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Alveolitis

(extrinsische allergische Alveolitis)

Von

Joyce Lee

, MD, MAS, University of Colorado Denver

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Sep 2019| Inhalt zuletzt geändert Sep 2019
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Quellen zum Thema

Eine Alveolitis ist eine Entzündung in und um die winzigen Lungenbläschen (Alveolen) und kleinsten Atemwege (Bronchiolen) der Lunge, die durch eine Überempfindlichkeitsreaktion auf eingeatmete organische Stäube oder seltener auf Chemikalien verursacht wird.

  • Stäube, die Mikroorganismen oder Proteine enthalten, können in der Lunge eine Überempfindlichkeitsreaktion auslösen.

  • Bei Menschen kann es innerhalb von 4 bis 8 Stunden nach dem Kontakt mit Substanzen, für die sie empfindlich sind, zu Fieber, Husten, Schüttelfrost und Kurzatmigkeit kommen.

  • Bei der ärztlichen Untersuchung werden Röntgenaufnahmen des Brustkorbs und Lungenfunktionsprüfungen gemacht, damit beurteilt werden kann, ob ein Problem mit der Lunge vorliegt.

  • Die Substanz, die die Reaktion auslöst, kann manchmal anhand eines Bluttests bestimmt werden. Wenn die Person am Arbeitsplatz betroffen ist, kann ein Hygienespezialist diesen untersuchen, um die auslösenden Substanzen festzustellen.

  • Wer mit Substanzen arbeitet, die mit großer Wahrscheinlichkeit Überempfindlichkeitsreaktionen auslösen, sollte während der Arbeit Schutzkleidung wie z. B. eine Gesichtsmaske tragen.

  • Wenn ein erneuter Kontakt vermieden werden kann, erholen sich die Betroffenen in der Regel, müssen jedoch manchmal Kortikosteroide einnehmen, um die Entzündung der Lunge zu lindern.

Bei diesen Überempfindlichkeitsreaktionen (auch allergische Reaktionen genannt) greift das Immunsystem den organischen Staub oder den chemischen Stoff an, den die Person einatmet. Substanzen, die von den Zellen des Immunsystems freigesetzt werden, schädigen die Lunge dort, wo der Staub sich festgesetzt hat. Der Teil des eingeatmeten Staubs, der die Immunreaktion auslöst, wird als Antigen bezeichnet.

Ursachen

Viele Substanzen können Überempfindlichkeitsreaktionen in der Lunge verursachen. Organische Stäube, die Mikroorganismen, Eiweißstoffe und Chemikalien wie Isocyanate enthalten, können eine Alveolitis verursachen. Ein bekanntes Beispiel einer Alveolitis ist die Farmerlunge, die durch wiederholtes Einatmen von Wärme liebenden (thermophilen) Bakterien im gärenden Heu entsteht. Die Vogelzüchterlunge ist ein weiteres Beispiel. Sie tritt auf, wenn Staub aus Vogelfedern (entweder von lebenden Vögeln oder in Kissen und Bettdecken) eingeatmet wird.

Wussten Sie ...

  • Nur wenige Menschen, die diese häufig vorkommenden Stäube einatmen, entwickeln Überempfindlichkeitsreaktionen. Im Allgemeinen muss jemand mehrfach über einen bestimmten Zeitraum den Allergenen ausgesetzt sein, bevor sich eine Überempfindlichkeit und anschließend eine Erkrankung entwickelt.

Die Schädigung der Lunge scheint auf Lymphozyten, eine Form von weißen Blutkörperchen, zurückzuführen sein. Der erstmalige Kontakt mit den Stäuben sensibilisiert die Lymphozyten. Einige Lymphozyten sind dann an der Bildung von Antikörpern beteiligt, die eine Rolle bei der Gewebeschädigung spielen. Andere Lymphozyten lösen nach einem weiteren Kontakt mit dem Antigen eine Entzündung aus. Wiederholter Kontakt mit dem Antigen führt zu einer chronischen Entzündungsreaktion, die sich in einer Ansammlung von weißen Blutkörperchen auf den Wänden der Alveolen und der kleinen Atemwege äußert. Dies führt zunehmend zu Beschwerden und zur Erkrankung.

Tabelle
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Was löst eine Alveolitis aus?

Erkrankung

Quelle von Staubpartikeln oder Antigenen

Bagassose

Zuckerrohr

Vogelzüchterlunge, Taubenzüchterlunge, Geflügelhalterlunge

Staub aus Kot von Sittichen, Tauben und Geflügel

Käsewäscherlunge

Schimmel auf Käselaiben

Chemiearbeiterlunge

Chemikalien in der Herstellung von Polyurethanschaum, Spritzgussteilen, Isolierungen, Synthesekautschuk und Verpackungsmaterialien

Kaffeearbeiterlunge

Ungeröstete Kaffeebohnen

Korkarbeiterlunge (Suberose)

