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Probleme mit dem Eisprung

Von

Robert W. Rebar

, MD, Western Michigan University Homer Stryker M.D. School of Medicine

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Feb 2019| Inhalt zuletzt geändert Feb 2019
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Quellen zum Thema

Die Eierstöcke setzen nicht jeden Monat ein Ei frei, wie dies während des Menstruationszyklus normalerweise geschieht.

  • Probleme mit dem Eisprung können aus einer Fehlfunktion des Teils im Gehirn und der Drüsen, die den Eisprung steuern, oder einer Fehlfunktion der Eierstöcke herrühren.

  • Frauen können bestimmen, ob der Eisprung stattfindet und abschätzen, wann der genaue Zeitpunkt ist, indem sie die Körpertemperatur messen oder Methoden zur Ovaluationsvorhersage für zuhause verwenden.

  • Ärzte stellen Probleme mit dem Eisprung mit Ultraschall, Blut- oder Urintests fest.

  • Arzneimittel, gewöhnlich Clomifen oder Letrozol, können oft den Eisprung stimulieren, aber eine Schwangerschaft stellt sich nicht immer ein.

Bei Frauen sind Probleme mit dem Eisprung eine häufige Ursache für Unfruchtbarkeit.

Ursachen

Die Fortpflanzung wird von einem System gesteuert, das den Hypothalamus (einen Bereich des Gehirns), die Hypophyse, Eierstöcke und andere Drüsen umfasst, z. B. die Nebennieren und die Schilddrüse. Probleme mit dem Eisprung (der Freisetzung einer Eizelle) treten auf, wenn ein Teil dieses Systems nicht funktioniert. Beispiel:

  • Der Hypothalamus produziert eventuell kein Gonadotropin freisetzendes Hormon, das die Hypophyse anregt, die Hormone zur Stimulation der Eierstöcke und zur Anregung des Eisprungs auszuschütten (luteinisierendes Hormon und follikelstimulierendes Hormon).

  • Die Hypophyse produziert möglicherweise zu wenig luteinisierendes Hormon und follikelstimulierendes Hormon.

  • Die Eierstöcke produzieren möglicherweise zu wenig Östrogen.

  • Die Hypophyse produziert möglicherweise zu viel Prolaktin, ein Hormon, das die Milchproduktion anregt. Ein hoher Prolaktinspiegel (Hyperprolaktinämie) kann zur Senkung der den Eisprung anregenden Hormonspiegel führen. Der Prolaktinspiegel kann aufgrund eines Tumors in der Hypophyse (Prolaktinom) erhöht sein, der aber fast immer gutartig ist.

  • Andere Drüsen funktionieren möglicherweise nicht. Beispielsweise produzieren die Nebennieren zu viele männliche Hormone (wie z. B. Testosteron) oder die Schilddrüse produziert zu wenige oder zu viele Schilddrüsenhormone, die helfen, die Hypophyse und die Eierstöcke im Gleichgewicht zu halten.

Probleme mit dem Eisprung lassen sich auf viele Störungen zurückführen. Eine der häufigsten Ursachen ist:

  • Das polyzystische Ovarialsyndrom, das gewöhnlich mit Übergewicht und einer übermäßigen Produktion männlicher Hormone in den Eierstöcken einhergeht

Weitere Probleme mit dem Eisprung sind:

  • Übermäßiger Sport

  • Bestimmte Arzneimittel (wie Östrogene und Progestine sowie Antidepressiva)

  • Gewichtsverlust

  • Psychologische Belastung

Manchmal liegt die Ursache in den frühzeitig einsetzenden Wechseljahren, wenn keine Eier mehr produziert werden können.

Ein Problem mit dem Eisprung ist oft die Ursache für Unfruchtbarkeit bei Frauen mit unregelmäßigen oder ausbleibenden Perioden (Amenorrhö). In manchen Fällen ist ein Problem mit dem Eisprung auch die Ursache für Unfruchtbarkeit bei Frauen mit regelmäßigen Perioden, bei denen aber keine prämenstruellen Symptome auftreten, z. B. Brustspannung, Anschwellen des Unterbauchs und Stimmungsschwankungen.

Veränderungen während des Menstruationszyklus

Veränderungen während des Menstruationszyklus

Der Menstruationszyklus wird von Hormonen gesteuert, die in enger Wechselwirkung zueinander stehen: luteinisierende Hormone, follikelstimulierende Hormone sowie die weiblichen Geschlechtshormone Östrogen und Progesteron.

