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Hüftfrakturen

(Femoral Neck Hip Fractures; Subcapital Hip Fractures; Intertrochanteric Hip Fractures; Subtrochanteric Hip Fractures)

Von

Danielle Campagne

, MD, University of San Francisco - Fresno

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Jul 2019| Inhalt zuletzt geändert Jul 2019
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Kurzinformationen
Quellen zum Thema

Hüftfrakturen können am gerundeten oberen Ende (Kopf) des Oberschenkelknochens, im schmalen Teil des Oberschenkelknochens direkt unterhalb des Kopfes (Hals) oder in den Ausbuchtungen im breiteren Teil direkt unterhalb des Halses auftreten.

  • Hüftfrakturen sind am häufigsten bei älteren Personen und oft die Folge eines geringfügigen Sturzes, insbesondere bei Vorliegen einer Osteoporose.

  • Bewegungen des betroffenen Beins, Stehen und/oder Gehen verursachen in der Regel erhebliche Schmerzen

  • Hüftfrakturen werden über Röntgenbilder oder manchmal andere bildgebende Untersuchungen diagnostiziert.

  • In der Regel wird operiert und manchmal wird das Hüftgelenk ersetzt.

Aus den folgenden Gründen ist die Wahrscheinlichkeit von Hüftfrakturen bei älteren Menschen besonders hoch

  • Es liegt meist eine Osteoporose vor (durch die die Knochen geschwächt sind)

  • Es treten Stürze auf

  • Es werden Medikamente eingenommen, die das Risiko von Hüftfrakturen erhöhen (siehe Arzneimittel im Alter)

Die meisten Hüftfrakturen sind die Folge eines Sturzes. Bei älteren Menschen mit Osteoporose kann es jedoch bereits durch die Belastung bei normalen Aktivitäten, z. B. durch Umdrehen im Bett, Aufstehen aus einem Stuhl oder beim Gehen, zu einer Hüftfraktur kommen.

Das Hüftgelenk besteht aus dem gerundeten oberen Ende (Kopf) des Oberschenkelknochens (Femur) und einem Teil des Beckenknochens. Der gerundete Kopf des Oberschenkelknochens passt in die schalenförmige Aushöhlung des Beckenknochens. Beide zusammen bilden ein Kugelgelenk. Unterhalb des Kopfes wird der Oberschenkelknochen schmaler und bildet den Oberschenkelhals. An den Oberschenkelhals schließt sich ein breiterer Bereich an, der zwei große Ausbuchtungen (die Trochanter) aufweist. Die Trochanter sind die Ansatzstellen der starken Muskeln der Beine und der Gesäßhälften, die mit Sehnen befestigt sind.

Das Femur: Teil des Hüftgelenks

Das Femur: Teil des Hüftgelenks

Die meisten Hüftfrakturen treten knapp unterhalb des Kopfes des Oberschenkelknochens auf. Es gibt zwei gängige Formen:

  • Frakturen des Oberschenkelhalses bzw. subkapitale Frakturen

  • Intertrochantäre Hüftfrakturen, die durch die großen Ausbuchtungen direkt unterhalb des Halses verlaufen

Hüftfrakturen können auch im Femurkopf oder unterhalb der großen Ausbuchtungen auftreten (subtrochantäre Frakturen).

Oberschenkelhalsfrakturen sind besonders problematisch, da sie oft die Blutzufuhr zum Oberschenkelkopf unterbrechen. Ohne ausreichende Blutversorgung kann der Knochen aber nicht wieder zusammenwachsen. Er bricht eventuell zusammen und stirbt ab (Osteonekrose). In diesem Fall kann sich eine schwere schmerzhafte Arthritis entwickeln.

Intertrochantäre Hüftfrakturen haben selten eine Unterbrechung der Blutzufuhr zum Femurkopf zur Folge. Es kann zu Blutungen an der Oberfläche der Knochenbruchstelle kommen, diese sind aber in der Regel nicht stark genug, um ernste Probleme zu verursachen. Solche Frakturen sind meist die Folge eines Sturzes oder direkten Schlages.

Symptome

Hüftfrakturen sind für gewöhnlich sehr schmerzhaft und verursachen normalerweise Schmerzen in der Leistengegend.

Wenn sich die Knochenbruchstücke verschoben haben, können die Betroffenen nicht gehen, stehen oder ihr Bein bewegen. Im Liegen kann das betroffene Bein verkürzt erscheinen und nach außen gedreht sein. Wenn sich die Bruchstücke dagegen ineinandergeschoben haben und die Fraktur klein ist, können manche Betroffenen weiterhin gehen und haben lediglich leichte Schmerzen. Das Bein sieht normal aus.

Bei starken Blutungen aus der Fraktur oder aus einem nahe gelegenen gerissenen Blutgefäß kann Benommenheit oder Schwäche auftreten. Es können sich eine Schwellung und ein dunkelroter Bluterguss entwickeln.

