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Nierenverletzungen

Von

Noel A. Armenakas

, MD, Weill Cornell Medical School

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Dez 2020| Inhalt zuletzt geändert Dez 2020
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Quellen zum Thema

Die Nieren werden öfter als jedes andere Organ der Harnwege durch externe Gewalteinwirkung verletzt. Für gewöhnlich verursacht eine stumpfe Gewalteinwirkung aufgrund von Autounfällen, Stürzen und Sportverletzungen eine Verletzung der Harnwege. Tiefe Nierenverletzungen entstehen am häufigsten durch Schuss- oder Stichwunden. Weniger häufig können sich bei diagnostischen Tests, wie etwa bei einer Nierenbiopsie, oder bei verschiedenen Behandlungsmethoden für Nierensteine, wie der extrakorporalen Schockwellenlithotripsie, Verletzungen ergeben, die aber in der Regel leicht sind. Entsprechend sind die meisten stumpfen Nierenverletzungen leicht. Einige jedoch sind schwer. Werden schwerwiegende stumpfe oder penetrierende Nierenverletzungen nicht behandelt, kann dies zu Komplikationen wie Niereninsuffizienz, andauernden Blutungen, Infektionen und Bluthochdruck führen.

Symptome

Symptome einer stumpfen Nierenverletzung können Blut im Urin, Schmerzen oder Quetschungen im oberen Bauchraum oder der Rippen und Hüften (Flanke), Druckstellen in der Nähe einer Niere vom Sicherheitsgurt oder Schmerzen von Brüchen der unteren Rippen sein. Wenn jemand aufgrund einer schweren Nierenverletzung viel Blut verliert, kann dadurch der Blutdruck absinken (Schock) und eine Anämie eintreten, wenn der Betroffene viel Blut verliert.

Nierenverletzungen: Leichte bis schwere

Nierenverletzungen können unterschiedlich schwer sein. Eine geringfügige Verletzung quetscht die Niere möglicherweise nur. Bei einer schwerwiegenderen Verletzung kann die Niere einreißen (Lazeration), wobei Urin und Blut in das umliegende Gewebe gelangen können. Manchmal bilden sich Blutklumpen um die Niere herum. Reißt die Verbindung zwischen der Niere und den Blutgefäßen, kann das zu massiven Blutungen und zum Schock oder Tod führen. Bei den meisten Nierenverletzungen findet man Blut im Urin.

Nierenverletzungen: Leichte bis schwere

Diagnose

  • Urintest

  • Bei schwerwiegenderen Verletzungen, Computertomographie

Der Verlauf der Vorfälle, die zur Schädigung geführt haben, die Symptome des Betroffenen und eine Körperuntersuchung helfen den Ärzten, Nierenverletzungen zu erkennen. Es wird eine Urinprobe genommen und untersucht, um zu sehen, ob Blut vorhanden ist. Blut im Urin einer Person mit einer Verletzung im Rumpf ist ein Zeichen dafür, dass die Verletzung auch die Niere betrifft. Das Blut kann mit bloßem Auge zu erkennen sein (starke Hämaturie) oder nur unter dem Mikroskop (mikroskopische Hämaturie).

Bei eintretenden Verletzungen kann die Lage der Wunde (ob sie sich im oberen oder mittleren Teil des Bauchraums, auf dem Rücken oder an der Flanke befindet) den Ärzten helfen festzustellen, ob die Niere betroffen ist.

Erwachsene mit leichten Symptomen, ohne auffällig niedrigen Blutdruck und Blut im Urin, welches nur unter dem Mikroskop sichtbar ist, haben wahrscheinlich einen kleineren Bluterguss, der von allein abheilt. Weitere Tests sind gewöhnlich nicht nötig. Bei Kindern und bei Erwachsenen, bei denen Ärzte eine schwere Verletzung vermuten, sollte eine Computertomographie (CT) mit röntgendichtem Kontrastmittel, einer Flüssigkeit, die auf den Röntgenaufnahmen zu sehen ist, durchgeführt werden.

Behandlung

  • Bei leichten Verletzungen, Überwachung der Flüssigkeitsaufnahme und Bettruhe

  • Bei schwereren Verletzungen, Ausgleich des Blutverlusts und vorbeugende Maßnahmen für einen Kreislaufschock

  • Bei einigen stumpfen und den meisten penetrierenden Verletzungen Operation

Bei leichten Nierenschäden genügen meist eine geregelte Flüssigkeitsaufnahme und Bettruhe, weil diese Maßnahmen es der Niere ermöglichen, von selbst zu heilen. Bei schwereren Verletzungen beginnt die Behandlung mit Maßnahmen, die den Blutverlust kontrollieren und einem Schock vorbeugen sollen. Um den Blutdruck zu normalisieren und die Urinproduktion anzuregen, werden Flüssigkeit und manchmal Blut intravenös gegeben.

Nur schwere stumpfe Verletzungen, wie etwa bei anhaltenden Blutungen der Niere, wenn diese von einem sich ausbreitenden Blutgerinnsel umgeben ist oder von der Verbindung zu den Blutgefäßen abgerissen wird, machen einen chirurgischen Eingriff notwendig. Alternativ können einige dieser Verletzungen auch mit einer arteriellen Embolisation behandelt werden, ein Verfahren, bei dem der Arzt einen Katheter durch ein Blutgefäß im Oberschenkel zum blutenden Nierengefäß schiebt. Wenn der Katheter an der blutenden Stelle ist, spritzt der Arzt eine Substanz oder eine Drahtspule hinein, um das Blutgefäß zu blockieren und damit die Blutung zu stoppen (Embolisation). Schwere Verletzungen durch Penetration müssen ebenfalls mit einer Operation repariert werden. In seltenen Fällen muss die verletzte Niere entfernt werden.

Im Allgemeinen erholen sich die meisten Patienten von ihren Nierenverletzungen, selbst von schweren, vorausgesetzt, sie werden rasch diagnostiziert und behandelt. Eine chronische Nierenerkrankung, die sich entwickelt hat, kann eine lebenslange Behandlung notwendig machen. Andere Komplikationen, die bei Nierenverletzungen auftreten können, sind andauernde Blutungen, Infektionen und Bluthochdruck.

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