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Lungenerkrankungen Durch Medikamente

Von

Joyce Lee

, MD, MAS, University of Colorado Denver

Inhalt zuletzt geändert Mai 2018
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Quellen zum Thema

Medikamentös induzierte Lungenerkrankungen sind ein Oberbegriff für eine heterogene Gruppe von Erkrankungen, die ein häufiges klinisches Problem darstellen, bei dem ein Patient ohne vorbestehende Lungenerkrankung respiratorische Symptome, Veränderungen im Röntgenthorax, verschlechterte Lungenfunktion, histologische Veränderungen oder einige dieser Befunde im Zusammenhang mit einer medikamentösen Therapie entwickelt. Über 150 Medikamente oder Wirkstoffgruppen sollen Lungenerkrankungen hervorrufen. Der Pathomechanismus ist nur selten bekannt, viele Medikamente sollen jedoch eine Überempfindlichkeitsreaktion verursachen. Einige Medikamente (z. B. Nitrofurantoin) können unterschiedliche Verletzungsmuster bei verschiedenen Patienten verursachen.

In Abhängigkeit vom Wirkstoff äußern sich medikamentös induzierte Erkrankungen als interstitielle Fibrose, organisierende Pneumonie, Asthma, nichtkardiales Lungenödem, Pleuraergüsse, pulmonale Eosinophilie, Lungenblutungen oder venookklusive Erkrankungen (siehe Tabelle: Substanzen mit toxischen pulmonalen Effekten).

Tabelle
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Substanzen mit toxischen pulmonalen Effekten

Krankheitsbild

Medikament oder Substanz

Asthma

Aspirin, Betablocker (z. B. Timolol), Kokain, Dipyridamol, i.v. Hydrokortison (selten bei Patienten mit Asthma, die sensibel auf Aspirin reagieren), IL-2, Methylphenidat, Nitrofurantoin, Protamin, Sulfasalazin, Vincaalkaloide (mit Mitomycin-C)

Organisierende Pneumonie

Amiodaron, Bleomycin, Kokain, Cyclophosphamid, Methotrexat, Minocyclin, Mitomycin-C, Penicillamin, Sulfasalazin, Tetracyklin

Hypersensitivitätspneumonitis

Azathioprin zzgl. 6-Mercaptopurin, Busulfan, Fluoxetin, Bestrahlung

Interstitielle Pneumonie oder Fibrose

Amphotericin B, Bleomycin, Busulfan, Carbamazepin, Chlorambucil, Kokain, Cyclophosphamid, Diphenylhydantoin, Flecainid, Heroin, Melphalan, Methadon, Methotrexat, Methylphenidat, Methysergid, Mineralöl (über chronische Mikroaspiration), Nitrofurantoin, Nitrosoharnstoffe, Procarbazine, Silikon (s.c. Injektion), Tocainid, Vincaalkaloide (mit Mitomycin-C)

Nichtkardiogenes Lungenödem

Beta-adrenerge Agonisten (z. B. Ritodrin, Terbutalin), Chlordiazepoxid, Kokain, Cytarabin, "ethiodized oil" (i.v. und über chronische Mikroaspiration), Gemcitabin, Heroin, Hydrochlorothiazid, Methadon, Mitomycin-C, Phenothiazine, Protamin, Sulfasalazin, tokolytische Substanzen, trizyklische Antidepressiva, Tumornekrosefaktor, Vincaalkaloide (mit Mitomycin-C)

Parenchymale Blutung

Antikoagulanzien, Azathioprin zzgl. 6-Mercaptopurin, Kokain, Mineralöl (über chronische Mikroaspiration), Nitrofurantoin, Bestrahlung

Pleuraerguss

Amiodaron, Antikoagulanzien, Bleomycin, Bromocriptin, Busulfan, Granulozyten-Makrophagen-Kolonie-stimulierender Faktor, IL-2, Methotrexat, Methysergid, Mitomycin-C, Nitrofurantoin, Paraaminosalicylsäure, Procarbazine, Bestrahlung, tokolytische Substanzen (z. B. Terbutaline)

Pulmonale Infiltrate mit Eosinophilie

Amiodaron, Amphotericin B, Bleomycin, Carbamazepin, Diphenylhydantoin, Ethambutol, Etoposid, Granulozyten-Makrophagen-Kolonie-stimulierender Faktor, Isoniazid, Methotrexat, Minocyclin, Mitomycin-C, Nitrofurantoin, Paraaminosalicylsäure, Procarbazine, Bestrahlung, Sulfasalazin, Sulfonamide, Tetrazyklin, Trazodon

Vaskuläre Lungenerkrankungen

Appetitzügler (z. B. Dexfenfluramin, Fenfluramin, Phentermin), Busulfan, Kokain, Heroin, Methadon, Methylphenidat, Nitrosoharnstoffe, Bestrahlung

Die Diagnose basiert auf einer klinischen Besserung nach Absetzen des verdächtigen Medikaments und, falls durchführbar, erneuter Provokationstestung.

Therapie

  • Absetzen des Medikaments

Die Behandlung besteht im Absetzen des Medikaments, das die Lungenerkrankung verursacht..

Vorbeugung

Häufig erfolgt vor oder bei Therapiebeginn mit einem lungentoxischen Medikament als Screeninguntersuchung eine Lungenfunktionsprüfung, deren Benefit für die Vorhersage oder Früherkennung von Toxizität jedoch nicht bewiesen ist.

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