Bei einer Hüftfraktur scheint es mitunter, als ob die Schmerzen vom Knie und nicht von der Hüfte ausgehen. Dies liegt daran, dass Knie und Hüfte teilweise mit denselben Nervenbahnen versorgt werden. Solche Schmerzen nennt man auch übertragene Schmerzen.

Wenn jemand aufgrund einer Hüftfraktur längere Zeit ans Bett gefesselt ist, steigt das Risiko für schwere Komplikationen. Probleme aufgrund von Bettlägerigkeit sind:

Bei älteren Menschen ist die Wahrscheinlichkeit des Auftretens von Problemen infolge von Bettlägerigkeit höher. Diese Probleme können wiederum gravierendere Konsequenzen haben. Mitunter ändert eine Hüftfraktur die Lebensweise solcher Patienten. Sie sind unter Umständen nicht mehr in der Lage, ihren normalen Tätigkeiten nachzugehen. Möglicherweise wird Hilfe im Haushalt benötigt oder die Betroffenen müssen in ein Pflegeheim umziehen. Wenn aufgrund der Fraktur der gewohnte Alltag oder die Unabhängigkeit eingeschränkt werden, kann es zu Depressionen kommen.

Diagnose

  • Röntgenaufnahmen

  • manchmal Magnetresonanztomographie oder Computertomographie

(Siehe auch Diagnose von Frakturen.)

Die Diagnose einer Hüftfraktur stützt sich gewöhnlich auf die Beschreibung der Verletzung durch den Patienten, die Symptome und den Untersuchungsbefund.

In der Regel zeigt ein Röntgenbild einen klaren Bruch und dient dem Arzt zur Bestätigung der Diagnose einer Hüftfraktur. Mitunter sieht das Röntgenbild aber auch normal aus, selbst wenn eine Fraktur vorhanden ist, zum Beispiel, wenn es sich um eine kleine Fraktur handelt und die Fragmente nicht verschoben sind. Wenn von ärztlicher Seite dennoch eine Hüftfraktur vermutet wird oder der/die Betroffene weiterhin Schmerzen hat und nicht in der Lage ist, einen Tag oder später nach dem Sturz zu stehen, wird eine Magnetresonanztomographie (MRT) durchgeführt, um nach kleinen Frakturen zu suchen. Manchmal wird eine Computertomographie (CT) durchgeführt, mit der sich jedoch kleine Hüftfrakturen weniger genau erkennen lassen.

Behandlung

  • Meist ein chirurgischer Eingriff zur Reposition der Fraktur oder zum Einsetzen eines neuen Hüftgelenks

  • Rehabilitation

Die bevorzugte Behandlungsmethode einer Hüftfraktur ist ein chirurgischer Eingriff, da die Patienten schneller wieder gehen können und schwerwiegende Probleme vermieden werden, die durch eine zu lange Bettruhe verursacht werden. Der große Vorteil des chirurgischen Eingriffs ist, dass der Patient so rasch wie möglich aus dem Bett aufstehen und wieder gehen kann. 1 bis 2 Tage nach der Operation sind in der Regel die ersten Schritte mit einer Gehhilfe möglich.

Mit der Rehabilitation (Physiotherapie) wird so schnell wie möglich nach der Behandlung einer Hüftfraktur begonnen.

Wussten Sie ...

  • Die bevorzugte Behandlungsmethode bei einer Hüftfraktur ist ein chirurgischer Eingriff, weil die Patienten dadurch schneller wieder gehen können und schwerwiegende Probleme vermieden werden, die durch eine zu lange Bettruhe verursacht werden.

Eine gebrochene Hüfte kann durch einen chirurgischen Eingriff repariert oder ausgetauscht werden. Das Reparaturverfahren wird offene Reposition mit interner Fixation (ORIF) genannt. Eine Reparatur der Hüfte findet statt, wenn der Bruch nicht allzu gravierend ist. Bei einer schweren Fraktur, oder wenn die Blutzufuhr zum Oberschenkelkopf abgeschnitten ist, wird unter Umständen ein neues Hüftgelenk eingesetzt. Ein solches Verfahren wird als Arthroplastie bezeichnet.

Während sie in der Notaufnahme auf ihre Hüftoperation warten, können ältere Menschen Schmerzen haben. Zur Linderung der Schmerzen können die Ärzte ein Betäubungsmittel in einen Nerv in der Hüfte spritzen. Dieses Verfahren (das „Nervenblockade“ genannt wird) verhindert, dass die Nerven Schmerzsignale an das Gehirn senden.

Hüftreparatur

Bei Oberschenkelhalsbrüchen können Metallstifte durch den Hals und in den Kopf des Oberschenkelknochens eingeführt werden.

