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Tremor

Von

Hector A. Gonzalez-Usigli

, MD, HE UMAE Centro Médico Nacional de Occidente

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Feb 2019| Inhalt zuletzt geändert Feb 2019
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Quellen zum Thema

Ein Tremor ist eine unwillkürliche, rhythmische, zitternde Bewegung eines Körperteils, wie z. B. der Hände, des Kopfes, der Stimmbänder, des Rumpfes oder der Beine. Tremor tritt auf, wenn sich Muskeln wiederholt zusammenziehen und entspannen.

Tremortyp

Es gibt folgende Arten von Tremor:

  • Normale (physiologische)

  • Anormale (pathologische), die durch eine Erkrankung oder ein Arzneimittel verursacht werden

Ein Tremor wird gewöhnlich anhand des Zeitpunkts seines Auftretens klassifiziert:

  • Ruhetremor: Tritt hauptsächlich in Ruhe auf

  • Aktionstremor: Tritt auf, wenn ein Körperteil willentlich bewegt wird

Aktionstremor umfasst

  • Intentionstremor: Wird durch Bewegung zu einem Ziel (z. B. das Greifen nach einem Glas) ausgelöst

  • Kinetischer Tremor: Tritt am Ende einer zielgerichteten Handlung auf

  • Posturaler Tremor: Wird ausgelöst, wenn ein Körperglied in einer Stellung ausgestreckt gehalten wird

Ein Tremor kann auch nach seinen Ursachen klassifiziert werden:

  • Physiologisch (normaler Tremor, den jeder zu einem gewissen Grad aufweist)

  • Essentiell (eine häufige Störung, die selten irgendwelche anderen Symptome verursacht)

  • Zerebellär (verursacht durch Schädigung des Hirnbereichs, der bezeichnet wird als Cerebellum)

  • Sekundär (verursacht durch eine Erkrankung oder ein Arzneimittel)

  • Psychogen (durch psychische Faktoren verursacht)

Sonstige wichtige Merkmale von Tremor sind

  • Wie schnell das Zittern ist (Frequenz): Langsam bis schnell

  • Wie umfangreich die Bewegung ist (Amplitude): Feinschlägig bis grobschlägig

  • Wie oft der Tremor auftritt: Zeitweise bis ständig

  • Wie stark sie sind

  • Wie schnell der Tremor auftaucht: Plötzlich bis allmählich

Physiologischer Tremor

Der physiologische Tremor ist der normale Tremor, den jeder zu einem gewissen Grad aufweist. So zittert z. B. eine ausgestreckte Hand bei den meisten Menschen leicht. Ein derartiger leichter, rascher Tremor spiegelt die präzise, von Sekunde zu Sekunde erfolgende Kontrolle der Muskeln durch die Nerven wider. Bei den meisten Leuten ist der Tremor kaum bemerkbar. Ein normaler Tremor kann jedoch unter bestimmten Bedingungen auffälliger werden und dann bei Personen Besorgnis hervorrufen. Der Tremor kann z. B. auffälliger sein, wenn die Betroffenen

  • gestresst oder besorgt sind

  • aufhören, Alkohol zu trinken, oder ein Beruhigungsmittel (wie z. B. Benzodiazepine) oder ein Opioid nicht mehr einnehmen

  • Koffein konsumieren

  • bestimmte Arzneimittel einnehmen, u. a. Theophyllin und Salbutamol (die zur Behandlung von Asthma und chronisch-obstruktiver Lungenerkrankung bzw. COPD eingesetzt werden) sowie Kortikosteroide, aber auch Drogen (wie Kokain oder Amphetamine)

  • bestimmte Erkrankungen haben, wie eine Überfunktion der Schilddrüse (Hyperthyreose), die andere Symptome verursachen

Essentieller Tremor

Der essentielle Tremor rührt von einem Problem im Nervensystem her, doch Menschen mit diesem Tremor weisen selten irgendwelche anderen Symptome einer Störung des Nervensystems (neurologische Symptome) auf. Die Ursache ist unklar, doch oft ist der Tremor erblich bedingt.

