Tetanus

(Kieferklemme)

VonLarry M. Bush, MD, FACP, Charles E. Schmidt College of Medicine, Florida Atlantic University;
Maria T. Vazquez-Pertejo, MD, FACP, Wellington Regional Medical Center
Reviewed ByBrenda L. Tesini, MD, University of Rochester School of Medicine and Dentistry
Überprüft/überarbeitet Geändert Dez. 2025
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Tetanus stellt eine akute Intoxikation, die durch ein von Clostridium tetani produziertes Neurotoxin verursacht wird. Es kommt zu Beschwerden wie intermittierenden tonischen Spasmen der Hilfsmuskulatur. Krämpfe des M. masseter führen zu der Bezeichnung Kieferklemme („lockjaw“). Die Diagnose wird klinisch gestellt. Die Therapie besteht aus menschlichem Tetanusimmunglobulin und intensivmedizinischen supportiven Maßnahmen.

(Siehe auch Übersicht über Anaerobe Bakterien und Übersicht über Clostridiale Infektionen.)

Tetanusbakterien bilden dauerhafte Sporen, die in Erdreich und tierischem Kot vorkommen und über viele Jahre lebensfähig bleiben können.

Laut einer globalen Studie traten im Jahr 2019 insgesamt mehr als 73 000 Tetanusfälle auf. Unter diesen Fällen entfielen 27.000 auf Neugeborene (1). Im Jahr 2019 verursachte Tetanus weltweit schätzungsweise 34.700 Todesfälle, vor allem in Südasien und Subsahara-Afrika (2), aber die Krankheit wird so selten gemeldet, dass diese Zahl nur einer groben Schätzung entspricht. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation starben im Jahr 2018 etwa 25.000 Neugeborene an Neugeborenentetanus, was einem Rückgang von 97% seit 1988 entspricht (3). Dieser Rückgang wurde auf eine gestiegene Impfquote bei Säuglingen zurückgeführt, die 2023 weltweit 84 % erreichte.

In den Vereinigten Staaten sind die gemeldeten Tetanusfälle seit 1947 um mehr als 95% zurückgegangen, und die tetanusbedingten Todesfälle haben um mehr als 99% abgenommen (4). Sporadische Tetanusfälle treten weiterhin auf. Seit 2010 wurden jedes Jahr weniger als 40 Fälle berichtet (5).

Die Häufigkeit der Krankheit steht in einem direkten Zusammenhang mit dem Durchimpfungsgrad der Bevölkerung, was einen deutlichen Hinweis auf die Wirksamkeit der präventiven Bemühungen darstellt. In den USA ist das Immunitätsniveau bei älteren Altersgruppen tendenziell niedriger.

Patienten mit Verbrennungen, Erfrierungen, Gangrän, Quetschverletzungen, chirurgischen Wunden oder einer Vorgeschichte von injizierendem Drogenkonsum oder Exposition gegenüber kontaminierten Nadeln (nicht sterile Tätowierung oder Körperpiercing) sind besonders anfällig für die Entwicklung von Tetanus. Trotzdem kann Tetanus auch als Folge von Bagatellverletzungen oder sogar inapparenten Wunden auftreten. Eine Infektion kann sich auch postpartal im Uterus (mütterlicher Tetanus) und im Bauchnabel des Neugeborenen (Tetanus neonatorum) durch unhygienische Entbindung und Nabelschnurpflege entwickeln. Diabetes und eine Vorgeschichte von Immunsuppression können Risikofaktoren für Tetanus sein.

Allgemeine Literatur

  1. 1. GBD 2019 Diseases and Injuries Collaborators. Global burden of 369 diseases and injuries in 204 countries and territories, 1990-2019: a systematic analysis for the Global Burden of Disease Study 2019. Lancet. 2020;396(10258):1204-1222. doi:10.1016/S0140-6736(20)30925-9

  2. 2. Centers for Disease Control and Prevention (CDC). Why CDC is Working to Prevent Tetanus Globally. 2024.

  3. 3. World Health Organization (WHO). Tetanus. 2024.

  4. 4. CDC. Tetanus Surveillance and Trends. June 10, 2025.

