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Hornhauttransplantation

(Hornhauttransplantate; perforierende Keratoplastik; endotheliale Keratoplastik)

Von

Melvin I. Roat

, MD, FACS, Sidney Kimmel Medical College at Thomas Jefferson University

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Okt 2018| Inhalt zuletzt geändert Okt 2018
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Bei der Hornhauttransplantation (Keratoplastik) handelt es sich um eine häufige und sehr erfolgreiche Art der Transplantation. Eine Hornhaut (die klare Schicht vor der Iris und Pupille), die vernarbt, sehr schmerzhaft, durchlöchert, verformt oder trüb ist, kann durch eine klare und gesunde ersetzt werden.

Blick ins Innere des Auges

Blick ins Innere des Auges

Gespendete Hornhaut stammt von Menschen, die kurz zuvor verstorben sind. Ein Gewebeabgleich wird nicht routinemäßig durchgeführt, da es dadurch nicht zu weniger Abstoßungsreaktionen kommt, selbst wenn passendes Gewebe verwendet wird, und die Abstoßungsreaktionen in der Regel mit einer Behandlung wieder aufhören.

Eine Transplantation glückt am ehesten, wenn sie aufgrund von Krankheiten wie etwa einer bullösen Keratopathie, eines Keratokonus oder wegen bestimmter Narben auf der Hornhaut durchgeführt wurde. Weniger gut glücken sie, wenn sie eingesetzt wurden, weil die Hornhaut durch eine Chemikalie oder durch Strahlung geschädigt wurde.

Hornhauttransplantationen

Es gibt zwei verschiedene Verfahren:

  • Penetrierende Keratoplastik

  • Die sogenannte Descemet Stripping Endothelial Keratoplasty oder Descemet-Membran-Endothelkeratoplastik

Bei beiden Eingriffen wird ein Operationsmikroskop verwendet, und der Eingriff dauert etwa 1–2 Stunden. Der Patient erhält eine Vollnarkose (sodass er schläft) oder ein lokales Anästhetikum (zur Betäubung des Auges) sowie ein Arzneimittel, durch das er sehr schläfrig wird (dies wird als Sedierung bezeichnet).

Bei der penetrierenden Keratoplastik wird die gespendete Hornhaut passend zugeschnitten. Nachdem die geschädigte Hornhaut entfernt wurde, wird die gesamte Spenderhornhaut an der richtigen Stelle festgenäht.

Einige Erkrankungen der Hornhaut betreffen nur die inneren Schichten. Bei diesen Erkrankungen wird eine teilweise Transplantation durchgeführt, die als Descemet-Stripping-Endothelial-Keratoplasty (DSEK) bzw. Descemet-Membran-Endothelkeratoplastik (DMEK) bezeichnet wird. Dabei werden anstatt der gesamten Hornhaut nur die inneren Schichten entfernt und ausgetauscht. Der Einschnitt ist kleiner. Es sind weniger Nähte erforderlich. Die Heilung ist schneller und die Sehfähigkeit verbessert sich schneller, als wenn die gesamte Hornhaut ausgetauscht wird. Die Operationsmethode ist jedoch schwieriger als bei der penetrierenden Keratoplastik und kann eine Laserbehandlung vor dem chirurgischen Eingriff sowie zusätzliche Operationen erforderlich machen, um die besten Ergebnisse zu erzielen.

Bei allen Arten von Hornhauttransplantation wird der Empfänger gewöhnlich am selben Tag wieder nach Hause entlassen. Nach der Transplantation muss der Patient im Verlauf mehrerer Wochen antibiotische Augentropfen und einige Monate lang Augentropfen mit Kortikosteroiden verwenden. Es muss ein Augenschutz, eine Brille oder Sonnenbrille getragen werden. Die volle Sehfähigkeit wird nach einer penetrierenden Keratoplastik erst wieder nach etwa 18 Monaten und nach einer Teiltransplantation nach zwei bis zu sechs Monaten wiederhergestellt.

Komplikationen der Hornhauttransplantation

Einige Komplikationen im Zusammenhang mit der Hornhauttransplantation umfassen die folgenden

  • Abstoßung des Transplantats

  • Infektion

  • Probleme an der Einschnittstelle

  • Glaukom (Grüner Star)

  • Versagen des Transplantats

Leichte Abstoßungsreaktionen sind häufig und lassen sich bei den meisten Patienten einfach und erfolgreich mit kortikosteroidhaltigen Augentropfen behandeln. Schwerwiegende, irreversible Abstoßungsreaktionen (sogenanntes Transplantatversagen) treten selten auf. Eine DMEK hat von den verschiedenen Arten der Hornhauttransplantation die niedrigsten Abstoßungsraten und die penetrierende Keratoplastik die höchsten.

Eine transplantierte Hornhaut wird meistens nicht irreversibel abgestoßen, da die Hornhaut nicht mit Blut versorgt wird. Sie bekommt den Sauerstoff und andere Nährstoffe aus dem umliegenden Gewebe und Flüssigkeiten. Die Komponenten des Immunsystems – bestimmte weiße Blutkörperchen und Antikörper - die dafür verantwortlich sind, dass eine Abstoßungsreaktion in Bezug auf einen Fremdkörper eingeleitet wird, zirkulieren im Blutkreislauf. Daher können diese weißen Blutkörperchen und Antikörper die eingepflanzte Hornhaut nicht erreichen, das fremde Gewebe dort nicht identifizieren und daher auch keine schwerwiegende Abwehrreaktion auslösen. In seltenen Fällen kann es jedoch zu schweren Abstoßungsreaktionen auf die transplantierte Hornhaut kommen und das Transplantat versagen, wenn abnorme Blutgefäße tief und großflächig in die Hornhaut des Betroffenen eingewachsen sind. Bei anderen Organen oder Geweben im Körper mit reichlicher Blutzufuhr ist das Risiko einer Abstoßung wesentlich größer.

Manchmal kann das Transplantat versagen und nicht ordnungsgemäß funktionieren (das heißt, es wird trüb, sodass klares Sehen nicht möglich ist). Hornhauttransplantationen können mehrmals wiederholt werden.

Personen, bei denen mehrere Transplantationen erfolglos waren, können möglicherweise eine künstliche Hornhaut bekommen (Keratoprothese).

Limbale Stammzellentransplantation der Hornhaut

Wie jedes andere lebende Gewebe ist auch das Auge von der kontinuierlichen Produktion neuer Zellen abhängig, um die alten zu ersetzen. Diese Produktion geschieht auch an der Stelle, an der die Hornhaut sich an die Bindehaut anschließt (der sogenannte Limbus). Bestimmte Arten von Verletzungen (zum Beispiel schwere chemische Verbrennungen oder ein langfristiges übertriebenes Tragen von Kontaktlinsen) beschädigen diese limbalen Stammzellen so sehr, dass sie nicht mehr genügend neue Zellen bilden können, um die Hornhaut bedeckt zu halten. Infektionen und Narbenbildung können die Hornhaut angreifen. Eine Hornhauttransplantation ersetzt die limbalen Stammzellen nicht und ist daher nicht von Vorteil.

Stammzellen können aus dem Limbus des anderen, gesunden Auges des Patienten oder dem einer kürzlich verstorbenen Person transplantiert werden, was das Problem manchmal löst oder mildert. Nachdem die Stammzellen eines verstorbenen Spenders transplantiert wurden, erhält der Patient Medikamente, die das Immunsystem unterdrücken, damit der Körper das Transplantat nicht abstößt (siehe Unterdrückung des Immunsystems).

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