Der essentielle Tremor setzt normalerweise im frühen Erwachsenenalter ein, kann aber auch in jedem Alter beginnen. Der Tremor wird mit dem Alter immer offensichtlicher. Daher wird er manchmal unrichtigerweise als „seniler Tremor“ bezeichnet. Der Tremor betrifft normalerweise die Arme und Hände und manchmal den Kopf. Wenn er den Kopf betrifft, kann es so aussehen, als ob die Leute mit dem Kopf nicken oder den Kopf schütteln. Dieser Tremor verschlimmert sich gewöhnlich, wenn eine Gliedmaße (entgegen der Schwerkraft) ausgestreckt gehalten wird oder wenn eine Gliedmaße bewegt wird.

Gewöhnlich bleibt der essentielle Tremor leicht. Er kann jedoch lästig und peinlich sein. Das Zittern wirkt sich möglicherweise auf die Handschrift aus und erschwert die Benutzung von Geräten. Bei manchen Leuten verschlimmert sich der Tremor im Lauf der Zeit und führt schließlich zur Arbeitsunfähigkeit. Die Symptome können denen der Parkinson-Krankheit ähneln, und manchmal wird der essentielle Tremor als Parkinson-Krankheit fehldiagnostiziert. In seltenen Fällen haben die Betroffenen die Parkinson-Krankheit und einen essentiellen Tremor.

Ruhetremor

Der Ruhetremor tritt auf, wenn sich die Muskeln in Ruhe befinden. Ein Arm oder Bein zittert, selbst wenn die Person absolut entspannt ist. Der Tremor ist weniger auffällig oder verschwindet, wenn die Person die beteiligten Muskeln bewegt. Ein Ruhetremor ist oft langsam und grobschlägig.

Dieser Tremor entwickelt sich, wenn Nervenzellen in dem Hirnbereich, der Basalganglien genannt wird, gestört sind. Die Basalganglien helfen dabei, beabsichtigte (willkürliche) Muskelbewegungen auszulösen und geschmeidig zu machen. Solche Störungen rühren normalerweise von Folgendem her:

Ein Ruhetremor kann aber auch von der Anwendung von Arzneimitteln herrühren, die diesen Hirnbereich beeinflussen, z. B. Antipsychotika und manche Drogen, die zur Linderung von Übelkeit verwendet werden.

Ein Ruhetremor kann ein soziales Problem sein, da er peinlich ist. Da er jedoch verschwindet, wenn die Leute versuchen, etwas zu tun (z. B. ein Glas Wasser trinken), stört er normalerweise nicht bei den Aktivitäten des täglichen Lebens.

Intentionstremor

Dieser Tremor tritt während einer zweckgerichteten Bewegung auf, z. B. wenn man mit der Hand nach einem Objekt greift. Die Personen greifen am Objekt aufgrund des Tremors vorbei. Ein Intentionstremor verschlimmert sich, wenn Personen näher an das anvisierte Objekt kommen. Dieser Tremor ist relativ langsam und grobschlägig.

Ein Intentionstremor rührt von einer Schädigung des Kleinhirns her. Das Kleinhirn ist der Hirnbereich, der für das Gleichgewicht und die Koordination verantwortlich ist. Die Begriffe „zerebellärer Tremor“ und „Intentionstremor“ können daher synonym verwendet werden.

Häufige Ursachen des Intentionstremors:

Auch andere Erkrankungen können das Kleinhirn schädigen und zu einem Intentionstremor führen. Hierzu gehört Folgendes:

Wussten Sie ...

  • Bis zu einem gewissen Ausmaß hat jeder Mensch einen Tremor.

  • Wenn der Tremor leicht ist, können einfache Maßnahmen, z. B. Objekte nah am Körper halten, den Zustand verbessern.

Posturaler Tremor

Diese Art Tremor ist am offensichtlichsten, wenn eine Gliedmaße in einer Stellung gehalten wird, die es erfordert, gegen die Schwerkraft anzukämpfen, z. B. wenn Menschen ihre Arme nach vorn ausgestreckt halten.

Die häufigsten posturalen Arten von Tremor sind:

  • Essentieller Tremor

  • Physiologischer (normaler) Tremor

Komplexer Tremor

Der komplexe Tremor weist Merkmale von mehr als einem Tremortyp auf.

