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Katzenkratzkrankheit

(Katzenkratzfieber)

Von

Larry M. Bush

, MD, FACP, Charles E. Schmidt College of Medicine, Florida Atlantic University;


Maria T. Perez

, MD, Wellington Regional Medical Center, West Palm Beach

Inhalt zuletzt geändert Apr 2018
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Quellen zum Thema

Die Katzenkratzkrankheit ist eine durch gram-negative Bakterien Bartonella henselae hervorgerufene Infektion. Die Symptome bestehen aus einer lokalen und regionalen Lymphadenitis. Die Diagnose wird klinisch gestellt und durch Biopsie oder serologische Tests bestätigt. Die Therapie besteht aus lokaler Wärmeapplikation, Analgetika und manchmal Antibiotika.

Hauskatzen, besonders Katzenbabys, stellen ein wichtiges Reservoir für B. henselae dar. Die Prävalenz von Antikörpern gegen B. henselae beträgt in den USA 14-50%.

Etwa 99% der Patienten mit Katzenkratzerkrankheit berichten über Kontakte zu meist gesunden Katzen. Die spezifische Lage des Organismus in der Katze ist unklar; allerdings treten Perioden der asymptomatischen Bakteriämie in Zyklen auf. Die Infektion tritt über einen Biss oder eine Kratzverletzung auf Menschen über. Der Katzenfloh überträgt Infektionen unter Katzen und kann die Ursache von Krankheiten bei Menschen sein, die nicht in Kontakt mit Katzen gekommen sind, obwohl diese Theorie nicht bewiesen ist. Am häufigsten sind Kinder betroffen.

Symptome und Beschwerden

Innerhalb von 3-10 Tagen nach einem Biss oder einer Kratzverletzung entwickeln die meisten Patienten mit Katzenkratzerkrankheit an der betroffenen Stelle eine erythematöse Papel (selten auch einmal eine Pustel). Innerhalb von 2 Wochen entwickelt sich eine regionale Lymphadenopathie. Die Knoten sind zu Beginn verhärtet und geschwollen, fluktuieren später und können unter Fistelbildung einschmelzen. Die Lymphadenopathie kann von Fieber, Krankheitsgefühl, Kopfschmerzen und Anorexie begleitet werden.

Ungewöhnlichen Erscheinungen treten bei 5 bis 14% der Patienten auf:

  • Parinaud'sches Oculoglanduläres Syndrom (Konjunktivitis mit tastbaren präaurikulären Knoten) in 6%

  • Neurologische Manifestationen (Enzephalopathie, Krampfanfälle, Neuroretinitis, Myelitis, Paraplegie, zerebrale Arteriitis) in 2%

  • Hepatosplenale granulomatöse Krankheit bei < 1%

Die Patienten können sich auch mit einem Fieber unklarer Genese vorstellen. B. henselae ist eine der häufigsten Ursachen der Kultur-negativen Endokarditis in der Regel bei Patienten mit vorheriger Herzklappenerkrankung. Bei AIDS-Patienten kann es zu einer schweren disseminierten Krankheit kommen.

Die Lymphadenopathie bildet sich spontan innerhalb von 2-5 Monaten zurück. In der Regel kommt es zu einer kompletten Remission, ausgenommen bei einer schweren neurologischen oder hepatosplenischen Krankheit, die fatal verlaufen oder bleibende Folgeerscheinungen hinterlassen kann.

Diagnose

  • Serologische Tests oder PCR-Tests während der Akutphase und der Rekonvaleszenzzeit

  • Gelegentlich Lymphknotenbiopsie

Die Diagnose der KAtzenkratzkrankheit wird in der Regel durch einen positiven Serumantikörpertiter (es wird empfohlen, akute und genesende Sera im Abstand von 6 Wochen zu testen), PCR oder Kultur von Lymphknotenaspirat bestätigt.

Da eine ähnliche Lymphadenopathie durch andere Infektionen (z. B. Tularämie, Mykobakterieninfektion, Brucellose, Pilzinfektion, Lymphogranuloma venereum) verursacht werden kann, kann eine Testung auf jene Organismen durchgeführt werden, wenn die Diagnose nicht eindeutig Katzenkratzkrankheit ist.

Eine Lymphknoten-Biopsie kann durchgeführt werden, wenn Krebs vermutet wird oder wenn die Diagnose der Katzenkratzkrankheit bestätigt werden muss. Die Diagnose wird durch charakteristische histopathologische Befunde (z. B. eitrige Granulome) oder den Nachweis von Organismen durch Immunfluoreszenz nahe gelegt.

Bei immungeschwächten Patienten und Patienten mit systemischen Symptomen sollten auch Blutkulturen angelegt werden (die eine verlängerte Inkubation erfordern). Aspirate von Lymphknoten sind selten kulturpositiv. Allerdings kann Bartonella sp von Kulturen von Lymphknoten-Biopsie-Proben isoliert werden.

Therapie

  • Lokale Wärme und Analgetika

  • Manchmal Antibiotika für Patienten mit geschwächtem Immunsystem

Die Therapie der KAtzenkratzkrankheit bei immunkompetenten Patienten besteht aus lokaler Wärmeapplikation und Analgetika für diese sich in der Regel selbst einschränkende Krankheit. Bei fluktuierenden Lymphknoten führt eine Nadelaspiration häufig zu einer Linderung der Schmerzen.

Eine Antibiotikatherapie bringt keinen eindeutigen Benefit und sollte im Allgemeinen bei einer nur lokalen Infektion bei einem immunkompetenten Patienten nicht durchgeführt werden. Allerdings wird Azithromycin, Erythromycin oder Doxycyclin oft verabreicht, um Adenopathie zu reduzieren und möglicherweise das Risiko einer systemischen Ausbreitung zu verringern. Ein Flurochinolon, Rifampin, Gentamicin oder Doxyzyklin können gegen Bakteriämie bei AIDS-Patienten eingesetzt werden. Eine Langzeittherapie (z. B. Wochen bis Monate) ist in der Regel notwendig, um eine Bakteriämie zu heilen. In-vitro-Antibiotiku-Anfälligkeiten korrelieren oft nicht mit den klinischen Ergebnissen.

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HINWEIS: Dies ist die Ausgabe für medizinische Fachkreise. LAIEN: Hier klicken, um zur Ausgabe für Patienten zu gelangen.
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