Schulverweigerung

VonStephen Brian Sulkes, MD, Golisano Children’s Hospital at Strong, University of Rochester School of Medicine and Dentistry
Überprüft/überarbeitet Apr. 2023
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    Schulverweigerung tritt bei etwa 5% aller Kinder im schulpflichtigen Alter auf und betrifft Mädchen und Jungen gleichermaßen. Es tritt häufig im Alter von 5–11 Jahren auf.

    Die Ursache für Schulvermeidung ist häufig unklar, aber psychologische Faktoren (z. B. Angst, Depression) und soziale Faktoren (z. B. Einsamkeit, Zurückweisung, Mobbing) können dazu beitragen. Wenn das Schulvermeidungsverhalten so eskaliert, dass ein Kind viel in der Schule fehlt, kann das Verhalten ein Hinweis auf ernstere Probleme sein, wie z. B. eine depressive Störung in der Kindheit oder eine oder mehrere Angststörungen, insbesondere eine soziale Angststörung, eine Trennungsangststörung und/oder eine Panikstörung. Ein Unterscheidungsmerkmal ist, dass Kinder mit Schulvermeidung nur Schwierigkeiten in Bezug auf die Schule haben, während Kinder mit anderen Störungen auch Symptome aufweisen, die andere Bereiche ihres Lebens betreffen. Ein sensibles Kind kann vor einem Lehrer oder seinen Zurechtweisungen Angst haben. Ein Wechsel der Lehrkräfte oder des Stundenplans kann der Schulvermeidung bei Kindern mit besonderem Förderbedarf vorausgehen.

    Jüngere Kinder neigen dazu, somatische Beschwerden zu entwickeln (z. B. Bauchschmerzen, Übelkeit) oder Ausreden zu erfinden, um nicht zur Schule zu gehen. Einige Kinder sagen ganz offen, dass sie nicht zur Schule gehen wollen. Eine andere Variante ist die, dass die Kinder ohne Schwierigkeiten zur Schule gehen, aber in der Schule dann Angst entwickeln oder Krankheitssymptome bekommen und deshalb oft abgeholt werden müssen oder den Rest des Schultages im Krankenzimmer verbringen. Dieses Verhalten hat mit dem Verhalten von Jugendlichen, die bewusst die Schule schwänzen, nichts zu tun (Schulschwänzen - siehe Schulprobleme bei Jugendlichen); chronisches Schulschwänzen tritt häufig bei Kindern mit einer Verhaltensstörung auf.

    Liegt keine signifikante Erkrankung vor, ist Schulvermeidung in der Regel die Folge von

    • Schlechten schulischen Leistungen

    • Schwierigkeiten in der Familie

    • Schwierigkeiten mit Gleichaltrigen

    Die meisten Kinder legen dieses Verhalten ab, obwohl einige es nach einer echten Krankheit oder nach den Ferien wiederholen.

    Das Kind so oft wie möglich zu Hause zu behalten, ist keine Lösung. Kinder mit Schulvermeidung sollten sofort in die Schule zurückgebracht werden, sodass sie keine Lücken im Schulstoff bekommen. Wenn die Schulvermeidung so stark ist, dass es das Leben des Kindes hemmt und das Kind auf gutes Zureden von Eltern oder Lehrern nicht umzustimmen ist, sollte das Kind zu einem Psycholgen überwiesen werden.

    Die Behandlung von Schulvermeidung sollte die Kommunikation zwischen Eltern und Schulpersonal, den regelmäßigen Schulbesuch mit schulischer Beratung (falls vorhanden) und manchmal eine Therapie mit der Familie und dem Kind bei einem Psychologen umfassen. Die Therapie umfasst die Behandlung von Grunderkrankungen, die Anpassung des Schulcurriculums für Kinder mit Lernschwierigkeiten oder anderen besonderen Bildungsbedürfnissen sowie Verhaltenstechniken zur Bewältigung der Belastungen in der Schule.

    (Siehe auch Verhaltensstörungen bei Kindern im Überblick,)