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Manometrie

Von

Walter W. Chan

, MD, MPH, Harvard Medical School

Inhalt zuletzt geändert Mrz 2017
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Unter Manometrie versteht man die Druckmessung in verschiedenen Regionen des GIT. Sie wird durchgeführt, indem man einen Katheter mit Druckwandlern durch den Mund oder Anus in das Lumen des zu untersuchenden Organs einführt. Die Manometrie wird typischerweise zur Bewertung von Motilitätsstörungen bei Patienten, bei denen organische Krankheiten durch andere Untersuchungen ausgeschlossen worden sind, eingesetzt. Die Manometrie wird im Ösophagus, im Duodenum, im Sphincter Oddi und Rektum angewandt. Abgesehen von geringen Missempfindungen sind Komplikationen eine Seltenheit. Die Patienten müssen am Untersuchungstag ab Mitternacht nüchtern bleiben.

Anorektale Manometrie

Bei diesem Verfahren wird ein Drucksensor im Anus platziert, um den anorektalen Sphinktermechanismus und die rektale Reizempfindung bei Patienten mit Harninkontinenz oder Obstipation zu bewerten. Sie kann hilfreich bei der Diagnose eines Morbus Hirschsprung und Defäkationsstörungen und beim Biofeedback-Training bei Stuhlinkontinenz sein. Der Barostatballon wird auch während des Tests befüllt, um die rektale Reizempfindung und Akkomodation zu bewerten. Der Ballonaustreibungstest, der oft zusammen mit der anorektalen Manometrie durchgeführt wird, ermöglicht eine objektive Beurteilung der Evakuierungsfunktion.

Barostat

Hierbei handelt es sich um ein Druckmessgerät, das in den Magen zur Bestimmung der Magenakkommodation platziert wird. Das Gerät besteht aus einem Plastikballon und einem elektronischen Kontroller, der so viel Luft in den Ballon einführt, dass ein konstanter Druck aufrechterhalten wird. Dieses Gerät wird v. a. zu Forschungszwecken eingesetzt, um eine veränderte viszerale Schmerzempfindung, insbesondere bei funktionellen gastrointestinalen Krankheiten, zu erfassen.

Ösophagusmanometrie

Dieses Verfahren wird zur Abklärung von Patienten mit Dysphagie, Sodbrennen, Regurgitation und Thoraxschmerz eingesetzt. Sie misst den Druck im oberen und unteren Speiseröhrensphinkter und die Effektivität und Koordination von propulsiven Bewegungen und zeigt pathologische Kontraktionen auf. Die Manometrie kann zur Diagnostik von ösophagealen Motilitätsstörungen wie Achalasie, diffusen Spasmen, systemische Sklerose und bei Hypo- und Hypertension des unteren Ösophagussphinkters eingesetzt werden. Sie ist auch nützlich zur Bewertung der Ösophagusfunktion und -anatomie (z. B. Hiatushernien) vor bestimmten therapeutischen Eingriffen (z. B. Antirefluxoperation, pneumatische Dilatation bei Achalasie). Neuere hochauflösende Manometrie wird oft mit Impedanztests kombiniert, um gleichzeitig die Boluspassage durch den Ösophagus während des Tests auszuwerten.

Gastroduodenale Manometrie

Bei diesem Verfahren werden Sonden im Magenantrum, Duodenum und proximalen Jejunum platziert. Der Druck wird sowohl im Nüchternzustand wie nach Nahrungsaufnahme für 5–24 h überwacht. Dieses Verfahren wird gewöhnlich bei Patienten eingesetzt, die verdächtige Symptome für Motilitätsstörungen zeigen, jedoch einen normal ausgefallenen Magenentleerungtest aufweisen oder nicht auf die Therapie ansprechen. Es kann hilfreich sein festzustellen, ob die Symptome des Patienten oder Motilitätsstörungen das Ergebnis einer Muskelerkrankung (abnorme Kontraktionsamplitude, aber normale Muster) oder einer Nervenerkrankung (unregelmäßige Kontraktionsmuster, aber normale Amplitude) sind.

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