wiederkehrenden Ohr- oder Nasennebenhöhlenentzündungen oder zu obstruktiver Schlafapnoe führen.

  • Die Diagnose stützt sich auf eine Nasopharyngoskopie und manchmal auf die Ergebnisse einer Schlafstudie.

  • Bei Verdacht auf eine bakterielle Infektion können Antibiotika verabreicht werden. In einigen Fällen werden die Gaumen- und Rachenmandeln entfernt.

Lage der Gaumen- und Rachenmandeln

Bei den Gaumenmandeln handelt es sich um zwei Strukturen mit lymphatischem Gewebe, die links und rechts am hinteren Ende des Gaumens liegen. Die Rachenmandeln sind ebenfalls lymphatisches Gewebe und liegen weiter oben und hinten am Übergang von der Nasenhöhle zum Rachen im Rachendach. Sie sind bei geöffnetem Mund nicht sichtbar.

Lage der Gaumen- und Rachenmandeln

Ein Blick ins Innere des Rachens

Ein Blick ins Innere von Nase und Rachen

Die Gaumenmandeln liegen links und rechts hinten am Gaumen. Die Rachenmandeln sind weiter oben und hinten am Übergang von der Nasenhöhle zum Rachen im Rachendach lokalisiert. Die Gaumenmandeln sind durch den Mund sichtbar, die Rachenmandeln jedoch nicht.

Ursachen für vergrößerte Gaumen- und Rachenmandeln

Einige Vorschulkinder und Jugendliche haben relativ große Gaumen- und Rachenmandeln, die jedoch kein Grund zur Sorge sind. Sie können sich allerdings auch vergrößern, wenn sie durch Viren oder Bakterien infiziert werden, die eine Rachenentzündung verursachen (Halsschmerzen Halsschmerzen Halsschmerzen sind Schmerzen an der Rückwand des Rachens. Der Schmerz kann stark sein und verschlimmert sich in der Regel beim Schlucken. Viele Patienten mit Halsschmerzen weigern sich, zu essen... Erfahren Sie mehr Halsschmerzen ). Zudem können auch Allergien (wie jahreszeitbedingte Allergien Saisonale Allergien Saisonale Allergien entstehen durch Kontakt mit Luftschwebstoffen (z. B. Pollen), die nur zu bestimmten Jahreszeiten auftreten. Saisonale Allergien verursachen eine juckende Haut, laufende Nase... Erfahren Sie mehr Saisonale Allergien oder ganzjährige Allergien Ganzjährige Allergien Ganzjährige (perenniale) Allergien entstehen durch Kontakt im Haus mit Luftschwebstoffen (z. B. Hausstaub), die das ganze Jahr über vorhanden sind. Die Nase ist verstopft, juckt und läuft gelegentlich... Erfahren Sie mehr ), Reizstoffe und möglicherweise gastroösophagealer Reflux Gastroösophagealer Reflux bei Kindern Gastroösophagealer Reflux (Säurereflux) bedeutet, dass Nahrung und Magensäure in die Speiseröhre und manchmal auch in den Mund zurückfließen. Ein Säurereflux kann durch die Position des Säuglings... Erfahren Sie mehr die Gaumen- und Rachenmandeln vergrößern. Kommen Kinder dauernd mit anderen mit bakteriellen oder Virusinfektionen in Berührung, wie in Kinderkrippen, besteht ein erhöhtes Infektionsrisiko.

Vergrößerte Gaumenmandeln können das Atmen und Schlucken erschweren und die Rachenmandeln können die Nase oder die eustachische Röhre, die den hinteren Teil des Rachens mit den Ohren verbindet, verstopfen. Normalerweise klingt die Schwellung komplett ab, sobald die Infektion ausgeheilt ist. Manchmal bleiben die Mandeln jedoch vergrößert, vor allem bei Kindern mit häufigen oder chronischen Infektionen. Nur ganz selten liegt den vergrößerten Gaumen- oder Rachenmandeln bei Kindern eine Krebserkrankung zugrunde.

Symptome vergrößerter Gaumen- und Rachenmandeln

Komplikationen

Als problematisch gelten vergrößerte Mandeln dann, wenn sie schwerwiegende Folgen haben können, darunter:

Diagnose von vergrößerten Gaumen- und Rachenmandeln

  • Nasopharyngoskopie

  • Manchmal eine Schlafstudie

Es ist möglich, dass überaus große Gaumenmandeln normal sind und chronisch infizierte Gaumenmandeln eine normale Größe haben. Um festzustellen, ob sich die vergrößerten Gaumenmandeln auf eine Infektion zurückführen lassen, fragen Ärzte, wie häufig die Kinder in den vergangenen 1 bis 3 Jahren Halsschmerzen hatten.