Häufige Ursachen für komplexe Arten von Tremor sind

Ursachen

Viele Erkrankungen können einen Tremor verursachen.

Am häufigsten ist bei einem Tremor Folgendes im Spiel:

  • Physiologischer Tremor (insgesamt am häufigsten)

  • Essentieller Tremor

  • Tremor infolge der Parkinson-Krankheit

  • Tremor infolge eines Schlaganfalls oder multipler Sklerose, die sich auf Hirnbereiche auswirken, die Bewegungen steuern

  • Tremor infolge von Lebererkrankung

  • Tremor infolge von Alkoholentzug

  • Tremor infolge einer Überfunktion der Schilddrüse (Hyperthyreose)

  • Tremor infolge von Erbkrankheiten, die das Kleinhirn beeinträchtigen, z. B. die Friedreich-Ataxie und spinozerebelläre Ataxien

  • Tremor infolge der Einnahme bestimmter Arzneimittel oder einer Belastung durch bestimmte giftige Substanzen

  • Psychogener Tremor (aufgrund von psychologischen Faktoren)

Manchmal gibt es mehr als eine Ursache für einen Tremor. Beispielsweise kann eine Person einen essentiellen Tremor und Parkinson-Krankheit haben.

Beurteilung

Die folgenden Informationen können dabei helfen, zu klären, wann man zum Arzt gehen sollte und was im Rahmen dieser Untersuchung zu erwarten ist.

Warnsignale

Die folgenden Symptome geben Anlass zur Sorge:

  • Tremor, der abrupt beginnt

  • Tremor bei Menschen unter 50 Jahren und ohne Verwandte, die essentiellen Tremor hatten

  • Andere neurologische Symptome, wie eine Veränderung der geistigen Verfassung, Muskelschwäche, Veränderungen der Gangart einer Person und Schwierigkeiten beim Sprechen

  • Eine schnelle Herzfrequenz und Erregung

Wann ein Arzt zu konsultieren ist:

Personen mit Warnsignalen sollten umgehend einen Arzt aufsuchen.

Wer keine Warnzeichen aufweist, sollte so rasch wie möglich ärztliche Hilfe aufsuchen.

Wer unter 50 Jahre alt ist und keinen essentiellen Tremor in der Familienanamnese hat, muss von einem Arzt untersucht werden, damit sichergestellt werden kann, dass keine andere Erkrankung oder ein Arzneimittel die Ursache ist.

Was der Arzt unternimmt:

Ärzte stellen zunächst immer Fragen zu den Symptomen und zur Krankengeschichte des Patienten, bevor sie eine körperliche Untersuchung vornehmen. Die Befunde in der Krankengeschichte und bei der körperlichen Untersuchung deuten häufig auf eine Ursache und die eventuell erforderlichen Untersuchungen hin (siehe Tabelle mit Ursachen und Merkmalen von Tremor).

Die Ärzte fragen nach dem Tremor:

  • ob der Tremor plötzlich oder allmählich begonnen hat

  • welche Körperteile betroffen sind

  • wann er ausgelöst wird (bei Bewegung, Ruhe oder im Stehen)

  • wodurch er verstärkt oder gemindert wird (wie Alkohol, Koffein, Stress oder Angst)

Wussten Sie ...

  • Kleine Mengen Alkohol können einige Arten von Tremor lindern, wohingegen chronischer Alkoholismus das Gehirn schädigen kann und zu einem Tremor führen kann.

Wenn der Tremor plötzlich aufgetreten ist, fragen Ärzte nach Ereignissen, die ihn ausgelöst haben können (z B. eine kürzlich aufgetretene Verletzung oder die Einnahme eines neuen Arzneimittels).

Ärzte sehen sich die Krankengeschichte des/der Betroffenen an und suchen nach Erkrankungen, die mit dem Tremor in Zusammenhang stehen. Sie fragen nach Tremor bei nahen Verwandten. Sie schauen sich die eingenommenen Arzneimittel genau an und stellen Fragen zum Konsum von Koffein, Alkohol und Drogen (insbesondere, ob die Person kürzlich den Konsum von Drogen eingestellt hat).

