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Stauungspapille

Von

James Garrity

, MD, Mayo Clinic College of Medicine

Inhalt zuletzt geändert Nov 2017
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Quellen zum Thema

Die Stauungspapille (Papillenödem) ist eine Schwellung der Papille durch erhöhten intrakraniellen Druck (Hirndruck). Papillenschwellungen von Ursachen, die nicht mit erhöhtem Hirndruck zusammenhängen (z. B. maligne Hypertonie, Thrombose der zentralen Retinalvene) werden nicht als Papillenödem bezeichnet. Es gibt keine frühen Symptome, obwohl die Sehkraft für ein paar Sekunden gestört sein kann. Bei Stauungspapille muss umgehend nach der Ursache gesucht werden. Die Diagnose wird ophthalmoskopisch gestellt mit darauffolgenden Untersuchungen, meistens Bildgebung des Gehirns und manchmal einer anschließenden Lumbalpunktion, um die Ursache zu bestimmen. Die Behandlung ist auf die zugrunde liegende Krankheit gerichtet.

Eine Stauungspapille ist Zeichen eines erhöhten intrakraniellen Drucks und tritt so gut wie immer bilateral auf. Zu den Ursachen gehören:

Symptome und Beschwerden

Bei Patienten mit Stauungspapille ist die Sehschärfe anfänglich meist nicht betroffen, aber ein vorübergehendes Grauwerden des Blickfeldes, Flackern, Verschwommen- oder Doppeltsehen kann vorkommen. Die Patienten können Symptome eines erhöhten Hirndrucks haben, wie Kopfschmerzen oder Übelkeit und Erbrechen. Schmerzen fehlen.

Die ophthalmoskopische Untersuchung zeigt angeschwollene und gewundene Netzhautvenen, eine hyperämische und geschwollene Papille (Sehnervenkopf) sowie Netzhautblutungen um die Papille, aber nicht in der Netzhautperipherie. Eine isolierte Papillenschwellung (z. B. verursacht durch Optikusneuritis oder ischämische Optikusneuropathie) ohne Netzhautbefunde als Hinweis auf erhöhten intrakraniellen Druck wird nicht als Stauungspapille bezeichnet.

Im Frühstadium einer Stauungspapille sind Sehschärfe und die Pupillenreaktion auf Licht für gewöhnlich normal und werden erst anomal, wenn die Krankheit fortgeschritten ist. Eine Gesichtsfelduntersuchung kann einen vergrößerten blinden Fleck erfassen. Später kann eine Gesichtsfelduntersuchung typische Ausfälle für Nervenfaserbündeldefekte und Verlust des peripheren Sehens aufzeigen.

Diagnose

  • Klinische Bewertung

  • Sofortige neuroradiologische Bildgebung

Das Ausmaß des Papillenödems lässt sich anhand eines Vergleichs der Anzahl von Pluslinsen quantifizieren, die jeweils nötig sind, um das Ophthalmoskop auf die höchste Erhebung der Papille und auf den nicht betroffenen Netzhautteil zu fokussieren. Die Schwellung kann auch durch eine Messung der Nervenfaserschichtdicke mittels optischer Kohärenztomographie (OKT) quantifiziert werden; die OKT wird durchgeführt, um den Grad des Papillenödems zu bestimmen, wodurch Veränderungen beobachtet werden können.

Um eine Stauungspapille von anderen Ursachen einer Papillenschwellung, wie Optikusneuritis, ischämischer Optikusneuropathie, Hypotonie, retinalem Zentralvenenverschluss, Uveitis, oder Pseudo-Papillenschwellung (z. B. Sehnervdrusen) abgrenzen zu können, ist eine gründliche ophthalmologische Untersuchung erforderlich. Wird ein Papillenödem klinisch vermutet, so wird umgehend eine MRT mit Gadolinium-Kontrastmittel oder Computertomographie mit Kontrastmittel durchgeführt, um Ursachen wie eine intrakranielle Raumforderung auszuschließen. Eine Lumbalpunktion mit Messung des intrakraniellen Drucks und einer intrakraniellen Analyse sollte durchgeführt werden, nachdem eine intrakranielle Raumforderung ausgeschlossen wurde. Eine Lumbalpunktion bei Patienten mit intrakranieller Raumforderung könnte zur Einklemmung des Hirnstamms führen. Die B-Bild-Sonographie und Fundus Autofluorescence sind das beste diagnostische Werkzeug zum Nachweis eines Pseudo-Papillenödems durch Sehnervdrusen.

Behandlung

  • Behandlung der zugrunde liegenden Erkrankung

Dringende Behandlung der zugrunde liegenden Erkrankung ist indiziert zur Verringerung des intrakraniellen Drucks. Falls der intrakranielle Druck nicht gesenkt werden kann, entwickeln sich schließlich eine sekundäre Optikusatrophie und ein Visusverlust, sowie andere ernste neurologische Folgekrankheiten.

Wichtige Punkte

  • Eine Stauungspapille weist auf einen erhöhten intrakraniellen Druck hin.

  • Neben einer bilateralen hyperämischen und geschwollenen Papillen (Sehnervenköpfe) haben Patienten in der Regel angeschwollene und gewundene Netzhautvenen sowie retinale Blutungen um die Papille, aber nicht in der retinalen Peripherie.

  • Fundoskopische Anomalien gehen in der Regel Sehstörungen voraus.

  • Führen Sie sofort eine neurologische Bildgebung durch und, falls keine Raumforderung gesehen wird, führen Sie eine intrakranielle Analyse durch und messen Sie den intrakraniellen Druck mittels einer Lumbalpunktion.

  • Behandeln Sie die zugrunde liegende Erkrankung.

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