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Berufsbedingtes Asthma

Von

Abigail R. Lara

, MD, University of Colorado

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Mrz 2018| Inhalt zuletzt geändert Mrz 2018
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Von berufsbedingtem Asthma spricht man bei einer vorübergehenden Verengung der Atemwege, die durch das Einatmen von reizenden oder allergieauslösenden Partikeln oder Dämpfen am Arbeitsplatz entsteht.

  • Berufsbedingtes Asthma kann Kurzatmigkeit, Verkrampfungen in der Brust, Keuchatmung und Husten auslösen.

  • Patienten werden auf Allergien gegen Stoffe getestet, die bekanntermaßen Asthma verursachen.

  • Die Behandlung besteht in der Vermeidung des Auslösers. Ist dies nicht möglich, kommen Medikamente zum Einsatz, um die Atemwege zu öffnen und die Entzündung zu reduzieren.

Viele Substanzen am Arbeitsplatz können die Atemwege verengen und dadurch Atembeschwerden hervorrufen. Manche Menschen reagieren besonders empfindlich auf Reizstoffe in der Luft, andere erkranken aufgrund sehr hoher Belastungen durch solche Reizstoffe, auch wenn sie eigentlich keine Allergie haben, und wieder andere leiden unter gebäudebedingten Erkrankungen. Tierpfleger und Bäcker sind Beispiele für Berufsgruppen, die einem Risiko für berufsbedingtes Asthma aufgrund des Kontakts mit Allergenen ausgesetzt sind. Angehörige des US-amerikanischen Militärs, die im Irak oder in Afghanistan stationiert waren, haben ein erhöhtes Risiko. Dies liegt wahrscheinlich daran, dass sie Emissionen von Verbrennungsgruben, Wüstenstaubpartikeln, Feuer in der Industrie und Abgasen ausgesetzt waren.

Berufsbedingtes Asthma unterscheidet sich von Asthma bei Menschen, deren existierende Symptome durch berufsbedingte Umstände verschlimmert werden, weil sie bei der Arbeit Substanzen ausgesetzt sind, die einen Asthmaanfall auslösen.

Viele weitere Atemwegserkrankungen werden durch Einatmen reizender Stoffe am Arbeitsplatz verursacht. Diese Erkrankungen ähneln berufsbedingtem Asthma.

Tabelle
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Berufsbedingtem Asthma ähnelnde Erkrankungen

Erkrankung

Merkmale

Syndrom der reaktiven Atemwegserkrankungen (RADS)

Dieses Syndrom kann auch ohne Vorgeschichte von Allergien oder Asthma auftreten.

Eine Blockierung der Atemwege tritt nach zu starkem Kontakt mit reizenden Stäuben, Gas oder Dämpfen auf.

Die Symptome ähneln denen von Asthma.

Widerstandssyndrom der oberen Atemwege

Reizung der Schleimhäute von Nase und Rachen nach plötzlichem oder langfristigem Kontakt mit Reizstoffen.

Es entstehen Symptome wie eine laufende Nase und ein Brennen in Nase und Rachen.

Durch Reizstoffe ausgelöste Stimmbandfunktionsstörung

Eine abweichende Schließung der Stimmbänder tritt auf, nachdem ein Reizstoff eingeatmet wurde.

Die Betroffenen können nach Luft schnappen oder pfeifende Geräusche machen, wenn sie einatmen und können beim Sprechen heiser sein oder Probleme haben.

Industrielle Bronchitis (durch Reizstoffe induzierte chronische Bronchitis)

Nach plötzlichem oder langfristigem Einatmen von Reizstoffen kann es zu Husten und häufig zu Schwierigkeiten beim Atmen kommen. Die Symptome werden dabei immer stärker.

Bronchiolitis obliterans

Die kleinen Atemwege (Bronchiolen) werden beim Einatmen eines Gases geschädigt.

Husten und Schwierigkeiten beim Atmen treten tendenziell auf und werden immer stärker.

Symptome

Berufsbedingtes Asthma kann Kurzatmigkeit, Verkrampfungen in der Brust, Keuchatmung und Husten auslösen. Manche Menschen weisen Anzeichen auf Stauballergien am Arbeitsplatz auf und leiden unter Symptomen wie Niesen, laufender Nase und tränenden Augen. Diese Allergiesymptome können Monate oder Jahre bestehen, bevor es zu Kurzatmigkeit und anderen Atemschwierigkeiten kommt. Bei anderen Betroffenen ist nächtliche Keuchatmung das einzige Symptom.