Ärzte führen eine körperliche Untersuchung durch und legen besonderes Augenmerk auf die neurologische Untersuchung (einschließlich der Art, wie eine Person läuft). Ärzte achten darauf, welche Körperteile vom Tremor betroffen sind. Sie beobachten, wie schnell die zitternden Bewegungen in verschiedenen Situationen sind:

  • Wenn sich die betroffenen Körperteile in Ruhe befinden und wenn sie vollständig gestützt werden (z. B. Hände im Schoß der Person)

  • Während die Person bestimmte Haltungen einnimmt (z. B. die Arme ausgestreckt halten)

  • Während die Person läuft oder Aufgaben mit dem betroffenen Körperteil ausführt

Die Qualität der Stimme eines Patienten kann beim Halten eines Tons beobachtet werden.

Ärzte können normalerweise die Tremorart aufgrund ihrer Merkmale und der Ergebnisse der Anamnese und der körperlichen Untersuchung erkennen.

  • Ein Tremor, der sich allmählich entwickelt: In der Regel ein physiologischer oder essentieller Tremor

  • Ein posturaler Tremor, der plötzlich beginnt: Möglicherweise psychologische Faktoren, ein Giftstoff, eine Erkrankung (z. B. Hyperthyreose), Entzug von Alkohol oder einem Arzneimittel (z. B. ein Beruhigungsmittel) oder die Einnahme eines Mittels, das bekanntermaßen Tremor verursacht

Tabelle
icon

Einige Ursachen und Merkmale von Tremor

Ursache

Merkmale*

Untersuchungen

Posturaler Tremor (Tremor, wenn eine Gliedmaße ausgestreckt wird)

Alkohol oder ein Beruhigungsmittel (wie ein Benzodiazepin), wenn die Einnahme beendet wird

Erregung und ein feinschlägiger Tremor, der 24 bis 72 Stunden nach der letzten Alkohol- oder Benzodiazepin-Einnahme einsetzt

Manchmal hoher Blutdruck, eine hohe Herzfrequenz oder Fieber, insbesondere bei stationären Patienten

Ärztliche Untersuchung

Arzneimittel und Drogen, wie z. B.

  • Amitriptylin (ein Antidepressivum)

  • Beta-Sympathomimetika (zur Behandlung von Asthma)

  • Haloperidol (zur Behandlung von Schizophrenie)

  • Lithium (zur Behandlung bipolarer Störungen)

  • SSRI (eine Art von Antidepressivum)

  • Tamoxifen (zur Behandlung von Brustkrebs)

  • Valproat (ein Antiepileptikum)

Arzneimittelanamnese

Arzneimittel absetzen, um zu sehen, ob der Tremor verschwindet

Hormonelle, stoffwechselbedingte und toxische Auffälligkeiten, die das Gehirn beeinträchtigen:

Ein Tremor sowie eines oder mehrere der Folgenden:

  • Koma oder Teilnahmslosigkeit (Hinweis auf eine Funktionsstörung des Gehirns)

  • Schnelle, blitzartige Kontraktionen eines Muskels (bezeichnet als Myoklonie)

  • Symptome einer zugrundeliegenden Erkrankung, wie Hyperthyroidismus

Für Hyperthyreose: Hitze wird nur schwer vertragen, übermäßiges Schwitzen, ein erhöhter Appetit, Gewichtsverlust, hervorstehende Augen und häufiger Stuhlgang

Tests zur Ermittlung der Ursache, z. B. Bluttests

  • um zu bewerten, wie gut die Leber, die Schilddrüse, die Nieren und die Nebenschilddrüsen funktionieren

  • um den Blutzucker zu messen

  • um das Vorliegen einer Vergiftung zu überprüfen

Essentieller Tremor

Ein grobschlägiger oder feinschlägiger, langsamer Tremor, der

  • sich langsam über viele Jahre hinweg verschlimmert

  • gewöhnlich beide Arme und manchmal den Kopf und die Stimme betrifft

  • oft bei Menschen mit Tremor in der Familienanamnese auftritt

Keine anderen Symptome einer Fehlfunktion des Nervensystems

Ärztliche Untersuchung

Physiologischer Tremor

Ein feinschlägiger, schneller Tremor, der

  • bei Menschen auftritt, die ansonsten gesund sind

  • offensichtlicher werden kann, wenn Menschen bestimmte Arzneimittel einnehmen oder diese absetzen oder wenn sie gestresst oder unruhig sind