  5. 5. Yen LM, Thwaites CL. Tetanus. Lancet. 2019;393(10181):1657-1668. doi:10.1016/S0140-6736(18)33131-3

Pathophysiologie von Tetanus

C. tetani-Sporen treten meist durch kontaminierte Wunden ein. Die Manifestationen eines Tetanus werden durch ein Exotoxin (Tetanospasmin) hervorgerufen, das produziert wird wenn Bakterien lysieren. Das Toxin tritt in die peripheren Nervenenden ein, bindet dort irreversibel, reist dann rückläufig entlang der Axone und Synapsen und tritt schließlich in das Zentralnervensystem (ZNS) ein. Als Folge ist die Freisetzung inhibitorischer Transmittersubstanzen von den Nervenendigungen blockiert und führt zu ungehinderter Muskelstimulation durch Acetylcholin und zu generalisierten tonisch-spastischen Krämpfen, meist mit überlagerten intermittierenden tonischen Anfällen. Die Enthemmung der autonomen Neuronen und Verlust der Kontrolle über die Katecholaminausschüttung der Nebennieren verursachen autonome Instabilität und einen hypersympathetischen Zustand. Einmal gebunden, kann das Toxin nicht neutralisiert werden.

Meistens verläuft Tetanus generalisiert und betrifft die Skelettmuskeln am ganzen Körper. Allerdings ist Tetanus manchmal auf Muskeln, die sich in der Nähe eines Wundeingangs befinden, lokalisiert.

Tipps und Risiken

  • Das Tetanustoxin bindet irreversibel an Nervenenden und wenn es einmal gebunden ist, kann es nicht neutralisiert werden.

Symptome und Anzeichen von Tetanus

Die Inkubationszeit reicht von 2–50 Tagen (im Mittel 5–10Tage).

Zu den Symptomen von Tetanus gehören:

  • Kiefersteife (am häufigsten)

  • Dysphagie

  • Unruhe

  • Reizbarkeit

  • Steifer Nacken, Arme oder Beine

  • Opisthotonus

  • Kopfschmerzen

  • Halsschmerzen

  • Tonische Spasmen

Später entwickeln Patienten Trismus.

Krämpfe

Durch einen Spasmus der Gesichtsmuskulatur entsteht ein charakteristischer Gesichtsausdruck mit einem fixierten Grinsen und elevierten Augenbrauen (Risus sardonicus). Steifheit oder Spasmen der Bauch-, Hals- und Rückenmuskulatur und manchmal Opisthotonus (generalisierte Steifheit des Körpers mit Wölbung des Rückens und der Hals) können auftreten. Spastische Lähmungen der Sphinktermuskulatur können zu einem Harnverhalt oder Obstipation führen. Dysphagien können die Ernährung beeinträchtigen.

Bereits durch kleinere Reize wie Luftzug, Geräusche oder Bewegungen können charakteristische schmerzhafte, generalisierte tonische Spasmen mit ausgeprägtem Schwitzen ausgelöst werden. Der mentale Status ist meist nicht beeinträchtigt, wiederholte spastische Krämpfe können aber zu Koma führen. Während der generalisierten Krämpfe sind die Patienten aufgrund einer Rigidität der Thoraxwand oder spastischer Glottislähmung nicht in der Lage zu sprechen oder zu schreien. Selten entstehen die Frakturen durch dauerhafte Krämpfe.

Die Spasmen beeinträchtigen die Atmung und führen zu einer Zyanose oder tödlichen Asphyxie.

Autonome Instabilität

Die Körpertemperatur ist nur moderat erhöht, solange keine komplizierende Infektion hinzukommt, z. B. Pneumonie. Die Atemfrequenz und Pulsrate sind erhöht. Das Reflexniveau ist oft gesteigert. Ein Protrahierter Tetanusverlauf kann sich in Form eines sehr labilen und überaktiven sympathischen Nervensystems manifestiern, wobei es zu Perioden von Blutdrucksteigerung, Tachykardie und myokardialer Übererregbarkeit kommen kann.

Todesursachen

Die häufigste Todesursache ist Ateminsuffizienz. Spasmen der laryngealen Muskulatur sowie eine Rigidität und Spasmen der Bauchwand-, Zwerchfell- und Thoraxwandmuskulatur führen zu einer Asphyxie. Eine Hypoxämie kann auch zu einem Herzstillstand führen, und Kehlkopfkrämpfe bewirken eine Aspiration oraler Sekrete und hierdurch ggf. eine Aspirationspneumonie, die zu einer hypoxämischen Todesursache beiträgt. Eine Lungenembolie ist auch möglich. Jedoch muss die unmittelbare Todesursache nicht offensichtlich sein.

