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Leberbiopsie

Von

Nicholas T. Orfanidis

, MD, Thomas Jefferson University Hospital

Inhalt zuletzt geändert Mai 2017
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Quellen zum Thema

Die Leberbiopsie bietet Informationen über die histologische Struktur der Leber und den Nachweis einer Leberverletzung (Art und Grad, jede Fibrose); diese Informationen können nicht nur für die Diagnose wichtig sein, sondern auch für das Staging, die Prognose und das Management. Obwohl nur ein kleiner Gewebezylinder entnommen wird, ist sie in der Regel selbst bei fokalen Läsionen repräsentativ.

Die Leberbiopsie wird üblicherweise perkutan, am Krankenbett oder unter Ultraschallkontrolle durchgeführt. Letzteres wird bevorzugt, weil dies zu einer etwas geringeren Komplikationsrate führt und sie gleichzeitig die Darstellung der Leber und die gezielte Punktion fokaler Läsionen erlaubt.

Indikationen

Im Allgemeinen wird eine Biopsie bei Verdacht auf Leber-Anomalien durchgeführt, die durch weniger invasive Methoden nicht identifiziert werden konnten oder bei denen eine Histopathologie für das Staging erforderlich ist (siehe Tabelle: Indikationen zur Leberbiopsie*). Biopsien sind besonders wertvoll bei der Diagnose von tuberkulösen oder anderen granulomatösen Infiltrationen und bei der Beurteilung von Transplantatproblemen nach einer Lebertransplantation (Ischämieschaden, Abstoßung, Störungen im Gallentrakt, Virushepatitis). Über Jahre hinweg durchgeführte serielle Biopsien können wertvolle Hinweise über die Progression einer Leberkrankheit liefern.

Tabelle
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Indikationen zur Leberbiopsie*

Zustand

Verwendung

Ungeklärte Anomalien aufgrund von Lebertests

Diagnose

Alkoholische Lebererkrankung oder alkoholfreie Fettleber

Diagnose und Staging

Chronische Hepatitis (viral oder autoimmun)

Diagnose und Staging

Schwermetall-Speicher-Erkrankungen (z. B. Hämochromatose, Wilson-Krankheit)

Diagnose

Verdacht auf Abstoßung oder andere Komplikation nach Lebertransplantation

Diagnose

Status der Leberspende

Abklärung

Hepatosplenomegalie unbekannter Ursache

Diagnose

Unerklärliche intrahepatische Cholestase (meist primäre biliäre Cholangitis [primäre biliäre Zirrhose] oder primäre sklerosierende Cholangitis)

Diagnose

Verdacht auf Krebs oder unerklärliche fokale Läsionen

Diagnose

Ungeklärte systemische Erkrankungen (z. B. Fieber unbekannter Ursache, entzündliche oder granulomatöse Erkrankungen)

Diagnose (Anlegen einer Kultur)

Verwenden hepatotoxischer Medikamente (z. B. Methotrexat)

Überwachung

* Im Allgemeinen wird eine Biopsie bei Verdacht auf Leberanomalien durchgeführt, die nicht durch weniger invasive Methoden identifiziert wurden oder bei denen eine Histopathologie für das Staging erforderlich ist.

Die makroskopische und histologische Untersuchung zeigen in der Regel schon die Diagnose. Zytologie (Feinnadelaspiration), Gefrierschnitte und Kulturen sind zusätzlich in ausgewählten Fällen hilfreich. Metalle (z. B. Kupfer bei Verdacht auf Wilson-Krankheit, Eisen bei einer Hämochromatose) können in der Biopsie gemessen werden.

Zu den Limitierungen der Leberbiopsie gehören

  • Stichprobenfehler

  • Gelegentlich Fehler oder Unsicherheit in Fällen von Cholestase

  • Bedarf eines qualifizierten Histopathologen (einige Pathologen haben wenig Erfahrung mit Nadelproben)

Gegenanzeigen

Zu den strengen Kontraindikationen für Leberbiopsie gehören

  • Patienten, die unfähig sind, still zu halten und eine kurze Ausatemphase während des Verfahrens nicht aushalten

  • Verdacht auf Gefäßverletzung (z. B. Hämangiom)

  • Blutungsneigung (z. B. INR > 1,2 trotz Einnahme von Vitamin K, Blutungszeit > 10 Min.)

  • Schwere Thrombozytopenie (< 50.000/ml)

Relative Kontraindikationen sind starke Anämie, Bauchfellentzündung, markierte Aszites, hochwertige Gallengangsobstruktion und eine subphrenische oder rechte Pleurainfektion oder -erguss. Dennoch ist die perkutane Leberbiopsie ausreichend sicher, um sie ambulant durchfürhren zu können. Die Mortalität beträgt 0,01%. Schwerwiegende Komplikationen (z. B. intra-abdominale Blutungen, Gallenperitonitis, Leberverletzungen) treten bei etwa 2% der Patienten auf. Komplikationen werden in der Regel offensichtlich innerhalb 3 bis 4 h - der empfohlene Zeitraum für die Patientenüberwachung.

Alternativen

Die transjuguläre venöse Leberbiopsie ist invasiver als die perkutane Leberbiopsie; sie ist Patienten mit schweren Blutgerinnungsstörungen vorbehalten. Dieses Verfahren besteht aus der Kanülierung der rechten v. jugularis interna und dem Vorschieben eines Katheters durch die V. cava inferior in die Lebervenen. Eine feine Nadel wird anschließend durch die Wand der Lebervene in das Leberparenchym gestochen. Die Biopsie ist bei > 95% der Patienten erfolgreich. Die Komplikationsrate ist gering, 0,2% bluten von Punktion der Leberkapsel.

Gelegentlich wird eine Leberbiopsie während der Operation (z. B. Laparoskopie) durchgeführt; eine größere, mehr gezielte Gewebeprobe kann dann entnommen werden.

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