Um den hinteren Teil von Nase und Rachen einsehen zu können, wird normalerweise ein flexibler Beobachtungsschlauch durch die Nase eingeführt (Nasopharyngoskop). Ärzte untersuchen auch, ob die Gaumenmandeln gerötet sind, ob die Lymphknoten am Kiefer und Hals vergrößert sind und inwieweit die Gaumenmandeln die Atmung beeinflussen.

Eine obstruktive Schlafapnoe Obstruktive Schlafapnoe bei Kindern Schlafapnoe ist eine ernste Schlafstörung, bei der die Atmung mehrmals so lange aussetzt, dass der Schlaf gestört wird, wobei der Sauerstoffgehalt im Blut vorübergehend abnimmt und der Kohlendioxidgehalt... Erfahren Sie mehr Obstruktive Schlafapnoe bei Kindern wird vermutet, wenn Eltern über das Aussetzen der Atmung ihres Kindes beim Schlafen berichten. In diesen Fällen können Ärzte für das Kind auch eine Schlafstudie (Polysomnographie Die am häufigsten genannten schlafbedingten Probleme sind Schlaflosigkeit und starke Tagesschläfrigkeit. Schlaflosigkeit bedeutet, dass man Schwierigkeiten beim Ein- oder Durchschlafen hat,... Erfahren Sie mehr ) empfehlen. Dabei wird das Kind über Nacht beim Schlafen in einem Labor überwacht und es werden Röntgenuntersuchungen des Brustkorbs und bestimmte Messungen, z. B. die Messung des Sauerstoffspiegels im Blut, durchgeführt.

Behandlung von vergrößerten Gaumen- und Rachenmandeln

  • Behandlung anderer Ursachen (Allergien und Infektionen)

  • Manchmal eine Adenoidektomie, Tonsillektomie oder beide

Wird eine Allergie als Ursache vermutet, kann ein Nasenspray mit Kortikosteroiden oder andere Medikamente, wie Antihistamine, über den Mund gegeben werden. Wird als Ursache eine bakterielle Infektion vermutet, kann die Infektion mit Antibiotika behandelt werden.

Wirken diese Medikamente nicht oder wird ihr Einsatz als therapeutisch nicht sinnvoll erachtet, werden die Rachenmandeln operativ entfernt (als Adenoidektomie bezeichnet) und möglicherweise bei demselben Eingriff die Gaumenmandeln (Tonsillektomie).

Tonsillektomie und Adenoidektomie sind in den USA übliche Eingriffe bei Kindern. Kinder mit den folgenden Symptomen können von diesen Operationen profitieren:

  • Obstruktive Schlafapnoe

  • Extreme Beschwerden beim Sprechen und Atmen

  • Multiple Rachenentzündungen (definiert als mehr als sechs Infektionen in einem Jahr, mehr als vier Infektionen jährlich über 2 Jahre oder mehr als zwei Infektionen jährlich über 3 Jahre)

  • Krebs (seltene Ursache)

Ärzte empfehlen unter Umständen in den folgenden Fällen nur eine Adenoidektomie:

  • Häufige Ohrenentzündungen und hartnäckige Flüssigkeitsansammlungen im Mittelohr

  • Wiederkehrendes Nasenbluten oder Blockaden in der Nase, die zu Veränderungen der Stimme oder Schlafstörungen führen

  • Häufige Nasennebenhöhleninfektionen

Wussten Sie ...

  • Die Entfernung vergrößerter Gaumen- und Rachenmandeln ist nur dann sinnvoll, wenn die Vergrößerung extremes Unwohlsein, Probleme beim Atmen oder wiederkehrende Infektionen verursacht.

Durch die Entfernung von Gaumen- und Rachenmandeln treten Erkältungen und Husten scheinbar nicht seltener auf.

Häufig erfolgt die Entfernung von Gaumen- und Rachenmandeln ambulant. Diese Eingriffe sollten frühestens 2 Wochen, nachdem eine Infektion ausgeheilt ist, durchgeführt werden.

Es treten kaum Komplikationen auf. Schmerzen und Schluckbeschwerden können aber noch bis zu 2 Woche nach der Tonsillektomie andauern. Kinder erholen sich innerhalb von 2 bis 3 Tagen von einer Adenoidektomie.

Blutungen aufgrund einer Tonsillektomie sind eine seltenere Komplikation, können jedoch innerhalb von 24 Stunden oder 7 Tage nach einer Operation auftreten. Blutungen nach einer Operation bei Kindern können schwerwiegend oder sogar lebensbedrohlich sein. Kinder, die nach der Operation bluten, sollten in ein Krankenhaus oder zum Arzt gebracht werden.

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