Lokalisiert auftretender Tetanus

Bei lokalisiert auftretendem Tetanus gibt es eine Spastizität der Muskulatur, die in der Nähe der Eintrittswunde liegt, aber keinen Trismus; die Spastizität kann Wochen andauern.

Kephaler Tetanus ist eine lokale Tetanusform, die die Hirnnerven betrifft. Diese Form ist häufiger bei Kindern und kann im Rahmen einer chronischen Otitis media vorkommen oder nach einer Kopfwunde auftreten. Die Inzidenz ist am höchsten in Afrika und Indien. Alle Hirnnerven können involviert sein, insbesondere der VII. Hirnnerv. Kephaler Tetanus kann generalisieren.

Tetanus neonatorum (Neugeborenentetanus)

Tetanus bei einem Neugeborenen verläuft meist generalisiert und oft tödlich. Die Krankheit beginnt in inadäquat gereinigten Nabelschnurstümpfen neugeborener Kinder, deren Mütter unzureichend immunisiert wurden.

Die Beschwerden während der ersten beiden Lebenswochen sind charakterisiert durch Rigidität, Spasmen und Trinkschwäche. Bei überlebenden Neugeborenen kann es zu einer beidseitigen Taubheit kommen.

Neugeborenentetanus
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Dieses Foto zeigt generalisierte Rigidität und Spasmen, die durch Tetanus bei einem Säugling in den ersten zwei Lebenswochen verursacht wurden.

CDC

Diagnose von Tetanus

  • Anamnese und körperliche Untersuchung

Tetanus sollte in Betracht gezogen werden, wenn Patienten plötzliche, ungeklärte Muskelsteifheit oder Krämpfe haben, insbesondere wenn sie kürzlich eine Wunde oder Risikofaktoren für Tetanus aufwiesen.

Tetanus kann mit einer bakteriell oder viral bedingten Meningoenzephalitis verwechselt werden, aber die folgende die Kombination weist auf Tetanus hin.

  • Ein intaktes Sensorium

  • Normales Liquor

  • Muskelkrämpfe

Trismus muss von einem peritonsillären oder retropharyngealen Abszess oder anderen lokalen Ursachen unterschieden werden. Phenothiazine können eine tetanusähnliche Steifigkeit induzieren (z. B. dystonische Reaktion, neuroleptisches malignes Syndrom).

C. tetani kann manchmal aus der Wunde kultiviert werden, aber die Kultur ist nicht sensitiv; nur 30% der Patienten mit Tetanus haben positive Kulturen. Außerdem können falsch positive Kulturen auftreten.

Behandlung von Tetanus

  • Unterstützende Maßnahmen, insbesondere Unterstützung der Atmung

  • Wunddebridement

  • Tetanusantitoxin

  • Benzodiazepine bei Muskelkrämpfen

  • Antibiotika

  • Manchmal Medikamente bei autonomer Dysfunktion

Die Behandlung von Tetanus erfordert eine adäquaten Ventilation.

Zusätzliche Interventionen beinhalten eine frühzeitige und adäquate Anwendung von humanem Tetanusimmunglobulin (TIG) zur Neutralisation nicht gebundenen Toxins; die Prävention einer weiteren Toxinbildung; Sedierung; Kontrolle von Muskelspasmen, Hypertonie, Flüssigkeitshaushalt und auftretenden Infektionen sowie kontinuierliche pflegerische Maßnahmen.

IV-Immunglobulin (IVIG), das Tetanus-Antitoxin enthält, kann verwendet werden, wenn TIG nicht verfügbar ist (1, 2).

Generelle Prinzipien

Der Patient sollte in einem ruhigen Zimmer untergebracht werden.

Alle therapeutischen Interventionen sollten sich an mehreren Prinzipien orientieren:

  • Weiterer Toxinfreisetzung sollte durch Débridement der Wunde und Gabe eines Antibiotikums verhindert.

  • Neutralisieren Sie ungebundenes Toxin außerhalb des Zentralnervensystems mit TIG.

