Sporotrichose

VonPaschalis Vergidis, MD, MSc, Mayo Clinic College of Medicine & Science
Reviewed ByChristina A. Muzny, MD, MSPH, Division of Infectious Diseases, University of Alabama at Birmingham
Überprüft/überarbeitet Geändert Nov. 2025
v1012773_de
Aussicht hier klicken.

Sporotrichose ist eine kutane Infektion, die durch die saprophytären Schimmelpilze der Sporothrix schenckii-Arten hervorgerufen wird. Eine pulmonale und hämatogene Beteiligung ist ungewöhnlich. Die Symptome bestehen aus kutanen Knoten, die sich über Lymphbahnen ausbreiten und zu Abszessen und Ulzera zerfallen. Die Diagnose wird durch Kultur gestellt. Die Therapie erfolgt mit Itraconazol oder Amphotericin B.

(Siehe auch Übersicht zu Pilznfektionen.)

Sporotrichose ist eine kutane Mykose, die durch eine Infektion mit dimorphen Pilzen der Gattung Sporothrix verursacht wird, am häufigsten Sporothrix schenckii und verwandte Arten wie S. brasiliensis und S. globosa. Sporothrix-Arten sind dimorphe Pilze, die bei 37 °C (98,6 °F) als Hefepilz in Gewebe und in Kultur wachsen, bei 30 °C (86 °F) jedoch als fadenförmiger Pilz.

Sporothrix-Spezies leben auf Rosen- oder Berberitzensträuchern, in Torfmoos, in Heu und in anderen Mulchmaterialien (1). Gemüsegärtner, Gärtner, Landwirte und Holzarbeiter werden am häufigsten infiziert, typischerweise nach kleineren Traumata unter Beteiligung kontaminierten Materials. Im Gegensatz zu den anderen dimorphen Pilzen werden Sporothrix-Spezies in der Regel nicht inhaliert, sondern gelangen über Erosionen und Abschürfungen der Haut in den Körper.

Katzen spielen eine zentrale Rolle bei der zoonotischen Übertragung von Sporothrix-Infektionen, insbesondere in Lateinamerika (2). Die Übertragung erfolgt hauptsächlich durch Kratzer, Bisse oder Kontakt mit Exsudaten aus Hautläsionen infizierter Katzen. Ausbrüche in Brasilien und anderen Teilen Südamerikas wurden durch zoonotische Übertragung vorangetrieben, wobei S. brasiliensis die überwiegend beteiligte Spezies ist. (Siehe auch Sporotrichosis in Animals.)

Allgemeine Literatur

  1. 1. Centers for Disease Control and Prevention (CDC). Grundlagen der Sporotrichose. April 24, 2024.

  2. 2. Rodrigues AM, Della Terra PP, Gremião ID, Pereira SA, Orofino-Costa R, de Camargo ZP. The threat of emerging and re-emerging pathogenic Sporothrix species. Mycopathologia. 2020;185(5):813-842. doi:10.1007/s11046-020-00425-0

Symptome und Anzeichen von Sporotrichose

Am häufigsten kommt es zu lymphokutanen Infektionen. Sie betreffen typischerweise eine Hand und einen Arm, aber sie können überall am Körper auftreten. Primäre Läsionen können auf freiliegenden Oberflächen der Füße oder des Gesichts vorkommen.

Eine primäre Läsion kann als kleine, harte Papel oder gelegentlich als ein sich langsam ausbreitender subkutaner Knoten erscheinen, der letztlich nekrotisiert und gelegentlich ulzeriert. Kratzer oder Bisse können sich nach Kontakt mit infizierten Katzen infizieren. Andere Läsionen können nach Kontakt mit Exsudaten aus ulzerierten Läsionen, die auf infizierten Katzen vorhanden sind, infiziert werden.

Typischerweise beginnt eine Kette von Lymphknoten, die die betroffene Region drainiert, sich wenige Tage oder Wochen später langsam, aber fortschreitend zu vergrößern und bewegliche subkutane Knoten zu bilden. Diese Ausbreitung entlang der lymphatischen Drainagewege wird als sporotrichoide Ausbreitung bezeichnet. Bei fehlender Therapie wird die darüberliegende Haut erythematös und kann später nekrotisieren, was gelegentlich einen Abszess und eine Ulzeration verursacht; eine bakterielle Superinfektion kann die Folge sein. Systemische Symptome und Beschwerden einer Infektion fehlen bemerkenswerterweise.

Manifestationen der Sporotrichose
Sporotrichose (Papel)

Die Sporotrichose beginnt mit einer kleinen Papel oder einem subkutanen Knoten, der ulzerieren oder nekrotisieren kann.

Die Sporotrichose beginnt mit einer kleinen Papel oder einem subkutanen Knoten, der ulzerieren oder nekrotisieren kann.

Image courtesy of www.doctorfungus.org © 2005.

Sporotrichose (Knoten)

Dieses Foto zeigt kutane Knötchen in lymphangitischer (sporotrichoider) Verteilung auf dem Dorsum der rechten Hand.

Dieses Foto zeigt kutane Knötchen in lymphangitischer (sporotrichoider) Verteilung auf dem Dorsum der rechten Hand.

Image courtesy of Karen McKoy, MD.

Sporotrichose (Abszess)

Die Sporotrichose beginnt mit einer kleinen Papel oder einem subkutanen Knoten, der ulzerieren oder nekrotisieren kann. Die Infektion breitet sich lymphatisch aus.

