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Körperliches Wachstum von Säuglingen und Kindern

Von

Evan G. Graber

, DO, Sydney Kimmel Medical College

Inhalt zuletzt geändert Aug 2016
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Quellen zum Thema

Körperliches Wachstum umfasst das Erreichen der vollen Körpergröße und des entsprechenden Körpergewichts sowie die Zunahme der Größe aller Körperorgane (ausgenommen des lymphatischen Gewebes, das an Größe abnimmt). Das Wachstum zeigt von der Geburt bis zur Adoleszenz zwei definierte Wachstumsphasen:

  • Phase 1 (von der Geburt bis zum Alter von 1–2 Jahren): Diese Phase ist durch eine hohe, aber im Verlauf abnehmende Wachstumsgeschwindigkeit gekennzeichnet.

  • Phase 2 (vom zweiten Lebensjahr bis zur Pubertät): In dieser Phase kommt es zu einem konstanten jährlichen Größenwachstum.

Der Begriff „Pubertät“ bezeichnet den Prozess der körperlichen Reifung vom Kind zum Erwachsenen. Die Adoleszenz definiert eine Altersgruppe, die Pubertät vollzieht sich innerhalb der Adoleszenz (s. Körperliches Wachstum und sexuelle Reife von Heranwachsenden). Im Rahmen der Pubertät kommt es zu einem zweiten Wachstumsschub, der bei Jungen und Mädchen unterschiedlich ausgeprägt ist.

Von der Geburt bis zum Alter von 2 Jahre, wird empfohlen, dass alle Wachstumsparameter mit dem Standard der Wachstumstabellen der WHO kartiert werden. Nach 2 Jahren werden Wachstumsparameter mit growth charts from the CDC (1) kartiert.

Hinweis

Körperlänge

Die Körperlänge wird bei Kindern gemessen, die noch nicht stehen können, die Körperhöhe, sobald das Kind stehen kann. In der Regel nimmt die Länge bei einem reifgeborenen Säugling bis zum 5. Lebensmonat um etwa 30% und > 50% bis zum 12. Lebensmonat zu; Säuglinge wachsen im ersten Jahr 25 cm; zu einer Verdopplung der Geburtslänge kommt es mit 5 Jahren. Die meisten Jungen erreichen im Alter von zwei Jahren die Hälfte der Erwachsenengröße, die meisten Mädchen bereits mit 19 Monaten.

Zur Beurteilung des Wachstums ist die Wachstumsgeschwindigkeit im Vergleich zur Größenmessung zu verschiedenen Zeitpunkten der sensiblere Parameter. Normalerweise wachsen gesunde reifgeborene Säuglinge und Kinder zwischen Geburt und dem 6. Lebensmonat ungefähr 2,5 cm im Monat, 1,3 cm im Monat zwischen dem 7. und 12. Monat und ca. 7,6 cm im Jahr zwischen dem 12. Monat und dem 10. Lebensjahr.

Vor dem 12. Lebensmonat variiert die Wachstumsgeschwindigkeit und ist zum Teil auch von perinatalen Faktoren abhängig (z. B. Frühgeburtlichkeit). Ab dem 12. Lebensmonat ist die Größe überwiegend nur noch genetisch bestimmt; die Wachstumsgeschwindigkeit bleibt bis zur Pubertät konstant. Die Größe eines Kindes bleibt in Relation zu Gleichaltrigen in aller Regel gleich.

Manche SGA-Kinderneigen dazu, ihr ganzes Leben kleiner zu bleiben als die Kinder mit gleichem Gestationsalter, deren Gewicht bei der Geburt normal war. Der Unterschied in der Wachstumsgeschwindigkeit ist bei Jungen und Mädchen in der Säuglingsperiode und Kindheit nur gering.

Die Extremitäten wachsen schneller als der Körperstamm, was zu einer allmählichen Veränderung der Proportionen führt. Das Verhältnis von Scheitel–Schambein zu Schambein–Ferse liegt bei der Geburt bei 1,7 und nimmt dann auf 1,5 mit 12 Monaten, auf 1,2 mit 5 Jahren und 1,0 mit 7 Jahren ab.

Gewicht

Das Körpergewicht folgt einem ähnlichen Muster. Normale und zum Termin geborene Neugeborene verlieren in den Tagen nach der Geburt 5–8% ihres Geburtsgewichts, das innerhalb von etwa 2 Wochen wieder erreicht wird. Danach nehmen sie bis zum 3. Lebensmonat ca. 14–28 g am Tag zu, danach zwischen dem 3. und 12. Lebensmonat insgesamt 4000 g, was zu einer Verdopplung des Geburtsgewichtes mit 5 und zu einer Verdreifachung mit 12 Monaten und beinahe einer Vervierfachung mit 2 Jahren führt. Zwischen dem 2. Lebensjahr und der Pubertät liegt die Zunahme bei 2 kg im Jahr. Im Rahmen der jüngsten epidemieartigen Zunahme der Adipositas bei Kindern (siehe Tabelle Veränderungen in der Prävelanz vpn Adipositas gemäß NHANES) kam es, auch bei sehr jungen Kindern, zu wesentlich größeren Gewichtszunahmen. Normalerweise sind Jungen nach Abschluss des Wachstums größer und schwerer als Mädchen, weil sie eine längere präpubertäre Wachstumsperiode, eine schnellere maximale Wachstumsgeschwindigkeit während des pubertären Wachstumsschubs und ein längerdauerndes Wachstum während der Adoleszenz haben.