Ein Menstruationszyklus hat drei Abschnitte:

  • Follikelphase (vor dem Eisprung)

  • Ovulationsphase (Eisprung)

  • Lutealphase (nach dem Eisprung)

Der Zyklus beginnt am ersten Tag der Menstruationsblutung (Periode), d. h. am ersten Tag der Follikelphase.

Sobald die Follikelphase beginnt, sinkt der Östrogen- und Progesteronspiegel. Infolgedessen werden die oberen Schichten der verdickten Schleimhaut in der Gebärmutter (Endometrium) abgebaut und abgestoßen. Die Menstruationsblutung tritt ein. Währenddessen steigt der Spiegel des follikelstimulierenden Hormons leicht an und leitet die Entwicklung von Follikeln in den Eierstöcken ein. Jeder Follikel enthält ein Ei. Wenn der Spiegel des follikelstimulierenden Hormons zu einem spätern Zeitpunkt in dieser Phase sinkt, reift nur ein Follikel weiter. Dieser Follikel erzeugt Östrogen.

Die Ovulationsphase beginnt mit einem Anstieg des luteinisierenden Hormons und des follikelstimulierenden Hormons. Das luteinisierende Hormon regt den Eisprung (Ovulation) an, der gewöhnlich 32 bis 36 Stunden nach Beginn des Hormonanstiegs stattfindet. Der Östrogenspiegel erreicht während dieses Anstiegs seinen Höhepunkt, und der Progesteronspiegel beginnt zu sinken.

Während der Lutealphase sinken die Spiegel der luteinisierenden und follikelstimulierenden Hormone. Nach dem Eisprung schließt sich der gerissene Follikel wieder und bildet den Gelbkörper (Corpus luteum), der Progesteron ausscheidet. Während des Großteils dieser Phase ist der Östrogenspiegel hoch. Durch Progesteron und Östrogen verdickt sich die Gebärmutterschleimhaut stärker und bereitet sich auf die Follikelbefruchtung vor. Bleibt das Ei unbefruchtet, bildet sich der Gelbkörper zurück und produziert kein Progesteron mehr, der Östrogen-spiegel sinkt, die oberen Schichten der Schleimhaut werden abgebaut und abgestoßen und die Menstruationsblutung tritt ein (der Beginn eines neuen Menstruationszyklus).

Diagnose

  • Eine Beschreibung der Menstruationsperioden der Frau

  • Manchmal tägliche Messung der Körpertemperatur

  • Eine Methode zur Ovaluationsvorhersage für zu Hause

  • Ultraschall

  • Blut- oder Urintests

Ärzte bitten Frauen, ihre Menstruationsperioden zu beschreiben (Menstruationsgeschichte). Basierend auf diesen Informationen sind die Ärzte in der Lage, festzustellen, ob die Frau einen Eisprung hat.

Um festzustellen, ob und wann der Eisprung erfolgt, wird die Basaltemperatur täglich gemessen, am besten unmittelbar nach dem Aufwachen. Am besten ist es, ein Basalthermometer zu verwenden, das speziell für Frauen entworfen wurde, die versuchen, schwanger zu werden; falls dieses nicht zur Verfügung steht, ist ein Quecksilberthermometer zu verwenden. Elektronische Thermometer sind am wenigsten genau. Gewöhnlich ist die beste Zeit direkt nach dem Aufwachen und noch vor dem Aufstehen. Sinkt die Basaltemperatur leicht ab, deutet das darauf hin, dass der Eisprung bevorsteht. Ein Anstieg um mehr als 0,5 °C gilt als Hinweis, dass der Eisprung stattgefunden hat. Allerdings ist diese Methode für viele Frauen unbequem oder anstrengend, außerdem ist sie weder zuverlässig noch genau.

Eine genauere Methode ist

  • Eine Methode zur Ovaluationsvorhersage für zuhause

Mit dieser Methode wird der Anstieg des luteinisierenden Hormons im Urin 24 bis 36 Stunden vor dem Eisprung festgestellt. Für genauere Ergebnisse werden manchmal auch die Nebenprodukte von Östrogen gemessen. Der Urin wird an mehreren aufeinander folgenden Tagen getestet.