Wenn unbehandelt, können sich diffuse Erytheme, Geschwüre und Abszesse entwickeln, wie in diesem Beispiel einer schweren bakteriellen Superinfektion gezeigt wird.

Die Sporotrichose beginnt mit einer kleinen Papel oder einem subkutanen Knoten, der ulzerieren oder nekrotisieren kann.

... Erfahren Sie mehr

CDC/ Dr. Lucille K. Georg

Eine lymphokutane Sporotrichose ist chronisch und indolent. Sie verläuft potenziell tödlich, aber nur, wenn eine bakterielle Superinfektion eine Sepsis verursacht.

Selten führt eine hämatogene Ausbreitung bei Patienten ohne primäre lymphokutane Läsionen zu indolenten Infektionen multipler peripherer Gelenke, gelegentlich auch Knochen und seltener auch der Genitalien, Leber, Milz, Nieren oder Meningen. Diese Infektionen treten häufiger bei Patienten auf, deren Immunsystem aufgrund einer anderen Erkrankung (z. B. Alkoholabhängigkeit) geschwächt ist. Ebenso selten kommt eine chronische Pneumonie vor, die durch die Inhalation von Sporen verursacht wird und sich durch lokalisierte Infiltrate oder Kavernen manifestiert, welche am häufigsten bei Patienten mit vorbestehenden chronischen Lungenkrankheiten auftritt.

Diagnose von Sporotrichose

  • Kultur und histopathologische Gewebeuntersuchung

  • Molekulare Methoden

Die Diagnose der Sporotrichose wird aufgrund der klinischen Präsentation bei einem Patienten mit einer Vorgeschichte möglicher Exposition gegenüber dem Pilz vermutet (z. B. Gärtner, Landschaftsgärtner, Förster).

Die charakteristische noduläre Lymphangitis/kutane klinische Präsentation der Sporotrichose kann auch durch andere Pathogene verursacht werden, einschließlich Mycobacterium tuberculosis, nichttuberkulöse Mykobakterien, Nocardia, Francisella tularensis und Leishmania brasiliensis. Eine mikrobiologische Diagnose kann in der Regel gestellt werden, wenn geeignete histologische Färbungen und Kulturen von biopsiertem Gewebe gewonnen werden (1). Während des frühen, nichtdisseminierten Stadiums kann die primäre Läsion als Spinnenbiss fehldiagnostiziert werden.

Eine Erregerkultur des Gewebes der aktiven Infektionsstelle führt zur definitiven Diagnose. Hefen von Sporothrix-Spezies sind in fixierten Gewebeproben selbst mit Spezialfärbungen nur selten zu sehen. Serologische Tests sind nicht verfügbar.

Polymerasekettenreaktion (PCR)-basierte Assays ermöglichen einen schnellen, hochsensitiven und spezifischen Nachweis von Sporothrix-DNA in Gewebe oder klinischen Proben (2). Molekulare Methoden wie die PCR können bei der Diagnosesicherung hilfreich sein, wenn Kulturen negativ sind oder nicht durchgeführt werden können.

Literatur zur Diagnose

  1. 1. Tobin EH, Jih WW. Sporotrichoid lymphocutaneous infections: Etiology, diagnosis and therapy. Am Fam Physician. 2001;63(2):326–332.

  2. 2. Zhang M, Li F, Li R, Gong J, Zhao F. Fast diagnosis of sporotrichosis caused by Sporothrix globosa, Sporothrix schenckii, and Sporothrix brasiliensis based on multiplex real-time PCR. PLoS Negl Trop Dis. 2019;13(2):e0007219. Published 2019 Feb 28. doi:10.1371/journal.pntd.0007219

Behandlung von Sporotrichose

  • Bei lymphokutaner Erkrankung: Itraconazol

  • Bei schwerer, disseminierter Erkrankung: Amphotericin B

Itraconazol ist das Mittel der Wahl bei lymphokutaner Erkrankung (1). Orales Itraconazol sollte 2 bis 4 Wochen nach vollständigem Abheilen aller Läsionen fortgeführt werden (insgesamt üblicherweise 3 bis 6 Monate). Posaconazol hat in-vitro-Aktivität gezeigt und kann eine alternative Behandlungsoption darstellen.

Eine schwere disseminierte Erkrankung erfordert eine intravenöse Lipidformulierung von Amphotericin B; nach gutem Ansprechen wird auf eine orale Therapie mit Itraconazol umgestellt, mit einer Gesamtdauer der Behandlung von 12 Monaten. Patienten mit fortgeschrittener HIV-Infektion können bei meningealen und disseminierten Infektionen eine lebenslange Erhaltungstherapie mit Itraconazol benötigen.

Literatur zur Therapie

  1. 1. Kauffman CA, Bustamante B, Chapman SW, Pappas PG; Infectious Diseases Society of America. Clinical practice guidelines for the management of sporotrichosis: 2007 update by the Infectious Diseases Society of America. Clin Infect Dis. 2007;45(10):1255-1265. doi:10.1086/522765

quizzes_lightbulb_red
Test your KnowledgeTake a Quiz!
DE_MSD_Mobile_Pro_326IOS ANDROID
DE_MSD_Mobile_Pro_326IOS ANDROID
DE_MSD_Mobile_QR_Pro_326iOS ANDROID