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Postpunktioneller Kopfschmerz und Unterdruckkopfschmerz

Von

Stephen D. Silberstein

, MD, Sidney Kimmel Medical College at Thomas Jefferson University

Inhalt zuletzt geändert Jun 2018
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Unterdruckkopfschmerz kann durch eine Verringerung des Liquorvolumens und des Liquordrucks infolge einer Lumbalpunktion oder eines spontanen oder traumatischen Liquorlecks entstehen.

Die Entnahme von Liquor bei Lumbalpunktion (LP) reduziert, ebenso wie spontane oder traumatische Liquorlecks, das Liquorvolumen und den Liquordruck.

Kopfschmerzen nach Lumbalpunktion sind häufig. Sie treten meist Stunden bis zu 1–2 Tage nach der Punktion auf und können heftig sein. Jüngere, schlanke Patienten sind am meisten betroffen. Die Verwendung dünnerer, nichttraumatischer Punktionsnadeln vermindert das Risiko. Die entnommene Liquormenge und die Dauer der Bettruhe nach der Punktion beeinflussen das Auftreten nicht.

Spontane Liquorlecks können entstehen, wenn ein Arachnoiddiverticulum oder Zyste der Nervenwurzel entlang dem Spinalkanal rupturiert. Husten oder Niesen können die Ruptur auslösen. Liquor kann nach bestimmten Kopf- oder Gesichtsverletzungen auslaufen (z. B. basiläre Schädelfrakturen).

Der Kopfschmerz entsteht, wenn bei erhobenem Kopf im Sitzen oder Stehen die schmerzempfindlichen basalen Hirnhäute gedehnt werden. Der Kopfschmerz ist stark, lageabhängig und häufig von Nackenschmerzen, Meningismus und Erbrechen begleitet. Der Kopfschmerz lässt nur beim flachen Liegen nach.

Diagnose

  • Klinische Beurteilung

Postpunktioneller Kopfschmerz ist klinisch offensichtlich, und weitergehende Untersuchungen sind selten nötig; andere Unterdruckkopfschmerzen können eine Bildgebung des Gehirns erforderlich machen. Eine MRT mit Gadoliniumkontrastverstärkung zeigt oft eine diffuse Anreicherung der Pachymeningen und, in schweren Fällen, ein Tiefersacken des Gehirns.

Der Liquordruck ist in der Regel niedrig oder nicht messbar, wenn die Patienten für einige Zeit in aufrechter Position waren.

Behandlung

  • Flüssigkeitsgabe und Koffein

  • In der Regel epiduraler Blutpatch

Die First-Line-Therapie für post-LP-Kopfschmerzen ist

  • "Recumbency"

  • Hydratation

  • Eine elastische Bauchbinde

  • Koffein

  • Analgetika nach Bedarf

Besteht der postpunktionelle Kopfschmerz jedoch nach einem Tag unter dieser Therapie weiter, ist ein epiduraler Blutpatch (einige Milliliter geronnenes venöses Blut des Patienten werden in den lumbalen epiduralen Raum injiziert) meist wirksam. Ein Blutpatch kann auch wirksam sein bei spontanen oder traumatischen Liquorlecks, die selten eine chirurgische Schließung erfordern.

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HINWEIS: Dies ist die Ausgabe für medizinische Fachkreise. LAIEN: Hier klicken, um zur Ausgabe für Patienten zu gelangen.
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