  • Mit Tetanustoxoid immunisieren, dabei darauf achten, dass es an einer anderen Körperstelle als das Antitoxin injiziert wird

  • Minimieren Sie die Wirkung des Toxins bereits im ZNS.

Wundversorgung

Da Schmutz und abgestorbenes Gewebe das Wachstum von C. tetani fördern, ist ein rasches und sorgfältiges Débridement, insbesondere von tiefen Stichwunden, wichtig.

Eine antimikrobielle Therapie (z. B. mit Metronidazol) ist kein Ersatz für ein adäquates Debridement und eine Immunisierung, wird aber in der Regel verabreicht.

Antitoxin und Toxoid

Der Nutzen humanen Antitoxins hängt davon ab, wie viel Tetanospasmin bereits an die synaptischen Membranen gebunden ist – nur freies Toxin wird neutralisiert. Bei Erwachsenen scheint eine einmalige Gabe von 500 WIG-Einheiten i.m. ebenso wirksam zu sein wie höhere Dosen von 3000–6000 Einheiten und verursacht weniger Beschwerden. Einige Mediziner empfehlen, einen Teil der Dosis lokal um die Wunde herum zu infiltrieren, aber ihre Wirksamkeit ist nicht erwiesen.

Antitoxine tierischen Ursprungs sind weitaus weniger vorzuziehen, weil der Antitoxinserumspiegel des Patienten nicht stabil bleibt und ein beträchtliches Risiko für eine Serumkrankheit besteht. Wenn jedoch Pferdeserum verwendet werden muss, beträgt die übliche Dosis 50.000 Einheiten i.m. oder IV. (VORSICHT: Siehe Hauttests.)

Falls nötig, kann IVIG oder Antitoxin direkt in die Wunde injiziert werden, diese Injektion ist aber nicht so wichtig wie eine gute Wundbehandlung.

Eine Tetanusinfektion verleiht keine Immunität, daher sollten Patienten, sofern ihre Impfanamnese nicht den Abschluss einer vollständigen primären Impfserie anzeigt, eine vollständige primäre Tetanus-Impfreihe unter Verwendung eines altersgemäßen Präparats erhalten (siehe Prävention von Tetanus). Antitoxin und Impfstoff sollten an verschiedenen Körperstellen injiziert werden, um eine Neutralisierung des Impfstoffs zu vermeiden.

Behandlung von Muskelspasmen

Spasmen werden mit Medikamenten behandelt.

Benzodiazepine sind das Mittel der Wahl, um Muskelrigidität und Spasmen zu behandeln. Sie blockieren die Wiederaufnahme eines endogenen inhibierenden Neurotransmitters, Gamma-Aminobuttersäure (GABA), am GABAA -Rezeptor.

Diazepam kann zur Verminderung von Anfällen beitragen, der Muskelrigidität entgegenwirken und eine Sedierung induzieren. Die Dosierung variiert und erfordert eine genaue Titrierung und engmaschige Beobachtung.

Diazepam wurde am intensivsten verwendet, Midazolam ist aber wasserlöslich und wird für eine prolongierte Therapie bevorzugt. Midazolam reduziert das Risiko einer Laktatazidose durch Propylenglycol, das als Lösungsmittel für Diazepam und Lorazepam benötigt wird, und reduziert das von Metaboliten mit langer Halbwertszeit ausgehende Risiko für Akkumulation und Koma.

Benzodiazepine können reflektorische Spasmen nicht verhindern, daher können für eine wirksame Beatmung eine neuromuskuläre Blockade mit Vecuronium oder anderen paralysierenden Medikamente und eine mechanische Beatmung notwendig sein. Pancuronium wurde auch verwendet, kann jedoch eine Instabilität des vegetativen Nervensystems verschlechtern. Vecuronium verursacht keine unerwünschten kardiovaskulären Wirkungen, wirkt jedoch nur kurzzeitig.

Intrathekales Baclofen (ein GABAA-Agonist) ist wirksam bei der Behandlung von Reflexspasmen, hat aber keinen klaren Vorteil gegenüber Benzodiazepinen. Mögliche Nebenwirkungen bestehen aus Koma und einer Atemsuppression, die unterstützende Maßnahmen erforderlich machen.