Intertrochantäre Hüftfrakturen werden mit einer dynamischen Hüftschraube und einer Seitenplatte aus Metall behandelt, die die Knochenfragmente in ihrer richtigen Position hält, während die Fraktur ausheilt. Die Fixierung ist für gewöhnlich solide genug, um es den Patienten zu erlauben, bereits kurz nach dem chirurgischen Eingriff wieder zu stehen und das betroffene Bein zu belasten. Auch wenn die Knochenfragmente für gewöhnlich innerhalb einiger Monate zusammenwachsen, brauchen die meisten Patienten mindestens 6 Monate, um ihr ursprüngliches Niveau an Beschwerdefreiheit, Kraft und Gehfähigkeit wiederzuerlangen. Immer häufiger werden Hüftfrakturen aber auch mithilfe einer intramedullären Schienung (einer Schraube, die verwendet wird, um den Knochen zu stabilisieren) behandelt oder es wird ein Hüftgelenkersatz eingesetzt.

Wiederherstellung einer gebrochenen Hüfte

Wenn die Hüftfraktur nicht allzu schwer ist, wird sie repariert. Auf welche Weise eine solche Reparatur durchgeführt wird, hängt davon ab, ob der Oberschenkel (Femur) gebrochen ist:

  • Oberschenkelhalsfrakturen (subkapitale Fraktur): Bei solchen Frakturen ist der Hals des Oberschenkelknochens (Femur) betroffen. Es können operativ Metallstifte eingesetzt werden, die den Oberschenkelhals stützen.

  • Intertrochantäre Frakturen: Bei solchen Frakturen sind die großen Knochenausbuchtungen (Trochanter) unterhalb des Oberschenkelhalses betroffen. Bei solchen Frakturen werden zum Beispiel eine dynamische Hüftschraube und eine Seitenplatte aus Metall verwendet. Je nach Zustand des Patienten werden auch andere Behandlungen angewendet, zum Beispiel wird ein neues Hüftgelenk eingesetzt.

Bei der Reparatur der Hüfte wird das Hüftgelenk des Patienten erhalten.

Wiederherstellung einer gebrochenen Hüfte

Hüftgelenkersatz

Es kann das gesamte Hüftgelenk oder nur ein Teil davon ersetzt werden. Vor dem Einsetzen des neuen Gelenks werden die Knochenbruchstücke entfernt.

Bei einer Teilhüftprothese (Hemiarthroplastie) wird ein speziell hergestelltes kugelförmiges Metallteil (die Prothese) in den Gelenksockel (die Hüftpfanne) im Beckenknochen eingesetzt. Die Prothese weist einen soliden Schaft auf, der mitten im Oberschenkelhalsknochen verankert wird. Manche Prothesen werden mit schnell bindendem Plastikzement mit dem Knochen verbunden. Andere haben spezielle poröse oder keramische Ummantelungen, in die der umgebende lebendige Knochen direkt einwachsen kann. Ältere Menschen, die nur sehr wenig gehen und dadurch die Hüfte wenig belasten, werden meist mit einer teilweisen Hüftprothese behandelt.

Hüftgelenksersatz

Es kann das gesamte Hüftgelenk oder nur ein Teil davon ersetzt werden:

  • Teilhüftprothese (Hemiarthroplastie): Wenn der Oberschenkelhals stark beschädigt ist, kann er durch ein künstliches Hüftgelenk (eine Prothese) aus Metall ersetzt werden.

  • Hüfttotalendoprothese (Hüfttotalarthroplastie): In manchen Fällen muss auch die Hüftpfanne ersetzt werden, in welcher der Kopf positioniert ist (und das Hüftgelenk bildet). Die Pfanne wird durch eine Metallschale ersetzt, die mit solidem Kunststoff beschichtet ist.

Hüftgelenksersatz

Manchmal ist eine Hüfttotalendoprothese (Hüfttotalarthroplastie) erforderlich, zum Beispiel, wenn bei einer Oberschenkelhalsfraktur die Gefahr besteht, dass die Blutversorgung der Hüfte unterbrochen wird. Eine Hüfttotalendoprothese geht mit höheren Risiken einher als eine Teilprothese. Aber da sie zu einer besseren Funktionsfähigkeit führt, wird sie zunehmend von älteren Patienten, die aktiv sind, in Anspruch genommen. Bei der Hüfttotalendoprothese werden der Kopf des Oberschenkelhalses und die Oberfläche die Hüftpfanne ersetzt.

Nach einer Hüftprothesenoperation beginnt der Patient in der Regel ein bis zwei Tage nach der Operation mit Krücken oder Gehhilfen zu laufen und wechselt nach sechs Wochen zu einem Gehstock.

Die Lebensdauer künstlicher Hüftgelenke ist allerdings begrenzt. Insbesondere übergewichtige oder aktive Menschen müssen unter Umständen nach 10 bis 20 Jahren erneut operiert werden.

Eine Gelenkprothese ist oft für ältere Menschen von Vorteil, da die Wahrscheinlichkeit, dass eine zusätzliche Operation notwendig wird, niedriger ist. Darüber hinaus profitieren ältere Menschen in hohem Maß davon, fast unmittelbar nach dem chirurgischen Eingriff in der Lage zu sein wieder gehen zu können.

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