Schimmliger Kork

Farmerlunge

Gärendes, schimmliges Heu

Badewannenlunge

Durch Bakterien verunreinigte Whirlpools zu Vergnügungs- und Therapiezwecken

Luftbefeuchterlunge

Luftbefeuchter und Klimaanlagen

Ahornrindenschälerlunge

Infizierte Ahornrinden

Malzarbeiterlunge

Schimmlige Gerste oder schimmliges Malz

Müllerlunge

Durch Kornkäfer verunreinigtes Weizenmehl

Pilzarbeiterlunge

Kompost bei Pilzzucht

Sequoiose

Schimmliges Sägemehl von Mammutbäumen

Holzarbeiterlunge

Holzstaub

Symptome

Abhängig davon, wie schnell die Symptome entstehen, kann die Alveolitis folgendermaßen eingestuft werden

  • Akut

  • Subakut

  • Chronisch

Bei einer akuten Alveolitis kommt es normalerweise innerhalb von 4 bis 8 Stunden nach dem Kontakt mit erheblichen Mengen des auslösenden organischen Staubs zu Fieber, Husten, Schüttelfrost und Kurzatmigkeit. Keuchatmung ist eher unüblich. Bleibt der weitere Kontakt mit dem Antigen aus, bessern sich die Beschwerden gewöhnlich innerhalb von einem oder zwei Tagen, aber bis zu einer kompletten Heilung kann es Wochen dauern.

Die subakute Alveolitis entwickelt sich langsamer. Husten und Kurzatmigkeit können entstehen und sich über Tage oder Wochen hinweg verschlechtern. Manchmal können die Symptome so schwerwiegend sein, dass die Betroffenen ins Krankenhaus eingeliefert werden müssen.

Eine chronische Alveolitis entsteht, wenn eine Person über Monate oder Jahre hinweg wiederholt mit einem Antigen in Kontakt kommt; daraus können Vernarbungen in der Lunge (Fibrose) entstehen. Kurzatmigkeit bei körperlicher Aktivität, Husten, und Müdigkeit können sich über Monate oder Jahre allmählich verschlimmern. Mit der Zeit kann diese Erkrankung zu einer respiratorischen Insuffizienz führen. Ältere Menschen sind möglicherweise anfälliger für eine chronische, fortschreitende Erkrankung, weil sie dem entsprechenden Antigen über einen langen Zeitraum ausgesetzt waren.

Diagnose

  • Computertomographie des Brustkorbs

Die Diagnose der Alveolitis stützt sich teilweise auf die Symptome, die klinischen Merkmale, die Identifizierung des Staubes oder anderer Substanzen, die das Problem auslösen (wenn möglich). Dies wird anhand der Aussagen der betroffenen Person, einer Analyse des Arbeitsplatzes durch Hygienespezialisten, das Vorliegen von Antikörpern in einem Bluttest oder einer Kombination bestimmt.

Der Verdacht kann bei einem Befund auf einer Röntgenaufnahme des Brustkorbs aufkommen. Es wird jedoch für gewöhnlich eine Computertomographie (CT) des Brustkorbs zur Bestätigung der Diagnose durchgeführt. Die Ergebnisse von Lungenfunktionsprüfungen, bei denen die Fähigkeit der Lunge zur Aufnahme und zum Ausstoß von Atemluft sowie zum Austausch von Sauerstoff und Kohlendioxid gemessen wird, dienen zur Beurteilung der Funktionstüchtigkeit der Lunge und können die Diagnose einer Alveolitis stützen.

Wenn bei unklaren Fällen eine Infektion vermutet wird, kann etwas Lungengewebe zur mikroskopischen Untersuchung entnommen werden (Lungenbiopsie). Um eine Gewebeprobe zu erhalten, kann ein Instrument zur Einsichtnahme durch die Brustwand eingeführt werden (Thorakoskopie), um die Lungenoberfläche und den Pleuraraum zu untersuchen. Es kann auch sein, dass eine Operation durchgeführt wird, wofür die Brustwand geöffnet wird (Thorakotomie). Manchmal wird zusätzlich zur (oder anstelle der) Gewebeentnahme während der Bronchoskopie die Lunge mit Flüssigkeit gespült (bronchoalveoläre Lavage), um Zellen zur Untersuchung zu gewinnen.

Gelegentlich sind Bluttests notwendig, um Hinweise auf die Substanz zu erhalten, die die Überempfindlichkeitsreaktion auslöst oder um andere mögliche Ursachen auszuschließen.

Vorbeugung

Die beste Vorbeugung besteht darin, das Antigen zu meiden, was jedoch nicht immer möglich ist, zum Beispiel, wenn ein Stellen- oder Berufswechsel nicht infrage kommt. Zur Reduktion der Sensibilisierung kann es hilfreich sein, die Staubbelastung zu beseitigen oder zu verringern, Schutzmasken zu tragen und gute Lüftungssystems einzusetzen. Es kann jedoch sein, dass auch die besten Präventionsmaßnahmen nichts nützen.

Behandlung

  • Kortikosteroide

Patienten mit einem akuten Anfall von Alveolitis erholen sich gewöhnlich, wenn der weitere Kontakt mit der betreffenden Substanz unterbleibt. Bei schweren Anfällen können Kortikosteroide wie Prednison die Symptome lindern und die schwere Entzündung eindämmen. Lange andauernde oder wiederholte Anfälle können zu einer unheilbaren Erkrankung und zunehmender Behinderung führen.

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