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Lymphozytopenie

Von

Mary Territo

, MD, David Geffen School of Medicine at UCLA

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Jan 2020| Inhalt zuletzt geändert Jan 2020
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Quellen zum Thema

Lymphozytopenie ist eine außergewöhnlich niedrige Anzahl an Lymphozyten (eine Gruppe weißer Blutkörperchen) im Blut.

  • Viele Störungen können die Anzahl der Lymphozyten im Blut reduzieren, aber Virusinfektionen (unter anderem AIDS) und Unterernährung gehören zu den häufigsten.

  • Patienten haben eventuell keine Symptome oder sie haben Fieber und andere Symptome einer Infektion.

  • Für die Diagnose der Lymphozytopenie wird eine Blutprobe entnommen, aber eventuell ist eine Knochenmark- oder Lymphknotenprobe notwendig, um die Ursache zu bestimmen.

  • Der Arzt behandelt die Ursache der Lymphozytopenie.

  • Einige Patienten erhalten Gammaglobulin, anderen hilft eine Stammzellentransplantation.

Lymphozyten sind weiße Blutkörperchen, die einige Aufgaben des Immunsystems übernehmen, unter anderem beim Schutz gegen Bakterien, Viren, Pilze und Parasiten. In der Regel stellen die Lymphozyten 20 bis 40 Prozent aller weißen Blutkörperchen im Blutkreislauf. Normalerweise liegt deren Zahl bei Erwachsenen bei über 1.500 Zellen pro Mikroliter Blut (1,5 × 109 pro Liter) und bei Kindern bei über 3.000 Zellen pro Mikroliter Blut (3 × 109 pro Liter). Ein Rückgang der Lymphozytenzahl muss nicht zwangsläufig einen erkennbaren Mangel der gesamten weißen Blutkörperchen bedeuten.

Arten von Lymphozyten

Es gibt drei Arten von Lymphozyten:

  • B-Lymphozyten (B-Zellen)

  • T-Lymphozyten (T-Zellen)

  • Natürliche Killerzellen (NK-Zellen)

Alle drei Arten erfüllen wichtige Aufgaben im Immunsystem. Ein Mangel an B-Lymphozyten kann die Zahl der Plasmazellen verringern, die Antikörper bilden. Eine verringerte Bildung von Antikörpern wiederum kann die Zahl bakterieller Infektionen erhöhen.

Menschen mit wenig T-Lymphozyten oder natürlichen Killerzellen haben Probleme, vor allem Infektionen mit Viren, Pilzen oder Parasiten abzuwehren. Ein ausgeprägter Lymphozytenmangel kann zu unkontrollierbaren Infektionen führen und tödlich enden.

Ursachen

Lymphozytopenie kann durch verschiedene Krankheiten, wie etwa eine Infektion mit Viren wie dem humanen Immunschwächevirus, kurz HI-Virus (dem Virus, das AIDS verursacht), sowie dem Grippevirus, entstehen. Eine Lymphozytopenie kann auf zwei Arten verlaufen:

  • Akut: Tritt kurz während bestimmter Krankheiten auf und klingt für gewöhnlich wieder ab.

  • Chronisch: Tritt aufgrund lang andauernder Erkrankungen über einen längeren Zeitraum auf.

Wussten Sie ...

  • AIDS und Unterernährung sind die häufigsten Gründe für eine chronische Lymphozytopenie.

Ursachen einer akuten Lymphozytopenie

Die Anzahl der Lymphozyten kann in folgenden Situationen vorübergehend abnehmen:

  • Bestimmte Virusinfektionen (wie Grippe und Hepatitis)

  • Fasten

  • Zeiten mit starker körperlicher Belastung

  • Anwendung von Kortikosteroiden (wie Prednison)

  • Chemotherapie und/oder Strahlentherapie bei einer Krebserkrankung

Ursachen einer chronischen Lymphozytopenie

Die Anzahl der Lymphozyten kann unter folgenden Umständen für einen längeren Zeitraum gering sein.

Die Anzahl der Lymphozyten kann bei bestimmten erblichen Immundefekten wie dem DiGeorge-Syndrom, dem Wiskott-Aldrich-Syndrom, dem schweren kombinierten Immundefekt und Ataxia teleangiectatica dauerhaft sehr niedrig sein.

Symptome

Bei einer leichten Lymphozytopenie treten womöglich keine Symptome auf. Manchmal liegen Symptome der Krankheit vor, die die Lymphozytopenie verursacht hat. Beispielsweise können Patienten:

  • Vergrößerte Lymphknoten und eine vergrößerte Milz haben, was auf Krebs oder eine HIV-Infektion hindeutet

  • Husten, eine laufende Nase oder Fieber haben, was auf eine Virusinfektion der Atemwege hindeutet

  • Kleine Mandeln oder Lymphknoten haben, was auf eine erbliche Erkrankung des Immunsystems hindeutet

  • Schmerzhafte geschwollene Gelenke und einen Ausschlag haben, was auf eine rheumatoide Arthritis oder systemischen Lupus erythematodes hindeutet

Sind die Lymphozyten stark reduziert, führt dies zu wiederholten Infektionen mit Bakterien, Viren, Pilzen und Parasiten sowie zu den Symptomen dieser Infektionen. Diese wiederum variieren je nach Infektionsstelle und spezifischem Mikroorganismus erheblich.

Diagnose

  • Großes Blutbild

Eine leichte Lymphozytopenie wird gewöhnlich zufällig entdeckt, wenn aus anderen Gründen ein großes Blutbild erstellt wird. Ein großes Blutbild wird auch bei wiederkehrenden oder schweren Infektionen erstellt und wenn Infektionen von Organismen verursacht werden, die für gewöhnlich keine Infektionen auslösen. Dadurch kann eine schwere Lymphozytopenie als Erklärung dienen, warum es bei dieser Person zu wiederkehrenden oder ungewöhnlichen Infektionen gekommen ist.

Wenn die Anzahl der Lymphozyten drastisch reduziert ist, wird im Allgemeinen eine Blutuntersuchung auf HIV und sonstige Infektionen und manchmal eine Knochenmarkprobe zur Untersuchung unter dem Mikroskop (Knochenmarkuntersuchung) gemacht.

Die Anzahl der speziellen Arten von Lymphozyten (T-Zellen, B-Zellen und NK-Zellen) im Blut kann ebenfalls bestimmt werden. Die Verringerung der Zahl bestimmter Lymphozyten kann bei der Diagnose von AIDS und einigen erblichen Immundefektkrankheiten helfen.

Behandlung

  • Behandlung der Krankheitsursache

Die Behandlung der Lymphozytopenie richtet sich vor allem nach der Ursache. Eine durch ein Medikament aufgetretene Lymphozytopenie verschwindet gewöhnlich innerhalb von einigen Tagen, nachdem das Mittel abgesetzt wird. Wenn es sich bei der Grunderkrankung um AIDS handelt, kann eine Kombinationstherapie mit mindestens drei antiviralen Medikamenten aus verschiedenen Klassen die Anzahl der T-Zellen erhöhen und das Überleben verlängern.

Dann können Gammaglobuline, die reich an Antikörpern sind, helfen, Infektionen bei zu wenigen B-Zellen (was einer mangelnden Antikörperbildung gleichkommt) vorzubeugen.

Patienten mit einer erblichen Immundefektkrankheit können von einer Stammzelltransplantation profitieren.

Bei einer infektiösen Erkrankung werden speziell gegen die Erreger gerichtete antibiotische, antimykotische, antivirale oder antiparasitäre Medikamente gegeben.

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