  • sich meist verringert, wenn eine kleine Menge Alkohol getrunken oder niedrig dosierte Beruhigungsmittel eingenommen werden

Ärztliche Untersuchung

Ruhetremor

Parkinsonismus, der durch ein Arzneimittel, wie bestimmte Antipsychotika und Arzneimittel zur Linderung von Übelkeit, verursacht wird

Arzneimittelanwendung in der Vorgeschichte

Arzneimittel absetzen, um zu sehen, ob der Tremor verschwindet

Ein langsamer, alternierender Tremor, der

  • oft das Bewegen des Daumens gegen den Zeigefinger einschließt, so als ob kleine Objekte herumbewegt werden (wird als „Pillendrehen“ bezeichnet)

  • manchmal auch das Kinn oder ein Bein betrifft

  • gewöhnlich auf einer Seite beginnt

  • mit anderen Symptomen einhergeht, wie Muskelsteife, zittriger und winziger Handschrift, langsamen Bewegungen und einem schlurfenden Gang

oft in der Familienanamnese nicht vorkommt und nach dem Trinken von Alkohol nicht nachlässt

Ärztliche Untersuchung

Anwendung des Arzneimittels Levodopa, um zu sehen, ob eine Besserung eintritt

Ein bisweilen grobschlägiger oder ruckartiger Tremor, der oft unauffällig ist

Bei älteren Menschen, die Schwierigkeiten haben, nach unten und seltener nach oben zu gucken, und die Muskelsteifheit, Bewegungsstörungen, Stürze und Demenz aufweisen

Ärztliche Untersuchung

Intentionstremor

Ein langsamer Tremor, der

  • gewöhnlich auf einer Körperseite auftritt

  • einhergeht mit einem Mangel an Koordination (Ataxie), insbesondere beim Versuch, ein anvisiertes Objekt zu greifen oder zu berühren, oder bei der Ausführung schneller abwechselnder Bewegungen

  • die beim Sprechen verwendeten Muskeln betrifft, sodass die Stimme zittert

Bei manchen Leuten gibt es die Erkrankung in der Familienanamnese (Friedreich-Ataxie oder spinozerebelläre Ataxie)

MRT des Gehirns

Arzneimittel und Drogen, wie z. B.

  • Alkohol

  • Antiepileptika (wie Phenytoin und Valproat)

  • Beta-Agonisten

  • Ciclosporin

  • Lithium

  • Tacrolimus

Arzneimittelanwendung in der Vorgeschichte

Arzneimittel absetzen, um zu sehen, ob der Tremor verschwindet

Komplexer Tremor

Störungen, die viele Nerven außerhalb des Hirns und des Rückenmarks betreffen können (Polyneuropathien):

Ein Tremor, der

  • in Geschwindigkeit und Amplitude schwankt

  • oft auftritt, wenn die Person nach einem Objekt greift, und sich verschlimmert, wenn sie näher an das Objekt kommt

  • sich oft verschlimmert, wenn die Personen eine Gliedmaße ausgestreckt halten

  • mit anderen Symptomen einer Nervenschädigung einhergeht, z. B. Schwäche, Kribbeln und Gefühlsverlust

Elektromyographie (Stimulieren der Muskeln und Aufzeichnen ihrer elektrischen Aktivität)

Andere Tests zur Klärung der Ursache

Psychogener Tremor (aufgrund von psychologischen Faktoren)

Ein Tremor, der

  • plötzlich anfängt und ebenso plötzlich aufhören kann

  • in Geschwindigkeit und Amplitude schwankt

  • sich verringert, wenn die Leute abgelenkt sind

Ärztliche Untersuchung

*Zu den Merkmalen zählen Symptome und Befunde der ärztlichen Untersuchung. Die genannten Merkmale sind typisch, treten aber nicht immer auf.

MRT = Magnetresonanztomographie; SSRI = selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (eine Art von Antidepressivum).