Dantrolen kann zunächst als Infusion und danach für bis zu 60 Tage lang verabreicht werden. Hepatotoxizität und Kosten limitieren seine Anwendung.

Behandlung von Störungen des autonomen Nervensystems

Morphin kann als kontinuierliche Infusion gegeben werden, um eine autonome Dysfunktion, insbesondere eine kardiovaskuläre, zu kontrollieren. Eine schwere Bradykardie kann die Implantation eines Herzschrittmachers erfordern.

Eine Beta-Blockade wird verwendet, um Episoden von Bluthochdruck und Tachykardie zu kontrollieren, aber die Verwendung von lang wirksamen Medikamenten wie Propranolol wird nicht empfohlen. Plötzlicher Herztod ist eine Komplikation des Tetanus, und eine Beta-Blockade kann das Risiko erhöhen. Esmolol, ein kurzwirksamer Betablocker, wurde erfolgreich eingesetzt. Die Blockade des parasympathischen Nervensystems mit hochdosiertem intravenösem Atropin reduziert übermäßiges Schwitzen und übermäßige Sekretionen deutlich und behandelt Bradykardie. Die Verwendung von Clonidin, einem Alpha-Adrenozeptor-Agonisten, wurde mit einer verminderten Mortalität assoziiert (3).

Magnesiumsulfat, das als intravenöse Dauerinfusion in einer Dosierung verabreicht wird, die den Serumspiegel zwischen 4 und 8 mEq/l hält, hat eine stabilisierende Wirkung, indem es die Stimulation durch Katecholamine aufhebt (4). Der Patellarsehnenreflex wird zur Beurteilung einer Überdosierung herangezogen. Der Magnesiumspiegel im Serum und die elektrische Herzaktivität müssen während der gesamten Infusionsdauer genau überwacht werden.

Das Atemzugvolumen kann beeinträchtigt werden, daher müssen Maßnahmen zur Atemunterstützung verfügbar sein.

Weitere Medikamente, die auf das autonome Nervensystem wirken und sich als nützlich erweisen können, sind:

  • Pyridoxin, was die Letalität bei Neugeborenen reduziert.

  • Valproinsäure, die die Gamma-Aminobuttersäure-Aminotransferase blockiert und damit den Gamma-Aminobuttersäure-Katabolismus hemmt

  • Angiotensin-Converting-Enzym(ACE)-Hemmer, die Angiotensin II hemmen und die Noradrenalinfreisetzung aus Nervenenden reduzieren

  • Dexmedetomidin (ein potenter alpha-2-adrenerger Agonist)

  • Adenosin, das die präsynaptische Norepinephrinfreisetzung reduziert und der inotropen Wirkung von Katecholaminen entgegenwirkt

Glukokortikoide haben keinen nachweislichen Nutzen; ihre Anwendung wird nicht empfohlen.

Antibiotika

Antibiotika haben eine im Vergleich zum Wunddebridement und allgemein supportiven Maßnahmen geringere Bedeutung.

Metronidazol ist das empfohlene Antibiotikum.

Unterstützende Behandlung

Bei mittelschweren oder schweren Fällen sollten der Patienten intubiert werden. Eine mechanische Beatmung ist notwendig, wenn eine neuromuskuläre Blockade zur Kontrolle von Muskelspasmen erforderlich ist, die die Atmung behindern.

Eine parenterale Ernährung verringert die Gefahr einer Aspiration aufgrund von Nahrungszufuhr über eine Magensonde. Da es häufig zu einer Obstipation kommt, sollte die Stuhlkonsistenz weich gehalten werden. Eine Darmsonde kann zur Vermeidung einer Überdehnung eingesetzt werden. Falls es zu einem Harnverhalt kommt, ist eine Blasenkatheterisierung erforderlich.

Zur Pneumonieprophylaxe sind Atemgymnastik, häufiges Drehen und forciertes Husten wichtig. Oft ist eine Analgesie mit Opioiden erforderlich.