Die Symptome können bereits während der Arbeitszeit auftreten, zeigen sich aber oft erst ein paar Stunden nach der Arbeit. Bei manchen Menschen erscheinen sie erst 24 Stunden nach dem Kontakt mit den betreffenden Stoffen. Die Symptome können überdies während einer Woche oder noch länger immer wieder auftreten und dann wieder verschwinden. Häufig erleben Menschen, die den belastenden Stoffen tagsüber ausgesetzt sind, zuerst nachts Symptome. Deshalb bleibt der Zusammenhang zwischen dem Arbeitsplatz und den Beschwerden oft unklar. Vielfach schwächen sich die Symptome an Wochenenden oder in den Ferien ab oder vergehen gänzlich. Bei wiederholtem Kontakt mit den Reizstoffen verstärken sie sich.

Diagnose

  • Frühere Asthmasymptome bei der Arbeit

  • Manchmal Hautallergie- oder Lungenfunktionsprüfungen

Für die Diagnose eines berufsbedingten Asthmas erkundigen sich Ärzte nach den Symptomen und nach möglichen Kontakten mit Asthma auslösenden Stoffen. Ein Sicherheitsdatenblatt (das an allen Arbeitsstätten in den Vereinigten Staaten vorhanden sein muss) kann zur Ermittlung möglicher Ursachen verwendet werden.

Gelegentlich kann die allergische Reaktion durch einen Hauttest festgestellt werden, bei dem eine kleine Menge der verdächtigten Substanz auf die Haut aufgetragen wird.

Wenn die Diagnose schwerfällt, können Fachärzte einen inhalativen Provokationstest durchführen, bei dem der Patient eine kleine Menge der untersuchten Substanz einatmet, während er auf Anzeichen wie Keuchatmung und Kurzatmigkeit beobachtet und auf eine Abnahme der Lungenfunktion untersucht wird.

Wussten Sie ...

  • Ein Sicherheitsdatenblatt (das an allen Arbeitsstätten in den Vereinigten Staaten vorhanden sein muss) kann zur Ermittlung möglicher Ursachen verwendet werden.

Da die Atemwege sich bereits verengen können, bevor Symptome erkennbar werden, können Personen mit solchen verzögerten Symptomen ihre Atmungsfunktion während der Arbeit mit einem tragbaren Gerät kontrollieren. Ein solches portables Peakflow-Messgerät misst die Geschwindigkeit, mit der Luft aus der Lunge ausgestoßen werden kann. Wenn sich die Atemwege verengen, verlangsamt sich dieser Wert erheblich, was auf berufsbedingtes Asthma schließen lässt.

Vorbeugung

Unternehmen, die Asthma auslösende Stoffe verwenden, müssen entsprechende Schutzvorkehrungen gegen Staub und Dämpfe treffen, wobei es nicht immer möglich sein wird, diese Stäube und Dämpfe vollständig zu unterbinden. Wer an berufsbedingtem Asthma leidet, sollte also einen Berufs- oder Stellenwechsel ins Auge fassen. Anhaltende Belastungen führen oft zu schwereren und dauerhaften Formen von Asthma.

Behandlung

  • Medikamente zur Öffnung der Atemwege

Behandelt wird die Erkrankung ebenso wie andere Arten von Asthma. Medikamente zur Erweiterung der Atemwege (Bronchodilatatoren) werden vorzugsweise zum Inhalieren verschrieben (z. B. Salbutamol). Auch Medikamente zur Linderung der Entzündung können verschrieben werden, entweder zum Inhalieren (z. B. Triamcinolon, ein Kortikosteroid) oder als Tabletten (z. B. Montelukast). Bei schweren Anfällen können für kurze Zeit Kortikosteroide wie Prednison oral eingenommen werden. Für längerfristige Behandlungen werden Kortikosteroide zum Inhalieren gegenüber oralen Kortikosteroiden bevorzugt.

HINWEIS: Dies ist die Ausgabe für Patienten. ÄRZTE: Hier klicken, um zur Ausgabe für medizinische Fachkreise zu gelangen
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