Tabelle
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Veränderungen der Adipositasprävalenz nach NHANES

Altersgruppe

1976–1980

2003–2004

2007–2008

2009–2012

2–5 Jahre

5%

13,9%

10,4%

12,1%

6–11 Jahre

6,5%

18,8%

19,6%

18,0%

12–19 Jahre

5%

17,4%

18,1%

18,4%

20–74 Jahre

15%

32,9%

33,8%

35,7%

NHANES = National Health and Nutrition Examination Survey.

Kopfumfang

Der Kopfumfang reflektiert die Gehirngröße und wird routinemäßig bis zu 36 Monaten gemessen. Bei der Geburt hat das Gehirn etwa 25% der Erwachsenengröße, der Kopfumfang liegt bei 35 cm. Im ersten Jahr nimmt der Kopfumfang im Durchschnitt um 1 cm pro Monat zu, wobei das Wachstum in den ersten 8 Lebensmonaten am schnellsten ist. Mit 12 Monaten hat das Gehirn die Hälfte seines postnatalen Wachstums und 75% der Erwachsenengröße erreicht. Im Verlauf der nächsten beiden Jahre nimmt der Kopfumfang um 3,5 cm zu. Im Alter von 2 Jahren hat das Gehirn 80% und mit 7 Jahren 90% der Erwachsenengröße.

Zusammensetzung des Körpers

Die Zusammensetzung des Körpers (das Verhältnis von Körperfett und -wasser) verändert sich und hat Einfluss auf die Verteilung des Medikamentenvolumens. Der Anteil des Körperfetts steigt schnell von 13% bei Geburt auf 20–25% im Alter von 12 Monaten an, was zu dem rundlichen Aussehen in diesem Alter führt. In der Folge nimmt der Körperfettanteil langsam wieder ab und sinkt bis auf 13% in der Präadoleszenz. Bis zum Beginn der Pubertät kommt es wieder zu einem langsamen Anstieg, bevor der Anteil dann besonders bei Jungen, erneut abfällt. Nach der Pubertät bleibt der Körperfettanteil bei Mädchen gleich, während er bei Jungen leicht absinkt.

Der Anteil des Körperwassers liegt in Relation zum Körpergewicht bei der Geburt bei 70%, fällt dann bis zum 12. Lebensmonat auf 61% ab (ähnlich dem Anteil bei Erwachsenen). Diese Veränderung basiert ganz überwiegend auf der Abnahme der extrazellulären Flüssigkeit (ECF) von 45 auf 28% des Körpergewichts. Die intrazelluläre Flüssigkeit (ICF) bleibt relativ konstant. Nach 12 Monaten kommt es zu einer langsamen und variablen Abnahme der ECF um 20% und zu einem Anstieg der ICF bis zu dem Anteil, der bei Erwachsenen gemessen wird: ca. 40%. Der relativ gesehen größere Anteil an Körperwasser, die höhere Umsatzrate und die vergleichsweise größere Perspiratio insensibilis (wegen der relativ größeren Körperoberfläche) haben zur Folge, dass Säuglinge für Flüssigkeitsmangel anfälliger sind als ältere Kinder und Erwachsene.

Zahndurchbruch

Der Zeitpunkt des Zahndurchbruchs ist variabel (siehe Tabelle: Zeiten des Zahndurchbruchs), primär aufgrund genetischer Faktoren. In der Regel sollten normale Säuglinge im Alter von 12 Monaten 6 Zähne, mit 18 Monaten 12 Zähne, im Alter von 2 Jahren 16 Zähne und alle 20 Zähne im Alter von 2½ Jahren haben. Bleibende Zähne ersetzen die Milchzähne zwischen 5. und dem 13. Lebensjahr. Der Durchbruch der Milchzähne ist bei Jungen und Mädchen gleich; die bleibenden Zähne kommen bei den Mädchen dagegen meist früher. Der Zahndurchbruch kann aufgrund familiärer Vorbedingungen oder durch Rachitis, Hypopituitarismus, Hypothyreose oder Down-Syndrom verzögert sein. Überzählige und fehlende Zähne sind wahrscheinlich Normvarianten.

Die Bestimmung der Zähne

Die gezeigte Nummerierung ist die am häufigsten in den USA verwendete.

Die Bestimmung der Zähne
Tabelle
icon

Zeiten des Zahndurchbruchs

Zähne

Nr.

Alter bei Zahndurchbruch*

Milchzähne (20 insgesamt)

Untere mittlere Schneidezähne

2

5–9 Monate

Obere mittlere Schneidezähne

2

8–12 Monate

Obere seitliche Schneidezähne

2

10 –12 Monate

Untere seitliche Schneidezähne

2

12–15 Monate

1. Molaren

4

10–16 Monate

Eckzähne

4

16 –20 Monate

2. Molaren

4

20–30 Monate

Bleibende Zähne (32 gesamt)

1. Molaren

4

5–7 Jahre

Schneidezähne

8

6–8 Jahre

Prämolaren

8

9–12 Jahre

Eckzähne

4

10–13 Jahre

2. Molaren

4

11–13 Jahre

3. Molaren

4

17–25 Jahre

*Variiert stark.

Die Molaren werden von der Vorderseite zu der Rückseite des Mundes nummeriert ( Die Bestimmung der Zähne).

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HINWEIS: Dies ist die Ausgabe für medizinische Fachkreise. LAIEN: Hier klicken, um zur Ausgabe für Patienten zu gelangen.
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