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Erkrankungen der Rachenmandeln

Von

Clarence T. Sasaki

, MD,

  • The Charles W. Ohse Professor of Surgery and Director, Yale Larynx Lab
  • Yale University School of Medicine

Inhalt zuletzt geändert Apr 2018
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Quellen zum Thema

Wucherungen (Hyperplasie) oder Entzündungen der Adenoide sind bei Kindern sehr verbreitet. Zu den Symptomen gehören verstopfte Nase, Schlafstörungen und ein Mittelohrerguss mit Hörverlust. Bestätigen lässt sich die Diagnose durch eine flexible Nasopharyngoskopie mit Fiberoptik. Die Behandlung erfolgt durch intranasale Anwendung von Kortikosteroiden und Antibiotika, bei signifikanter Nasenobstruktion oder persistierender Otitis media oder einem Mittelohrerguss durch eine Adenoidektomie.

Adenoide sind Gebilde aus Lymphgewebe im hinteren Nasen-Rachen-Raum. Sie sind am größten bei Kindern im Alter von 2–6 Jahren. Es kann sich um eine physiologische Vergrößerung der Rachenmandeln oder um die Folge einer viralen oder bakteriellen Infektion, einer Allergie, Reizstoffinhalation oder möglicherweise auch eines gastroösophagealen Refluxes handeln. Weitere Risikofaktoren sind fortgesetzte Exposition gegenüber bakteriellen oder viralen Infektionen (z. B. durch mehrere Kinder in einem Kinderhort). Bei starker Hyperplasie können die Tuben (führt zu Otitis media) und/oder die hinteren Choanen (führt zu Sinusitis) verlegt sein.

Symptome und Beschwerden

Auch wenn Patienten mit einer Adenoidhyperplasie nicht über Beschwerden klagen, atmen sie gewöhnlich chronisch durch den Mund, schnarchen, haben Schlafstörungen, Mundgeruch, eine rezidivierende akute Otitis media, eine Schallleitungsschwerhörigkeit (infolge einer rezidivierenden Otitis media oder eines persistierenden Mittelohrergusses) und eine näselnde Sprechweise. Eine chronische Adenoiditis kann zu chronischen oder rezidivierenden Infektionen (Nasopharyngitis, Rhinosinusitis), Epistaxis, Halitosis und Husten führen.

Diagnose

  • Flexible Nasopharyngoskopie

Die typischen Symptome, ein persistierender Mittelohrerguss, eine wiederholte akute Otitis media oder Rhinosinusitis von Kindern oder Jugendlichen lässt eine Adenoidhyperplasie vermuten. Ähnliche Symptome und Beschwerden bei einem männlichen Jugendlichen können auf ein Angiofribrom zurückzuführen sein.

Kinder mit velopharyngealer Insuffizienz, z. B. aufgrund eines Shprintzen-Syndroms, können ein hypernasales Sprechen entwickeln, das vom hyponasalen Sprechen bei adenoider Hypertrophie unterschieden werden muss.

Der Standard in der Praxis für die Beurteilung des Nasopharynx ist die flexible Nasopharyngoskopie. Eine Schlafaufzeichnung, die häufig zur Dokumentation von Schnarchen genutzt wird, ist ungenauer oder spezifisch. Anhand von Schlafstudien kann die Schwere von Schlafstörungen aufgrund einer chronischen Obstruktion besser eingeschätzt werden.

Röntgen ist bei Kindern kontraindiziert, außer wenn ein großer Verdacht auf Angiofibrom oder Krebs vorliegt.

Therapie

  • Behandlung der Ursache

  • Gelegentlich Adenoidektomie

Eine zugrunde liegende Allergie wird mit intranasalen Kortikosteroiden behandelt, und eine zugrunde liegende bakterielle Infektion mit Antibiotika.

Bei Kindern mit chronischem Mittelohrerguss oder häufigen Otitis-media-Episoden lässt sich die Rezidivneigung durch eine Adenoidektomie oft verringern. Ist für Kinder > 4 Jahren eine Tympanostomie vorgesehen, wird beim Einlegen der Paukenröhrchen oft gleichzeitig eine Adenoidektomie durchgeführt. Ein chirurgischer Eingriff empfiehlt sich auch für jüngere Kinder mit wiederholtem Nasenbluten oder klinisch signifikanter Nasenobstruktion (z. B. Schlafstörungen, veränderte Stimme). Obwohl sie meist in Allgemeinanästhesie erfolgt, ist gewöhnlich eine ambulante Behandlung der Patienten (die sich innerhalb von 48–72 h erholen) möglich. Die Adenektomie ist bei velopharyngealer Insuffizienz kontraindiziert, da sie hypernasales Sprechen auslösen oder verstärken kann.

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HINWEIS: Dies ist die Ausgabe für medizinische Fachkreise. LAIEN: Hier klicken, um zur Ausgabe für Patienten zu gelangen.
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