Tests

Bildgebung des Gehirns mit Magnetresonanztomographie (MRT) oder Computertomographie (CT) wird durchgeführt, wenn

  • die Person noch andere neurologische Symptome aufweist, die auf eine Fehlfunktion des Gehirns hindeuten, wie einen Schlaganfall, einen Tumor oder Multiple Sklerose.

  • der Tremor plötzlich begonnen hat oder rasch fortschreitet.

Bluttests können durchgeführt werden, um mögliche Ursachen zu finden, wenn die Ursache unklar ist. Tests können Folgendes umfassen

  • Messung des Blutzuckerspiegels

  • Tests, um zu bewerten, wie gut die Schilddrüse und die Nebenschilddrüsen, Nieren und Leber funktionieren

Eine Elektromyographie (Stimulieren der Muskeln und Aufzeichnen ihrer elektrischen Aktivität) wird selten durchgeführt. Sie kann jedoch vorgenommen werden, wenn die Ursache eine Nervenschädigung ist.

Behandlung

Jede spezifische Ursache wird, wenn möglich, behandelt. So wird z. B. ein Arzneimittel, das den Tremor verursacht, abgesetzt, oder Hyperthyreose wird behandelt. Die Parkinson-Krankheit kann mit Levodopa und anderen Arzneimitteln behandelt werden.

Bei leichtem Tremor ist keine Behandlung erforderlich. Wenn der Tremor lästig wird, können einige einfache Maßnahmen helfen:

  • Objekte fest greifen und sie nah am Körper halten, um ein Herunterfallen zu verhindern

  • Unbequeme Haltungen vermeiden

  • Andere Umstände vermeiden, die den Tremor auslösen (wie Koffein, Schlafmangel oder Müdigkeit)

  • Verwendung von Hilfsgeräten, wie vom Ergotherapeuten empfohlen

Hilfsgeräte können sein: Wiegemesser, Geräte mit großen Griffen und, wenn der Tremor besonders stark ist, Knopfschlaufen, Klettverschlüsse (statt Knöpfen oder Schnürsenkeln), Zugschlaufen an Reißverschlüssen, Trinkhalme und Schuhanzieher.

Physiologischer Tremor

Die Eliminierung oder Minimierung des Auslösers kann den Tremor verringern. Wenn z. B. Koffein vermieden wird, man ausreichend schläft und Stress verringert, kann dies helfen.

Wenn viele Aktivitäten des täglichen Lebens (wie z. B. die Verwendung von Besteck und das Trinken aus einem Glas bei Mahlzeiten) schwieriger werden oder wenn die Arbeit einer Person eine ruhige Hand erfordert, kann eine medikamentöse Behandlung helfen.

Personen mit physiologischem Tremor und Angst können von einer niedrigen Dosis eines Benzodiazepins (ein Beruhigungsmittel), wie Lorazepam, profitieren. Diese Arzneimittel sollten jedoch nur gelegentlich angewendet werden.

Wenn sich ein physiologischer Tremor durch die Einnahme notwendiger verschreibungspflichtiger Arzneimittel oder bei starker Unruhe verschlimmert, kann Propranolol (ein Betablocker) vielleicht helfen.

Essentieller Tremor

Manchen Menschen kann es helfen, Alkohol in Maßen zu trinken, um den Tremor zu verringern, doch Ärzte empfehlen diese Taktik nicht als Behandlung. Starkes Trinken mit einem darauf folgenden plötzlichen Alkoholstopp macht den Tremor noch schlimmer.

Bei Bedarf können auch Antiepileptika (Primidon, Topiramat oder Gabapentin) oder Propranolol eingesetzt werden, um den Tremor zu kontrollieren.

Benzodiazepine können zur Behandlung eines essentiellen Tremors verwendet werden, wenn andere Arzneimittel keine Wirkung zeigen.

Intentionstremor

Ein Intentionstremor ist schwierig zu behandeln, doch wenn die Störung, die ihn verursacht, behoben werden kann, kann der Tremor abklingen.

Wenn die Störung nicht behoben werden kann, kann ein Therapeut Handgelenks- und Knöchelgewichte an die betroffenen Gliedmaßen befestigen, um den Tremor zu verringern. Oder die Patienten können lernen, die Gliedmaße während der Aktivität abzustützen. Diese Maßnahmen helfen manchmal.