Ärzte können genau bestimmen, ob und wann ein Eisprung stattfindet. Zu den Methoden zählen

  • Ultraschall

  • Messung des Progesteronspiegels im Blut oder der Konzentration eines seiner Nebenprodukte im Urin

Ein deutlicher Anstieg dieser Indikatoren zeigt an, dass der Eisprung erfolgt ist.

Ärzte können andere Tests durchführen, um nach Krankheiten zu suchen, die Probleme mit dem Eisprung verursachen können. Sie messen beispielsweise den Testosteronspiegel im Blut, um das polyzystische Ovarialsyndrom auszuschließen.

Behandlung

  • Ein Medikament, um den Eisprung anzuregen

Medikamente wie Clomifen, Letrozol (ein Aromatasehemmer) oder humane Gonadotropine können normalerweise den Eisprung anregen. Die Wahl des Mittels richtet sich nach dem individuellen Problem. Wenn die Wechseljahre eindeutig die Ursache für Unfruchtbarkeit sind, können weder Clomifen noch humane Gonadotropine den Eisprung stimulieren.

Clomifen

Wenn lange kein Eisprung stattgefunden hat, wird gewöhnlich Clomifen bevorzugt. Einige Tage nach Einsetzen der Menstruationsblutung nimmt die Frau 5 Tage lang Clomifen oral ein. 5 bis 10 Tage nach dem Absetzen von Clomifen kommt es normalerweise zum Eisprung, 14 bis 16 Tage später zu einer Monatsblutung. Clomifen wirkt nicht bei jedem Problem mit dem Eisprung. Am wirksamsten ist es beim polyzystischen Ovarialsyndrom.

Wenn nach einer Clomifenbehandlung die Periode nicht einsetzt, wird ein Schwangerschaftstest durchgeführt. Ist die Frau nicht schwanger, wird der Behandlungszyklus wiederholt. Die Clomifendosis wird mit jedem Zyklus erhöht, bis ein Eisprung erfolgt oder die maximale Dosis erreicht ist. Ist die Dosis ermittelt, die einen Eisprung anregt, erhält die Frau diese Dosis für bis zu vier weitere Behandlungszyklen. Bei den meisten Frauen, die mit dieser Methode schwanger werden, tritt die Schwangerschaft im vierten Zyklus mit einem Eisprung ein. Obwohl bei 75 bis 80 Prozent der Frauen, die mit Clomifen behandelt wurden, ein Eisprung stattfindet, werden nur 40 bis 50 Prozent von ihnen schwanger. Rund 5 bis 8 Prozent der Schwangerschaften nach einer Behandlung mit Clomifen sind Mehrlingsschwangerschaften, hauptsächlich Zwillinge.

Zu den Nebenwirkungen von Clomifen zählen Hitzewallungen, Blähungen, Brustspannen, Übelkeit, Sehprobleme und Kopfschmerzen. Bei weniger als 1 Prozent der mit Clomifen behandelten Frauen werden die Eierstöcke übermäßig stimuliert. Sie vergrößern sich deutlich, und es tritt viel Flüssigkeit aus dem Blutstrom in den Bauch über. Diese Reaktion kann lebensgefährlich sein. Zur Vorbeugung beginnen Ärzte mit der kleinsten wirksamen Clomifendosis und setzen das Mittel ab, sobald sich die Eierstöcke vergrößern.

Clomifen wird erst eingesetzt, wenn eine Schwangerschaft ausgeschlossen wurde, da es zu Geburtsfehlern führen kann.

Letrozol

Letrozol ist ein Aromataseinhibitor Aromataseinhibitoren hemmen die Bildung von Östrogen. Sie werden gewöhnlich zur Behandlung von Brustkrebs bei Frauen verwendet, die die Wechseljahre hinter sich haben. Letrozol kann ebenfalls verwendet werden, um den Eisprung anzuregen.

Bei Frauen mit polyzystischem Ovarialsyndrom ist ein Anregen des Eisprungs mit Letrozol wahrscheinlicher als mit Clomifen. Es gibt keine Belege dafür, dass Letrozol bei Frauen ohne polyzystisches Ovarialsyndrom effektiver ist, als Clomifen.

Wie bei Clomifen wird auch Letrozol einige Tage nach Einsetzen der Menstruationsblutung 5 Tage lang oral eingenommen. Kommt es zu keinem Eisprung, wird die Clomifendosis mit jedem Zyklus solange erhöht, bis ein Eisprung erfolgt oder die maximale Dosis erreicht ist.

