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Stuhlinkontinenz

Von

Parswa Ansari

, MD, Hofstra Northwell-Lenox Hill Hospital, New York

Inhalt zuletzt geändert Jul 2018
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Als Stuhlinkontinenz bezeichnet man die unwillürliche Defäkation.

Eine Stuhlinkontinenz kann in der Folge von Verletzungen oder bei Krankheiten des Rückenmarks, bei angeborenen Störungen, akzidentellen Verletzungen des Rektums und Anus, bei Rektum- oder Analprolaps, Diabetes mellitus, schwerer Demenz, Stuhleinklemmung, bei ausgedehnten entzündlichen Prozessen, Tumoren, geburtshilflichen Verletzungen und bei operativen Spaltungen oder Erweiterungen des Analsphinkters auftreten.

Bei der körperlichen Untersuchung sollten die grobe Sphinkterfunktion und die perianale Sensibilität beurteilt und eine Stuhleinklemmung ausgeschlossen werden.

Eine endoskopische Ultraschalluntersuchung des Analsphinkters, ein MRT von Becken und Perianalregion, eine Beckenbodenelektromyographie und eine anorektale Manometrie können ebenfalls nützlich sein.

Therapie

  • Programm zur Stuhlregulierung

  • Beckenbodengymnastik, gelegentlich in Verbindung mit Biofeedback

  • Teilweise operativer Eingriff

Die Behandlung fekaler Inkontinenz besteht aus einem speziellen Programm, das den Darm zu einem vorhersagbaren Stuhlverhalten erziehen soll. Bestandteil des Programms ist auch eine angemessene Flüssigkeits- und ausreichende Ballaststoffzufuhr mit der Nahrung. Das Verweilen auf der Toilette oder andere gebräuchliche Stimulanzien des Stuhlgangs (z. B. Kaffee) fördern die Defäkation. Zäpfchen (z. B. Glyzerin, Bisacodyl) oder Phosphateinläufe sind ebenfalls förderlich. Wenn sich ein regelmäßiges Defäkationsverhalten nicht einstellt, können eine rückstandsarme Diät und oral verabreichtes Loperamid die Häufigkeit der Defäkation herabsetzen.

Einfache Übungen des Perineums, bei denen der Patient durch wiederholte Kontraktionen des Sphinkters, der perinealen Muskulatur und der Gesäßbacken diese Strukturen stärkt, können v. a. bei leichten Fällen zur Kontinenz beitragen. Bei gut motivierten Patienten, die Anweisungen verstehen und befolgen und bei denen der Analsphinkter auf eine Dehnung des Rektums noch reagieren kann, sollte Biofeedback in Erwägung gezogen werden (um den Patienten zu trainieren, seinen Sphinkter maximal einzusetzen und die physiologischen Vorgänge besser mit einzubeziehen), bevor man ein operatives Vorgehen empfiehlt. Etwa 70% dieser Patienten sprechen auf Biofeedback an.

Ein Defekt im Sphinkter, der durch endoskopische Sonographie festgestellt wird, kann direkt genäht werden. Wenn nicht mehr genügend Restsphinkter für eine Reparatur zur Verfügung steht, insbesondere bei Patienten < 50 Jahren, kann eine Transposition des M. gracilis durchgeführt werden. Allerdings dauern die positiven Ergebnisse dieser Verfahren in der Regel nicht lange an. Einige Zentren verwenden auch einen Schrittmacher für den M. gracilis wo andere einen künstlichen Sphinkter benutzen. Diese und weitere experimentelle Verfahren sind nur in wenigen Zentren in den USA im Rahmen von Studien verfügbar. Die sakrale Nervenstimulation hat sich in der Behandlung der Stuhlinkontinenz als vielversprechend erwiesen. Alternativ kann man einen Thiersch-Draht oder anderes Material um den Anus legen. Wenn alle diese Maßnahmen nicht zum Erfolg führen, muss man eine Kolostomie in Erwägung ziehen.

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HINWEIS: Dies ist die Ausgabe für medizinische Fachkreise. LAIEN: Hier klicken, um zur Ausgabe für Patienten zu gelangen.
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