Tiefe Hirnstimulation

Bei diesem Verfahren werden winzige Elektroden in den Hirnbereich platziert, der am Tremor beteiligt ist – die Basalganglien (Ansammlungen von Nervenzellen, die dabei helfen, Bewegungen geschmeidig zu machen). Die Elektroden geben kleine Mengen an elektrischem Strom an die spezifischen Bereiche der Basalganglien ab, die den Tremor verursachen und lindern so die Symptome.

Die tiefe Hirnstimulation wird manchmal eingesetzt, wenn Arzneimittel einen schwerwiegenden, behindernden Tremor nicht kontrollieren können. Manchmal erfordert ein essentieller Tremor oder durch die Parkinson-Krankheit oder durch andere Krankheiten verursachter Tremor solch eine Behandlung. Solche Behandlungen werden nur eingesetzt, wenn eine medikamentöse Behandlung versucht wurde und nicht wirksam war. Diese Behandlungen sind nur in speziellen Zentren möglich.

Wichtige Informationen für ältere Menschen: Tremor

Viele ältere Leute denken, dass die Entwicklung eines Tremors zum normalen Alterungsprozess gehört und bemühen sich möglicherweise nicht um ärztliche Hilfe. Trotzdem sollten ältere Menschen mit ihrem Arzt sprechen, der ihnen Fragen stellen und eine körperliche Untersuchung durchführen kann, um mögliche Ursachen des Tremors festzustellen. Ärzte können Strategien oder möglicherweise Arzneimittel empfehlen, um den Tremor zu verringern.

Außerdem ist es bei älteren Leuten wahrscheinlicher, dass sie Arzneimittel einnehmen, die Tremor verursachen, und sie sind gegenüber Arzneimittelnebenwirkungen anfälliger. Wenn daher solche Arzneimittel älteren Menschen verschrieben werden, bemühen sich Ärzte, die niedrigste wirksame Dosis zu verschreiben. Solch eine Dosis kann niedriger sein als die Dosen, die zur Behandlung von jüngeren Erwachsenen verwendet werden. Aus diesem Grund versuchen Ärzte nach Möglichkeit, bei älteren Menschen Arzneimittel mit anticholinergen Wirkungen zu vermeiden.

Tremor kann die Lebensqualität von älteren Menschen bedeutend beeinträchtigen, da sie ihre Funktionsfähigkeit stören, insbesondere, wenn sie andere körperliche oder geistige Störungen haben. Physio- oder Ergotherapeuten können einfache Bewältigungsstrategien anbieten, und Hilfsgeräte können älteren Leuten dabei helfen, ihre Lebensqualität zu erhalten.

Wichtigste Punkte

  • Ein Tremor kann anhand des Zeitpunkts seines Auftretens klassifiziert werden: entweder in Ruhe (Ruhetremor) oder beim Bewegen (Aktionstremor). Ein Aktionstremor wiederum kann klassifiziert werden als Tremor, der am Ende einer zielgerichteten Handlung (kinetischer Tremor), beim Hinbewegen zu einem Ziel (Intentionstremor) oder beim Ausgestreckthalten einer Gliedmaße (posturaler Tremor) auftritt.

  • Bei den meisten Arten von Tremor handelt es sich um physiologischen (normalen) Tremor und mache sind essentieller Tremor oder werden von anderen Erkrankungen verursacht.

  • Tremor, der in Ruhe auftritt, wird oft von der Parkinson-Krankheit verursacht.

  • Ärzte können die Ursache gewöhnlich anhand der Anamnese und der körperlichen Untersuchung identifizieren.

  • Wenn ein Tremor plötzlich auftritt oder mit anderen neurologischen Symptomen einhergeht, sollte die Person sofort einen Arzt aufsuchen.

  • Wenn Personen unter 50 Jahren einen Tremor haben, aber kein essentieller Tremor in der Familienanamnese vorliegt, sollten sie von einem Arzt untersucht werden.

  • Wenn möglich, wird die Ursache des Tremors behandelt. Ansonsten können einige einfache Strategien (wie das Vermeiden von Tremor-auslösenden Umständen) und manchmal Arzneimittel den Tremor lindern.

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