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Akute eosinophile Pneumonie

Von

Joyce Lee

, MD, MAS, University of Colorado Denver

Inhalt zuletzt geändert Mai 2018
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Die akute eosinophile Pneumonie (AEP) ist eine Erkrankung mit unbekannter Ätiologie, die durch eine rasche eosinophile Infiltration des Lungeninterstitiums gekennzeichnet ist.

Im Gegensatz zur chronischen eosinophilen Pneumonie ist akute eosinophile Lungenentzündung eine akute Erkrankung, die sich in der Regel nicht wiederholt. Inzidenz und Prävalenz sind unbekannt. AEP kann in jedem Alter auftreten, betrifft jedoch am häufigsten Patienten zwischen 20 und 40 Jahren mit einem Geschlechterverhältnis (m/w) von 2:1.

Es könnte sich bei der AEP jedoch um eine akute Überempfindlichkeitsreaktion auf ein nicht identifiziertes inhalatives Antigen bei ansonsten gesunden Personen handeln. Zigarettenrauchen oder andere Rauchexposition können beteiligt sein.

Symptome und Beschwerden

Die akute eosinophile Lungenentzündung verursacht eine akute fieberhafte Erkrankung von kurzer Dauer (normalerweise < 7 Tage). Die Symptomatik besteht in unproduktivem Husten, Dyspnoe, Krankheitsgefühl, Myalgien, Nachtschweiß und pleuritischen Brustschmerzen. Zu den Befunden gehören Tachypnoe, Fieber (häufig > 38,5 °C) und beidseitige basale, inspiratorische, nicht klingende RG und gelegentlich Brummen bei forcierter Exspiration. Bei Patienten mit AEP tritt häufig akutes Lungenversagen mit Beatmungspflicht auf. Selten einmal kann es zu einem distributiven (hyperdynamischen) Schock kommen.

Diagnose

  • Hochauflösende CT (HRCT)

  • In der Regel Blutbild, Analyse der Pleuraflüssigkeit und Lungenfunktionstests

  • Bronchoskopie zur Gewinnung einer Lavage und manchmal Biopsie

Die Verdachtsdiagnose einer akuten eosinophilen Lungenentzündungwird bei Patienten mit Symptomen einer akuten Pneumonie, die zu Lungenversagen führt und die nicht auf Antibiotika ansprechen, vermutet. Die Diagnose basiert auf den Routineuntersuchungsbefunden und wird bronchoskopisch bestätigt.

AEP ist eine Ausschlussdiagnose und erfordert das Fehlen bekannter Ursachen der eosinophilen Pneumonie (z. B. arzneimittel- und toxininduziert, im Zusammenhang mit Wurm- und Pilzinfektion, eosinophile Granulomatose mit Polyangiitis, hypereosinophiles Syndrom, Tumoren). Das Blutbild zeigt oft nicht deutlich erhöhte Eosinophilenzahlen, anders als bei chronischer eosinophiler Pneumonie. BSG und IgE-Spiegel sind unspezifisch erhöht.

Im Röntgenthorax können initial nur subtile retikuläre Zeichnungsvermehrung oder Milchglastrübung gesehen werden, häufig mit Kerley-B-Linien. Isolierte alveoläre (ca. 25% der Fälle) oder retikuläre (ca. 25% der Fälle) Zeichnungsvermehrung kann ebenfalls beobachtet werden. Anders als bei der chronischen eosinophilen Pneumonie, sind bei der AEP die Trübungen nicht charakteristisch in die Lungenperipherie lokalisiert. Bei zwei Dritteln der Patienten treten kleine Pleuraergüsse auf, häufig beidseitig.

Das HRCT ist mit beidseits vorliegender Milchglastrübung oder retikulärer Zeichnungsvermehrung immer pathologisch.

Die Untersuchung der Pleuraflüssigkeit zeigt eine signifikante Eosinophilie mit hohem pH-Wert. In der Lungenfunktionsprüfung findet sich häufig eine Restriktion mit verminderter CO-Diffusionskapazität (DLCO).

Eine Bronchoskopie sollte zur Gewinnung einer BAL, gelegentlich auch für eine Biopsie durchgeführt werden. Die BAL erbringt häufig hohe absolute und relative (> 25%) Eosinophilenzahlen. Die häufigsten histopathologischen Merkmale in der Biopsie umfassen eosinophile Infiltration mit akutem und organisierendem diffusem Alveolarschaden. Allerdings werden bei Patienten nur selten Biopsien entnommen.

Therapie

  • Systemische Kortikosteroide

Der Zustand einiger Patienten mit akuter eosinophiler Lungenentzündung bessert sich spontan. Die meisten werden mit Prednison 40–60 mg p.o. 1-mal täglich behandelt. Bei Patienten mit Lungenversagen wird Methylprednisolon 60–125 mg alle 6 h bevorzugt.

Die Prognose von AEP ist hervorragend; fast immer spricht die Erkrankung auf Kortikosteroide an, und eine komplette Genesung ist die Regel. Pleuraergüsse bilden sich langsamer zurück als parenchymale Verschattungen.

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HINWEIS: Dies ist die Ausgabe für medizinische Fachkreise. LAIEN: Hier klicken, um zur Ausgabe für Patienten zu gelangen.
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