Letrozol hat weniger Nebenwirkungen als Clomifen. Die häufigsten Nebenwirkungen von Letrozol sind Erschöpfung und Schwindelgefühl.

Letrozol wird erst eingesetzt, wenn eine Schwangerschaft ausgeschlossen wurde, da es zu Geburtsfehlern führen kann.

Humane Gonadotropine

Wenn im Laufe einer Behandlung mit Clomifen oder Letrozol weder Eisprung noch Schwangerschaft eintritt, kann eine Behandlung mit humanen Gonadotropinen versucht werden, die in einen Muskel oder unter die Haut gespritzt werden. Humane Gonadotropine enthalten das follikelstimulierende und manchmal das luteinisierende Hormon. Diese Hormone regen die Follikel der Eierstöcke an, zu reifen, wodurch der Eisprung möglich wird. Follikel sind mit Flüssigkeit gefüllte Vertiefungen, von denen jede ein Ei enthält. Mit einem Ultraschall kann festgestellt werden, wann die Follikel reif sind. Danach wird der Frau humanes Choriongonadotropin gespritzt, um den Eisprung anzuregen. Humanes Choriongonadotropin wird während der Schwangerschaft gebildet und ähnelt dem luteinisierenden Hormon, das normalerweise in der Mitte des Zyklus freigesetzt wird. Oder es kann ein GnRH-Agonist (Gonadotropin freisetzendes Hormon) verwendet werden, um den Eisprung anzuregen, besonders bei Frauen mit hohem Risiko für ein ovarielles Hyperstimulationssyndrom. Diese Arzneimittel sind die synthetische Form eines vom Körper produzierten Hormons (GnRH).

Bei mit humanen Gonadotropinen behandelten Frauen kommt es bei mehr als 95 Prozent zu einem Eisprung, doch nur 50 bis 75 Prozent derer, die einen Eisprung haben, werden schwanger. Nach einer solchen Behandlung kommt es bei 10 bis 30 Prozent der Frauen zu Mehrlingsschwangerschaften, hauptsächlich zu Zwillingen.

Da humanes Gonadotropin ernste unerwünschte Wirkungen haben kann, wird die Frau während der Behandlung genau überwacht. Bei etwa 10 bis 20 Prozent der Frauen, die mit humanen Gonadotropinen behandelt wurden, entsteht ein mittelschweres bis schweres ovarielles Hyperstimulationssyndrom.

Wenn das Risiko für eine Mehrlingsschwangerschaft oder für ein ovarielles Hyperstimulationssyndrom erhöht ist, ist es sicherer, kein Medikament zum Anregen des Eisprungs einzusetzen. Wenn es jedoch notwendig ist, den Eisprung anzuregen, ist der Gonadotropin freisetzende Agonist sicherer als humanes Choriongonadotropin.

Andere Arzneimittel

Bei einigen Frauen mit polyzystischem Ovarialsyndrom wird manchmal Metformin (ein Medikament, das zur Behandlung von Diabetikern eingesetzt wird), in der Regel zusammen mit Clomifen, zum Anregem des Eisprungs verwendet. Das betrifft Frauen, die stark übergewichtig sind (mit einem Körpermassenindex über 35) und Frauen, die an Diabetes oder Prädiabetes (Frauen mit hohen Blutzuckerkonzentrationen, die aber noch nicht so hoch sind, dass man von einem Diabetes sprechen könnte) leiden. Aber selbst bei diesen Frauen ist Clomifen normalerweise wirksamer als Metformin und ebenso wirksam wie Metformin zusammen mit Clomifen, was die Anregung des Eisprungs betrifft.

Wenn der Hypothalamus kein Gonadotropin freisetzendes Hormon produziert, kann eine synthetische Version dieses Hormons (Gonadorelinacetat), das intravenös gespritzt wird, hilfreich sein. Dieses Medikament stimuliert wie das natürliche Hormon die Hypophyse zur Ausschüttung der Hormone, die einen Eisprung anregen. Das Risiko, dass die Eierstöcke überstimuliert werden, ist bei dieser Behandlung gering, daher ist keine so sorgfältige Überwachung notwendig. Allerdings ist dieses Arzneimittel nicht in den USA erhältlich.

Wenn ein hoher Prolaktinspiegel das Schwangerwerden verhindert, helfen so genannte Dopaminagonisten, wie Bromocriptin und Cabergolin. ( Dopamin ist ein chemischer Botenstoff, der im Allgemeinen die Produktion von Prolaktin verhindert).

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