Literatur zur Behandlung

  1. 1. Rodrigo C, Fernando D, Rajapakse S. Pharmacological management of tetanus: an evidence-based review. Crit Care. 2014;18(2):217. Published 2014 Mar 26. doi:10.1186/cc13797

  2. 2. Govindaraj GM, Riyaz A. Current practice in the management of tetanus. Crit Care. 2014;18(3):145. Published 2014 May 27. doi:10.1186/cc13894

  3. 3. Gregorakos L, Kerezoudi E, Dimopoulos G, Thomaides T. Management of blood pressure instability in severe tetanus: the use of clonidine. Intensive Care Med. 1997;23(8):893-895. doi:10.1007/s001340050428

  4. 4. Thwaites CL, Yen LM, Cordon SM, et al. Effect of magnesium sulphate on urinary catecholamine excretion in severe tetanus. Anaesthesia. 2008;63(7):719–725. doi:10.1111/j.1365-2044.2008.05476.x

Prognose bei Tetanus

Die Sterblichkeitsrate von Tetanuspatienten variiert stark zwischen ressourcenreichen und ressourcenarmen Ländern. Mit Hilfe moderner Unterstützungsmaßnahmen, einschließlich mechanischer Beatmung, erholen sich die meisten Patienten.

Unbehandelte Neugeborene und Erwachsene haben eine hohe Mortalitätsrate (1).

Die Letalität ist bei sehr alten oder sehr jungen Patienten und bei Konsumenten intravenöser Drogen am höchsten.

Die Prognose ist schlechter, wenn die Inkubationszeit nur kurz ist und die Symptome rasch voranschreiten oder die Therapie verzögert eingeleitet wird. Der Verlauf ist wohl etwas milder, wenn keine Hinweise auf zusätzlich bestehende Infektionen vorliegen.

Hinweis zur Prognose

  1. 1. Centers for Disease Control and Prevention (CDC): Why CDC is Working to Prevent Global Tetanus. May 16, 2024. Accessed August 15, 2025.

Prävention von Tetanus

Tetanus ist durch Impfung vermeidbar. Eine Impfung wird für alle Säuglinge, Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen dringend empfohlen. Tetanus ist in Ländern mit hohem Einkommen selten, bleibt aber in Ländern mit niedrigem Einkommen mit suboptimalen Impfinitiativen häufig (1).

Siehe Diphtherie-Pertussis-Tetanus-Impfstoff für weitere Informationen, einschließlich Indikationen, Kontraindikationen und Vorsichtsmaßnahmen, Dosierung und Verabreichung und unerwünschte Wirkungen.

Siehe Tetanus-Diphtherie-Impfstoff für weitere Informationen, einschließlich Indikationen, Kontraindikationen und Vorsichtsmaßnahmen, Dosierung und Verabreichung und unerwünschte Wirkungen.

Da eine Tetanusinfektion keine Immunität verleiht, sollten Patienten, die sich von klinischem Tetanus erholt haben, geimpft werden, es sei denn, sie haben eine vollständige Primärserie absolviert.

Patienten mit einer Wunde, die ein erhöhtes Tetanusrisiko darstellt, sollten je nach Wundtyp und Impfanamnese eine Prophylaxe erhalten; auch Tetanus-Immunglobulin kann indiziert sein (siehe Tabelle ).

Tabelle

Hinweis zur Prävention

  1. 1. Yen LM, Thwaites CL. Tetanus. Lancet. 2019;393(10181):1657-1668. doi:10.1016/S0140-6736(18)33131-3

Wichtige Punkte

  • Tetanus wird durch ein Toxin verursacht, das durch Clostridium tetani in kontaminierten Wunden produziert wird.

  • Tetanustoxin blockiert die Freisetzung von Neurotransmittern, wodurch es zu generalisierter Muskelsteifheit mit intermittierenden Spasmen kommt; Krämpfe und autonome Instabilität können auftreten.

  • Weiterer Toxinfreisetzung sollte durch Débridement der Wunde und Gabe eines Antibiotikums verhindert (z. B. Metronidazol) und das ungebundene Toxin mit menschlichen Tetanusimmunglobulin neutralisiert werden.

  • Gabe von IV Benzodiazepinen bei Muskelkrämpfen und Gebrauch von neuromuskulärer Blockade sowie mechanische Beatmung, wenn benötigt, bei respiratorischer Insuffizienz aufgrund von Muskelkrämpfen.

  • Die Mortalität ist bei unbehandelten Neugeborenen und Erwachsenen hoch.

  • Tetanus sollte durch folgende Routineimpfempfehlungen verhindert werden.

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